Nahaufnahme massiver Dielenboden
Ratgeber
Inhalt:
Schwierigkeitsgrad: mittel
Dauer: etwa zwei bis drei Tage, je nach Raumgröße
Material: (Massiv-)Holzdielen, Dielenschrauben, Rahmenhölzer, Dampfsperre, Unterleghölzer, Dämmschüttung, wasserlöslicher Parkettlack, Folienklebeband, Holzspachtel, Kapp- und Gehrungssäge bzw. Stichsäge, Kreissäge, Akku-Bohrschrauber, Spanplatten, Bodentücher, Gummihammer, Mundschutz, Spachtel, Schleifmaschine, Roller mit Verlängerungsstange, Schlagholz, Zugeisen, Verlegekeile, Staubsauger, Bleistift, Teppichmesser, Schere, Zollstock, ggf. Rand- und Eckenschleifer

Nicht nur im Altbau träumen viele davon, einen Dielenboden verlegen zu lassen. Denn kaum ein Bodenbelag verleiht Räumen eine gemütlichere Atmosphäre und ist noch dazu natürlich und nachhaltig. Besonders angesagt: Massivholz- oder Landhausdielen. Um die zu verlegen, musst du keine Profis beauftragen: In dieser Anleitung erfährst du, wie du Holzdielen selbst verlegen kannst. Solltest du dir in Sachen Boden noch nicht sicher sein, lies diesen Ratgeber über Bodenbeläge.


Holzdielen verlegen: Diese Methoden gibt es

Wenn du dich dafür entschieden hast, in deinem Zuhause Dielenboden zu verlegen, gibt es mehrere Möglichkeiten, dieses Projekt umzusetzen: Du kannst die Fußbodendielen schwimmend, verklebt oder verschraubt verlegen.

Hier ein kurzer Überblick über die Vor- und Nachteile der drei Methoden:

  • Dielen schwimmend verlegen: Bei dieser Vorgehensweise werden die Dielen miteinander verbunden, aber nicht mit dem Unterboden. Gerade das Verlegen von Holzdielen mit Klicksystem ist für Anfänger geeignet und benötigt nur eine geringe Aufbauhöhe. Außerdem lassen sich die Dielen bei einem Umzug einfach mitnehmen und wiederverwenden. Allerdings musst du bei dieser Lösung oft Abstriche in Sachen Wärme- und Trittschalldämmung machen und der Boden ist insgesamt nicht so stabil wie bei den anderen Methoden.

Kleber wird verteilt auf Boden
  • Holzdielen verkleben: Beim Verkleben verbindest du die Dielen direkt mit dem Unterboden, indem du sie mit einem geeigneten Kleber anbringst. Dadurch lassen sich die Dielen später leichter abschleifen und die Wärme- und Trittschallisolierung ist besser als bei der schwimmenden Methode. Auch die Kombination mit einer Fußbodenheizung ist möglich. Der so verlegte Holzdielenboden ist sehr stabil – aber eben eine dauerhafte Lösung. Das bedeutet: Die Dielen lassen sich nicht mehr entfernen, ohne den Boden zu zerstören. Wer Dielen mit dieser Methode selbst verlegen möchte, sollte also viel Erfahrung mitbringen, weil sich Fehler kaum ausbessern lassen. Und: Je nachdem, welcher Kleber zum Einsatz kommt, kann dieser Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
  • Dielenboden mit einer Unterkonstruktion verschrauben: Bei dieser Methode verschraubst du die Fußbodendielen mit darunterliegenden Rahmen- bzw. Lagerhölzern. Das heißt, dass du vorm Verlegen der Dielen zunächst eine Unterkonstruktion baust. Dementsprechend muss eine gewisse Aufbauhöhe für den Boden vorhanden sein. Diese Vorgehensweise hat viele Vorteile: Sie ist günstig, für Hobby-Handwerker geeignet, umweltfreundlich und bietet einen guten Trittschall- und Wärmeschutz. Sie ist zudem nachhaltig, weil sich die Dielen wieder demontieren lassen. So kannst du zum Beispiel bei Beschädigungen einzelne Holzdielen nachträglich neu verlegen. Übrigens: Im Altbau wurde beim Dielenboden früher oft auf die Unterkonstruktion verzichtet. Stattdessen verschraubte man die Dielen direkt mit den Balken.

In der folgenden Anleitung erfährst du, wie du Dielen selbst verlegen kannst, indem du sie mit einer Unterkonstruktion verschraubst.

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Dielenboden selbst verlegen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

In der folgenden Anleitung erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du deinen massiven Dielenboden fachgerecht verlegst und was du auf keinen Fall vergessen darfst.

Dielenbretter gestapelt

Schritt 1: Raum skizzieren und Materialbedarf berechnen

Zunächst musst du natürlich wissen, wie viel Material du für die Dampfsperre, die Unterkonstruktion und den Bodenbelag benötigst. Vermiss und skizziere dafür den Raum, in dem du die Dielen verlegen willst. Hast du die genauen Maße ermittelt, kannst du ausrechnen, wie viel Folie und wie viele Rahmenhölzer und Holzdielen du brauchst. Rechne zum Ergebnis noch etwa 15 bis 20 Prozent für den Überstand bzw. Verschnitt hinzu.


Ausgleichsmasse wird verteilt

Schritt 2: Untergrund vorbereiten

Um die Fußbodendielen später einwandfrei verlegen zu können, muss der Unterboden möglichst glatt und sauber sein. Sollte dir auffallen, dass er sehr uneben ist, findest du hier eine Anleitung zum Ausgleichen von Böden. Kleinere Unebenheiten entfernst du mit dem Spachtel oder mit Hammer und Meißel, damit die als Dampfsperre dienende Folie beim Verlegen nicht beschädigt wird. Kehre und sauge den Boden nach den Arbeiten ab, damit die Fläche so sauber wie möglich ist.


Folie unter Dielenboden

Schritt 3: Folie als Dampfsperre verlegen

Bevor es an den Bau der Unterkonstruktion geht, musst du den Unterboden mit Folie gegen Feuchtigkeit abdichten. Eine solche Dampfsperre verhindert Schimmelbildung an der Unterkonstruktion und der Unterkante der verlegten Dielen. Die Folienbahnen kannst du mit einem Teppichmesser zuschneiden. Achte beim Verlegen darauf, dass sich die einzelnen Bahnen etwa zehn Zentimeter überlappen. Verbinde die Bahnen mit Folienklebeband. Auch an den Wänden solltest du einen Überstand stehen lassen, der mindestens so hoch ist wie die Unterkonstruktion und der Dielenboden zusammen. Möchtest du noch eine zusätzliche Trittschalldämmung einbauen, kommt diese ebenfalls unter die Unterkonstruktion.


Schritt 4: Unterkonstruktion für Dielenboden bauen

Jetzt geht es darum, aus den Rahmenhölzern eine Unterkonstruktion zu bauen, auf der du den Dielenboden verlegen und festschrauben kannst. Dazu legst du zunächst die Hölzer mit einem festen Abstand im Raum aus. Sie sollten nicht weiter als jeweils 40 Zentimeter auseinanderliegen – wenn du sie enger legst, wird der Boden noch stabiler.

Wahrscheinlich wirst du von einer Wand zur anderen zwei Rahmenhölzer benötigen. Zeichne also jeweils die Schnittstellen an, anhand derer du die Hölzer später zuschneidest. Achte aber darauf, dass sich diese Schnittkanten – also die Übergänge von einem Rahmenholz zum nächsten, auch Stöße genannt – immer versetzt zu denen der anderen Hölzer befinden, damit die Unterkonstruktion stabil wird.

Schneide die Rahmenhölzer dann mit einer Kapp- und Gehrungssäge oder einer Stichsäge zu. Trage dabei entsprechende Schutzkleidung. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du Holz richtig sägst.

Hast du alle Hölzer auf Länge gebracht, musst du sie in der Waagrechten ausrichten. Wenn du das nicht machst, verlegst du den Holzdielenboden später möglicherweise schief. Damit das nicht passiert, beginnst du mit der ersten Reihe und überprüfst mit der Wasserwaage, ob die Hölzer exakt waagrecht liegen. Ist das nicht der Fall, schiebst du etwa alle 50 bis 60 Zentimeter Unterleghölzer unter die Rahmenhölzer. Dabei teilen sich die Enden der Hölzer jeweils einen Stapel Unterleghölzer.

Die erste Reihe bildet dann die Referenz für alle weiteren. Arbeite dich so Reihe für Reihe vor und checke immer wieder die Wasserwaage. Falls die Unterleghölzer wackeln sollten, kannst du sie mit den Rahmenhölzern verschrauben. Hast du alle Reihen optimal ausgerichtet, verschraubst du sie quer zur Laufrichtung mit alten Latten. So verschieben sie sich nicht mehr, wenn du die nächsten Arbeitsschritte angehst.


Dämmwolle zwischen Unterkonstruktion verlegen

Schritt 5: Dämmschicht einfüllen

Damit der selbst verlegte Dielenboden wärmeisoliert ist, solltest du eine entsprechende Dämmschicht einbauen. Hier erhältst du Tipps zum Dämmen des Fußbodens und kannst dich darüber informieren, welche Dämmstoffe sich für Dielenböden eignen. Idealerweise arbeitest du mit einer Dämmschüttung. Diese verteilst du zwischen den Profilen und ebnest sie mit der Wasserwaage. Dabei sollten die Oberkanten der Rahmenhölzer mit der Dämmung eine Linie bilden. Um nun die Holzdielen einfacher verlegen und montieren zu können, lege ein, zwei Spanplatten auf die Konstruktion, auf die du dich beim Arbeiten knien kannst.


Dielenboden wird verlegt

Schritt 6: Dielen verlegen

Beim Verlegen der Fußbodendielen startest du an einer Wand und arbeitest dich davon weg. Halte beim Montieren der Dielen einen Abstand von etwa einem Zentimeter zur Wand ein, damit der Holzboden später arbeiten kann. Achte außerdem darauf, dass das Ende der Diele auf der Mitte des Rahmenholzes aufliegt. Schneide die Dielen also ggf. entsprechend zu. Damit stoßen zwei Dielen in der Mitte des jeweiligen Rahmenholzes aufeinander. Um Stabilität in den Dielenboden zu bringen, sollte dieser Stoß versetzt sein, also nicht in jeder Reihe auf demselben Rahmenholz liegen.

Nun geht es ans Verschrauben der Dielen mit der Unterkonstruktion: Dabei schraubst du die Dielenschrauben in einem Winkel von 45° oberhalb der Feder (also dem Gegenstück zur Nut) durch die Diele in das Rahmenholz. Bist du mit einer Reihe fertig, setzt du die nächste Diele mit der Nut an. Verbinde mithilfe von Schlagholz und Zugeisen die beiden Dielen miteinander, sodass keine Lücke mehr zwischen ihnen sichtbar ist.

Zum Schluss schneidest du die letzten Dielen passend zu den Wänden und Ecken zu. Für Längsschnitte verwendest du eine Handkreissäge, Ausschnitte sägst du am besten mit einer Stichsäge. Entgrate die Schnittkanten vorm Verschrauben mit Schleifpapier. Halte beim Montieren wieder einen Abstand von einem Zentimeter ein.

Tipp: Die besonders dünnen und langen Dielenschrauben haben unter dem Schraubenkopf kein Gewinde. Dadurch lassen sie sich besonders fest verschrauben. Der spitze Gewindekopf lässt sich dabei gut im Holz versenken. Solltest du Massivholzdielen wie zum Beispiel Eichenholzdielen verlegen, kannst du in Astlöcher ein Loch vorbohren. Damit verhinderst du, dass das Holz durch den Senkkopf aufbricht.


einige Dielenbretter versiegelt einige nicht

Schritt 7: Versiegelungslack aufbringen

Nach dem Verlegen der Holzdielen schleifst du den Boden mehrmals ab und versiegelst die Oberfläche zweifach mit Lack. Dabei trägst du zunächst mit der Schleifmaschine und 80er-Schleifpapier überstehendes Holz ab. Astlöcher kannst du mit Spachtelmasse auffüllen und nach dem Trocken ebenfalls abschleifen. Im zweiten Schritt schleifst du mit 120er-Papier die gesamte Fläche ab. Hier findest du praktische Tipps zum Thema Holz schleifen.

Danach trägst du die erste Lackschicht mit einer Rolle entlang der Maserung des Holzes auf. Ist der Lack nach etwa sechs Stunden durchgetrocknet, schleifst du die Fläche erneut ab – diesmal mit 180er Schleifpapier. Mit einem Tuch entfernst du den Schleifstaub und lackierst die saubere Oberfläche ein zweites Mal. Diesmal lässt du den Lack etwa zwölf Stunden trocknen (die Trockenzeit kann je nach Herstellervorgabe variieren).


Schritt 8: Fußleisten montieren

Zum Schluss bringst du noch die Fußleisten an, damit der Spalt zwischen den Dielen und den Wänden verschwindet. Lege dazu die Leisten an die jeweilige Wand und markiere die Ecken. Schneide diese mithilfe einer Handsäge und Gehrungslade entsprechend zu und schleife die Schnittkanten ab. Nun hast du die Wahl: Du kannst die Fußleisten mit Schrauben, Nägeln oder Kleber befestigen.

Tipp: Entsteht dabei ein größerer Spalt zwischen Fußleiste und Wand, kannst du ihn mit Acryl auffüllen. Hole dir hier noch mehr Tipps zum Anbringen von Fuß- und Sockelleisten.

Nun ist es vollbracht: Du hast den Dielenboden selbst verlegt! Damit du lange Freude an deinem neuen Bodenbelag hast, findest du hier einen Ratgeber zum Pflegen von Holzböden.


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