Holz beizen und in neuem Glanz erstrahlen lassen

Durch das Beizen von Holz kannst du alte Möbel aufpeppen und in neuer Farbe erstrahlen lassen. Vor allem die natürliche Maserung und Struktur des Holzes bringst du mit der Beize zur Geltung. Doch wie beizt man Holz am besten? In diesem Ratgeber von toom Baumarkt geben wir dir eine Anleitung dazu, wie du Holz ganz leicht selbst beizen kannst!


Schwierigkeitsgrad: Einfach

Dauer: abhängig von der Größe der zu beizenden Fläche; inkl. Vorbereitung und Trocknung min. 1 Tag

Werkzeug: Schwamm, Schleifpapier (180er/240er), Pinsel mit Vorbund aus Kunststoff, optional: Cutter, weiche Bürste, Handfeger, Lappen



Beizen von Holz: Was ist das überhaupt?

Holz Beizen mit Pinsel

Im Grunde dient Beize dazu, das Holz zu färben und dabei die natürliche Maserung des Holzes zu betonen. Da sie tief in die Fasern des Holzes eindringt, überdeckt sie dessen Struktur nicht. Du verwendest die Beize also dann, wenn du das Aussehen des Holzes verändern, Maserung und Struktur aber beibehalten möchtest. Auf diese Weise kannst du besondere Effekte erzielen, die Naturfarben des Holzes auffrischen und sogar Farbveränderungen ‒ etwa durch jahrelange Sonneneinstrahlung ‒ ausgleichen.


Holz beizen in vier Schritten

Wie das Beizen von Holz bei deinen Möbeln funktioniert, erfährst du in den folgenden vier Schritten.

Schritt 1: Metallbeschläge und Rückstände entfernen

Altes Holz mit Schrauben

Wichtig: Du solltest nur Holz beizen, das über keinerlei Metallbeschläge verfügt. Metall und Beize reagieren chemisch miteinander, weswegen sie besser nicht miteinander in Kontakt kommen sollten – ansonsten sind unschöne Verfärbungen die Folge.

Zudem solltest du auch sonstige Rückstände wie Wachs, Leim oder Harz entfernen. An Leim und Harz perlt die Beize ab, weswegen du sie am besten vorsichtig abschneidest oder wegschleifst. Weitere Reste kannst du auch mit warmem Wasser und Kernseife entfernen, indem du das Holz in Maserrichtung mit einer Bürste einseifst und anschließend mit klarem Wasser abwäschst.


Schritt 2: die Vorbehandlung

Mann schleift Holzbrett

Unabhängig davon, ob du das Holz vor dem Beizen gereinigt hast, musst du das Holz auf jeden Fall vorbehandeln. Das machst du vor allem deswegen, damit die Beize besser vom Holz aufgenommen wird. Zunächst trägst du mit dem Schwamm lauwarmes Wasser auf das Holz auf, damit die Fasern aufquellen und sich aufstellen können. Lasse das Werkstück anschließend über Nacht trocknen.

Nun musst du das Holz abschleifen. Nutze dazu Schleifpapier mit 180er- oder 240er-Körnung und schleife stets in Maserrichtung. Mit einem feinem Schleifvlies kommst du auch an schwer zugängliche Stellen wie etwa detaillierte Schnitzereien. Entferne danach alle Staub- und Schleifreste mit dem Feger.

Besonders edle Hölzer kannst du sogar ein zweites Mal wässern, damit die Fasern noch besser quellen können – dieser Schritt ist allerdings optional.


Schritt 3: Beize auftragen

Frau mit Handschuhen lasiert Holzfläche

Je nach Art der Beize solltest du sie entweder sehr gut schütteln oder sorgfältig umrühren, bevor du das Holz damit beizt. Dann trägst du die Beize mit einem Pinsel mit Kunststoffvorbund entlang der Maserung gleichmäßig auf das Holz auf. Pinsele anschließend quer zur Maserung und dann wieder längs, bis die Beize eingezogen ist.

Nach dem Beizen muss das Holz etwa 15 Minuten trocknen. Entferne dann die überschüssige Beize vorsichtig mit einem Lappen.


Schritt 4: Holz versiegeln

Mann bestreicht Holz mit Pinsel

Holz richtig zu beizen bedeutet auch, nach dem Beizvorgang eine transparente Versiegelung aufzutragen. Die Beize hat nämlich im Gegensatz zur Lasur keinerlei Schutzfunktion, weswegen du das Holz zusätzlich mit Lack oder Wachs behandeln solltest – so können ihm Feuchtigkeit und Schimmel nichts anhaben. Vorher sollte die Beize auf jeden Fall 6 bis 8 Stunden trocknen.

Bei der Wahl der Versiegelung solltest du darauf achten, ob die verwendete Beize wasserlöslich ist – wenn ja, darfst du auf keinen Fall Acryllack verwenden, da das darin enthaltene Wasser die Beize aus dem Holz auswaschen könnte. Ein Lack aus Kunstharz dagegen ist für diesen Fall perfekt.


Welche Arten von Beize gibt es?

Pinsel und Flasche auf Holzbrettern

Möchtest du Holz beizen, kannst du auf unterschiedliche Arten von Beize zurückgreifen. Die verschiedenen Beizen unterscheiden sich zum einen darin, auf welcher Basis sie aufbauen und zum anderen in ihrer Gebrauchsfertigkeit: Pulverbeize beispielsweise musst du im Gegensatz zur fertigen Beize aus der Flasche erst mit Wasser anmischen.

Eine größere Rolle spielt aber die Basis der Beize, denn sie bestimmt, für welche Holzarten sich die Beize eignet. Chemische Beizen sind besonders gut darin, die Maserung des Holzes hervorzuheben; eine Beize aus einem Wasser-Alkohol-Gemisch ist wiederum für feinporige Holzarten die beste Lösung. Mit einer Beize auf Lösungsmittelbasis hingegen kannst du unter Umständen sogar geöltes Holz beizen, was ansonsten nicht funktioniert. Hier solltest du allerdings erst einmal an einer unauffälligen Stelle einen kleinen Test durchführen. Beizen auf reiner Wasserbasis gibt es ebenfalls: Diese sind besonders umweltfreundlich.


Holz einfärben: Gibt es Beize in jeder Farbe?

Pinsel auf Holzbrettern mit Beize

Ob du Holz natürlich färben möchtest oder einen gewissen Stil verfolgst: Grundsätzlich ist die Auswahl der Farben unbegrenzt. Ein gutes Beispiel für farbige Beize ist ein semi-transparentes Weiß, mit dem du Möbel im Landhausstil besonders gut zur Geltung bringst. Allerdings wirst du viel häufiger auf Beize stoßen, die die Naturfarben des Holzes betonen oder hervorheben sollen.

Magst du es bunt, hast du zwei Möglichkeiten: Du nutzt Farbstoffbeize, die für eine semi-transparente Färbung sorgt und vor allem für wenig saugfähige Hölzer wie Ahorn oder Eiche gemacht ist. Es gibt aber auch sogenannte pigmentierte Beizen: Diese heften sich an bestimmte Bestandteile des Holzes und sorgen so für eine prägnante Färbung. Pigmentbeize ist etwas farbintensiver und daher besser für saugstarke Hölzer geeignet.


Was du außerdem beachten solltest

Lackdose mit Pinsel auf Holzbrettern

Du kannst so gut wie alle Holzarten beizen; Ausnahmen bilden (Press-)Spanplatten. Buche, Fichte und Kiefer wiederum saugen die Beize stark auf, was das Bearbeiten dieser Holzarten etwas schwieriger macht. Bist du dir nicht sicher, ob du die Arbeit gleichmäßig hinbekommst, lässt du sie besser von einem Fachmann erledigen, bevor das Beizen im Holz unschöne Verfärbungen hervorruft.

Außerdem sind folgende Grundsätze wichtig:

  • Flächen sollten immer von unten nach oben gebeizt werden.
  • Astlöcher nehmen die Beize nicht auf.
  • Chemische Beize eignet sich besonders gut für harte Hölzer wie Kirsch oder Nuss.
  • Große Stücke solltest du in einem Rutsch beizen, damit kein Ansatz sichtbar wird.
  • Die Beize sollte vorher an einer unauffälligen Stelle getestet werden.