Ob du Möbel reparieren oder Sitzgelegenheiten für den Garten bauen willst, als Heimwerker wirst du immer wieder Projekte haben, bei denen du verschiedene Bauteile aus Holz miteinander verbinden musst. Häufig wird das Problem mit Schrauben oder Holzleim gelöst, doch es gibt auch klassische Holzverbindungen, für die du keine zusätzlichen Hilfsmittel brauchst. toom Baumarkt stellt dir alle Holzverbindungsarten vor.


Verbindungstechnik für Holz

Holzbalken sind mit Schrauben befestigt

In den Tausenden von Jahren, die Holz bereits als Baumaterial verwendet wird, haben die Menschen immer wieder Wege gesucht (und gefunden), um Bauteile wie Holzbretter oder Holzbalken stabil miteinander zu verbinden. Eine Möglichkeit besteht darin, die Holzteile so zurechtzusägen, dass sie perfekt ineinander „verschränkt“ werden können und dadurch eine sehr belastbare Verbindung eingehen. Solche klassischen Methoden werden allerdings fast nur noch im handwerklichen Möbelbau oder im Zimmererhandwerk genutzt.

Heute hat sich bei vielen handwerklichen Tätigkeiten und auch im Heimwerker-Alltag die Verwendung von Holzleim, Nägeln, Schrauben oder Dübeln durchgesetzt. Deshalb wird in der modernen Holzverbindungstechnik lediglich in lösbare und nicht lösbare Verbindungen unterschieden.

  • Lösbare Holzverbindungen sind größtenteils Schraubverbindungen, die ohne großen Aufwand herausgedreht werden können, ohne das Bauteil zu beschädigen. Allerdings vertragen sich Schrauben nicht allzu gut mit den typischen Holzeigenschaften. Wenn das Holz sich durch Temperaturschwankungen und Luftfeuchtigkeit verformt, können sich die Schrauben lockern, deshalb sind sie für dauerhafte Verbindungen nicht geeignet.
  • Nicht lösbare Holzverbindungen werden mit Nägeln oder Dübeln in Verbindung mit Holzleim hergestellt. Häufig werden auch traditionelle Holzverbindungstechniken genutzt und mit Leim zusätzlich stabilisiert. So entstehen hochwertige und gleichzeitig sehr dekorative Holzverbindungen.
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Verschiedene Holzverbindungsarten im Überblick

Schlitz-Zapfen-Verbindung in Holz

Willst du Bretter oder Holzplatten miteinander verbinden, schaust du dir zunächst genau an, wie das Holz geschnitten wurde und in welche Richtung die Holzfasern verlaufen. Je nachdem, ob du die Bauteile in Faserrichtung, parallel dazu oder über Eck verbinden willst, eignen sich nämlich verschiedene Techniken. Willst du auf Schrauben, Nägel und metallene Holzverbinder verzichten, empfehlen wir dir, das Holz zu verleimen, damit du eine haltbare und belastbare Verbindung erhältst.

Anlängen

Die Bauteile werden in Faserrichtung miteinander verbunden. Bei geraden Abschlussflächen ist das kritisch, weil die Verbindungsfläche relativ klein und nicht vollkommen glatt ist. Eine Lösung bietet die traditionelle Schlitz-Zapfen-Verbindung. Das Holz wird dabei an den Verbindungsflächen so zugeschnitten, dass die beiden Bauteile wie zwei Puzzlestücke perfekt ineinanderpassen. So entstehen mehrere Verbindungsflächen, an denen die Holzfasern parallel verlaufen und die eine gute Haftung für Holzleim bieten.

Holzrahmen wird zusammengefügt

Breitenverbindungen

Die Holzfasern verlaufen parallel und können gut verleimt werden. Die Verbindung ist dadurch sicher und haltbar. Ordne die Bretter anhand der Jahresringe immer so an, dass du lediglich Splintholz mit Splintholz und Kernholz mit Kernholz verbindest und zudem rechte (dem Kern des Baumstamms zugewandte) und linke (dem Kern abgewandte) Seiten abwechselst. So verhinderst du, dass sich die Oberfläche später zu stark wölbt.

Rahmen- und Eckverbindungen

Willst du Holzlatten zu Rahmen oder Sprossen (T-Stoß) verbinden, musst du die Stirnseite eines Holzbalkens mit der Längsseite des anderen verbinden. Das Verleimen der beiden ungleichen Flächen würde keine sichere Verbindung ergeben. Das gleiche Problem hast du, wenn du Latten, Leisten oder Kanthölzer über Eck verbinden willst, z. B., für den Bau eines Bettgestells. Die Lösung ist auch hier eine Vergrößerung der Klebefläche. Wagst du dich an eine traditionelle Zinkenverbindung, können die Zinken beider Bauteile ineinandergeschoben werden. Im Optimalfall ist diese Steckverbindung so stabil, dass das Holz nicht zusätzlich fixiert werden muss.

Kreuzverbindung von Holzstücken wird zusammengesetzt

Kreuzverbindungen

Um Rahmen oder größere Gestelle zu stabilisieren, ist es oft sinnvoll, zusätzliche Kanthölzer mittig und über Kreuz zu platzieren. Dafür gibt es die Technik der Überblattung. Dabei wird in jedes Holzstück eine Nut in der Breite des jeweils anderen eingefräst. Die Tiefe entspricht der Hälfte der Holzstärke, damit die Kanthölzer anschließend glatt ineinander liegen, ohne dass sich die Höhe verändert. Häufig wird Überblattung bei Balken für Holzhäuser angewendet, da durch diese Technik sehr robuste Verbindungen entstehen.


Stabile und unsichtbare Holzverbindungen mit Dübeln

Holstücke werden mit Dübeln verbunden

Dübelverbindungen sind sowohl im Handwerk als auch in der Industrie und für Heimwerker die mit Abstand beliebteste Art, Holz zu verbinden. Sie sind günstig, leicht herzustellen und sorgen für eine passgenaue, dauerhaft feste Verbindung. Voraussetzung ist, dass du dabei sehr präzise und korrekt vorgehst.

Eine weitverbreitete Fehlerquelle sind ungenau platzierte Dübelbohrungen in den Werkstücken. Das führt dazu, dass die Kanten nicht bündig sind oder dass sich die Dübellöcher nicht genau gegenüberliegen. Die Ursachen für diesen Fehler sind meistens:

  • ungenau angezeichnete Bohrlöcher
  • das „Ablenken“ des Bohrers durch den Faserverlauf im Massivholz

Beides kannst du vermeiden, indem du zum Positionieren und Bohren der Dübellöcher einen Bohrer mit Zentrierspitze und Tiefenanschlag sowie eine Dübelbohrlehre verwendest. Das ist eine Führung für den Bohrer, mit der du die notwendigen Löcher für Dübelverbindungen präzise in das Holz bohren kannst – und zwar sowohl für Flächen- und Eckverbindungen als auch für stumpfe Verbindungen. Mit den Messskalen stellst du Position und Anschläge ein, sodass auch nachfolgende Bohrungen im gleichen Abstand erfolgen. Eine drehbare Lochscheibe führt den Bohrer und mit den entsprechenden Führungslöchern sorgst du dafür, dass die Bohrung genau im notwendigen Durchmesser erfolgt.

Dübel und Holzleim sind eine unschlagbare Kombination, wenn du Holz unsichtbar und dauerhaft verbinden willst. Verleimte Dübelverbindungen sind extrem fest und nicht lösbar, ohne das Werkstück zu beschädigen


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