Pool reinigen

Sommerzeit ist Badezeit. Besonders gut haben es Selbermacher, die im eigenen Pool schwimmen können. Damit dem Badevergnügen im Sommer nichts im Wege steht, muss der Pool jedoch nach dem Winter wieder richtig in Betrieb genommen – also gut gereinigt und neu befüllt werden. Wir zeigen dir, was es bei dem Pool reinigen zu beachten gibt.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Drei bis vier Stunden je nach Größe des Pools

Werkzeug: Schmutzwasserpumpe, Poolpumpe, Wasserpflegemittel, Algenschutzmittel, Flockungsmittel, Chlor-Teststäbchen, Gartenschlauch, Chlorgranulat oder Flüssigchlor, Poolwasser


Schritt 1: Pool reinigen und neu befüllen

Idealerweise verbringt der Pool den Winter im abgebauten Zustand trocken und frostfrei im Innenbereich - etwa im Keller. Handelt es sich um einen Aufbaupool für den ganzjährigen Betrieb (Stahlwandpool) oder einen gefliesten Pool überwintert er mit abgesenktem Wasserstand und geschützt durch eine Abdeckplane. Dann aber stellt sich die Frage: Soll das alte Wasser neu aufbereitet werden oder ist es besser, neues einzulassen? 

Ist das Wasser nicht allzu schmutzig, kannst du es neu aufbereiten. Dennoch spricht auch einiges dafür, den Poolinhalt komplett auszutauschen. Der Grund: Frisches Wasser bietet die beste Basis, um einen idealen pH- und Chlor-Wert einzustellen. Um älteres Wasser wieder badeklar zu machen, muss ein Plus an Chemie zum Einsatz kommen. Ist die Entscheidung auf einen Wasserwechsel gefallen, findet eine Pumpe für den Pool Verwendung - Schmutzwasserpumpe. Sie pumpt das alte Wasser ab. Nach Abschluss dieses Arbeitsschritts, wird das Schwimmbecken gründlich mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Ist das Becken nicht gefliest, sondern mit einer Poolfolie ausgelegt, sollte der Gartenschlauch verwendet werden. Anschließend Algen und andere Verschmutzungen auf dem Boden gründlich entfernen. Ebenso den Beckenrand und die Einlaufdüsen von Schmutz befreien. Dabei überprüfen, ob den Winter über Schäden entstanden sind. Für die Reinigung eignen sich am besten spezielle Reiniger. Zusätzlich kann ein Algenschutzmittel aufgetragen werden. Jetzt kann die Neubefüllung starten.


Schritt 2: Poolpumpe beziehungsweise Sandfilteranlage in Betrieb nehmen

Wenn genug Wasser in den Pool gelaufen ist, kann die Sandfilteranlage in Betrieb genommen werden. Dabei unbedingt die Anweisungen des Herstellers beachten. Das Gerät besteht in der Regel aus Pumpe und Filterbehälter, in dem sich Filtersand befindet. Um das Wasser nicht gleich zu verschmutzen, sollten die Ventile gesäubert und der Filterkessel kontrolliert werden. Mit einem Schraubenzieher kann bei vielen Ventilen durch das Lösen der Schrauben der obere Teil abgenommen werden. 

Den Ventilkörper von Sandkörnern und anderem Dreck befreien. Ventile wieder auf den Körper setzen und die Schrauben sorgfältig festziehen. Außerdem die Dichtungen überprüfen. Sind diese Arbeitsschritte abgeschlossen, geht es an den Filtersand. Wenn dieser klumpt, wird er mit einem Chlorgranulat gereinigt. Ist die Füllung bereits drei Jahre im Einsatz, sollte sie ausgetauscht werden. Nun die Filteranlage entlüften. Der letzte Schritt ist das Rück- und Nachspülen. Dafür den Hebel auf die Einstellung auf Backwash beziehungsweise Rückspülen stellen. So werden Schmutzpartikel im Kessel herausgewaschen und beseitigt. Achtung: Der Hebel des 6-Wege-Ventils darf nur dann geschaltet werden, wenn die Pumpe still steht.


Schritt 3: Auf welchen pH-Wert muss ich achten?

Ideal ist ein pH-Wert im Pool von 7 bis 7,2. Er sollte 7,4 nicht übersteigen. Am besten ist es, wenn Selbermacher den pH-Wert einmal in der Woche kontrollieren. Wer keine vollautomatische Mess- und Regelanlage besitzt, kann spezielle Teststäbchen verwenden. Eventuell mit einem Senker oder Heber (pH minus oder pH plus) nachhelfen.


Schritt 4: Chlorgranulat, Flüssigchlor oder Chlortabletten verwenden

Zum Saisonstart wird zunächst eine Stoßchlorung durchgeführt. Diese schützt das frisch eingefüllte Poolwasser vor Verunreinigungen. Der pH-Wert sollte dabei bei 7,2 liegen und die Wassertemperatur über 15 Grad. Für die Stoßchlorung Chlorgranulat oder Chlortabletten verwenden. Wichtig: Das Chlor immer über den Skimmer in das Wasser geben und nicht direkt. Anschließend die Filteranlage so lange wälzen lassen – etwa zwei Tage lang –, bis sich das Chlorprodukt vollständig aufgelöst hat. Der ideale Chlorwert liegt bei 5 Milligramm pro Liter.

Für die spätere Nachbehandlung im Verlauf des Sommers sind 1,5 Milligramm ausreichend. Diese Arbeitsschritte entfallen, wenn du einen Dosierschwimmer verwendest. In diesen wird eine Chlortablette gefüllt. Der Schwimmer stellt dabei sicher, dass sich der Chlor bei geeigneter Dosierung gut im Wasser verteilt. Bei der Verwendung immer die Herstellerempfehlung für chemische Poolzusätze beachten.


Schritt 5: Kristallklares Poolwasser – wie bekomme ich das hin?

Die Basis für klares Poolwasser ist ein stabiler pH-Wert. Ist der Wert falsch eingestellt, kann Chlor seine Wirksamkeit verlieren. Außerdem ist es wichtig, das Poolwasser regelmäßig mit der Sandfilteranlage umzuwälzen. Wer wirklich kristallklares Wasser haben möchte, verwendet ein Flockungsmittel beziehungsweise Flockmittel. Dieses fasst feinste Partikel zu einer Flocke zusammen, so dass die Filteranlage sie besser erwischen und aus dem Wasser entfernen kann.


Schritt 6: Den Pool gepflegt halten ohne Algen

Nach dem der Pool überwintert hat, kann es schnell passieren, dass das Wasser von Algen befallen wird. Dies zeugt unter Anderem von einem falschen pH-Wert, zu wenig Algenschutzmittel im Wasser, Blättern aus dem Herbst sowie vom plötzlichen Aufheizen des Wasser, wenn der Sommer früher einbricht als erwartet. Um die Algen wieder loszuwerden, sollte als Erstes das Poolwasser gereinigt werden. Mit dem Schwamm, einem Kescher oder einem Bodenpoolsauger können diese entfernt werden. Auch die Filteranlage sollte eingeschaltet sein. Um den pH-Wert zu testen benötigt man einen Teststreifen zur Wasseranalyse. Ist der pH-Wert zu hoch, wird ein pH-Senker benötigt. Ist dieser zu niedrig, ein pH-Heber. Als Nächstes wird Chlorgranulat benötigt. Bevor das Chlormittel mit dem Skimmer verteilt wird, sollte die Filterpumpe angestellt werden. Das Poolwasser wird nun gründlich filtriert. Zum Schluss werden die Filtereinsätze gereinigt und die Sandfilteranlage zurückgespült. Für den doppelten Schutz ist noch ein Algenschutzmittel hilfreich. Um sicher zu gehen, dass das Wasser nicht mehr anfällig für Algen ist, wird der pH-Wert, sowie der Chlorgehalt erneut überprüft. Wenn nun alles den richtigen Werten entspricht, kann der Sommer algenfrei beginnen.

Jetzt weitersagen