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Kirschlorbeer pflanzen und pflegen – als Hecke oder Solitär

Nahaufnahme Kirschlorbeerhecke
Lesezeit 12 Minuten
Inhalt:

Ob als Sichtschutz oder Grundstücksbegrenzung in Form einer Hecke oder als eindrucksvolle Einzelpflanze – der Kirschlorbeer bietet viele Möglichkeiten und ist ein entsprechend beliebtes Gartengewächs. Wie du deinen Kirschlorbeer pflanzen und pflegen kannst, erfährst du in diesem Ratgeber von toom Baumarkt – mit praktischer Schritt-für-Schritt-Pflanzanleitung.


Über den Kirschlorbeer

einzelne Kirschlorbeerpflanzen

Der Kirschlorbeer-Steckbrief:

  • Herkunft: Kleinasien
  • Standort: sonnig, halbschattig oder schattig, windgeschützt
  • Boden: humus- und nährstoffreich, lehmig oder sandig, nicht zu verdichtet
  • Pflanzzeitpunkt: ganzjährig möglich, vorzugsweise Frühjahr oder Herbst
  • Pflanzabstand: je nach Sorte, mindestens 40 Zentimeter
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Pflege: pflegeleicht und winterhart

Die besten Eigenschaften des Kirschlorbeers: Er ist schnell und dicht wachsend, immergrün, winterhart, schnittverträglich, robust, pflegeleicht und anspruchslos.

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Name und Herkunft

Sein Name kann etwas verwirrend sein: Der Kirschlorbeer ist nicht mit dem Lorbeer verwandt, sondern mit der Kirsche – sowie auch mit Pflaume und Apfel. Deshalb heißt die Pflanze eigentlich auch Lorbeerkirsche, doch im allgemeinen Sprachgebrauch sind beide Begriffe gleichermaßen vertreten.

Der Zierstrauch oder Kleinbaum trägt den botanischen Namen „Prunus laurocerasus“ und gehört zur Familie der Rosengewächse. Die ursprüngliche Wildart stammt aus Kleinasien, doch hat sich der Kirschlorbeer schnell über Südosteuropa ausgebreitet. Seine Gartensorten sind weitaus frosthärter als die Wildart – sie gehören daher zu den winterharten Pflanzen.

Mehr über die verschiedenen Arten von Kirschlorbeer erfährst du im Ratgeber „Kirschlorbeer-Sorten“.

Aussehen und Wuchs

Nahaufnahme Kirschlorbeerhecke frontal

Mit seinen 5 bis 15 Zentimeter langen, dunkelgrün glänzenden Blättern ist der Kirschlorbeer ein wahrer Blickfang. Die Blattform ist länglich, spitz zulaufend und erinnert an den echten Lorbeer – anders als dieser zählt der Kirschlorbeer allerdings zu den giftigen Gartenpflanzen. Sowohl Blätter als auch Blüten und Früchte sind nicht verzehrbar – besonders die roten bis schwarzen Steinfrüchte können roh zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen.

Wild wächst Kirschlorbeer bis zu sieben Meter hoch. Als Gartensorte kultivierte Sträucher erreichen nur maximal drei bis vier Meter Höhe sowie etwa drei Meter Breite. Dank des aufrechten, buschigen und schnellen Wuchses – bis zu einem halben Meter pro Jahr (je nach Sorte) – eignet sich Kirschlorbeer gut als Sichtschutz im Garten, zum Beispiel in Form einer einen bis zwei Meter hohen Hecke. Von Mai bis Juni trägt der Kirschlorbeer kleine, cremeweiße Blüten an langen Dolden. Als blühende Hecke macht er in einem mediterranen Garten eine gute Figur.

Wer es etwas kleiner möchte, sollte über den Portugiesischen Kirschlorbeer nachdenken. Diese Art wächst zwar etwas langsamer als der klassische Kirschlorbeer, ist dafür aber kompakter und kleinblättriger.

Soll Kirschlorbeer verboten werden?

Immer wieder ist im Gespräch, ob es ein Verbot für das Pflanzen von Kirschlorbeer geben soll. In einigen Regionen steht er auf der „Schwarzen Liste der Neophyten“. Der Grund dafür: Kirschlorbeer verbreitet sich durch Selbstaussaat sehr schnell und verdrängt besonders in Wäldern heimische Pflanzen. Deshalb wird er mancherorts als Gefahr betrachtet. Zudem ist sein ökologischer Nutzen sehr gering. Auch weil er giftig ist, steht der Kirschlorbeer nicht unbedingt in gutem Ruf.

Tipp: Die Selbstaussaat in deiner Nachbarschaft kannst du verhindern, indem du die Blütendolden nach dem Verblühen entfernst – so können sich keine Früchte und damit auch keine Samen ausbilden.


Die richtigen Bedingungen für das Pflanzen von Kirschlorbeer

Sowohl bei Standort und Substrat als auch im Hinblick auf die Pflanzzeit ist Kirschlorbeer recht anpassungsfähig und anspruchslos. Kein Wunder also, dass er so beliebt und weitverbreitet ist.

Standort und Substrat

Hand nimmt etwas Erde vom Boden auf

Möchtest du Kirschlorbeer im Garten pflanzen, brauchst du keinen speziellen Boden oder Standort. Er fühlt sich sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten wohl und kommt sogar mit schattigen Standorten gut zurecht. Ein wenig windgeschützt darf es jedoch sein. Zu beachten ist außerdem, dass der Kirschlorbeer im Winter keine starke Sonne mag, und dass gerade die Kombination aus Frost und Sonne zu Schäden an der Pflanze führen kann. Herrschen in deiner Region also sehr frostige Winter vor, an denen es aber nicht an Wintersonne mangelt, wählst du am besten einen halbschattigen Standort.

Der Boden darf gerne humus- und nährstoffreich sein, aber auch lehmige oder sandige Böden verträgt der Kirschlorbeer sehr gut. Sandige Böden haben sogar den Vorteil, dass der Strauch früher verholzt und damit frosthärter ist. Lediglich zu nasse und verdichtete Böden solltest du beim Pflanzen von Kirschlorbeer vermeiden, da diese zu Blattabwurf führen.

Wann ist die beste Pflanzzeit für Kirschlorbeer?

Der besten Zeiträume für das Pflanzen von Kirschlorbeer sind das Frühjahr ab April oder der Herbst bis Oktober. Es hängt aber auch davon ab, ob du ihn als Ballen- oder Containerware oder wurzelnackt kaufst. Wurzelnackte Sträucher sind beim Kirschlorbeer allerdings unüblich – vermutlich bekommst du ihn eher im Topf oder mit Balliertuch. In diesen Varianten ist die ganzjährige Pflanzung möglich.

  • Vorteil Frühjahr: Der Kirschlorbeer kann besonders gut anwachsen, da der Boden vom Winter noch sehr feucht ist und die Temperaturen gleichzeitig immer weiter steigen. So kann der Strauch direkt mit der aktuellen Gartensaison wachsen.
  • Vorteil Herbst: Da sich im Herbst keine neuen Triebe mehr ausbilden, kann der Kirschlorbeer in dieser Zeit seine komplette Energie in sein Wurzelwachstum stecken. Bis zum Winter bilden sich ausreichend Wurzeln, sodass der Strauch gut anwachsen kann und den Frost übersteht.

Pflanzabstand für Kirschlorbeer

große Hecke aus Kirschlorbeerpflanzen

Wie weit man Kirschlorbeer auseinander pflanzt, richtet sich nach der Wuchsbreite der einzelnen Pflanzen – sie variiert je nach Sorte. Beachte also unbedingt die individuellen Ansprüche. Generell kann man sagen, dass der Pflanzabstand bei Kirschlorbeer-Hecken mindestens 40 bis 50 Zentimeter betragen sollte, damit die einzelnen Sträucher noch ausreichend Platz zum Wachsen haben. Wer es nicht eilig hat mit der blickdichten Hecke, darf ruhig auch einen Meter Abstand lassen – so kann der Kirschlorbeer ungehemmt wachsen, bis die Zwischenräume gefüllt sind.

Ausreichende Abstände sind zudem wichtig, um Pflege- und Schnittarbeiten durchführen zu können. So sollte bei niedrigen Hecken etwa ein halber Meter Platz vor und hinter der Hecke bleiben, bei höheren sogar bis zu einem Meter. Ein weiterer Faktor ist der gesetzlich vorgeschriebene Abstand zum Nachbargrundstück. Plane die Wuchsbreite unbedingt mit ein, auch wenn deine frisch gesetzten Kirschlorbeer-Pflanzen noch klein sind. Am besten informierst du dich beim örtlichen Bauamt über die aktuellen und regionalen Bestimmungen – und den Nachbarn kannst du über die geplante Hecke vorab unterrichten, um etwaige Streitigkeiten zu verhindern.

Bei Solitärpflanzen gilt derselbe Grundsatz – sie brauchen auf allen Seiten ausreichend Platz, damit sie sich ausbreiten können und du bequem um sie herum arbeiten kannst.

Achtung: Bei zu eng gesetzten Heckenpflanzen kann es sein, dass sich die Triebe zu stark kreuzen und den Wuchs der Hecke stören. Also lieber etwas mehr Zeit investieren und dafür ausreichend Abstand einräumen.


Kirschlorbeer einpflanzen – Schritt für Schritt

In der folgenden Anleitung erfährst du Schritt für Schritt, wie du Kirschlorbeer einpflanzen kannst und worauf du dabei achten musst. Da es sich bei Kirschlorbeer um einen Tiefwurzler handelt, lässt er sich sogar unter Bäumen einsetzen – ohne Konkurrenz um die Nährstoffe im Boden. Kirschlorbeer als Solitär oder als Hecke zu pflanzen, unterscheidet sich nicht sonderlich – bei ersterer Variante setzt du einfach einzelne Pflanzen statt mehrere in einer Reihe, bei letzterer musst du besonders auf den Pflanzabstand achten.

Tipp: Um Hautreizungen durch die giftigen Pflanzenteile zu vermeiden, solltest du bei Pflanzung und Pflege von Kirschlorbeer stets Handschuhe tragen.

Schritt 1: Pflanze vorbereiten

Kirschlorbeerpflanzen als Ballenware

Zunächst bereitest du die Wurzeln der Pflanze vor.

Containerware: Stelle den Kirschlorbeer mitsamt Topf für etwa 30 Minuten in einen Eimer mit Wasser. Sobald keine Blasen mehr aufsteigen, ist der Wurzelballen ausreichend durchwässert.

Ballenware: Öffne das Balliertuch und gieße den Wurzelballen gut an, bis er vollständig durchnässt ist. Das Balliertuch verbleibt an der Pflanze und wird mit eingesetzt. Es verrottet später im Boden.

Wurzelnackt: Stelle die Pflanze in einen Eimer mit Wasser und lasse die Wurzeln etwa zwei Stunden einweichen.

Schritt 2: Boden vorbereiten

Während die Wurzeln des Kirschlorbeers einweichen, kannst du den Boden vorbereiten. Lockere ihn großzügig auf und entferne bei Bedarf die Grasnarbe. Willst du eine gerade Hecke pflanzen (was den Rückschnitt erleichtert), steckst du anschließend mit einer Richtschnur den Pflanzbereich ab.

Schritt 3: Pflanzloch ausheben

Ob du für eine Kirschlorbeer-Hecke einzelne Pflanzlöcher oder einen ganzen Graben aushebst, kommt auf die Größe der Pflanzen an. Einzelne Aushübe eignen sich für wenige, aber eher große Pflanzen. Ein Graben bietet sich für viele kleine Pflanzen an. Den Aushub lagerst du in einer Schubkarre oder angehäuft in der Nähe der Pflanzstelle. Mische ihn mit reifem Kompost und Hornspänen, um damit später die Pflanzlöcher aufzufüllen.

Ein Pflanzloch (und auch ein Graben) sollte genauso tief und im Umfang (bzw. der Breite) doppelt so groß sein wie der Wurzelballen, damit die Wurzeln ausreichend nährstoffhaltige Erde bekommen. Lockere außerdem den Boden des Lochs oder Grabens etwas auf, um deinem tiefwurzelnden Kirschlorbeer das Anwurzeln zu erleichtern.

Schritt 4: Kirschlorbeer einsetzen

Setze nun jede Pflanze einzeln in das Pflanzloch bzw. den Graben und richte den Kirschlorbeer mittig und gerade aus. Die Pflanztiefe sollte identisch mit der zuvor im Topf oder im Feld sein – bei Ballenware erkennst du das an der Verdunklung am Stamm. Bist du dir unsicher, pflanze den Kirschlorbeer lieber etwas zu hoch als zu tief ein und bedecke den Wurzelballen etwa einen Zentimeter hoch mit Erde.

Fülle anschließend das Loch mit dem mit Kompost und Hornspänen vermischten Aushub auf und überprüfe dabei immer wieder, ob der Kirschlorbeer noch gerade steht. Wenn das der Fall und das Loch gefüllt ist, trittst du den Boden um den Stamm gut fest.

Schritt 5: Kirschlorbeerstrauch wässern

Nach dem Einpflanzen des Kirschlorbeers formst du aus der Erde einen Gießrand, damit das Wasser nicht von der Pflanze wegfließt. Schlämme die Erde im Wurzelbereich nun richtig ein, bis das Wasser nicht mehr versickert. Halte den Boden in den folgenden vier Wochen gut feucht und gieße immer so viel, bis der Boden kein Wasser mehr aufnehmen kann. Auch wenn es regnet, ist das Gießen in der Zeit des Anwachsens sehr wichtig.

Tipp: Das Mulchen des Gartens hält die Feuchtigkeit im Boden und verhindert übermäßiges Verdunsten. Mulche deinen Kirschlorbeer daher mit Rasenschnitt, Rindenmulch oder Holzhäckseln.


Kirschlorbeer pflegen

Beeren hängen an Kirschlorbeer

Die Pflege einer Kirschlorbeer-Hecke oder einer Solitärpflanze ist nicht sehr anspruchsvoll. Auch für die Überwinterung im Garten musst du in der Regel keine besonderen Vorkehrungen treffen, da der Kirschlorbeer als Gartenkultur frosthart ist. Empfindliche Sorten kannst du in kalten Regionen mit einer Vlieshaube schützen. Dank seiner tiefen Wurzeln gelangt der Kirschlorbeer auch in Trockenperioden an Wasser in den tieferen Erdschichten. Lediglich direkt nach der Pflanzung, in sehr heißen Phasen und bei starker Wintersonne solltest du deinen Kirschlorbeer ausreichend wässern, damit sich die Erde wieder vollsaugen kann.

Wann sollte man Kirschlorbeer düngen

Nach der Pflanzung und wenn du die Erde mit Kompost und Hornspänen angereichert hast, ist der Kirschlorbeer erst einmal ausreichend mit allen erforderlichen Nährstoffen versorgt. Später solltest du deine Pflanzen düngen – und zwar zweimal pro Jahr.

Wann du den Kirschlorbeer düngst, hängt unter anderem von der Art des Düngers ab: Im Frühjahr verwendest du organischen Dünger, der den Austrieb unterstützt. Im Herbst nimmst du mineralischen Dünger, um deinen Kirschlorbeer auf den Winter vorzubereiten.

1. Düngung: Ende März

Diese Düngung regt den Neuaustrieb im Frühjahr an. Hierfür eignet sich reifer Kompost in Kombination mit Hornmehl oder Hornspänen, die du vorsichtig in den Boden einarbeitest und anschließend wieder mit Mulch bedeckst.

2. Düngung: Ende August

Das zweite Düngen zum Herbst hin ist besonders in rauen Lagen wichtig, um die Frosthärte des Kirschlorbeers zu fördern. Verwende dafür am besten Patentkali – einen Spezialdünger mit hohem Anteil an Kalium, Magnesium und Schwefel. Arbeite auch diesen vorsichtig in den Boden ein und mulche den Wurzelbereich daraufhin erneut.

Nachhaltigkeits-Tipp: Du kannst für Kirschlorbeer auch Kaffeesatz als Dünger verwenden.

Schneiden und vermehren

Nahaufnahme Schnitt Kirschlorbeer

Wie du die schnittverträgliche Pflanze schneidest und aus dem Schnittgut vermehrst, erfährst du im Ratgeber Kirschlorbeer schneiden.


Krankheiten und Schädlinge am Kirschlorbeer

Die Pflanze ist grundsätzlich sehr robust, doch auch beim Kirschlorbeer treten gelegentlich verschiedene Krankheitsbilder auf:

  • Gelbe Blätter beim Kirschlorbeer deuten lediglich auf Wasser- oder Nährstoffmangel hin und nicht auf eine Krankheit. Beheben kannst du diesen Mangel durch durchdringendes Wässern und Düngen.
  • Bekommt der Kirschlorbeer Löcher, handelt es sich um eine Pilzkrankheit – die sogenannte Schrotschusskrankheit. Die Blätter bekommen dabei gelbe bis braune runde Flecken, die sich zu Löchern entwickeln. Behandelt wird diese Krankheit mit Fungiziden.
  • Gekräuselte Blätter am Kirschlorbeer deuten ebenfalls auf eine Pilzkrankheit hin – den Mehltau.

Auch Schädlinge am Kirschlorbeer sind nicht sehr häufig, doch machen sich an jungen Trieben gelegentlich Blattläuse zu schaffen. Diese kannst du meist einfach abspritzen. Der Dickmaulrüssler nagt ebenfalls gerne am Kirschlorbeer und hinterlässt den sogenannten Buchtenfraß an den Blättern. Die Bekämpfung ist schwierig, doch schaden die Löcher in den Blättern der Pflanze nicht wesentlich. Schlimmer sind die Larven des Käfers, die die Wurzeln des Kirschlorbeers anfressen – bekämpfe sie deshalb schnellstmöglich mit Nematoden.


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