Zitrus richtig pflegen

Der Anblick von prächtigen Zitruspflanzen lässt uns von warmen Stränden träumen, während ihr einmaliger Duft uns den Geschmack von Urlaub auf der Zunge bereitet. Kaum eine andere Pflanzenart assoziieren wir so stark mit dem Süden wie die Zitruspflanzen. Was früher als Besonderheit galt, ist heute zu einer der Trendpflanzen geworden. Durch gärtnerische Kulturverfahren und Züchtungen sind diese vielfältigen Exoten immer häufiger Gäste auf unseren Terrassen, Balkonen und Wohnungen. Mit etwas Geschick und der richtigen Pflege können die Gewächse, die ursprünglich aus dem tropischen Asien stammen, auch im heimischen Garten für Abwechslung sorgen. Die Vertreter dieser Gattung erfreuen uns mit fruchtigen Zitronen, Orangen, Mandarinen oder Limetten. Tipps fürs Pflegen der Zitruspflanzen erhältst du hier.


Standort: Sonnig

Düngezeit: April bis Juli

Gießen: Kräftig gießen, wenn Oberfläche trocken. Staunässe vermeiden.

Beschneiden: Rückschnitt bei Bedarf


Standort und Pflege

Zitrusfrüchte

In unseren Breitengraden sind die Zitruspflanzen nicht ausreichend winterhart, deswegen werden alle Zitrussorten als Kübelpflanzen für den Garten, die Terrasse oder den Balkon angeboten. Allen gleich ist, dass der Standort sonnig, warm und windgeschützt sein sollte. Fensterplätze in Zimmern mit normalen Temperaturen sind ebenfalls geeignet.


Zitruspflanzen gießen und düngen

Gegossen wird an heißen Tagen täglich. Vor allem wenn das Pflanzgefäß von dunkler Farbe und sehr klein ist, ansonsten reicht drei bis viermal in der Woche. Wichtig ist, dass keine Staunässe entsteht, d. h. nach zwei bis drei Stunden solltest du das überschüssige Wasser wegschütten. Die feinen Haarwurzeln der Pflanzen sind besonders empfindlich bei Staunässe. War es früher üblich mit abgestandenem Wasser zu gießen, so weiß man heute, dass aufgrund des Kalziumbedarfs mittelhartes Gießwasser sogar besser geeignet ist. 

Während der Wachstumsphase von April bis Juli solltest du wöchentlich dem Gießwasser unseren Naturtalent Zitrusdünger zusetzen, danach reicht es alle drei bis vier Wochen zu düngen. Unser Zitrusdünger enthält alle wichtigen Nährstoffe und ist durch die Pumpflasche einfach zu dosieren. 


Zitruspflanzen überwintern

Zitrus überwintern

Nach dem ersten Raureif wird es Zeit, die Zitruspflanzen ins Winterquartier zu bringen. Am besten wählst du einen hellen Raum mit gleichmäßigen, kühlen Temperaturen. Dann reicht es aus, die Zitruspflanzen nur alle zwei bis vier Wochen zu gießen. Auf das Düngen kannst du in dieser Zeit dann ganz verzichten. Achtung: Bei optimalen Überwinterungsbedingungen empfiehlt sich dennoch einmal im Monat zu düngen.

Nach den letzten Nachtfrösten kannst du dann deine Zitruspflanzen wieder ins Freie stellen. Aber achte darauf, dass sie ein paar Tage an einem hellen, aber sonnengeschützten Platz gestellt werden. Denn gerade an den ersten Tagen können die Blätter einen Sonnenbrand bekommen.

Meist ist dann auch die optimale Zeit zum Umtopfen. Dafür ein etwas größeres Gefäß nutzen und spezielle Zitruserde verwenden. Auf keinen Fall als Pflanzsubstrat reine Torferde nutzen, diese ist vollkommen ungeeignet für Zitruspflanzen. Ideal ist, wenn etwa ein Drittel des Substrats aus mineralischen Zugaben wie Lavastücken, Kalksteinbruch, Blähtonbruch oder Splitt, Kies und grobem Sand besteht.


Zitrus richtig schneiden

Zitrusfrüchte anpflanzen

Wichtig ist erstmal, in locker wachsende Zitrusarten wie z. B. die echte Zitrone und die buschig wachsenden, meist kleinwüchsigen Arten wie z. B. die Kumquats, zu unterscheiden. Für beide gilt regelmäßig aber wenig schneiden, vor allem im Sommer, wenn einzelne Triebe zu lang werden. Gerade Zitronenbäume können jedoch sehr üppig wachsen, weshalb ein Rückschnitt oft ratsam ist, um die Bäume in Form zu halten. Besonders abgestorbene Pflanzenteile sollten schnellstmöglich abgeschnitten werden. Sind aufwendige Korrekturen nötig, z. B. wenn deine Zitruspflanzen aus der Form gewachsen oder zu dicht geworden sind, ist der Zeitraum Februar bis März optimal für Schneidearbeiten geeeignet. 


Zitrusfrüchte ernten

Bei den Zitruspflanzen handelt es sich um immergrüne Bäume oder große Sträucher. Ihre Blüten sind bei allen Sorten weiß, während ihre Früchte sich bei der Reife gelb, orange oder sogar grün färben. Die Ernte erfolgt bei den gelben Zitronen und den grünen Limetten nach und nach. Achte darauf, dass die Früchte zu diesem Zeitpunkt ihre voll Reife erreicht haben, da sie aufgrund des geringen Stärkegehalts nicht mehr nachreifen. Orangen werden in der Regel komplett und gleichzeitig geerntet.


Häufige Probleme bei Zitruspflanzen

Schädlinge bei Zitruspflanzen

Der Befall mit Schädlingen ist oft ein Zeichen von einem ungeeigneten Standort und nicht optimaler Pflege. Die häufigsten Schädlinge im Sommer sind die klassischen Spinnmilben und im Winterquartier die Woll- und Schildläuse. Vorbeugend in beiden Fällen solltest du für eine optimale Ernährung sorgen und ausreichend bewässern. Da Spinnmilben trockene Luft lieben, kann man zudem vorbeugend handeln, indem man abends die Pflanze gründlich, aber schonend abbraust. Ist der Befall zu stark, muss mit entsprechenden Mitteln gearbeitet werden. Woll- und Schildläuse lassen sich gut, bei geringem Befall mit Schmierseifen-Lösungen und bei starkem Befall mit speziellen Ölen behandeln.  

Der Zitronenbaum verliert vor allem im Winterquartier viele Blätter? Fast immer ist damit verbunden, dass die Blätter vorab gelbliche Verfärbungen (Chlorosen) zeigen. Das ist meist auf ausgelaugte Erde zurückzuführen. Unter anderem wird dann der Kalzium- und Stickstoffgehalt zu niedrig sein. In diesem Fall solltest du die Zitruspflanze auch im Winter düngen und im Frühjahr zeitig umtopfen.

Ein weiterer Grund kann sein, dass zu große Schwankungen beim Bewässern entstehen. Mal zu nass, mal zu trocken – das mögen Zitronen (auch im Sommer) überhaupt nicht. Jetzt, im Winterquartier noch mehr darauf achten, dass keine Staunässe entsteht, d. h. nach zwei bis drei Stunden solltest du das überschüssige Wasser wegschütten. Eine gleichmäßige Feuchte ist ein Garant für eine stabile Pflanze, die dann im Winterquartier sogar weiterwächst, Blüten ansetzt und herrlich duftet.  


Profitipp

Grün ist nicht gleich unreif! Einige der Früchte brauchen kühle Nächte, um die gewohnte Färbung zu erlangen. Bei zu warmem Wetter können grüne Flecken auf der Schale auftauchen. Besonders fruchttragende Zweige sollten gestützt werden, bevor die Zweige abbrechen. Vor dem Einräumen ins Winterquartier müssen außerdem die Früchte komplett geerntet werden, da es sonst zum kompletten Blattabwurf kommen kann.