Kletterpflanzen

Kletterpflanzen geben deinem Garten, dem Balkon oder der Terrasse eine ganz neue Dimension, indem sie sich an ihren Kletterhilfen immer weiter emporhangeln und dem Garten auf diese Weise Struktur verleihen. Sie dienen nicht nur ästhetischen Zwecken, sondern sind auch optimal als blühender Sicht- und Sonnenschutz für den Lieblingsplatz im Freien, oder aber als Begrünung von kahlen Fassaden, Gittern und Zäunen geeignet, ohne dabei zu viel Platz zu beanspruchen. Die meisten Kletterpflanzen gedeihen nicht nur im Blumenbeet, sie lassen sich auch oft als Kübelpflanzen kultivieren, so dass du auch den kleinstem Raum optimal begrünen können. Immergrüne Kletterer bieten ganzjährig einen hübschen Anblick, während die meisten sommerblühenden und sommergrünen Kletterpflanzen im Herbst ihr buntes Laub abwerfen.


Kletterpflanze ist nicht gleich Kletterpflanze

verschiedene Kletterpflanzen

Kletterpflanzen können krautige oder verholzende, einjährige oder mehrjährige Pflanzen sein, die sich nach ihrer Klettertechnik in Selbstklimmer und Gerüstkletterer einteilen lassen.

Kletterpflanzen, deren Stamm und Äste verholzen, werden Lianen genannt. Die meisten Selbstklimmer wie beispielsweise Efeu (Hedera helix) sind sogenannte Haftwurzler, die sich ganz ohne Rankhilfe an Mauern, Hauswänden oder Fassaden festheften. Berühren ihre Haftwurzeln und Haftscheiben den Untergrund, sondern sie eine klebrige Substanz ab, mit der sie an der zu berankenden Fläche haften bleiben.

Gerüstkletterer hingegen, wie zum Beispiel die Waldreben (Clematis), benötigen für ein gesundes Wachstum eine Hilfestellung durch haltgebende Spaliere, Rankgitter, Schnüre oder Stäbe. Rankpflanzen wie Erbsen (Pisum Sativum) halten sich mit ihren speziellen Rankorganen an vorzugsweise schmalen Kletterhilfen fest. Draht, Schnüre oder Stäbe können gut von den Ranken umgriffen werden und eignen sich daher für Rankpflanzen am besten.

Spreizklimmer, die meist zu den Gehölzen zählen, können sich im Gegensatz zu den Schling- und Rankpflanzen mit ihren starren Trieben nicht um eine Kletterhilfe winden, sondern finden Halt, indem sie sich insbesondere an waagerechten Rankhilfen verankern können.


Einjährige Kletterpflanzen

Einjährige Kletterpflanzen

Wer sich einen besonders schnellwachsenden Sichtschutz wünscht, nach einer Übergangslösung für einen neu angelegten Garten sucht oder sich nach ein wenig Abwechslung im Beet oder auf Balkon und Terrasse sehnt, findet in einjährigen Kletterpflanzen attraktive Blütenträume für eine Saison.

Einjährige sind wahre Wachstumskünstler, die sich innerhalb kürzester Zeit vom Samenkorn zur üppig rankenden und hübschen Dauerblühern entwickeln. Damit sie sich prächtig entwickeln können, solltest du ihnen dennoch so viel Zeit wie möglich geben und mit der Aussaat und Vorkultur auf der Fensterbank schon im Vorfrühling, also in der Zeit von Mitte Februar bis Ende März, beginnen.

Bevor du mit der Aussaat loslegen, solltest du das Saatgut über Nacht in lauwarmem Wasser einweichen, um sie so schneller zur Keimung zu bringen. Haben sich erste kräftige Triebe gebildet, ist es bei einigen Kletterpflanzen sinnvoll, den Haupttrieb auf zwei bis drei Blattpaare zu kürzen und die Pflanzgefäße rechtzeitig mit einer Kletterhilfe auszustatten. Auf diese Weise kann man die Pflanze anregen, einen dichteren Wuchs zu entwickeln.

Wer den optimalen Zeitpunkt für die Aussaat verpasst hat, kann im Frühling professionell vorgezogene Pflanzen kaufen.


Mehrjährige Kletterpflanzen

mehrjährige Kletterpflanzen

Im Gegensatz zu einjährig kultivierten Kletterpflanzen können ausdauernde Kletterpflanzen überwintert werden und deinen Garten über mehrere Jahre bereichern. Hierzu zählen sowohl viele blühende und sommergrüne Kletterer, die ihr Laub in der kalten Jahreszeit abwerfen, als auch Immergrüne, die den Garten, die Terrasse oder den Balkon ganzjährig in ihrem Blätterkleid dekorieren.

Zu den wohl beliebtesten mehrjährigen Kletterpflanzen zählen sicher die Waldreben (Clematis). Ihr rascher Wuchs und die unzähligen filigranen Blüten machen sie zu einer Augenweide im Beet oder Kübel. Besonders üppig entwickelt sich der schnell- und starkwachsende Blauregen (Wisteria). Er ist zwar sehr pflegeintensiv, verleiht dem Garten mit seinen prächtigen Blütentrauben aber ein romantisches Flair. Er eignet sich insbesondere zur Begrünung von Pergolen und Stellwänden, die eine Sitzecke einfassen.

Pflegeleichter, aber dennoch nicht weniger imposant blühend, sind das zart duftende Geißblatt (Lonicera), die filigrane Pfeifenwinde (Aristolochia) und der gelbe Winterjsamin (Jasminum nudiflorum), der besonders hübsch zwischen den winterkahlen Ästen vieler Hecken und Sträucher zur Geltung kommt.


Immer- und sommergrüne Kletterpflanzen

Kletterpflanzen grün

Einige Kletterer punkten nicht mit unzähligen bunten Blüten, sondern trumpfen mit einem besonders ansehnlichen Blätterkleid auf.

Immergrüne Kletterpflanzen, allen voran der langlebige Efeu (Hedera helix), erstrahlen ganzjährig in sattem Grün und eignen sich daher insbesondere für die Flächenbegrünung von Fassaden.

Begrünte Fassaden und Hauswände geben zahlreichen Tieren einen Lebensraum und wirken sich meist positiv auf das Klima im Haus aus, sowohl im Winter als auch im Sommer.

Im Winter weniger ansehnlich, dafür aber im Herbst umso imposanter, sind verschiedene Weinrebengewächse wie die selbstkletternde Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia), sowie die Echte Weinrebe (Vitis vinifera). Ihre hübschen, sommergrünen Blätter verwandeln sich im Herbst in ein Spektrum aus leuchtendem Rot und Gelb und bieten einen spektakulären Anblick.

Gerade für die Flächenbegrünung von Fassaden und Hauswänden lohnt sich eine sogenannte Mischbegrünung – das Anpflanzen verschiedener Kletterpflanzen also, die gemeinsam an der jeweiligen Wand emporranken sollen. So können verschiedene Farben harmonisch miteinander kombiniert werden, sowie die Blattdichte immer- bzw. sommergrüner Pflanzen mit dem Blütenreichtum einjähriger bzw. mehrjähriger Klettergewächse vereint werden.

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