Orchideen (Orchidaceae)

Die außergewöhnliche Farben- und Sortenvielfalt dieser exotischen Schönheit fasziniert jeden Pflanzenliebhaber. Einst Rarität und meist unerschwinglich teuer, ist die Orchidee heute dank der züchterischen Arbeit und der reichlichen Vermehrung in fast jedem Haushalt zu Gast. Trotz ihrer weiten Verbreitung hat sie jedoch nichts von ihrem besonderen Charme verloren. Die meisten Orchideen stammen aus den warmen Tropen, aber auch in unseren Gefilden finden sich anmutige Erdorchideen.


Düngezeit: Frühjahr bis Herbst

Standort: Sonne bis Halbschatten

Gießen: Mäßig gießen

Blütezeit: Teilweise ganzjährig



Orchideen pflegen: Tipps rund um die Exotin

Weiße Orchidee

Sie erstrahlt in nahezu allen Farben und verzaubert mit ihrer aufwendigen Blüte und dem auffälligen Wuchs: die Orchidee. Lange galt sie als anspruchsvolle Exotin, die sich nur in den Händen echter Pflanzenprofis wohlfühlt. So ganz stimmt das jedoch nicht: Orchideen richtig zu pflegen ist zwar etwas anspruchsvoller als die Pflege vieler anderer Zimmerpflanzen, mit unseren Pflegetipps erfreust du dich aber auch ohne ausgewiesene Pflanzenexpertise an den exotischen Blumen.


Orchideen pflegen am richtigen Standort

Orchidee am Fenster

In der Natur wachsen Orchideen meist in den Baumkronen asiatischer und südamerikanischer Wälder. Mit ihren Wurzeln halten sie sich an Ästen fest und nehmen darüber auch Feuchtigkeit aus der Luft auf. Die Blätter der Bäume spenden ihnen Schatten.

Bedenkst du die Herkunft, kannst du dir leicht vorstellen, wo sich die exotische Pflanze in deinen vier Wänden wohlfühlt: Wenn du deine Orchideen von Anfang an richtig pflegen möchtest, wähle einen hellen Standort mit möglichst wenig direkter Sonneneinstrahlung. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit kann auch das Badezimmer ein guter Standort sein. Trockene Heizungsluft solltest du ebenso vermeiden wie einen zugigen Standort – Zugluft führt dazu, dass Orchideen ihre Blüten abwerfen.


Orchideen-Pflege: Tipps zum Substrat und Pflanzgefäß

Orchidee im Topf

Mindestens genauso wichtig wie der Standort ist beim Orchideen-Pflegen das Substrat und das Pflanzgefäß. In der Natur wachsen die meisten Arten nicht am Boden, sondern auf Ästen – dementsprechend solltest du für deine Zimmerpflanze spezielle Orchideenerde verwenden. Diese ist besonders locker, sodass die Wurzeln der Orchidee gut durchlüftet werden.

Zum Einpflanzen gibt es spezielle Orchideen-Töpfe. Tontöpfe haben eine poröse Oberfläche, die den Pflanzen dabei hilft, ihren Wasserhaushalt zu regulieren. Andere Orchideen gedeihen besser in transparenten Kunststoffgefäßen. Der freie Blick auf die Wurzeln vereinfacht das Pflegen von Orchideen und überschüssiges Wasser perlt vom Kunststoff einfach ab. Bei einigen Arten ist es sehr wichtig, dass keine Feuchtigkeit an den Wurzeln zurückbleibt. Übertöpfe für Orchideen sind meist deutlich höher als herkömmliche Blumentöpfe. Im Inneren ist eine Stufe eingelassen, sodass die Pflanze erhöht steht und nach unten noch ausreichend Platz zum Auffangen von überschüssigem Wasser ist.


Orchideen pflegen und gießen

Orchidee gießen

Die Wasserversorgung ist ein zentrales Thema bei der Orchideen-Pflege. Da weder viel Erdreich vorhanden ist, in dem Wasser gespeichert werden kann, noch die Natur vorgesehen hat, dass Orchideen auf diesem Wege mit Wasser versorgt werden, ist klassisches Gießen selten nötig. Ganz im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, die Orchidee zu übergießen und Staunässe zu verursachen.

Besser ist es, die Orchideen möglichst „naturnah“ mit Wasser zu versorgen. Das kann durch regelmäßiges Besprühen der Blätter und Wurzeln mit Wasser geschehen. Für eine nachhaltige Wasserversorgung gönnst du der Orchidee einmal pro Woche ein Tauchbad. Dafür stellst du die Pflanze beziehungsweise die Wurzeln für etwa zehn Minuten ins Wasser, nimmst sie dann wieder raus und lässt sie trocknen. Grundsätzlich gilt: Lieber sparsam gießen oder wässern, dafür aber regelmäßig.

Tipp: Das Wasser sollte nicht zu kalt und nicht zu kalkhaltig sein. Regenwasser ist ideal, du kannst aber auch (gefiltertes) Leitungswasser verwenden.


Orchideen pflegen: Schneiden nach der Blüte

Orchidee schneiden

Das Beschneiden steht bei der Orchideen-Pflege erst an, wenn sie verblüht ist. Sobald keine Blüten mehr oder nur noch kümmerliche Blütenreste da sind, kannst du einzelne Stiele abschneiden. Schneide den Trieb oberhalb des dritten kleinen Hüllblatts ab, zu erkennen an der Verdickung am Stiel. So hat die Orchidee bei guter Pflege die Chance, noch einmal auszutreiben. Sind einzelne Stiele komplett abgestorben, Blätter oder andere Pflanzenteile braun und offensichtlich tot, kannst du diese ebenfalls abschneiden.

Wenn du bei der Orchideen-Pflege Luftwurzeln abschneiden möchtest, stelle zuerst sicher, dass diese auch wirklich abgestorben sind. Sprühe dafür etwas Wasser auf die Wurzeln und warte ab, ob sie sich grün verfärben – tun sie das nicht, sondern bleiben sie braun, sind sie abgestorben und können entfernt werden. Noch lebende Luftwurzeln solltest du nur zurückschneiden, wenn die Orchidee zu sehr wuchert.


Orchideen düngen

Für Dünger gilt das Gleiche wie für Wasser: Beim richtigen Pflegen von Orchideen verwendest du ihn eher sparsam. Es reicht völlig aus, alle vier Wochen einen speziellen Orchideendünger zu verwenden – diesen gibt es als Stäbchen- und als Flüssigdünger. Die Mittel sind meist sehr niedrig dosiert, da Orchideen auch in der Natur mit wenig Nährstoffen auskommen. Achte beim Düngen darauf, dass die Blüten und Blätter nicht mit dem Mittel in Berührung kommen, da es Krankheiten begünstigen kann.


Orchideen richtig pflegen und umtopfen

Orchidee umpflanzen

Auch das regelmäßige Umtopfen gehört zum Pflegen von Orchideen. Nach der Blüte im Frühjahr ist der beste Zeitpunkt. Meist ist es nur etwa alle zwei Jahre notwendig, den Pflanzen einen neuen Topf zu spendieren. Dieser sollte allerdings nur wenig größer sein als der Vorgänger, damit die Orchidee ihren Halt behält. Das Umtopfen ist außerdem die ideale Gelegenheit, neues Substrat einzufüllen.

Wichtig: Einige Orchideen-Arten reagieren auf anschließendes Bewässern extrem empfindlich. Besprühe sie und das Substrat in der ersten Zeit nach dem Umtopfen darum nur sparsam mit etwas Wasser. Das erste richtige Tauchbad kannst du deiner Orchidee dann wieder nach zwei bis drei Wochen gönnen.


Wissenswertes bei der Orchideen-Pflege: Krankheiten und Schädlinge

Trotz sorgfältiger Orchideen-Pflege treten manchmal Krankheiten auf. Mitunter liegt das an einer überfürsorglichen – und damit falschen – Pflege oder an einem Befall mit Schädlingen. Damit du weißt, was dann zu tun ist, kommt hier eine kurze Übersicht über die häufigsten Orchideen-Krankheiten:

  • Pilzinfektion: Sie zeigt sich in braunen Flecken auf den Blättern, die sich immer weiter ausbreiten. Im besten Fall bemerkst du die Infektion rechtzeitig und schneidest die betroffenen Pflanzenteile ab. Sorge außerdem für eine gute Luftzirkulation (aber keine Zugluft) und verzichte für eine Weile auf das Besprühen der Blätter mit Wasser.
  • Sonnenbrand: Hinter braunen Flecken kann sich auch ein Sonnenbrand verbergen. Suche dann für die Orchidee einen schattigeren Standort oder bringe einen Sonnenschutz an.
  • Wurzelfäule: Die am weitesten verbreitete Orchideen-Krankheit ist Fäulnis an den Wurzeln, die bis zu den Blättern hinaufklettern kann. Sofern du sie rechtzeitig entdeckst, reicht es, das Gießen zu reduzieren und die Pflanze umzutopfen. Sind die Schäden zu groß, bleibt dir nur, die Orchidee zu entsorgen.
  • Gelbe Blätter: Bei einigen Orchideen-Arten sind vereinzelte gelbe Blätter im Winter nichts Ungewöhnliches. Verfärben sich gleich mehrere gleichzeitig oder faulen sie ab, kann das an zu wenig Platz im Pflanzgefäß liegen oder auf Lichtmangel hinweisen.
  • Blüten fallen ab: Steht die Orchidee am falschen Standort oder ist sie ständig ungünstigen Bedingungen ausgesetzt – zum Beispiel Temperaturwechsel, Zugluft oder zu viel beziehungsweise zu wenig Sonne, wirft die Pflanze ihre Blüten ab.

Nicht immer leiden Orchideen unter falscher Pflege: Manchmal schleichen sich auch Schädlinge ein – allen voran Läuse. Auch dafür haben wir Orchideen-Pflege-Tipps: Wollläuse legen pelzige Nester an, die du am besten vorsichtig mit einem mit Wasser oder Alkohol getränkten Wattestäbchen entfernst. Schildläuse bekämpfst du mit Teebaumöl und Blattläuse kannst du mit einer Seifenlauge abwischen.


Sortiment

Orchideen gehören mit ihren über 25.000 Arten zur größten botanischen Pflanzenfamilie der Erde. Die bekanntesten Arten sind die Schmetterlingsorchidee und die Dendrobie. Besonders ausdrucksstark leuchtende Blüten findet man bei der Stiefmütterchenorchidee, der Feenorchidee und der Cattleya. Die Vanda ist eine komplett erdlose Orchidee, deren ausgeprägte Blütenrispen mit einem einzigartigen Farbenspiel bestechen.