Tillandsien

Wurzellos glücklich

Tillandsien brauchen zum Überleben nicht viel: Luft, ausreichend Licht und eine große Portion Gartenliebe stellen die genügsamen Exoten bereits zufrieden. Sie besitzen meist keine Wurzeln und müssen nicht in Erde eingepflanzt werden. Stattdessen haben sie ausgeklügelte Mechanismen entwickelt, Wasser und Nährstoffe über feine Hautschuppen aus der Luft aufzunehmen.

In freier Natur leben die sogenannten Luftpflanzen epiphytisch auf Bäumen und Kakteen sowie lithophytisch auf Steinen oder Dächern. Ihre Eigenschaften als Aufsitzerpflanzen kann man sich zunutze machen, um individuelle Dekostücke herzustellen. Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt, wichtig ist dabei lediglich, dass die Pflanzen an einem sonnig-hellen Platz in der Nähe eines Fensters untergebracht werden.


Standort: Sonnig/Halbschattig

Düngezeit: März - April sehr sparsam dosiert düngen

Gießen: Regelmäßig einsprühen

Immergrün: Immergrün


Mit Luftpflanzen Deko-Highlights setzen

Sortiment

Die Tillandsie ist mit über 550 Arten die artenreichste Pflanzengattung in der Familie der Bromeliengewächse. Es kann zwischen weißen, grauen und grünen Tillandsien unterschieden werden.

Die Dichte der feuchtigkeitseinfangenden Trichome (Hautschuppen) auf der Pflanze ist ausschlaggebend für ihre Farbe.

Weiße Tillandsien besitzen besonders viele Hautschuppen, die sich mit Wasser und Luft vollsaugen, graue Tillandsien bereits weniger und grüne Tillandsien haben wenige oder gar keine Trichome.

Standort

Obwohl die Bromeliengewächse ursprünglich aus neotropischen Zonen Mittel- und Südamerikas stammen, können Tillandsien problemlos in unseren Breiten als Zimmerpflanzen kultiviert werden.

Die Exoten benötigen einen warmen und sehr hellen Platz am Fenster, jedoch vertragen nicht alle Sorten ganztägig pralle Sonne.

Hohe Temperaturen im Sommer sind kein Problem für die Pflanzen, im Winter sollte das Thermometer am Standort allerdings nicht unter 15°C fallen.

Besonderheiten

Besonders gut kommen die kuriosen Überlebenskünstler schwebend zur Geltung.

Beispielsweise mit einem kunstvoll geknüpften Faden wie ein Windspiel ins Fenster gehängt.

Glasvasen oder Weckgläser, die mit Sand, Kieseln oder Muscheln aufgefüllt werden, bilden eine harmonische Grundlage, in die die Luftpflanzen einfach hineingesteckt werden.

Nützliches Zubehör wie Schere, Kleber, Draht, Nadel und Faden solltest du für die Bastelaktion griffbereit haben.

Pflegetipps

Da Tillandsien nicht in Erde wachsen, ist das Gießen im eigentlichen Sinne nicht möglich.

Obwohl sie Wasser und Nährstoffe aus der Luft aufnehmen, müssen die Pflanzen trotzdem regelmäßig mit zusätzlicher Feuchtigkeit versorgt werden – am besten aus der Sprühflasche. Verwende dazu am besten Regenwasser oder abgekochtes Leitungswasser.

Übrigens: Der häufigste Pflegefehler im Umgang mit Tillandsien sind übermäßige Wassergaben.

Profitipps

Im Sommer ist der Wasserbedarf der Pflanzen etwas höher, so dass auch ein kurzes Tauchbad eine willkommene Erfrischung liefert.

In kalten Jahreszeiten sollte auf diese Maßnahme jedoch unbedingt verzichtet werden. Zusätzliche Düngergaben sind nicht zwingend erforderlich.

Wer beim Pflanzenwachstum allerdings nachhelfen möchte, kann im Abstand von etwa vier bis sechs Wochen mit einem stark verdünnten, stickstoffarmen Dünger nachhelfen.

An alles gedacht?