Rosen schneiden leicht gemacht

Beet-, Strauch- oder Kletterrosen – alle Arten sollten regelmäßig zurückgeschnitten werden. Der Rosenschnitt fördert die Gesundheit der Pflanzen und unterstützt die Wuchsform. Zudem blühen die Rosen dann umso stärker. Möchtest du deine Rosen schneiden, solltest du ein paar Dinge beachten. Worauf es beim Zurückschneiden der Rosen ankommt, erfährst du hier.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Je nach Anzahl der Rosen

Werkzeug: Rosenschere


Rosen schneiden im Frühjahr

Nach dem Winter siehst du, welche Triebe die Kälte überlebt haben. Deshalb ist das Frühjahr der beste Zeitpunkt, um die Rosen zu schneiden. Wann genau es so weit ist, kann je nach Region und Wetterlage variieren. Am besten orientierst du dich am Rhythmus der Natur: Wenn die Forsythien blühen, ist es Zeit, die Rosen zu schneiden. Das ist meist Ende März bis Anfang April. Gehe dabei folgendermaßen vor:


Schritt 1: Entferne kranke und abgestorbene Triebe

Bevor du beginnst, die Rosen zu schneiden, solltest du kranke, abgestorbene und nach innen wachsende Triebe entfernen. Auch Triebe mit Frostschaden solltest du abschneiden. Du erkennst sie an dem braunen Mark im Inneren. Die Triebe fühlen sich außerdem weich an. Schneide sie bis auf das weiße Mark zurück. Komplett eingetrocknete Triebe kürzt du bis ins gesunde Holz ein.


Schritt 2: Schneide die Rosentriebe ab

Setze den Schnitt etwa einen halben Zentimeter über dem Auge an – so bezeichnet man die Knospen der Rose – , denn nur hier kann die Rose Seitentriebe bilden. Da der Trieb in genau die Richtung wächst, in die das Auge zeigt, beeinflusst du mit deinen Schnitten die Form der Rose. Die Triebe sollen natürlich nach außen wachsen, damit sie sich nicht ungünstig überkreuzen. Deshalb wird grundsätzlich auf ein nach außen zeigendes Auge geschnitten. Setze die Rosenschere schräg an, damit Regentropfen an der Schnittfläche ablaufen können – sonst beginnt sie möglicherweise zu faulen.

Möchtest du Rosen zurückschneiden, solltest du übrigens immer eine scharfe Rosenschere benutzen. Stumpfe Scheren können die Triebe verletzen und einen Befall mit Schädlingen begünstigen. Wie du die richtige Schere für verschiedene Projekte findest, erklären wir dir in unserem Ratgeber zur Gartenschere.


Schritt 3: Entferne Wildtriebe

Als Wildtriebe bezeichnet man Triebe, die unterhalb der Veredelungsstelle austreiben. Du erkennst sie an der hellgrünen Farbe, den vielen Stacheln und daran, dass sie direkt aus der Erde sprießen. Da die Wildtriebe der Rose die Nahrung nehmen und so Konkurrenz machen, müssen sie entfernt werden. Lege die Wildtriebe frei und schneide sie so dicht wie möglich am Ansatz ab.


Allgemeine Regeln beim Schneiden von Rosen

Je stärker du eine Rose zurückschneidest, desto kräftiger ist der Neuaustrieb. Deshalb gilt grundsätzlich: Stark wachsende Rosen werden weniger stark zurückgeschnitten, eher schwach wachsende werden stark zurückgeschnitten. Bei einem starken Rückschnitt bilden sich weniger Triebe, die länger und stärker sind. Bei einem leichten Rückschnitt wachsen mehr Triebe. Sie sind aber dünner und kürzer, die Rose wird buschiger. So kannst du die Wuchsform der Rosen durch das Schneiden beeinflussen.


Unterschiedliche Sorten von Rosen zurückschneiden

Möchtest du durch den Schnitt die Blütenbildung anregen, ist es wichtig, die Klasse und Wuchsform der Rosen zu kennen. Sie geben die Richtlinien für den perfekten Schnitt vor:

  • Beetrose: Sie soll viele Triebe ausbilden, die wiederum zahlreiche Blüten tragen. Gleichzeitig dürfen die Triebe nicht zu lang werden, damit die Beetrose nicht ihre buschige Optik verliert. Kürze die schwach wachsenden Pflanzen bis auf drei gesunde Triebe mit je drei Augen zurück. Bei stark wachsenden Beetrosen schneidest du bis auf fünf gesunde Triebe mit je fünf Augen zurück. Kürze jedes Jahr einen mehrjährigen Trieb bis zum Ansatz, um das Neuwachstum anzuregen.
  • Edelrosen: Die Edelrose soll möglichst lange, gerade Triebe bilden. Eine starke Verzweigung ist nicht erwünscht. Um das zu erreichen, schneidest du stärkere Triebe auf fünf Augen zurück, schwächere auf drei Augen. Möchtest du schwach wachsende Rosen zurückschneiden, lässt du drei bis vier gesunde Triebe stehen; bei einer stark wachsenden Sorte fünf bis sechs Rosentriebe. Um das Neuwachstum anzuregen, kannst du wie bei Beetrosen vorgehen.
  • Öfterblühende Strauchrosen: Sie werden bis zu drei Meter (m) hoch und bilden zunächst ein starkes Gerüst aus Trieben, an dem dann die Jahrestriebe mit den Blüten wachsen. Kürze die vom Haupttrieb ausgehenden Triebe des Vorjahres um ein Drittel ihrer Höhe und die davon ausgehenden Rosentriebe auf drei bis fünf Augen zurück.
  • Einmalblühende Strauchrosen: Da sie nicht an den neuen, sondern an den mehrjährigen Trieben blühen, musst du die Rosen im Frühjahr nicht stark schneiden. Entferne nur abgestorbene Triebe. Ist die Rose älter als fünf Jahre, solltest du jedoch im Frühjahr den dicksten Trieb herauszuschneiden.
  • Öfterblühende Kletterrosen: Schneide zunächst alle Rosentriebe zurück, die in eine „falsche Richtung“ wachsen. Kürze anschließend mit dem sogenannten Zapfenschnitt die jüngeren Triebe entlang der Haupttriebe bis auf drei bis fünf Augen zurück. Hat die Kletterrose im vergangenen Jahr aus der Basis einen sehr starken Trieb entwickelt, kannst du zur Verjüngung der Pflanze einen älteren Trieb vom Ansatz an zurückschneiden.
  • Einmalblühende Kletterrose: Entferne zunächst alle schwachen Triebe und kürze im Anschluss die Triebe auf drei Augen zurück, die bereits im vergangenen Sommer Blüten getragen haben. Gehen von dem Haupttrieb viele starke Triebe aus, kannst du an dem dritten Jahr jeweils einen dieser Triebe der Rose zurückschneiden.

Rosen schneiden im Sommer

Um die Blütenpracht öfterblühender Rosen zu erhalten, empfiehlt es sich, auch über die Gartensaison hinweg zur Rosenschere zu greifen. Im Sommer solltest du die verblühten Rosenblüten schneiden, um den Fruchtansatz zu verhindern. So legst du die beste Grundlage für einen zweiten Blütenflor.

Tipp: Entfernst du nur die verblühten Rosenblüten, entsteht in der Regel eine bis zu sechswöchige Blühpause, da alle Knospen auf einmal blühen. Möchtest du die Pause verkürzen, kannst du rund drei Wochen vor der ersten Blüte der Rose etwa jeden vierten knospentragenden Trieb beschneiden. Kürze den Rosentrieb drei bis vier Blätter unterhalb der Knospe. Die zurückgeschnittenen Triebe beginnen während der ersten Blüte der Pflanze wieder zu wachsen und bilden wenige Wochen danach eigene Blüten aus.


Rosen schneiden im Herbst

Lange Zeit war es auch im Herbst üblich, Rosen zu schneiden, da die empfindlichen Jahrestriebe bei den meisten Rosen zum Herbst hin ihr Wachstum nicht komplett abschließen. Die Spitzen der Triebe bleiben unverholzt. Da sie sehr frostempfindlich sind, erfrieren sie schon bei geringen Minusgraden bis zu den verholzten Abschnitten hin. Man nahm an, dass die Frostschäden einen negativen Einfluss auf die Vitalität der Rosen haben. Der Rosenschnitt im Herbst war also mehr eine Vorsichtsmaßnahme, auf die heute oft verzichtet wird. Denn die Rosentriebe können unter Umständen sogar den Haupttrieb vor dem Einfluss kalter Ostwinde und winterlicher Sonneneinstrahlung schützen.

Es gibt aber Ausnahmen. Manchmal ist es auch im Herbst sinnvoll, Rosen zu schneiden. Hast du ein reines, sehr dicht bepflanztes Rosenbeet? Dann kennst du sicher die Problematik des Winterschutzes. Da die Triebe der Rosen oft ein dichtes Gestrüpp bilden, ist der Schutz der Strauchbasis kaum möglich. Kürze einfach kreuz und quer wachsende Triebe etwas ein und häufel die Basis der Rosen etwa 15 bis 20 Zentimeter (cm) hoch mit einem Gemisch aus Mutterboden und Kompost an.