Wenn man über Lobelien spricht, hat man direkt kleine blaue Blüten im Kopf – das Männertreu. Genau genommen ist dieses jedoch nur eine Art der Lobelien-Gattung, die noch viel umfangreicher ist. In diesem Ratgeber von toom Baumarkt erfährst du alles über die Gattung der Lobelien und wie du sie pflanzen und pflegen kannst.


Über die Lobelie

Nahaufnahme von Lobelien im Regen

Die Lobelie zählt zur Familie der Glockenblumengewächse – über 400 Arten gehören zu ihr. Daher ist es manchmal verwirrend, wenn Männertreu als Lobelie bezeichnet wird, da es eigentlich nur eine der vielen Arten ist. In diesem Ratgeber behandeln wir daher die Lobelien im Allgemeinen und widmen einen Abschnitt ganz dem Männertreu.

Von Natur aus sind Lobelien mehrjährige Stauden oder Halbsträucher, wohingegen sie bei uns meist als einjährige Sommerblume gezogen wird. Ihre kleinen Blüten wachsen sehr dicht und sind spiegelgleich – in der Fachsprache nennt man dies zygomorph. Die Farbvielfalt von Lobelienblüten reicht von Blau- und Violetttönen über Rosa- und Rottöne bis hin zu Weißtönen.

Name und Herkunft der Lobelie

Der botanische Name der Lobelie ist „Lobelia”. Sie wurde nach dem flandrischen Botaniker Matthias de l'Obel benannt. Verbreitet ist die Lobelie weltweit – die meisten Arten hauptsächlich in tropischen und subtropischen Gebieten in Afrika und Mexiko.

Blütezeit der Lobelien

Die Blütezeit der Lobelien reicht vom Mai bis in den September und erreicht im Juli ihren Höhepunkt. Nach dieser Hauptblüte und einem Rückschnitt kannst du dich aber auf eine reiche Folgeblüte freuen, sodass die Blütenpracht bis in den Herbst andauern kann.

Sind Lobelien bienenfreundlich?

Wenn Lobelien eines sind, dann bienenfreundlich. Die vielen kleinen Blüten sind ein wahres Paradies für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten. Wenn du also dem Bienen- und Insektensterben entgegenwirken möchtest, sind Lobelien aller Art eine sehr gute Wahl.

Tipp: Lege eine Bienenweide an und baue dein eigenes Insektenhotel, um noch mehr gegen das Artensterben zu tun.

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Männertreu – eine Art der Lobelien

Nahaufnahme violetter Lobelien

Lobelien werden fälschlicherweise oft mit dem Männertreu gleichgesetzt – dabei ist das Männertreu nur eine Unterart der Lobelia. Genau genommen ist Männertreu die „blaue Lobelie”, da ihre Blütenpracht in Blau und Violett erstrahlt. Allerdings sind auch weiße Blüten möglich und mehrfarbige Pflanzen ebenso. Männertreu stammt ursprünglich aus Südafrika, wo die Pflanze als kurzlebige Staude wächst. Hierzulande wird sie als einjährige Sommerblume gezogen.

Merke: Wenn von Lobelien gesprochen wird, ist oft Männertreu gemeint – allerdings ist die Gattung der Lobelien noch viel umfangreicher.


Der beste Standort für Lobelien

Blaue Lobelien in Topf

Lobelien lieben warme und sonnige Standorte, kommen aber auch mit Halbschatten zurecht. Hast du die Wahl zwischen vollsonnig und halbschattig, entscheide dich jedoch besser für mehr Sonne – du wirst dann viel mehr Blüten bekommen. Als Boden genügt den Lobelien herkömmliche Blumenerde, in die du auch Nachbarn pflanzen kannst: zum Beispiel Gänseblümchen oder Geranien.

In freier Wildbahn haben Lobelien unterschiedliche Standorte – sie wachsen in Feuchtgebieten (Sümpfe und Wiesen), an Berghängen, aber auch in Wüstenregionen. Die Naturstandorte variieren je nach Lobelien-Art und Gewohnheit der Stauden.

Lobelien im Garten

In Blumenbeeten und Rabatten aller Art fühlen sich Lobelien wohl und du kannst dich an ihrer Blütenpracht erfreuen. Besonders am Rand von Bepflanzungen kommen die dichten Blüten gut zur Geltung und bilden einen schönen Beetabschluss. Aufrechte Sorten wachsen bis zu 30 Zentimeter hoch, hängende Sorten wachsen sogar bis zu einem Meter.

Tipp: Lobelien eignen sich auch gut als Grabbepflanzung.

Lobelien im Topf

Du kannst deine Lobelien auch problemlos in einem Pflanzgefäß für Balkon oder Terrasse halten. Für hängende Sorten bieten sich Blumenkästen oder Hängeampeln an, aufrechte Sorten wirken am besten in einem Blumentopf. Achte nur darauf, dass sich keine Staunässe bildet. Erstelle dazu am besten eine Drainageschicht aus Tonscherben, Steinen oder Rindenmulch unten im Topf.


Lobelien pflanzen

Lobelien und Utensilien zum Pflanzen

Lobelien bekommst du im Frühjahr und zu Beginn des Sommers zum Beispiel in Baumärkten wie toom Baumarkt. Gepflanzt werden die Lobelien in kleinen Stauden in Blumenerde – nicht zu dicht, damit sie sich noch etwas ausbreiten können.

Wenn du die Lobelien selbst ziehen möchtest, kannst du bereits ab März die Lobelien-Samen aussäen. Am besten verwendest du kleine Töpfe mit nährstoffreicher Blumenerde und hältst diese unter Glas oder einem Zimmergewächshaus, bis die Pflänzchen etwas stärker sind. Die Jungpflanzen werden dann in Grüppchen pikiert und ebenfalls nach dem Frost nach draußen in Töpfe oder Beete gesetzt.

Pflanzzeit der Lobelien beachten

Die ideale Pflanzzeit für Lobelien ist nach dem letzten Frost, am besten nach den Eisheiligen ab Mitte Mai. Da Lobelien nicht winterhart sind, würden sie sonst erfrieren. Du kannst die Lobelien aber auch schon vor Mai tagsüber in die Sonne stellen – wichtig ist nur, dass sie dann über Nacht ins Haus geholt werden, um dem Frost zu entgehen.


Pflege der Lobelien

Lobelien werden gegossen

Die Pflege von Lobelien ist sehr wichtig, um durchgehend eine reiche Blüte zu bekommen. Das Gießen ist hierbei entscheidend  – die Erde darf nicht austrocknen. Staunässe mag die Lobelia allerdings auch nicht. Achte daher immer auf eine gleichmäßig feuchte Erde und gieße bei Bedarf im Sommer morgens und abends. Alle zwei Wochen solltest du das Gießwasser mit stickstoffarmem Flüssigdünger anreichern, damit der hohe Nährstoffbedarf der Lobelien gedeckt wird.

Rückschnitt der Lobelie

Damit die Lobelien nach der Hauptblüte nochmal eine richtig kräftige Nachblüte bekommen, solltest du sie Ende Juli auf ungefähr ein Drittel zurückschneiden – so wird das Blütenwachstum nochmal angeregt und dir steht erneut ein Blütenmeer bevor. Außerdem sollten welke Blüten regelmäßig entfernt werden.

Krankheiten an Lobelien

Lobelien sind recht anfällig für Grauschimmel – auch Graufäule genannt. Diesem Pilz kann man nicht direkt vorbeugen, aber es hilft, Staunässe zu vermeiden. Du solltest deine Lobelien regelmäßig auf einen Pilzbefall überprüfen, damit dieser bei Bedarf schnell eingedämmt werden kann und sich nicht weiter ausbreitet. Betroffene Pflanzenteile müssen sofort und vollständig entfernt werden, da der Pilz sehr ansteckend für Nachbarpflanzen ist.


Sind Lobelien winterhart?

Grundsätzlich sind Lobelien-Stauden zwar mehrjährig und es gibt auch Sorten, die kalten Temperaturen standhalten können – jedoch sind die meisten nicht winterhart. Die Lobelien hierzulande (unter anderem das Männertreu) werden daher als einjährige Sommerblume kultiviert und müssen somit nach dem Herbst leider auf den Kompost – sie können nicht überwintert werden.


Lobelien vermehren

Lobelien-Sprösslinge in Erde

Lobelien lassen sich anhand von Samen vermehren. Diese gewinnst du aus den Kapselfrüchten, die sich nach der Blüte entwickeln. Möchtest du Samen gewinnen, lässt du die Blüten einfach so lange stehen, bis sich diese Kapselfrüchte mit den Samen gebildet haben. Die Samen lagerst du dann kühl und trocken – empfehlenswert sind kleine Papiertütchen.

Hinweis: Es gibt vereinzelte Lobelien-Arten, die keine Samen entwickeln – diese müssen mit Stecklingen vermehrt werden.


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