Hecke schneiden: So geht es richtig

Eine Gartenhecke dient als lebender Zaun, als natürliche Grundstücksbegrenzung und praktischer Sichtschutz. Für diese Zwecke sollten Hecken gleichmäßig und kräftig wachsen und viele Verzweigungen bilden. Sie dürfen nicht zu hoch werden, sollen möglichst blickdicht sein und einfach schön aussehen. Damit all das gelingt, solltest du sie regelmäßig pflegen und mindestens einmal jährlich einen Rückschnitt vornehmen. Vor allem Laubgehölze benötigen meist noch einen zweiten Form- und Pflegeschnitt, um den Wildwuchs langer Triebe im Zaum zu halten. Hier verraten wir dir, wie du beim Heckenschneiden am besten vorgehst und wann die richtige Zeit dafür ist.


Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: 1 bis 2 Stunden

Werkzeug: Arbeitshandschuhe, Heckenschere, Schnur, (Leiter)



So gehst du beim Heckenschneiden vor

Hecke schneiden
  1. Trage Arbeitshandschuhe und ggf. langärmlige Kleidung, um dich vor allergischen Reaktionen wie Rötungen und Juckreiz sowie vor Verletzungen zu schützen.
  2. Greif zur Heckenschere deiner Wahl, egal ob manuell oder elektrisch. Je nach Heckenhöhe und Körpergröße benötigst du ggf. eine Leiter oder entsprechendes Teleskopwerkzeug zum Heckenschneiden.
  3. Schneide die Hecken trapezförmig bzw. konisch (kegelförmig; oben schmaler als unten) zu. Das bedeutet: Belasse die Basis der Hecke breiter und verjünge sie gleichmäßig hinauf zur Krone.
  4. Optimiere den Lichteinfall, indem du rechtwinklige Ecken abrundest.
  5. Schneide immer von oben nach unten. Behalte dabei stets das Gesamtbild und den Zielzustand im Blick.
  6. Halte die Schere immer parallel zur Hecke. Dringt die Scherenspitze in die Hecke ein, riskierst du, Löcher zu schneiden.
  7. Eine waagerechte Schnur hilft dir optional dabei, gerade zu schneiden. Spann sie entlang der gesamten Hecke zwischen zwei Pfosten und verstelle ihre Höhe jeweils nach Bedarf.
  8. Vor allem Nadelhecken musst du sehr präzise schneiden. Laubhecken verzeihen so manchen Schnittfehler.
  9. Wenn du mit viel Schnee rechnest, solltest du die Heckenkrone wahlweise zuspitzen oder abrunden. Auf einer flachen Krone kann sich Schnee nämlich besser halten und bei entsprechender Last droht ein Schneebruch.

Warum nicht einfach gerade schneiden?

Bei der Gartenpflege gilt es viele Feinheiten zu beachten. Wenn du die Seiten deiner Hecke ganz gerade schneidest, besteht die Gefahr, dass zu wenig Licht in den unteren Bereich gelangt. Das fehlende Licht kann das Wachstum von Blättern, Nadeln und Ästen negativ beeinflussen. Schlimmstenfalls sterben diese sogar ab und die Basis verkahlt. Wenn du eine Laubhecke, zum Beispiel eine der beliebten Hainbuchenhecken schneidest, gilt das ebenso wie bei Nadelgehölzen. Letzteren bekommt der Trapezschnitt besonders gut.


Wie hoch darf eine Hecke sein?

Hecke schneiden

Die maximale Heckenhöhe ist je nach Bundesland, Gemeinde oder Kommune oft im örtlichen Nachbarschaftsrecht festgelegt. Vielerorts sind nicht mehr als 1,8 bis 2 Meter (m) zulässig. Informiere dich also am besten bei der zuständigen Behörde, damit du deine Hecke rechtzeitig schneidest und sie nicht zum Zankapfel wird.


Automatische oder manuelle Heckenschere?

Beide Varianten haben ihre Stärken: Mit einer automatischen Heckenschere geht die Arbeit besonders leicht von der Hand. Derartige Modelle werden entweder elektrisch angetrieben oder sie besitzen einen Akku beziehungsweise einen Benzintank. Je nach Lautstärke und Arbeitsdauer solltest du einen Gehörschutz tragen. Arbeitest du mit einer benzinbetriebenen Heckenschere, empfiehlt sich überdies ein Atemschutz. Eine Schutzbrille verhindert, dass Blattwerk oder kleine Zweige ans Auge gelangen.

Eine manuelle Heckenschere ist hingegen leicht, handlich, emissionsfrei, leise und benötigt weder Kabel noch Benzin oder Stromanschluss. Schneide großblättrige immergrüne Hecken wie Buchs und Kirschlorbeer ausschließlich mit einer manuellen Heckenschere. Damit arbeitest du präziser und vermeidest, unnötig viele der großen Blätter zu verletzen. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern bietet zudem Krankheitserregern eine große Angriffsfläche.


Hecken schneiden: Welcher Zeitraum eignet sich?

  • Im Prinzip kannst du das ganze Jahr über Hecken schneiden. Der optimale Schnittzeitpunkt variiert aber je nach Pflanzenart.
  • Am besten schneidest du, wenn es für die jeweilige Pflanze am wenigsten schädlich ist.
  • Der Rückschnitt normaler Laub- und Nadelhecken sollte etwa Mitte bis Ende Februar erfolgen.
  • Am besten schneidest du die Gehölze vor dem ersten Austrieb, dann verkraften sie den Schnitt sehr gut. Sie verlieren zu diesem Zeitpunkt nicht so viel Blattmasse und die frischen Triebe verdecken die Schnittstellen im Anschluss schnell.
  • Blühgehölze wie Jasmin und Forsythie schneidest du hingegen erst nach der Blüte, also je nach Pflanze zwischen Spätsommer und Frühherbst.
  • Achte auf die gesetzliche Schonzeit für brütende Tiere: Zwischen dem 1. März und dem 30. September darfst du keinen Radikalschnitt ansetzen!
  • Ein schonender Form- und Pflegeschnitt ist hingegen ganzjährig möglich. Am besten erledigst du ihn erst nach dem 24. Juni, denn dann haben sich die Neutriebe meist vollständig ausgebildet und dein Sommerschnitt bleibt länger in Form.
  • Nimm etwa drei Viertel vom Zuwachs der Hecke ab und schneide neue Triebe um etwa zwei Drittel zurück. So regst du das Wachstum an.
  • Schneide Hecken nicht in der prallen Sonne. Damit schonst du freigelegte Blätter und Triebe und gibst ihnen die Gelegenheit, sich an die Sonne zu gewöhnen.
  • Heckenschneiden im Winter solltest du ebenfalls vermeiden. Bei Temperaturen unter minus fünf Grad Celsius (°C) solltest du generell davon absehen.

Beim Heckenschneiden auf die Brutzeit achten!

Vogel auf Hecke

Damit Vögel und andere Kleintiere ungestört brüten und ihren Nachwuchs aufziehen können, gilt gemäß Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) eine Schonzeit. Im Frühjahr suchen die Tiere nach Brutplätzen. Dichte, grüne Gartenhecken zählen natürlich zu den geeigneten Optionen. Zwischen dem 1. März und dem 30. September darfst du deiner Hecke deshalb keinen Radikalschnitt verpassen. Das bedeutet: Kein Roden und kein Rückschnitt bis auf den Stock (= knapp über dem Boden kappen). Das gilt übrigens nicht nur für die Gartenhecke, sondern ebenso für Feldhecken, Wallhecken, Gebüsche, Röhricht sowie Schilf.

Bei einem Verstoß drohen je nach Bundesland und Heckenlänge hohe Bußgelder, die sich auf mehrere Tausend Euro belaufen können. Schonende Form- und Pflegeschnitte, die keine Tiere stören, darfst du hingegen das ganze Jahr über vornehmen. Befinden sich Vogelnester oder Küken in der Hecke, solltest du aber besser damit warten. Sieh in jedem Fall gründlich nach, bevor du an der Hecke schneidest. Am besten verzichtest du in der Schonzeit auch auf den Einsatz einer elektrischen Heckenschere.


Liguster schneiden

Der schnellwüchsige und robuste Liguster aus der Familie der Ölbaumgewächse zählt zu den beliebtesten Heckenpflanzen. Generell gelten beim Ligusterhecken-Schneiden die gleichen Regeln wie für die meisten anderen Laubgehölze, allerdings wachsen junge Hecken oft besonders schnell. Drei und mehr Form- und Pflegeschnitte pro Jahr können also durchaus erforderlich sein, damit die Hecke kompakt und blickdicht bleibt beziehungsweise wird und im nächsten Jahr wieder schön austreibt. Auch hierbei gilt: Am besten erst nach der Blüte schneiden – dann kannst du den Duft der kleinen, weißen Blüten genießen und Nützlinge finden einen reich gedeckten Tisch. Liguster treibt übrigens zweimal im Jahr aus, im Frühjahr und im Spätsommer.

Eibe schneiden

Eibenhecken kannst du ganzjährig schneiden. Auch ein starker Rückschnitt macht dem beliebten Formgehölz nichts aus. Häufigere Schnitte sorgen für einen dichteren Heckenwuchs. Meide aber auch bei diesem Gehölz Tage mit starker Sonnenstrahlung oder Frost.

Häufig kommt die Frage auf, ob das Eibe-Schneiden gefährlich sei – schließlich enthalten Stamm, Nadeln und Fruchtkerne der immergrünen europäischen Eibe das Gift Taxin. Beim Schneiden einer Eibenhecken besteht allerdings keine Gefahr, solange du die betreffenden Pflanzenteile nicht verzehrst. Allerdings solltest du Hautkontakt mit dem Pflanzensaft der Eibe vermeiden, der beim Schneiden austritt. Langärmlige und langbeinige Kleidung sowie Handschuhe schützen vor möglichen Hautirritationen und Entzündungen. Am besten schützt du auch dein Gesicht vor eventuell umherfliegenden Nadeln.

Die giftigen Bestandteile der Eibe lassen sich übrigens bedenkenlos kompostieren, denn Bakterien zersetzen das Gift. Mit den verrotteten Pflanzenresten kannst du anschließend sogar ein Gemüsebeet düngen. Generell gilt: Kompostiere nur gesundes Schnittmaterial und zerkleinere es gründlich, sonst dauert die Zersetzung deutlich länger.

Hainbuchenhecke schneiden

Eine junge Hainbuchenhecke kürzt du am besten schon bald nach dem Pflanzen. Damit sorgst du nämlich für einen Wachstumsschub. Kürze den Haupttrieb nur moderat und widme dich dafür den Seitentrieben ausgiebiger, die stark nach oben oder außen wachsen. In den ersten drei Jahren schadet es nicht, eine Hainbuche häufig zu schneiden – ruhig bis zu fünf- oder sechsmal pro Jahr. Generell gilt: Lieber öfter und weniger stark stutzen als seltener und stärker! Auf diese Weise wächst die Hecke nicht nur in die Höhe, sondern allgemein dichter – auch innen und an der Basis. Ältere Hainbuchenhecken, die bereits dicht gewachsen sind und eine gute Höhe aufweisen, kommen mit zwei Schnitten pro Jahr aus.


Heckenschneiden im Herbst?

Letztlich entscheidet die Art der Pflanze, ob ein nochmaliger Schnitt im Herbst erforderlich oder überhaupt sinnvoll ist. Generell gilt: Bis Ende August sollte der letzte Schnitt vollbracht sein. Schneidest du später und bilden sich nochmals frische Triebe aus, besteht die Gefahr, dass diese bis zum ersten Frost nicht vollständig ausreifen und daraufhin erfrieren. Möchtest du unbedingt im Herbst noch mal die Hecke schneiden, erledigst du das am besten in der zweiten Oktoberhälfte, wenn sich die Hecke bereits in der Ruhephase befindet.


Eine Hecke gemeinsam mit dem Nachbarn schneiden

Du hast dich mit dem Nachbarn auf eine Hecke als gemeinsame Gartengrenze geeinigt? Dann seid ihr je nach Vereinbarung entweder beide dafür verantwortlich, oder einem von euch obliegen Schnitt und Pflege. Zum Beispiel kann man sich mit einer Einladung zum Grillen revanchieren, wenn der Nachbar sich um den Heckenschnitt kümmert. In jedem Fall sind klare Absprachen wichtig, damit es nicht zu Streit kommt und am Ende womöglich sogar eine Schadenersatzforderung im Raum steht. Zur vereinbarungsgemäßen Arbeit an eurer grünen Grundstücksgrenze gehört natürlich auch, dass die für den Schnitt zuständige Person das Nachbargrundstück betreten darf, um ihre Pflichten zu erfüllen. Im besten Fall arbeitet ihr aber ohnehin gemeinsam.

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