Urban Gardening und Selbstversorgung liegen voll im Trend. Kein Wunder, schließlich ist Gemüse aus eigenem Anbau Bio pur. Mit einem vertikalen Beet lässt sich der Traum vom Gemüseanbau sogar auf dem Balkon verwirklichen. Hier erfährst du, wie du ein Beet anlegst, passende Gemüsesorten auswählst und deine kostbaren Pflanzen auf natürliche Art vor Schädlingen schützt.


Welcher Standort für den Gemüseanbau?

Optimal für viele Gemüse ist ein sonniger Standort, deshalb eignen sich neben einem Garten für den Anbau auch Balkone, die nach Südwesten oder Südosten ausgerichtet sind. Ebenfalls wichtig ist, dass der Platz gut durchlüftet ist, aber deinen Pflanzen gleichzeitig Schutz vor stärkerem Wind bietet.

• Wenn du Gemüse auf dem Balkon pflanzen willst, solltest du ausreichend große Gefäße wählen (mindestens 35 cm für Tomaten und Gurken). Vertikale Beete in Form von Blumenampeln eignen sich für Kräuter; für Beetgemüse wie Salate ist ein Balkonkasten oder Hochbeet ideal. Balkongemüse solltest du ab Anfang März im Haus vorziehen und im April/Mai auspflanzen.

  • Willst du in deinem Garten Gemüse anpflanzen, wählst du am besten den sonnigsten Platz aus und unterteilst ihn in Beete mit einheitlicher Größe. Anschließend entfernst du alle vorhandenen Pflanzen und gräbst den Boden gut um. Nach der ersten Düngung im Februar kannst du deinen Gemüsegarten nach einem Anbauplan Schritt für Schritt anlegen. Wichtig: Manche Gemüsesorten erfordern vor dem Auspflanzen eine Anzucht im Frühbeet.

Doch es gibt auch Gemüse, die im Schatten oder Halbschatten gut gedeihen. Dazu gehören zum Beispiel Radieschen, Spinat, Blumenkohl und Brokkoli sowie Salat. Das sind robuste Gemüsesorten, die nicht unbedingt direktes Sonnenlicht brauchen. Bei einigen von ihnen erschwert es sogar den Anbau, da sie mit zahlreichen Trieben und welken Blättern darauf reagieren.

Tipp: Damit du alle Zutaten zum Kochen vor Ort hast, kannst du zusätzlich zum Gemüseanbau deinen eigenen Kräutergarten anlegen. Das sorgt nicht nur für tolle Gerichte, sondern auch einen aromatischen Duft in deinem Garten. Ein besonders dekoratives Highlight wird daraus, wenn du ganz nach deinen Vorstellungen eine Kräuterspirale baust.


Den Boden für Gemüse richtig düngen

Besonders gesund und wohlschmeckend ist biologisch angebautes Gemüse. Damit der Bioanbau auch langfristig funktioniert, musst du für eine gute Bodenqualität sorgen, damit die Gemüsepflanzen alle notwendigen Nährstoffe bekommen. Um dein Gemüsebeet zu düngen, setzt du am besten auf die Zufuhr von Humus in Form von Kompost, Gründüngung, organischem Mulch oder organischen Düngemitteln.

Du kannst den Dünger für dein Gemüse sogar selber machen und aus organischen Küchen- und Gartenabfällen deinen eigenen Kompost herstellen. So versorgst du den Boden neben Humus auch mit wichtigen Nährstoffen wie Natrium, Phosphor, Kalium und Magnesium. Aber Vorsicht: Es ist auch möglich, den Boden zu überdüngen, deshalb solltest du Kompost nicht unbegrenzt, sondern nur gezielt ein- oder zwei Mal im Jahr als Dünger ausbringen. Er wird nur oberflächlich (ca. 10 cm tief) in den Boden eingearbeitet, z. B. mit einem Kultivator. Welche Menge du benötigst, hängt von deinen Pflanzen ab:

  • Für Starkzehrer (also solche Pflanzen, die auf viele Nährstoffe angewiesen sind) brauchst du etwa 3 kg/m2. Dazu zählen alle Kohlarten, Gurken, Kürbisarten (auch Zucchini), Tomaten und Kartoffeln.
  • Mittelstarkzehrer sind Porree, Sellerie und Spinat. Hier reichen bis 2 kg/m2 Kompost für die Düngung aus.
  • Schwachzehrer begnügen sich mit den Nährstoffresten der Vorkulturen, dazu zählen die meisten Salate, Möhren, Kräuter und auch die Hülsenfrüchte, die sich selbst mit Stickstoff versorgen.
Entdecke unsere Kräuter- & Gemüsepflanzen im toom Onlineshop.Zum Shop

Beste Ergebnisse mit Anbauplan für Gemüse

Ein fruchtbarer Boden hängt jedoch nicht nur vom Dünger ab. Beim Gemüseanbau ist es außerdem sehr wichtig, eine bestimmte Fruchtfolge einzuhalten. Damit ist der Wechsel zwischen geeigneten, nicht miteinander verwandten Kulturen über mehrere Jahre gemeint. Sie ist unter biologischen Gesichtspunkten notwendig, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Wenn immer wieder das gleiche Gemüse oder verwandte Arten auf derselben Fläche angebaut werden, vermehren sich Krankheitserreger und Schädlinge im Gartenboden, was man als „Bodenmüdigkeit“ bezeichnet.

Aus gärtnerischer Sicht solltest du Gemüse möglichst in Mischkultur anbauen. Dabei geht es einerseits darum, dass die benachbarten Pflanzen Schädlinge und Krankheiten voneinander fernhalten, andererseits sollten sie aber auch gegenseitig ihr Wachstum fördern oder es zumindest nicht behindern. Idealerweise findest du für deinen Garten Mischkulturpartner, die zusammen besser wachsen als in Reinkultur. Die Konkurrenz zwischen verschiedenen Pflanzen muss also geringer sein als die zwischen Pflanzen der gleichen Art. Doch welche Gemüse sind gute Nachbarn? Das ist nicht immer leicht vorauszuahnen.

  • Möhren und Porree müssten eigentlich eine gute und schädlingsabweisende Wirkung aufeinander haben, aber der starkwüchsige und auch starkzehrende Porree unterdrückt und überwächst die Möhren. Es werden zwar Schädlinge (Möhrenfliegen) ferngehalten, doch die Mischkultur wirkt sich durch die Konkurrenz dennoch negativ auf das Wachstum (und den Ertrag) aus.
  • Ebenfalls wurde in diversen Versuchen festgestellt, dass verschiedene rote Gemüse sich nicht mögen, so vertragen sich beispielsweise Rotkohl und Möhren nicht mit Tomaten. Die Mischkultur von Rote Bete und Möhren z. B. wirkt sich ertragsmindernd auf beide aus.

Welches Gemüse sich gut zusammen pflanzen lässt, können dir die Mitarbeiter in der toom-Gartenabteilung oder in einer Gärtnerei in deiner Nähe verraten. In einigen Gartenratgebern findest du zur Mischkultur von Gemüse auch eine Tabelle mit den beliebtesten Sorten. So kannst du auf einen Blick herausfinden, ob deine Lieblingskräuter und -gemüse gute Nachbarn oder schlechte Nachbarn sind. Auf dieser Basis erstellst du für dein Gemüsebeet einen Pflanzplan, bei dem du sowohl die Nachbarschaft als auch die Pflanzfolge für die nächsten Jahre berücksichtigst.


Welches Gemüse anbauen als Anfänger?

Einige Gemüsesorten sind ideal für Einsteiger. Radieschen sind genügsam und lassen sich schon nach vier Wochen ernten. Ebenfalls pflegeleicht sind Pflücksalate wie Feldsalat, Rucola und Schnittsalat. Möhren gedeihen gut in praller Sonne, Tomaten wachsen in Balkonkästen, Kübeln oder Blumenampeln.

Doch du musst dich natürlich nicht auf anspruchsloses Gemüse beschränken, sondern kannst die Pflanzen ganz nach deinem Geschmack auswählen. Pflegehinweise kannst du bei Gartenspezialisten erfragen und bei der Gartenarbeit nach und nach selber herausfinden. Stelle lediglich sicher, dass die Boden- und Standortbedingungen zu den Pflanzen passen und schütze sie vor Schädlingen und Pilzbefall. Dazu hast du verschiedene Möglichkeiten:

  • Eine Methode, mit der sich Schädlinge recht erfolgreich abhalten lassen, ist das Abdecken der Beete im Frühjahr mit Vlies (was primär zur Ernteverfrühung eingesetzt wird) und im weiteren Kulturverlauf mit Insektenschutznetzen. Sie gewähren auch im Sommer eine ausreichende Belüftung, sind wasserdurchlässig und schützen sicher vor den meisten Gemüseschädlingen (z. B. vor Gemüsefliegen und Schadschmetterlingen wie den Kohlweißlingen und Kohleulen), zudem vor Vogelfraß und anderen Fressfeinden. Dabei ist es wichtig, vor dem Abdecken zu kontrollieren, ob die Pflanzen auch schädlingsfrei sind, sonst würden sich diese unter dem Netz weiter vermehren.
  • Bei Schädlingsbefall kannst du regulierend mit umweltfreundlichen Mitteln wie Neudosan gegen Blattläuse oder einem Rapsölpräparat gegen Woll- und Schildläuse sowie andere Schädlinge eingreifen. Bei sichtbarem Pilzbefall ist es dafür oft schon zu spät.
  • Um Schadpilzen vorzubeugen solltest du von Anfang an resistente oder zumindest tolerante Sorten auswählen. Allerdings kann die jetzt noch als resistent geltende Sorte auch heute oder morgen schon von einer neuen, oft noch aggressiveren Pilzart befallen werden. Vorbeugend und im Anfangsstadium noch heilend kann oftmals das Fertigpräparat Neudovital auf Lecithinbasis helfen oder gegen Mehltaupilze selbst hergestelltes Backpulver-Spritzmittel (10 g Backpulver + 5 g (Raps-)Öl für 1 l Spritzbrühe).

Zusammenfassung: Gemüse anbauen Schritt für Schritt

Frau hält Salat in der Hand über vollem Hochbeet
  1. Zunächst solltest du für dein Gemüsebeet einen Pflanzplan erstellen. Überlege dir genau, welches Gemüse du anpflanzen möchtest. Die verschiedenen Sorten beanspruchen die Nährstoffe im Boden unterschiedlich stark. Das Gemüsebeet sollte ausgewogen aus Starkzehrern (z. B. Tomate, Kartoffel, Gurke), Mittelzehrern (z. B. Möhren, Spinat, Zwiebeln) und Schwachzehrern (z. B. Feldsalat, Spargel, Rhabarber) bestehen. Dabei hat jede Gemüseart ihre eigene Ausbringungszeit, in der sie gepflanzt werden sollte.
  2. Wenn du nur wenig Platz in deinem Garten hast, solltest du möglichst auf den Anbau von Gemüse verzichten, das langsam wächst und viel Platz benötigt – gerade, wenn es im Lebensmittelgeschäft ohnehin günstig zu bekommen ist.
  3. Es empfiehlt sich, nur solches Gemüse anzubauen, dass du selbst gerne und viel isst.
  4. Ende März bis Anfang April ist die optimale Zeit für die Anpflanzung von Kohl und Salat. Sorten wie Paprika, Tomaten und Gurken sollten hingegen erst im späten Mai, nach dem letzten Frost, gepflanzt werden.
  5. Zur wesentlichen Erleichterung bei der Pflege des Gemüsegartens ist es ratsam, die Pflanzen in gleichmäßig angeordneten Reihen zu pflanzen. Zwischen den Pflanzen sollten in der Regel etwa 20 cm Abstand sein.
  6. Natürlich ist regelmäßiges Gießen der Gemüsepflanzen unerlässlich, um eine gute Ernte zu erzielen.
  7. Solltest du Probleme mit dem Rücken haben, empfiehlt es sich, ein Hochbeet anzulegen. Dies ist nicht nur gut für deine Gesundheit, sondern auch ganz nebenbei für das Gemüse, denn der Boden ist in einem Hochbeet viel wärmer. Auch Schnecken werden durch diese Anbaumethode schonend abgehalten.
  8. Wichtig ist, das Beet vor der Aussaat richtig vorzubereiten, damit die Pflanzen gut wachsen können. Zuerst sollten alle Unkräuter und Wurzeln vom Beet entfernt werden, dann kann eine Schicht Kompost aufgetragen werden. So kann das Gemüsebeet ein paar Wochen ruhen. Ist kein Kompost vorhanden, empfiehlt sich eine Pflanz- oder Anzuchterde.
  9. Achte darauf, dass der Ort des Gemüsebeetes sonnig bis halbschattig liegt und das Beet ca. fünf Sonnenstunden hat.

Das braucht man

  • Bio Gemüsedünger 1 kg: fördert das Wachstum und steigert die Ernteerträge; für alle Gemüsearten
  • Bio Gemüsedünger 1 l: mit Soforteffekt
  • Bio Gemüsepflanzen

toom Bio-Gemüsedünger

Das könnte dich auch interessieren