Kartoffeln pflanzen: Anleitung und Tipps

Sie sind sowohl schmackhaft als auch pflegeleicht: Kartoffeln sind die beliebteste Beilage der Deutschen und sie lassen sich im eigenen Garten ganz einfach selbst anbauen und ernten. Dabei hast du die Wahl zwischen unterschiedlichen Sorten: kleine oder große Knollen, festkochend oder mehlig kochend, mit gelbem, roten oder lilafarbenem Fleisch, zurückhaltend oder kräftig im Geschmack, erntereif im Frühsommer oder Herbst. Wie du Boden und Pflanzen vorbereitest und pflegst, was du beim Pflanzen von Kartoffeln im Garten beachten solltest und ob Kartoffeln sich auch im Topf auf dem Balkon anpflanzen lassen, erfährst du hier.


Kartoffeln richtig pflanzen: Wann mit der Aussaat beginnen?

Wie bei vielen Gemüsesorten gibt es auch bei Kartoffeln frühe, mittelfrühe und späte Sorten. Von dieser Zuordnung hängt es ab, wann du die Kartoffeln in den Boden bringst und wann du die reifen Knollen ernten kannst. Die Saatkartoffeln kaufst du am besten im Februar oder März. Mit der Aussaat solltest du in jedem Fall erst beginnen, wenn kein Frost mehr droht. Die Vorbereitung des Bodens und der Saatkartoffeln kann bereits einige Wochen früher beginnen.

Frühkartoffeln lassen sich frühestens ab Ende März, Anfang April pflanzen. Falls doch noch einmal Frost herrscht, deckst du die Kartoffeln mit Vlies oder Stroh ab. Etwa im Juni kannst du dann ernten. Mittelfrühe und späte Kartoffeln pflanzt du ab Mitte April bis etwa Mitte Mai. Frost sollte dann kein Thema mehr sein. Ernten kannst du die mittelfrühen Kartoffeln im August, die späten Sorten sogar bis in den Oktober hinein.

Wichtig: Zwar kannst du zum Kartoffelnpflanzen theoretisch auch Knollen aus dem Supermarkt verwenden. Allerdings sind diese oftmals behandelt, sodass sie nur eingeschränkt keimfähig sind. Kaufe daher besser richtige Saatkartoffeln aus kontrolliertem Anbau.


Kartoffeln pflanzen: Abstand und Tiefe

Abhängig von der Sorte ist auch der Abstand, den du zwischen den Saatkartoffeln lassen solltest, damit jede Pflanze maximalen Ertrag bringt. Frühkartoffeln pflanzt du am besten in einem Abstand von 30 bis 40 Zentimeter ein. Bei mittleren und späten Sorten lässt du sogar rund 60 Zentimeter Abstand. Wie tief du die Knollen einsetzt, ist hingegen bei allen Sorten gleich: Etwa zehn bis 20 Zentimeter tief sollte jede Kartoffel in der Erde sitzen.

Gut zu wissen: Zum Kartoffelnpflanzen eignen sich sonnige Beete mit lockerem, lehmigem Boden, der gut entwässert – Staunässe ist Gift für die Knollen.


Schritt 1: Den Boden im Vorjahr vorbereiten

Kartoffeln sind sogenannte Starkzehrer – sie benötigen eine Menge Nährstoffe, um zu gedeihen. Im Idealfall bereitest du darum bereits im Herbst des Vorjahres das zukünftige Kartoffelfeld oder -beet vor. Grabe den Boden gründlich um und reichere die Erde mit Kompost oder (noch besser) Pferdemist an. Auch Hornspäne sind ein guter Dünger, den du auch während der Wachstumsphase der Kartoffeln aufbringen kannst.


Schritt 2: Kartoffeln vorbereiten

Lege die Knollen einige Wochen vor dem Einpflanztermin an einen hellen Platz mit einer Lufttemperatur von etwa 10 bis 15 Grad. Das Licht sorgt dafür, dass die Kartoffeln vorkeimen – auf diese Weise lässt sich die Wachstumsphase in der Erde um bis zu drei Wochen verkürzen. Bis zum Zeitpunkt des Einsetzens haben die Knollen dann schon mehrere Zentimeter lange Triebe ausgebildet.


Schritt 3: Den Boden für das Pflanzen vorbereiten

Wenn der Frost vorbei ist und nicht gerade starker Dauerregen den Boden durchtränkt hat, kannst du die Kartoffeln pflanzen. Dafür lockerst du zunächst das Erdreich auf und glättest die Oberfläche anschließend mit einem Rechen. Entferne große Steine, Wurzeln und Unkraut. Ziehe dann entweder über die gesamte Länge des Beets einen 10 bis 20 Zentimeter tiefen Graben oder grabe einzelne Löcher in dieser Tiefe, mit mindestens 30 bis 40 Zentimeter Abstand zueinander.


Schritt 4: Kartoffeln einpflanzen

Setze nun die Kartoffeln ein: entweder eine in jedes Loch oder mit entsprechendem Abstand zueinander in einer Reihe in den Graben. Die Keime sollten dabei nach oben zeigen. Bedecke die Setzlinge mit Erde und gieße die Reihen mit etwas Wasser. Tritt das Erdreich aber nicht extra fest.


Schritt 5: Anhäufeln

Nach wenigen Wochen schauen die ersten, mehrere Zentimeter langen Triebe aus dem Boden. Nun beginnst du mit dem Anhäufeln. Dabei schiebst du die Erde zwischen den Reihen in Richtung der Triebe, sodass diese wieder fast komplett mit Erde bedeckt sind. Dabei kannst du auch gleich Unkraut rund um deine Kartoffelpflanzen entfernen. Nach etwa zwei bis drei Wochen schauen wieder Triebe aus der Erde und du wiederholst das Anhäufeln – so lange, bis die Pflanze zu blühen beginnt. Meist hat sich bis dahin ein etwa 30 Zentimeter hoher Wall gebildet. Durch das Anhäufeln bildet die Pflanze zusätzliche Wurzeln unterhalb der Oberfläche aus, sodass sich mehr Knollen auszubilden.

Gießen musst du die wachsenden Kartoffelpflanzen übrigens nur, wenn es im Sommer mehrere Wochen nicht oder kaum regnet.


Schritt 6: Die Kartoffeln ernten

Frühkartoffeln kannst du ab Juni beziehungsweise ab der Blüte nach Bedarf ernten. Lege dafür vorsichtig die Wurzeln frei und ernte einige Knollen. Schiebe das Erdreich anschließend zurück auf die Wurzeln, damit die Pflanze weiterwachsen und neue Knollen ausbilden kann.

Die Haupternte erfolgt meist erst im Hoch- und im Spätsommer. Das sichtbare Kraut rund um die Blüte ist dann bereits verwelkt. Du kannst, musst aber nicht alle Kartoffeln gleichzeitig aus der Erde holen. Erntest du nach und nach, achte nur immer darauf, die Wurzeln wieder gut mit Erde zu bedecken. Findest du bei der Ernte grüne Kartoffeln, haben diese zu viel Licht abbekommen und giftiges Solanin gebildet. Diese Knollen darfst du nicht mehr verzehren.


Schritt 7: Kartoffeln lagern

Je nach Sorte lassen sich die geernteten Kartoffeln unterschiedlich lange lagern. Der Lagerort sollte in jedem Fall dunkel und kühl sein. Ideal sind eine Temperatur von knapp unter zehn Grad und wenig Luftfeuchtigkeit. Der Kühlschrank ist allerdings kein geeigneter Lagerort. Halte die Knollen außerdem von Äpfeln und Birnen fern, da die Früchte die Kartoffeln schneller verderben lassen. Richtig aufbewahrt bleiben einige Sorten bis zu sechs Monate lang frisch.


Kartoffeln pflanzen auf dem Balkon

Wenn du keinen Garten und kein großes Beet hast, musst du dennoch nicht auf Kartoffeln aus Eigenanbau verzichten. Kartoffeln lassen sich nämlich auch in einem großen Topf oder Eimer auf dem Balkon oder der Terrasse pflanzen. Einige Sorten eignen sich dafür allerdings besser als andere – frage am besten beim Kauf der Saatkartoffeln, welche das sind.

Möchtest du Kartoffeln im Topf pflanzen, gehst du dabei genauso vor wie beim Pflanzen im Garten: Wähle ein sonniges Plätzen und verwende einen Topf mit einem Durchmesser von mindestens 40 Zentimetern und einer Tiefe von mindestens 50 Zentimetern. Ein Topf mit etwa zehn Litern Fassungsvermögen reicht für eine Pflanze. Das Anhäufeln funktioniert hier ebenfalls wie im Beet, mit dem einzigen Unterschied, dass du die aufzuschichtende Erde nicht von den Seiten des Gefäßes nimmst, sondern einfach aus dem Vorrat nachschüttest.

Ein besonders wichtiges Thema, wenn du auf dem Balkon Kartoffeln pflanzt, ist Staunässe: Stelle unbedingt sicher, dass überschüssiges Gießwasser abfließen kann – der Topf sollte also zum Beispiel ein Loch im Boden haben. Gut geeignet und dekorativ ist ein Pflanz- oder ein Kartoffelsack, den du als Pflanzgefäß für deine Knollen verwendest. An dem Stoff fließt überschüssiges Wasser einfach ab.

 

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