Sie ist ein echtes Superfood und nicht nur gesund, sondern auch lecker: die heimische Stachelbeere. Viele kennen sie noch aus Omas Garten – und auch im eigenen Naschgarten darf sie nicht fehlen. In diesem Ratgeber von toom Baumarkt erfährst du, wie du Stachelbeeren pflanzt und pflegst, um eine möglichst reiche Ernte zu erhalten.


Über die Stachelbeere

Die Stachelbeere gehört zur Familie der Stachelbeergewächse – wie auch die Johannisbeere. Mit der Johannisbeere ist die Stachelbeere nicht nur verwandt, sondern sie hat mit ihr sogar eine eigene Kreuzung hervorgebracht: die Jostabeere. Mancherorts wird die Stachelbeere auch als Hecken- oder Krausbeere bezeichnet und früher war sie als Klosterbeere bekannt. Die etwa kirschgroßen Beeren schmecken süß-säuerlich (je nach Sorte und Reifestatus), sind sehr erfrischend und aufgrund der enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und Fruchtsäuren enorm gesund. Besonders ihr hoher Gehalt an Vitamin C macht die Stachelbeere zu einem nahrhaften Snack.

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Herkunft, Verbreitung und Sortenvielfalt

Die Wildart der Stachelbeere wächst in etwas feuchten oder lichten Wäldern, am Waldrand oder in Hecken – überall dort, wo der Boden nicht zu trocken ist. Woher das Beerenobst genau stammt, ist nicht eindeutig zu sagen, ihre Urform ist in Europa, Asien und Nordafrika weit verbreitet sowie auch in Nordamerika vorhanden. Die kultivierte Stachelbeere gibt es als klassischen Beerenstrauch, aber auch als eleganten Hochstamm – sie wird je nach Sorte und Bedingungen bis zu 1,5 Meter hoch und ebenso breit. Die verschiedenen Sorten werden durch die Farbe der Beeren in drei Gruppen unterteilt: gelbe, rote und grüne Stachelbeeren, wobei die grünen auch in Richtung weiß gehen können. Rote Sorten schmecken übrigens weniger aromatisch.

Tipp: Es gibt spezielle Zuchtformen, die nur wenige oder sogar gar keine Stacheln haben. Das macht das Pflanzen und Pflegen der Stachelbeere etwas einfacher.


Ideale Bedingungen

Auch wenn Stachelbeersträucher recht anspruchslos und pflegeleicht sind, solltest du ihre Vorlieben kennen. Wähle Standort, Substrat und Pflanzzeit so aus, dass deine Stachelbeeren optimal und gesund wachsen können – die Pflanzen werden es dir mit einer guten Ernte danken.


Standort für die Stachelbeere

Möchtest du Stachelbeeren pflanzen, solltest du einen Standort im Halbschatten wählen. Die Ansprüche sind ähnlich wie die der Johannisbeere, weshalb du diese auch in die Nähe pflanzen kannst. Vollsonnige Standorte vertragen Stachelbeersträucher nicht so gut, da die Beeren dann schnell einen Sonnenbrand bekommen. Deshalb stehen sie gern geschützt unter größeren Gehölzen wie Obstbäumen – ideal also für den Obstgarten. Da Stachelbeeren Selbstbefruchter sind, kannst du deinen Stachelbeerstrauch allein pflanzen – doch wird die Befruchtung durch die Kombination verschiedener Sorten in der Umgebung sowie verstärkten Bienenflug unterstützt.


Welche Erde für Stachelbeeren?

Beim Bodensubstrat sind Stachelbeersträucher wenig anspruchsvoll. Die Erde sollte locker, humusreich und vor allem nicht zu trocken sein. Ideal ist daher ein nährstoffreicher, mittelschwerer Boden, der die Feuchtigkeit gut halten kann. Ist der vorhandene Boden zu sandig und durchlässig, kannst du diesen einfach mit etwas humusreicher Pflanzerde mischen.


Pflanzzeit für die Stachelbeere

Einen idealen Zeitpunkt zum Pflanzen der Stachelbeere gibt es nicht direkt, denn theoretisch ist dies ganzjährig möglich. Allerdings ist es sinnvoll, Stachelbeeren im Herbst oder Frühjahr zu pflanzen, denn diese beiden Zeitfenster bringen jeweils gute Bedingungen mit sich:

  • Frühling: Der Strauch kommt gerade aus der Winterruhe und die Wurzeln können sich im Boden optimal ausbreiten, wenn die neue Wachstumsphase beginnt. Dies sollte allerdings zeitnah passieren, wenn es noch nicht zu warm ist. Zudem sollte der Boden nach der Pflanzung dauerhaft feucht gehalten werden.
  • Herbst: Bei einer Pflanzung im Herbst hast du den Vorteil, dass du die bevorstehende Winterfeuchte nutzen kannst. Du musst den Strauch also nicht so häufig gießen und deine Stachelbeeren können gestärkt in die neue Wachstumsphase gehen.

Stachelbeerstrauch pflanzen: Schritt für Schritt

Wie viele Beerensträucher kannst du auch Stachelbeeren als Containerware (im Topf) oder als Wurzelware (wurzelnackt) kaufen. Das Pflanzen funktioniert bei beiden Varianten fast gleich – lediglich die Wurzeln werden anders vorbereitet. Ist deine Stachelbeerpflanze ein Hochstämmchen, brauchst du zusätzlich einen Holzpfahl, an dem du die Pflanze festbinden kannst. Dieser muss etwa eineinhalbmal so lang sein wie das Stämmchen groß ist – denn er muss zu einem Drittel in die Erde und bis zur Kronenmitte reichen. Wie du deine Stachelbeere pflanzt, erklären wir nachfolgend Schritt für Schritt:

Tipp: Trage bei Pflanzen von Stachelbeersträuchern am besten feste Gartenhandschuhe, damit du dich nicht an den Stacheln verletzt.

1. Boden vorbereiten

Wähle den Standort für deinen Stachelbeerstrauch aus und grabe dort ein Loch, das etwa zweimal so breit ist wie der Wurzelballen und etwas tiefer als der Topf bzw. der Wurzelballen. Lockere auch den Boden unten im Loch mit einer Grabegabel etwas auf. Ein Bodenverbesserer ist nicht zwingend notwendig, doch kannst du etwas frischen Kompost mit einarbeiten.


2. Beerenstrauch vorbereiten

Während du den Boden bearbeitest, kannst du bereits mit der Vorbereitung des Strauchs beginnen. Topfe ihn aus und stelle den Wurzelballen in einen Eimer mit lauwarmem Wasser, damit er sich schön vollsaugen kann. Nachdem dein Pflanzloch fertig ausgehoben ist, solltest du die Wurzeln noch auf das Einpflanzen vorbereiten.

  • Bei Containerware: Reiße die Wurzeln etwas auf – das geht am besten, indem du den Wurzelballen mit einer Gartenschere rundherum anritzt.
  • Bei Wurzelware: Kürze die vorhandenen Wurzeln jeweils um ein paar Zentimeter.

Beide Methoden fördern das neue Wurzelwachstum in der Erde. Das ist wichtig, da es sich bei Stachelbeeren um Flachwurzler handelt, die sich schnell im Boden verankern sollen. Auch ein Rückschnitt ist vor dem Pflanzen von Stachelbeeren hilfreich. Entferne hierzu überschüssige Triebe und kürze alle verbleibenden Triebe etwa um ein Drittel ein. Setze die Gartenschere am besten kurz über einer Knospe an.


3. Stachelbeere einpflanzen

Sind Boden und Strauch vorbereitet, kannst du deine Stachelbeeren einpflanzen. Setze den Wurzelballen dazu mittig in das Loch – die Oberkante des Wurzelballens sollte maximal fünf Zentimeter tiefer liegen als der Boden. Fülle das Pflanzloch nun mit Erde auf und drücke diese an der Oberfläche fest. Forme um den Strauch einen Gießrand und wässere die frisch gepflanzte Stachelbeere kräftig. Eine dünne Mulchschicht auf der Erde verhindert eine zu schnelle Verdunstung des Wassers und beugt außerdem Unkraut vor.


Stachelbeere im Kübel pflanzen

Möchtest du deinen Strauch oder Stamm nicht ins Beet setzen oder hast keinen Garten, ist es auch möglich, die Stachelbeere für Balkon oder Terrasse im Topf zu pflanzen. Das Pflanzgefäß muss unbedingt ausreichend groß sein und sollte mindestens 40 Liter fassen. Außerdem sind eine Drainageschicht unter der Erde sowie ein Abflussloch wichtig, um Staunässe zu vermeiden. Da die Nährstoffzufuhr begrenzt ist, empfiehlt sich beim Pflanzen im Topf die Einarbeitung von Kompost, Hornspänen oder organischem Dünger. Eine dünne Mulchschicht kann auch im Kübel vor Verdunstung schützen. Platziere den Stachelbeerstrauch windgeschützt und am besten nicht direkt neben deinen Sitzmöbeln – man kann sich leicht an den Stacheln kratzen.


Pflege von Stachelbeeren

Zur Pflegeroutine gehört regelmäßiges Gießen, da Stachelbeeren sehr empfindlich auf ausgetrocknete Erde reagieren. Überprüfe daher besonders in den Sommermonaten, ob die Erde immer ausreichend feucht ist. Staunässe ist jedoch zu vermeiden, um Wurzelfäule vorzubeugen. Im Frühjahr kannst du zusätzlich einen organischen Dünger in den Boden einarbeiten, um die Nährstoffzufuhr zu erhöhen. Hierzu eignen sich Kompost, Hornspäne oder auch Düngemittel aus dem Gartencenter. Um auch über viele Jahre gute Ernten zu garantieren, solltest du Stachelbeersträucher jährlich zurückschneiden – das bietet sich im zeitigen Frühjahr oder nach der Ernte im Spätsommer an.

Tipp: Beim Einarbeiten von Dünger vorsichtig vorgehen, da sich die Wurzeln nur knapp unter der Erdoberfläche befinden.


Überwintern

Stachelbeersträucher sind winterharte Pflanzen und kommen gut mit tiefen Temperaturen zurecht. Um ihnen die Überwinterung im Beet etwas gemütlicher zu machen, kannst du eine Mulchschicht auftragen – so frieren die Flachwurzeln nicht zu stark. Bei Stachelbeerpflanzen im Topf empfiehlt sich ein schützendes Vlies oder die Überwinterung im Gartenhaus, da im Kübel kultivierte Sträucher etwas frostempfindlicher sind. Obwohl der Strauch an sich winterhart ist, sind die Blüten sehr empfindlich gegenüber Kälte. Gibt es bei dir also oft Spätfrost, solltest du die Stachelbeeren lieber im Topf pflanzen und die Blüten im Frühjahr durch Vlies oder einen Aufenthalt im Schuppen schützen. Alternativ kannst du aber auch den kompletten Strauch in Gartenvlies einhüllen.


Krankheiten und Schädlinge

Der bekannteste Schädling an Stachelbeeren ist der Amerikanische Stachelbeer-Mehltau. Dieser war früher so weit verbreitet, dass Stachelbeersträucher dadurch aus vielen Gärten verschwunden sind. Doch mittlerweile gibt es viele neue Züchtungen, die weniger anfällig oder sogar resistent sind. Achte am besten direkt beim Kauf auf eine solche Sorte. Bei trockenem Boden kann sich der Mehltau übrigens leichter ausbreiten – sorge daher immer für einen feuchten Wurzelballen. Ein erstes Anzeichen für einen Befall sind braune Triebspitzen. Entdeckst du solche, solltest du die befallenen Zweige umgehend abtrennen und im Hausmüll entsorgen.

Bekommen die Beeren helle Flecken, deutet das auf einen Sonnenbrand hin – in diesem Fall solltest du deinem Stachelbeerstrauch etwas mehr Schatten gönnen. Weitere Schädlinge sind die Rote Stachelbeermilbe, Spinnmilben, Schildläuse sowie die Stachelbeerblattlaus. Wie bei allen Schädlingen ist es wichtig, einen Befall frühestmöglich zu behandeln, denn manchmal bekommt man diese durch einfache Methoden wieder los – noch bevor sie ganze Pflanzen befallen können.


Stachelbeeren vermehren

Die Vermehrung von Stachelbeeren ist auf zwei Arten möglich: durch Steckhölzer oder Stecklinge. Auch eine Aussaat ist möglich, doch ist diese Form der Vermehrung nur bei neuen Züchtungen sinnvoll.

Vermehrung durch Steckhölzer:

  • im Spätherbst, nachdem das Laub abgefallen ist
  • gut verholzte Triebe abtrennen
  • direkt ins Beet oder einen Topf setzen

Vermehrung durch Stecklinge:

  • im Sommer, von belaubten Sträuchern
  • halb verholzte Triebe abtrennen (ca. 10 cm)
  • unteren Teil entblättern und Steckling in Anzuchterde stecken
  • mit einer transparenten Haube abdecken und feucht halten
  • zwischenzeitlich in Töpfe umpflanzen oder im Herbst direkt ins Beet setzen

Ernte und Verwendung

Ernten kannst du deine Stachelbeeren zu unterschiedlichen Zeitpunkten – je nach Sorte und Verwendungszweck. Sehr beliebt ist die Verwendung in Kuchen oder Gelees, aber auch roh sind Stachelbeeren sehr lecker. Wie wäre es mit einem gesunden Fruchtsalat aus Stachelbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren und Erdbeeren – alles frisch aus dem eigenen Garten?

Verwendung:

Reifestadium:

Zeitpunkt (je nach Sorte):

als Kuchenbelag oder zum Einkochen

Reifestadium:

grüne, nicht ausgewachsene Beeren

Zeitpunkt (je nach Sorte):

Ende Mai bis Anfang Juni

Marmelade oder Gelee

Reifestadium:

ausgewachsene, aber sehr feste Beeren

Zeitpunkt (je nach Sorte):

Juni bis Juli

für den direkten Verzehr

Reifestadium:

ausgereifte Beeren mit weicher Schale

Zeitpunkt (je nach Sorte):

Juli bis August

Fällt die Ernte sehr groß aus oder möchtest du auch im Winter Stachelbeeren aus der eigenen Ernte genießen, kannst du die Früchte auch einfrieren – dann sind sie bis zu einem Jahr haltbar. Brause die Beeren vorher kurz ab und schockfroste sie 1 bis 2 Stunden, bevor du sie in einen Gefrierbeutel oder Behälter gibst – so bleiben sie fest und frieren nicht zusammen.

Tipp: Hast du deine Stachelbeeren etwas zu früh geerntet, kannst du sie noch etwas liegen lassen (kühl und trocken) – sie reifen dann noch ein wenig nach.


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