Rollrasen verlegen: So wird's gemacht

Fertige grüne „Auslegeware“ einfach im Garten ausrollen, anstatt Rasensamen zu sähen und abzuwarten? Das klingt verlockend. Kein Wunder, dass der schnell verfügbare grüne Naturteppich so beliebt ist. Wenn du gerade gebaut und noch keinen Garten angelegt hast, kannst du gleich loslegen. Bei einem vorhandenen Rasen solltest du die alte Grasschicht vorher entfernen. Hier liest du, wie sich Rollrasen richtig verlegen lässt.


Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: 3 bis 4 Stunden

Werkzeug: Motorhacke / Bodenfräse, Rechen, Rasenwalze, Rasendünger, Messer



Rollrasen verlegen: So gehst du vor

  1. Lockere den Boden gründlich mit einer Motorhacke oder Bodenfräse auf, falls er stark verdichtet ist.
  2. Sammle Steine, Wurzeln und größere Erdklumpen ab.
  3. Ebene die Erde mit einem groben Rechen.
  4. Verdichte den Boden mit der Rasenwalze.
  5. Lass den Boden eine Woche ruhen, damit er sich setzen kann.
  6. Bringe einen mineralischen Volldünger aus.
  7. Beginne mit der Verlegung des Rollrasens in einer Ecke.
  8. Arbeite lückenlos, vermeide Kreuzfugen und Überlappung.
  9. Schneide die Ränder der Rasenstücke mit einem Brotmesser passend zu.
  10. Liegt der Rasen, kommt die Rasenwalze nochmals zum Einsatz.
  11. Bewässere den neuen Rasen sofort großzügig mit ca. 20 Liter Wasser pro Quadratmeter, aber so, dass sich dabei keine Pfützen bilden.

Wie entsteht Rollrasen eigentlich?

Rollrasen wird in Rasenschulen auf großen Flächen herangezogen und geerntet. Sobald die Grasnarbe dicht genug ist, „schälen“ spezielle Maschinen den Rasen mitsamt einer dünnen Bodenschicht ab und rollen ihn dabei auf. Diesem Vorgang – und der Tatsache, dass er sich so bequem im heimischen Garten ausrollen lässt – verdankt der Rollrasen seinen Namen.


Rollrasen „erntefrisch“ verlegen!

Rollrasen

Verarbeite Rollrasen am besten sofort! Spätestens 36 Stunden nach dem Abschälen sollte der Fertigrasen verlegt sein. Am besten legst du also direkt am Liefertag los. Wird die Fläche an diesem Tag nicht fertig, sollest du die verbleibenden Rollen dennoch ausrollen. Lässt du sie eingerollt liegen, besteht die Gefahr, dass der Rasen aufgrund von Licht- und Sauerstoffmangel gelb wird oder sogar fault. Am nächsten Tag fährst du dann mit dem Rollrasen-Verlegen fort.


Wie viel Rasen bekomme ich pro Rolle?

Die fertigen Rollen wiegen je nach Wassergehalt bis zu 20 Kilogramm (kg). Eine Rolle entspricht üblicherweise einem Quadratmeter (m²) Rasen – also 100 mal 100 Zentimetern (cm). Die Maße können sich je nach Hersteller etwas unterscheiden. Meistens hast du die Wahl zwischen diesen beiden Formaten:

  • 40 Zentimeter Breite und 250 Zentimeter Länge
  • 50 Zentimeter Breite und 200 Zentimeter Länge

Am besten bleibst du also bei einer Marke, wenn du Rollrasen verlegest. Solltest du Rollen von verschiedenen Herstellern kaufen, dann achte in jedem Fall darauf, dass die Maße übereinstimmen, damit du unnötigen Verschnitt vermeidest.


Was kostet es, Rollrasen zu verlegen?

Wenn du Rollrasen verlegen willst, musst du mit Kosten zwischen fünf und zehn Euro pro (also pro Rolle) rechnen. Auf den reinen Materialpreis solltest du gegebenenfalls noch Kosten für den Transport hinzurechnen. Kaufst du eine größere Menge, wird dir eventuell ein Rabatt gewährt.


Rollrasen verlegen: In welcher Jahreszeit?

Die Witterung ist ein wichtiges Kriterium. Der Rollrasen darf beim Verlegen nicht austrocknen. Im Winter besteht zudem die Gefahr, dass der Rasen nicht gut verwurzelt. Frühling und Herbst sind ideal zum Auslegen des Fertigrasens. Die Wurzeln finden dann gute Bodenbedingungen vor und haben genügend Zeit, sich bis zum Winter zu verankern.


Rollrasen verlegen: Besser nicht auf alten Rasen

Generell empfiehlt es sich, alten Rasen zu entfernen, bevor du neuen Rollrasen verlegst. Das alte Gras würde sonst faulen und die Wurzeln des neuen Rasens infizieren. Trage die alte Grasnarbe am besten mit einem Spaten oder einer Wiedehopfhacke ab. Bei stark komprimierten Böden (vor allem bei Neubaugrundstücken ist das oft der Fall) solltest du anschließend, wie oben beschrieben, mit einer Motorhacke oder Bodenfräse das Erdreich auflockern. Gegebenenfalls reicherst du die Erde noch mit Rasensand an, um die Durchlässigkeit zu erhöhen.

Tipp:

Mit einer Rasenschälmaschine sparst du dir die Arbeit mit dem Spaten. Zwischen den Achsen dieses selbstfahrenden, von einem kräftigen Benzinmotor angetriebenen Geräts befindet sich ein schwingendes Messer, das sich in den Boden gräbt und die Grasnarbe in der eingestellten Tiefe und in der durch das Gerät vorgegebenen Breite einfach abrasiert.


Warum ist das Anwalzen so wichtig?

Mit der Gartenwalze gibst du dem Boden nach dem Auflockern mit der Motorhacke die nötige Dichte zurück. Nach dem Auslegen des Fertigrasens sorgt die Walze dafür, dass die Wurzeln des neuen Rasens den nötigen Bodenkontakt erhalten.

  • Walze die gesamte Rasenfläche langsam und gleichmäßig.
  • Bearbeite den Rasen am besten systematisch in Längs- und Querbahnen.
  • Achte darauf, dass du nur die Bereiche betrittst, die du bereits angewalzt hast.
  • Bewege die Walze möglichst mittig über die Längsfugen.

Halte den neuen Rasen wurzeltief feucht!

Rollrasen bewässern

Frisch verlegter Rollrasen ist empfindlich und muss erst anwachsen. Du kannst ihn zwar vorsichtig betreten – richtig belastbar ist er aber erst nach ein bis zwei Monaten. Vor allem in den ersten 14 Tagen solltest du den neuen Rasen gut bewässern. Halte am besten die Grasnarbe stets wurzeltief feucht, um das Anwachsen zu fördern. Der vor dem Rollrasen-Verlegen ausgebrachte mineralische Dünger versorgt das frische Grün in der Anwachsphase mit Nährstoffen.


Regelmäßige Rasenpflege

Nach den ersten zehn Tagen beginnst du mit der Pflege des Rasens. Am besten schneidest du ihn im Fünf-Tage-Rhythmus mit dem Rasenmäher in mittlerer Schnitthöhe, sodass nur die Spitzen gekappt werden. Damit kräftigst du die einzelnen Halme und lässt sie in die Breite wachsen. Achte darauf, dass die Schneidmesser des Rasenmähers stets scharf sind, sonst schneidet er die Halme nicht, sondern reißt daran.


Nach acht Wochen nachdüngen

Rollrasen düngen

Gönn deinem Rasen nach der Anwachsphase am besten einen Langzeitdünger. Beim Rasendüngen gilt generell: gleichmäßig und sparsam. Die Mengenangaben des Herstellers geben Orientierung. Nimm lieber etwas weniger als zu viel. Dünge am besten in den Abendstunden oder an bedeckten Tagen, aber nie bei direkter oder starker Sonneneinstrahlung. Erhitzt sich das Gras, während sich noch Dünger darauf befindet, können Verbrennungen auf den Blättern entstehen. Nach dem Düngen wässerst du den Rasen großzügig

.


Vorteile und Nachteile von Rollrasen

+ Rollrasen ist innerhalb weniger Stunden verlegt und begehbar.

+ Zum Anwachsen benötigt er zwar viel Wasser, muss aber nicht erst keimen.

+ Die dichte Grasnarbe lässt Unkraut zunächst keine Chance.

+ Durch regelmäßige Gartenpflege lässt sich dieser Zustand aufrechterhalten.

- Im Vergleich zu Rasensamen ist Rollrasen deutlich teurer.

- Rollrasen-Verlegen bedeutet erheblich mehr Aufwand als die Gras-Aussaat.

- Der komplette Rasen sollte am Liefertag verlegt werden.


Gartengeräte leihen oder kaufen?

Du hast weder Motorhacke noch Rasenwalze und möchtest diese Geräte auch nicht anschaffen? Dann kannst du sie womöglich im Baumarkt deiner Wahl ausleihen. Dort kannst du natürlich auch viele Gartenwerkzeuge und -maschinen kaufen – zum Beispiel einen Rasenmäher oder Vertikutierer. Vielleicht leiht dir auch ein freundlicher Nachbar das benötigte Gerät.