Rollrasen verlegen: So wird's gemacht

Fertigen Rasen kaufen und einfach im Garten selbst verlegen, anstatt Rasensamen zu säen und abzuwarten? Das klingt verlockend. Kein Wunder, dass der schnell verfügbare grüne Naturteppich so beliebt ist. Wenn du gerade gebaut und noch keinen Garten angelegt hast, kannst du gleich loslegen. Einen alten Rasen solltest du vorher entfernen. Hier liest du, wie sich Rollrasen verlegen lässt. Weitere Tipps rund um das Thema Rasen findest du in unserem Selbermachen-Bereich sowie auch in unserem Selbermacher-Magazin, dass du dir bei deinem nächsten Besuch im toom Baumarkt kostenlos mitnehmen kannst.


Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: je nach Bodenbeschaffenheit lassen sich 100 qm in 2 Tagen und mehr verlegen

Werkzeug & Material: Motorhacke / Bodenfräse, Schaufel, Rechen, Rasenwalze, Rasendünger, Messer, Spaten / Wiedehopfhacke , Schubkarre, Schalbretter, Gartenschlauch, Rasenerde, Bausand, Rollrasen


Rollrasen verlegen: So gehst du vor

  1. Lockere den Unterboden gründlich mit einer Motorhacke oder Bodenfräse auf, falls er stark verdichtet ist.
  2. Sammle Steine, Wurzeln und größere Erdklumpen ab. Bei schweren Böden kannst du zusätzlich etwas Bausand einarbeiten, das fördert die Durchlässigkeit.
  3. Ebene die Erde mit einem groben Rechen.
  4. Verdichte den Untergrund mit der Rasenwalze, damit der Boden wieder die notwendige Dichte bekommt. Gleiche nun die letzten Dellen und Hügel mit einer Rasenharke aus.
  5. Lass den Unterboden eine Woche ruhen, damit er sich setzen kann.
  6. Bringe einen mineralischen Volldünger aus oder verteile vor dem Auslegen des Rollrasens noch spezielle Rasenerde. Sie enthält auch Düngemittel, schafft optimale Bedingungen und verbessert die Wasserspeicherung, sodass der Rollrasen gut anwachsen kann.
  7. Beginne mit der Rollrasen-Verlegung in einer Ecke und rolle den Rasen gleichmäßig entlang einer Kante. Daran kannst du dich für alle weiteren Rasenstücke gut orientieren.
  8. Arbeite lückenlos, vermeide Kreuzfugen und Überlappung.
  9. Schneide die Ränder der Rasenbahnen mit einem Messer oder Spaten passend zu.
  10. Damit die Rasenfläche beim Verlegen nicht punktuell betreten wird, besorge dir Schalbretter oder Spanplatten und lege sie an die Stellen auf den Rasen, die du als Nächstes bearbeiten willst. So vermeidest du Dellen und Löcher im Rollrasen, die du hinterher nur mit viel Aufwand wieder glatt bekommst.
  11.  Liegt der Rollrasen, kommt die Rasenwalze nochmals zum Einsatz. Dadurch erhalten die Wurzeln einen besseren Bodenkontakt. Achte dabei darauf, dass du nur die bereits verdichteten Flächen betrittst und dich vorsichtig bewegst.
  12.  Bewässere den neuen Rasen sofort großzügig mit ca. 15 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter, aber so, dass sich dabei keine Pfützen bilden.

Wie entsteht Rollrasen eigentlich?

Rasen wächst

Rollrasen wird in Rasenschulen auf großen Flächen herangezogen und geerntet, ist also eigentlich auch nichts anderes als klassischer Rasen, den du fertig kaufen kannst. Sobald die Grasnarbe dicht genug ist, „schälen“ spezielle Maschinen den Rasen mitsamt einer dünnen Unterbodenschicht ab und rollen ihn dabei auf. Diesem Vorgang – und der Tatsache, dass sich die Rasenbahnen so bequem im heimischen Garten ausrollen lassen – verdankt der Rollrasen seinen Namen.


Rollrasen „erntefrisch“ auf dem Untergrund verlegen

Rollrasen

Verarbeite Fertigrasen am besten sofort! Spätestens 36 Stunden nach dem Abschälen sollte der Rollrasen verlegt sein. Am besten legst du also direkt am Liefertag los. Wird die Fläche an diesem Tag nicht fertig, sollest du die verbleibenden Rollen dennoch ausrollen. Lässt du die Rasenbahnen eingerollt liegen, besteht die Gefahr, dass der Rasen aufgrund von Licht- und Sauerstoffmangel gelb wird oder sogar fault. Am nächsten Tag fährst du dann mit dem Rollrasen legen fort.

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Wie viel Rasen bekomme ich pro Rolle?

Liegende Rolle Rollrasen

Die fertigen Rasenrollen wiegen je nach Wassergehalt bis zu 20 Kilogramm (kg). Eine Rolle entspricht üblicherweise einem Quadratmeter (m²) Rasen – also 100 mal 100 Zentimetern (cm). Die Maße können sich je nach Hersteller etwas unterscheiden. Meistens hast du die Wahl zwischen diesen beiden Formaten:

• 40 Zentimeter Breite und 250 Zentimeter Länge

• 50 Zentimeter Breite und 200 Zentimeter Länge

Am besten bleibst du also bei einer Marke, wenn du Rollrasen verlegest. Solltest du Rollen von verschiedenen Herstellern kaufen, dann achte in jedem Fall darauf, dass die Maße übereinstimmen, damit du unnötigen Verschnitt vermeidest.


Was kostet Rollrasen?

Rollen an Rollrasen liegen aufeinander

Wenn du Rollrasen verlegen willst, musst du mit Kosten zwischen fünf und zehn Euro pro m² (also pro Rolle) rechnen. Auf den reinen Materialpreis solltest du gegebenenfalls noch Kosten für den Transport hinzurechnen. Kaufst du eine größere Menge, wird dir eventuell ein Rabatt gewährt.


Rollrasen verlegen: In welcher Jahreszeit?

eine Bahn Rollrasen wird verlegt

Der richtige Zeitpunkt ist zum Rollrasen verlegen ein wichtiges Kriterium. Der Rollrasen darf beim Verlegen nicht austrocknen. Im Winter besteht zudem die Gefahr, dass der Rasen nicht gut verwurzelt. Frühling und Herbst sind ideal zum Fertigrasen verlegen. Die Wurzeln finden dann gute Bodenbedingungen vor und haben genügend Zeit, kräftige Grashalme zu treiben und sich bis zum Winter zu verankern.


Rollrasen auf alten Rasen verlegen: Besser nicht

Boden wird mit Harke bearbeitet

Generell empfiehlt es sich, alten Rasen zu entfernen, bevor du neuen Rollrasen verlegst. Die alten Grashalme würden sonst faulen und die Wurzeln des neuen Rasens infizieren. Trage die alte Grasnarbe am besten mit einem Spaten oder einer Wiedehopfhacke ab. Bei stark komprimierten Böden (vor allem bei Neubaugrundstücken ist das oft der Fall) solltest du anschließend, wie oben beschrieben, mit einer Motorhacke oder Bodenfräse den Untergrund auflockern. Gegebenenfalls reicherst du die Erde noch mit Rasensand an, um die Durchlässigkeit des Unterbodens zu erhöhen.

Tipp: Mit einer Rasenschälmaschine sparst du dir die Arbeit mit dem Spaten. Zwischen den Achsen dieses selbstfahrenden, von einem kräftigen Benzinmotor angetriebenen Geräts befindet sich ein schwingendes Messer, das sich in den Untergrund gräbt und die Grasnarbe in der eingestellten Tiefe und in der durch das Gerät vorgegebenen Breite einfach abrasiert.


Warum ist das Anwalzen der Rasenbahnen so wichtig?

Anwalzen der Rasenbahnen

Mit der Gartenwalze gibst du dem Boden nach dem Auflockern mit der Motorhacke die nötige Dichte zurück. Nach dem Auslegen des Fertigrasens sorgt die Walze dafür, dass die Wurzeln des neuen Rasens den nötigen Bodenkontakt erhalten.

• Walze die gesamte Rasenfläche langsam und gleichmäßig.

• Bearbeite den Rollrasen am besten systematisch in Längs- und Querbahnen.

• Achte darauf, dass du nur die Bereiche betrittst, die du bereits angewalzt hast.

• Bewege die Walze möglichst mittig über die Längsfugen.


Halte den neu verlegten Rollrasen wurzeltief feucht

Rollrasen bewässern

Frisch verlegter Rollrasen ist empfindlich und muss erst anwachsen. Du kannst ihn zwar vorsichtig betreten – richtig belastbar ist er aber erst nach ein bis zwei Monaten. Vor allem in den ersten 14 Tagen solltest du den neuen Rasen gut bewässern. Halte am besten die Grasnarbe stets wurzeltief feucht, um das Anwachsen zu fördern. Der vor dem Rollrasen-Verlegen ausgebrachte mineralische Dünger versorgt das frische Grün in der Anwachsphase mit Nährstoffen.


Regelmäßige Rollrasen-Pflege

Rollrasen wird bewässert

Nach den ersten zehn Tagen beginnst du mit der Rollrasen-Pflege. Am besten schneidest du den Rollrasen im Fünf-Tage-Rhythmus mit dem Rasenmäher in mittlerer Schnitthöhe, sodass nur die Spitzen gekappt werden. Damit kräftigst du die einzelnen Grashalme und lässt sie in die Breite wachsen. Achte darauf, dass die Schneidmesser des Rasenmähers stets scharf sind, sonst schneidet er die Grashalme nicht ab, sondern reißt daran.


Rollrasen nach acht Wochen nachdüngen

Gönn deinem Rollrasen nach der Anwachsphase am besten einen Langzeitdünger. Beim Rasendüngen gilt generell: gleichmäßig und sparsam. Die Mengenangaben des Herstellers geben Orientierung. Nimm lieber etwas weniger als zu viel. Dünge am besten in den Abendstunden oder an bedeckten Tagen, aber nie bei direkter oder starker Sonneneinstrahlung. Erhitzt sich der Rasen, während sich noch Dünger darauf befindet, können Verbrennungen auf den Grashalmen entstehen. Nach dem Düngen wässerst du den Rasen großzügig.

Rollrasen düngen

Rollrasen: Vorteile und Nachteile

Rollrasen wird mit Schaufel verlegt

+ Rollrasen ist innerhalb weniger Stunden verlegt und begehbar.                                  

+ Zum Anwachsen benötigt er zwar viel Wasser,           muss aber nicht erst keimen.                       

+ Die dichte Grasnarbe lässt Unkraut zunächst keine Chance.

+ Durch regelmäßige Gartenpflege lässt sich dieser Zustand aufrechterhalten.

- Im Vergleich zu Rasensamen ist Rollrasen deutlich teurer.

- Rollrasen-Verlegen bedeutet erheblich mehr Aufwand als die Gras-Aussaat.

- Der komplette Rasen sollte am Liefertag verlegt werden.


Gartengeräte leihen oder kaufen?

Du hast weder Motorhacke noch Rasenwalze, um deinen Unterboden zu bearbeiten und den Rasen zu verlegen, und möchtest diese Geräte auch nicht anschaffen? Dann kannst du sie womöglich im Baumarkt deiner Wahl ausleihen. Dort kannst du natürlich auch viele Gartenwerkzeuge und -maschinen kaufen – zum Beispiel einen Rasenmäher oder Vertikutierer. Vielleicht leiht dir auch ein freundlicher Nachbar das benötigte Gerät.