Rhododendron pflanzen

Die zarten, orchideenartigen Blüten des Rhododendrons sehen einfach traumhaft aus. Im Frühsommer bezaubert das Gewächs durch ein atemraubendes Blütenmeer und macht seinem Namen alle Ehre – Rhododendron ist Griechisch für „Rosenbaum“. Nicht weniger schön sind die sternförmig angeordneten und bei einigen Sorten immergrünen Blätter. Die Waldpflanze ist hinsichtlich Boden und Licht recht anspruchsvoll und bedarf der Pflege.


Für Rhododendron den richtigen Standort wählen

Rhododendron auf Balkon mit Gießkanne

Das Heidekrautgewächs ist recht wählerisch, was den Standort angeht. Das ist seiner Herkunft geschuldet. Rhododendron ist eine typische Waldpflanze, die Halbschatten liebt und sich im Schutz größerer Bäume wohlfühlt. Da sie gleißende Mittagssonne nicht verträgt, solltest du bei der Standortwahl den Sonnenverlauf beachten. Auch Dauerschatten ist keine Lösung, denn dann bildet sie nur spärlich Blüten aus. Rhododendron solltest du daher am besten neben einem größeren Baum pflanzen, idealerweise einer Kiefer, deren lichte Krone genügend Sonnenstrahlen durchlässt.

Um für Rhododendron einen guten Standort zu finden, solltest du auch benachbarte Pflanzen berücksichtigen. Das empfindliche Gewächs braucht Raum, um sich zu entfalten. Mit Wurzeln anderer Pflanzen kann es nicht konkurrieren. Am besten verträgt es sich mit Schneeball-Ziersträuchern, Funkien und Zaubernuss.


Große Auswahl an Rhododendron-Arten

Es gibt mehr als 1000 Arten Rhododendron, dementsprechend groß ist die Auswahl an prächtigen Blüten. Vor allem ostasiatische Sorten erfreuen sich großer Beliebtheit, es existieren aber auch wunderschöne einheimische Rhododendron-Arten. Die Farbpalette reicht von Rosa über Knallgelb bis hin zu Blau. Beachte jedoch, dass jede Sorte verschiedene Blütezeiten hat und bestimmte Anforderungen stellt – es empfiehlt sich also, das Pflanzenetikett genauer zu studieren. Die meisten Rhododendren blühen im April und Mai, frühblühende Sorten bereits im März. Einige Hybride gehören zu den Spätzündern, die erst im Herbst ihre Blütenpracht entfalten. Mit immergrünem Laub und großen Blüten überzeugen beispielsweise asiatische Sorten wie Yakushimanum-Hybride und Japanische Azaleen.


Rhododendron lieben humusreiche und lockere Erde

Blumenerde

Rhododendren wachsen flach und weisen ein dichtes Netz an feinen Wurzeln auf. Sie sind an lockere und nährstoffreiche Waldböden angepasst. Rhododendren bevorzugen daher Erde, die reich an Humus, gut durchfeuchtet und nicht verdichtet ist. Daneben sollte der Boden kalk- und säurearm sein. Mithilfe einer Bodenanalyse findest du heraus, ob der pH-Wert stimmt. Ideal ist ein pH-Wert zwischen vier und fünf. Bei starken Abweichungen ist es notwendig, einen Teil des Bodens auszutauschen. Zusätzlich solltest du eine Folie unter das neue Substrat legen. Das verhindert, dass Regen- und Gießwasser den Säuregehalt verändern und hält zugleich die Wurzeln anderer Gewächse fern. Auch lehmige Böden vertragen die Pflanzen nicht. Bei sandiger Erde reicht es hingegen, wenn du sie mit altem Laub oder Kuhmist anreicherst. Insbesondere Letzterer hat sich sehr gut bewährt und ist als Düngemittel erhältlich.

Für einen Bodenaustausch gräbst du zuerst ein Loch, das circa einen halben Meter (m) tief und anderthalb Meter breit ist. Anschließend schüttest du spezielle Rhododendron-Erde auf oder mischst dem Erdhaufen in ungefähr gleichen Anteilen Sand, Rindenkompost und verrotteten Kuhmist bei. Bei lehmigen Böden empfiehlt sich eine zusätzliche Drainage-Schicht aus Kies oder grobkörnigem Sand, um einer Verdichtung entgegenzuwirken. Bei kalkreichen Böden ist es besser, von vornherein Inkarho-Rhododendron zu pflanzen – eine Sorte, die Kalk verträgt.


Richtig anpflanzen

Verschiedene Blumen mit Topf, Schaufel und Gießkanne

Wähle einen günstigen Zeitraum aus, um Rhododendron zu pflanzen. Generell eignen sich Frühjahr (Anfang März bis Mitte Mai) und Herbst (Anfang September bis Mitte November). Bei einer frühen Anpflanzung solltest du die letzten Frostnächte abwarten. Zugleich muss die Pflanze vor dem Blattaustrieb ausgesetzt werden. Willst du später anpflanzen, ist es besser, Rhododendren bereits im Frühherbst in die Erde zu setzen. Dadurch haben die Wurzeln genügend Zeit, sich noch vor dem Winterfrost im Boden zu verankern.

Bevor du die Pflanze ins Erdloch setzt, solltest du die Wurzelballen fünf Minuten (min) lang ins Wasser stellen. Setze den Rhododendren nicht zu tief ein. Ein Teil des Wurzelballens kann wenige Zentimeter (cm) herausragen und sollte nicht mit Substrat bedeckt werden. Auf mangelnde Belüftung reagiert das Gewächs nämlich empfindlich.

Ist der Rhododendron gepflanzt, solltest du vor allem während der darauffolgenden Tage auf gleichmäßig feuchten Boden achten.


Rhododendron düngen und pflegen

Hand streut Dünger

Dünge das Gewächs Anfang April beziehungsweise zwei Wochen nach der Anpflanzung. Ein zweites Mal solltest du den Rhododendron Ende Juni beziehungsweise nach der Blütezeit düngen, damit die Pflanze wieder Kraft tanken kann. Verwende hierfür entweder zwei Handvoll Hornspäne oder speziellen Rhododendron-Dünger.

Eine drei bis fünf Zentimeter dicke Schicht aus Rindenmulch ahmt natürliches Waldlaub nach. Es hält den Boden feucht und sorgt für konstantere Temperaturen. Verwende zum Gießen kalkarmes Wasser; garantiert kalkfrei ist Regenwasser. Blütenstände solltest du direkt nach dem Verwelken herausbrechen. Das bewirkt, dass der Rhododendron nach der Blütezeit keine Samen ausbildet. Im kommenden Jahr ist die Blütenpracht dann umso beeindruckender.


Für kräftige Rhododendren: Krankheiten behandeln

Rhododendronpflanze im Sonnenlicht

Decke weniger geschützt stehende Sträucher im Winter mit einem schattierenden Vlies ab. Dadurch verhinderst du, dass Frostschäden die Pflanze anfälliger machen.

Sterben einzelne Zweige ab und verwelken die Blätter rasch, deutet das auf Triebsterben hin. Hier solltest du die Ursache bekämpfen, nämlich verdichteten Boden und Staunässe. Auch Pilzinfektionen wie beispielsweise Echten Mehltau solltest du umgehend behandeln.

Schwere Schäden können auch einige Schädlinge verursachen. Angefressene Blattränder deuten auf den Dickmaulrüssler hin, absterbende Knospen auf die Rhododendron-Zikade und grau geäderte Blätter auf die Netzwanze. Ihnen ist nur mit Insektiziden beizukommen.

Auch Kalkchlorose ist eine typische Rhododendron-Krankheit. Das einzige Mittel dagegen ist ein Erdaustausch.