Richtig bohren: So gelingt’s

Ob ein Spiegel oder ein Regal an die Wand geschraubt werden soll oder ob du Werkstücke miteinander verbinden möchtest – beim Heimwerken führt am Bohrer kein Weg vorbei. Doch welche Bohrmaschine ist die richtige für welches Material und welche Dübelgröße? Und worauf solltest du achten, um richtig zu bohren? Antworten auf diese Fragen erhältst du hier.


Die richtige Bohrmaschine finden

Vier Bohrmaschinen liegen auf dem Boden

Bohrarbeiten dienen in der Praxis meist als Vorbereitung für den Einsatz von Schrauben, es handelt sich also um Vorbohrungen. Bei Holzwerkstücken ist mindestens eine Bohrung in einem der Werkstücke nötig, bei Verbindungen von Werkstücken aus Metall werden stets zwei Bohrungen benötigt, von denen eine ein Gewinde haben kann. Zum Bohren benötigst du eine Bohrmaschine mit dem passenden Aufsatz.

Zu unterscheiden ist zwischen klassischer und Schlagbohrmaschine. Bei Letzterer wird die Drehbewegung des Bohrers um eine Schlagbewegung ergänzt, die zum Beispiel bei Gestein, Mauerwerk oder Beton notwendig ist. Für das Bohren spanender Werkstoffe wie Holz, Kunststoff oder Metall reicht die Drehbewegung aus.

Im gewerblichen Bereich überwiegen solche Arbeiten, die nur eine normale Bohrfunktion erfordern. Im Heimwerkerbereich ist dagegen die Schlagbohrmaschine das weiter verbreitete Werkzeug. Da sie sich wahlweise als einfache Bohrmaschine oder als Schlagbohrmaschine einsetzen lässt, ist sie universell verwendbar.


Richtig bohren mit Steuer- oder Regelelektronik?

Zwei Bohrer stehen voreinander

Heutzutage sind alle Schlagbohrmaschinen mit einer elektronisch variablen Drehzahlregulierung ausgerüstet. Es gibt zwei Arten: die Steuerelektronik und die Konstant- oder Regelelektronik. Die Steuerelektronik ist die herkömmliche Variante. Die Drehzahl kann durch entsprechend starkes Drücken des Schalters gesteuert werden (Gasgebefunktion). Die Drehzahl ist belastungsabhängig. Bei steigender Belastung muss „Gas gegeben“ werden, um die Drehzahl zu halten.

Die Regelelektronik bietet alle Funktionen der Steuerelektronik, zusätzlich wird aber die vorgegebene oder die vorher eingestellte Drehzahl auch dann konstant gehalten, wenn sich die Belastung ändert. Die Vorteile sind:

  • schneller Arbeitsfortschritt
  • bessere Leistungsausnutzung
  • ideal für stationäre Arbeiten im Bohrständer

Netzgerät oder Akku-Bohrmaschine?

Akku liegt vor Bohrmaschine auf dem Boden

Grundsätzlich gehört eine Schlagbohrmaschine mit Netzanschluss zur Standardausrüstung. Viele Arbeiten werden an der Werkbank erledigt. Wegen der hohen Leistung sind Bohrungen mit großem Durchmesser oder Lochsägen schnell und zügig durchzuführen, und ein stationärer Betrieb im Bohrständer ist problemlos möglich. Als sinnvolle Ergänzung dient ein Akku-Bohrschrauber oder ein Akku-Schlagbohrschrauber. Damit kannst du auch überall dort richtig bohren, wo kein Netzanschluss zur Verfügung steht oder ein Netzkabel hinderlich wäre. Die Akkugeräte verfügen über eine mechanische Drehmomentvorwahl, können also hervorragend auch zum Schrauben verwendet werden.


Hand- oder Tischbohrmaschine?

Mann hält Handbohrmaschine

Elektrische Handbohrmaschinen sind kompakt, handlich und – besonders als Akkugeräte – überall einsetzbar. Bei allen Handbohrmaschinen hängt die Arbeitsqualität von der Person ab, welche die Maschine „freihändig“ einsetzt. Typisch ist ein leichtes Verkanten beim Ansetzen oder beim Bohren. In der Praxis bedeutet dies, dass das Bohrloch oft nicht exakt im rechten Winkel zur Werkstückoberfläche verläuft. Das ist in der Regel nicht tragisch, aber wenn du Werkstücke miteinander verschrauben oder Gewinde in die Bohrlöcher schneiden möchtest, muss das Bohrloch winkelgenau sein. Um es richtig vorzubohren, kannst du zur Handbohrmaschine im Bohrständer oder zu einer Tischbohrmaschine greifen.


Welche Bohrmaschine für welches Material?

Mann bohrt in Steinblock

Werkstoffe haben unterschiedliche Eigenschaften. Deshalb gibt es auch für jeden Werkstoff den geeigneten Bohrer. Am häufigsten werden Spiralbohrer verwendet, auch Wendelbohrer genannt. Daneben sind der Schliff und die Form der Schneiden für die Bohrqualität und den Bohrfortschritt entscheidend.


Holz richtig bohren

Mann mit Handschuh bohrt in Holzbrett

Für Holzwerkstücke verwendest du am besten einen speziellen Holzbohrer aus Werkzeugstahl. Er besitzt eine besonders scharfe Zentrierspitze. Sie bewirkt, dass der Bohrer durch den Wechsel härterer und weicherer Fasern nicht abgelenkt wird. So erzielst du besonders präzise Ergebnisse. Beim Bohren von Metall stumpft ein Holzbohrer schnell ab. Beim Bohren von Edelstahl versagt er sofort. Verwende ihn deshalb nur gemäß seinem Zweck.


Metall richtig bohren

Bohren in Metalloberfläche

Für Metall kannst du den herkömmlichen Spiralbohrer verwenden. Er besteht aus hochlegiertem Werkzeugstahl. Besonders effektiv sind HSS-Bohrer – die Abkürzung steht für „High Speed Steel“. Der Bohraufsatz ist mit besonders hartem Titannitrid beschichtet, sodass er eine geringere Reibung aufweist. Ähnlich verhält es sich mit cobaltlegierten Bohrern, die nicht nur sehr hart, sondern auch hitzebeständig sind. Sie eignen sich deshalb hervorragend für die Bearbeitung von hochfestem Baustahl oder Edelstahl. Nachteilig ist die bei dünnen Bohrern höhere Bruchempfindlichkeit.


Stein richtig bohren

Bohren in Steinoberfläche

Steinbohrer zeichnen sich durch ihre flache Spitze aus, die etwas breiter ist als der Bohrerschaft. Sie besitzen eine Schneide aus Hartmetall, die sich ideal zur Steinbearbeitung und zum Bohren in faserverstärkte Kunststoffe eignet. Auch bei Mauerwerk oder Beton lässt sich der Steinbohrer einsetzen.


Richtig bohren: die Vorbereitung

Mann hält Bohrmaschine in beiden Händen

Bohrst du einfach drauf los, kann einiges schiefgehen. Eine gründliche Vorbereitung ist daher essenziell. Zuerst solltest du prüfen, wo Wasser- oder Stromleitungen verlaufen, wenn du in die Wand bohren möchtest. Dazu kannst du dir aus dem Baumarkt ein Leitungssuchgerät holen. Miss mit seiner Hilfe die Abstände der benötigten Bohrlöcher aus und zeichne die Löcher mit einem Bleistift an. Bohrst du in Metall, kannst du die Bohrstelle leicht ankörnen, indem du zum Beispiel einen Nagel mit dem Hammer leicht in das Material schlägst. So markierst du einerseits das Bohrloch und sorgst andererseits dafür, dass der Bohrer nicht abrutscht.

Prüfe außerdem, ob dein Bohrer scharf ist. Stumpfe Bohrer kannst du selbst nachschärfen oder nachschärfen lassen. Für einfachen Schliff gibt es Schärfvorrichtungen, Spitzenwinkel von Spiralbohrern, die auf die Bohrmaschine aufgesetzt werden können. Du kannst den Bohrer aber auch per Hand am Schleifbock schärfen. Hierfür sind allerdings Fingerspitzengefühl und Erfahrung nötig. Am besten lässt du dir das Schärfen von einer erfahrenen Fachperson zeigen.


Tipps zum richtigen Bohren

Mann mit Schutzbrille und Ohrschützern bohrt in Holzbrett

Hast du alle notwendigen Vorkehrungen getroffen, kannst du loslegen. Trage am besten eine Schutzbrille beim Bohren, krempele die Ärmel hoch und binde lange Haare zurück. Um den Bohrstaub aufzufangen, kannst du einen Briefumschlag unter das Bohrloch kleben – oder du beauftragst jemanden, den Staub direkt mit dem Staubsauger aufzusaugen. Setze die Bohrmaschine möglichst genau im rechten Winkel an und beginne, vorsichtig und gerade zu bohren. Erst wenn die Bohrspitze nicht mehr abrutscht, sondern sich sicher in die Wand oder den Untergrund dreht, solltest du Druck ausüben. Um nicht zu tief zu bohren, kannst du einen Tiefenbegrenzer zu Hilfe nehmen.


Dübel bohren: Was du beachten solltest

Hand mit Dübel vor Wand mit Bohrloch

Bei schwereren Lasten bieten Dübel den Schrauben sichereren Halt. Doch welcher Bohrer ist für welchen Dübel der richtige? Diese Frage ist leicht zu beantworten: Welche Bohrergröße du für welchen Dübel benötigst, hängt von der Dübelgröße ab. Für einen 8er-Dübel brauchst du beispielsweise einen Bohrer mit 8 mm Durchmesser, für einen 10er-Dübel einen 10er-Bohrer. Das Bohrloch sollte etwas tiefer ausfallen, als der Dübel lang ist – 10 mm reichen in der Regel aus. Du kannst das Loch mit einem Tiefenbegrenzer auf die richtige Tiefe bringen oder mit einem Stück Klebeband die entsprechende Länge am Bohrer markieren.

Tipp: Mehr über Dübel und darüber, welcher Dübel sich für welche Schraube eignet, erfährst du in der Dübel-Materialkunde von toom Baumarkt.