Insbesondere in der kalten Jahreszeit schätzt du die wohlige Wärme daheim. Aber stell dir mal vor, du drehst das Thermostat voll auf – doch anstatt für kuschelige Wärme zu sorgen, reagiert der Heizkörper nur mit einem Gluckern. Im unteren Bereich wird er maximal lauwarm, ansonsten bleibt er kalt. Du stehst gerade vor genau dieser Situation? Dann ist es höchste Zeit, deine Heizkörper zu entlüften! Wie du dabei vorgehst und was es noch zu beachten gilt, erfährst du hier.


In welcher Reihenfolge müssen Heizkörper entlüftet werden?

Weißer Heizkörper

Bei der Frage, wie man Heizkörper entlüften kann, spielt auch die Reihenfolge eine wichtige Rolle. Beginne deshalb stets damit, den höchstgelegenen Heizkörper zu entlüften, denn die Luft steigt in der Anlage nach oben. Dort sammelt sich also die meiste Luft. Um sicherzugehen, dass die gesamte Luft raus ist, kannst du am Ende noch einmal die Heizkörper im obersten Geschoss entlüften.

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Die Heizkörper selbst entlüften: So gehts!

Schritt 1: Entlüftung der Heizkörper vorbereiten

Bevor du loslegst, besorge dir einen Eimer und einen Lappen, denn es wird ein wenig nass. Einige Modelle besitzen auch ein kleines integriertes Wasserauffangbecken. Das erhöht den Komfort enorm. Trotzdem empfiehlt es sich, sicherheitshalber einen Eimer unter das Lüftungsventil zu stellen, falls doch der eine oder andere Tropfen danebengeht. Außerdem brauchst du einen passenden Heizkörperschlüssel. Den bekommst du in jedem Baumarkt. Liegt alles bereit, bist du startklar. Besitzt du ein Eigenheim, schaltest du nun, sofern möglich, die Umwälzpumpe ab. Warte anschließend eine Stunde, damit sich alle Luftbläschen in den Heizkörpern sammeln können.

Heizkörperschlüssel

Schritt 2: Heizkörper richtig entlüften

Drehe das Thermostat am Heizkörper vollständig auf (höchste Stufe) und stell den Eimer unter das Lüftungsventil (auch: Ablassventil). Setze nun den Heizkörperschlüssel an der Endverschraubung des Lüftungsventils an. Du findest es oft links oben am Heizkörper beziehungsweise auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostatventils.

Drehe den Heizkörperschlüssel vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn (nach links). Öffne das Ventil aber keinesfalls komplett, sonst fließt das Heizwasser ungehindert in den Raum. Drehe nur so lange, bis du ein zischendes Geräusch und/oder ein lebhaftes Blubbern hörst. Oft reicht schon eine Viertel- bis halbe Drehung. Das Zischen ist die Luft, die jetzt aus dem Heizkörper entweicht. Eventuell kommt auch gleich etwas Wasser mit. 

Achtung: Die entweichende Luft kann heiß sein. Das gilt auch für das Wasser, das außerdem oft schmutzig ist. Halte entsprechend Abstand.

Schritt 3: Lüftungsventil schließen

Sobald nur noch ein gleichmäßiger Wasserstrahl ohne Luftblasen austritt, schließt du das Lüftungsventil wieder. Ein moderates Zudrehen genügt. Drehe auch das Thermostatventil in die Ausgangsstellung zurück – fertig ist die erste Heizkörperentlüftung!

Schritt 4: Umwälzpumpe wieder anstellen

Wiederhole die Schritte 1–3 an jedem weiteren Heizkörper. Arbeite dich dabei von den höhergelegenen zu den tiefergelegenen Heizkörpern vor beziehungsweise von den oberen zu den unteren Etagen. Hast du die Umwälzpumpe zum Entlüften der Heizung abgestellt, schaltest du sie anschließend wieder ein.

Wasserdruck prüfen

Schritt 5: Wasserdruck prüfen

Da beim Entlüften von Heizkörpern Wasser verloren geht, solltest du anschließend den Wasserdruck in der Anlage prüfen und bei Bedarf ausgleichen. Die Betriebsanleitung deiner Heizungsanlage verrät dir den empfohlenen Wasserdruck. Den tatsächlichen Stand liest du am Manometer deiner Anlage ab. Nach der Heizkörperentlüftung lässt du die Heizung am besten mindestens eine Stunde laufen. Idealerweise prüfst du anschließend nochmals den Heizkörper, der am weitesten vom Kessel entfernt ist. Wenn hier keine Luft mehr austritt, hast du deine Heizkörper erfolgreich entlüftet.


Heizung in der Mietwohnung entlüften

Du lebst in einer Mietwohnung und möchtest die Luft aus deinen Heizkörpern lassen, doch du hast keine eigene Heizpumpe und auch keinen Zugang zur Umwälzpumpe? Dann kannst du diese Vorbereitung überspringen und der Anleitung zum Entlüften der Heizung direkt ab Schritt 2 folgen.


Warum muss man Heizkörper entlüften?

Warum entlüften?

Luft hat im Heizkreislauf nichts zu suchen, denn sie mindert die Heizleistung. Je mehr Luft in den Kreislauf gelangt, desto schlechter zirkuliert das Wasser, das die Wärme transportiert. Spätestens wenn die Heizleistung nachlässt, ist es deshalb an der Zeit, die Heizkörper zu entlüften, damit die Anlage wieder ordnungsgemäß und störungsfrei funktioniert.

Viele Heizungen kommen während der Heizperiode mit einer einzigen Entlüftung aus. Bei anderen brauchen die Heizkörper hingegen beinahe wöchentliche Zuwendung, damit sie ausreichend wärmen. Das hängt meist vom Alter und Zustand der Heizung ab: Alte Heizkörper müssen öfter entlüftet werden. Sie sind oft undicht, sodass die Luft leichter eindringen kann als bei neueren Anlagen.

Auch beim Nachfüllen des Heizwassers gelangt häufig Luft in die Heizungsanlage. In der Folge wärmt die Heizung schlechter oder es ist mehr Energie nötig, um eine ausreichende Heizleistung zu erzielen. Wenn du dich rechtzeitig um die Heizkörperentlüftung kümmerst, kannst du also Energie und bares Geld sparen. Nutze den Entlüftungszeitpunkt am besten gleich, um deine Heizkörper zu reinigen und bei Bedarf Reparaturen vorzunehmen. So brauchst du diese Aufgaben nicht mehr auf die lange Bank zu schieben.


Wann sollte ich Heizkörper entlüften?

Wie die meisten Dinge benötigen auch Heizkörper gelegentliche Reinigung und Pflege, vor allem, wenn sie über längere Zeit nicht genutzt werden. Demnach lässt du am besten einmal jährlich, und zwar schon vor Beginn der Heizperiode, die Luft aus den Heizkörpern. So stellst du sicher, dass die Heizung einwandfrei funktioniert, bevor die kalten Tage kommen. Die Heizperiode dauert für gewöhnlich von Oktober bis April. Einen gesetzlich vorgeschriebenen Zeitpunkt, ab wann und bis wann Vermieter unbedingt heizen müssen, gibt es jedoch nicht. Die Außentemperaturen und die jeweiligen Mindestraumtemperaturen dienen hier als Maßstab. Beachte auch, dass Lüften und Heizen eng miteinander zusammenhängen.


Heizung professionell entlüften lassen?

Heizkörper entlüften

Für eine so einfache Wartungsaufgabe wie die Entlüftung von Heizkörpern muss nicht gleich eine Fachperson ran. Dichtigkeitsprüfungen, Messungen der Abgaswerte und sonstige Einstellungen sollten hingegen ausschließlich Fachleute vornehmen. Vor allem von den Gasleitungen solltest du die Finger lassen! Dort drohen zu viele Gefahren.

Bleibt die Heizung trotz Entlüften kalt, solltest du ebenfalls fachliche Expertise hinzuziehen. Möglicherweise ist ein Ausdehnungsgefäß defekt oder ein Ventilstift im Thermostat verstopft. Auch undichte Bauteile oder Leitungen können für eine Funktionsstörung verantwortlich sein.


Heizung ohne Schlüssel entlüften

Heizung entlüften ohne Schlüssel

Du hast keinen Heizkörperschlüssel zur Hand? Dann solltest du einen Blick in deinen Werkzeugkasten werfen. Findest du (Schlitz-)Schraubenzieher, Maulschlüssel oder Kombizange darin, bekommst du die Heizkörperentlüftung auch ohne Schlüssel hin.

Die Beschaffenheit des Ventils entscheidet, welches Werkzeug zum Einsatz kommt. Zudem muss rings um das Ventil genug Platz sein, damit du das Werkzeug ansetzen kannst. Ist das nicht der Fall, brauchst du doch einen Schlüssel, um die Heizkörper zu entlüften. Du hast genug Platz und das Ventil hat einen Schlitz? Dann setzt du den Schraubenzieher an und drehst ihn zum Öffnen gegen den Uhrzeigersinn.


Heizkörper automatisch entlüften

Nicht alle Heizkörper müssen entlüftet werden – zumindest nicht manuell. Du möchtest dir das regelmäßige Luftablassen ersparen? Dann kannst du auf eine automatische Heizkörperentlüftung umsteigen. Dazu ist es allerdings notwendig, die alten Ablassventile gegen automatische Entlüftungsventile auszutauschen. Diese führen permanent und selbstständig überschüssige Luft aus der Anlage ab.


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