Löten ist eine Verbindungstechnik, die vielfältige Anwendungsgebiete hat. Es gibt verschiedene Lötverfahren: Vielleicht hast du bereits von Hartlöten und Weichlöten gehört. Doch welche Methode ist für welchen Einsatzzweck geeignet – und worin liegen die genauen Unterschiede? In diesem Ratgeber von toom Baumarkt erfährst du es!


Hartlöten vs. Weichlöten: der Unterschied

Sanitärrohre werden gelötet

Der Unterschied zwischen Hart- und Weichlöten besteht in der Löttemperatur: Ab einer Temperatur von 450 °C spricht man vom Hartlöten, alles darunter fällt in den Bereich Weichlöten. Die Löttemperatur ist wichtig, weil sie den Schmelzpunkt des Lotes angibt, das für den jeweiligen Lötvorgang benutzt wird – oder genauer: den Schmelzbereich. Der liegt beim Weichlöten üblicherweise zwischen 180 und 250 °C. Hier geht das Lot vom festen in den flüssigen Zustand über.

Da der Schmelzpunkt des Lotes beim Weichlöten also deutlich niedriger ist, ist die entstehende Verbindung sowohl thermisch als auch mechanisch nicht so belastbar wie beim Hartlöten. Oder anders gesagt: Hartlöten wird da eingesetzt, wo die Verbindung hohen Belastungen ausgesetzt ist; Weichlöten wiederum dort, wo die Werkstücke empfindlich sind – wie beispielsweise bei elektronischen Bauteilen und Platinen.

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Was ist Hartlöten?

Kupferrohre werden hart gelötet

Beim Hartlöten liegt die Temperatur bei mindestens 450 °C. Das bedeutet zum einen, dass das Lot, das du zum Verbinden der beiden Werkstoffe verwendest, nicht zu weich sein darf, also beispielsweise im Gegensatz zum Weichlot kein Zinn mehr enthält. Andererseits dürfen aber auch die zu verbindenden Teile nicht zu empfindlich sein und sollten entsprechende Temperaturen aushalten können.

Für Heimwerker finden sich nur recht wenige Anwendungsbereiche, in denen Hartlöten zwingend notwendig wäre. Einer davon ist das Hartlöten von Kupfer für die Installation von Kupferrohren, bei denen Betriebstemperaturen von 110 °C überschritten werden. Die für diesen Temperaturbereich nötige Lötverbindung muss stabil und thermisch belastbar sein, weshalb man in diesen Fällen ausnahmsweise auf das Hartlöten zurückgreifen muss.

In Handwerk und Industrie ist Hartlöten dagegen gang und gäbe. Für Gas- und Sanitärinstallationen oder auch beim Heizungs- und Klimaanlagenbau sind die hohe mechanische Haltbarkeit und die Unempfindlichkeit gegenüber hohen Temperaturen wichtige Eigenschaften der Lötverbindung, die sich durch Weichlöten nicht erzeugen lassen.

Was braucht man zum Hartlöten? Zum benötigten Löt-Zubehör gehört ein Gasbrenner, der die notwendigen hohen Temperaturen erreichen kann: Normale Lötkolben sind hierfür nicht ausgelegt. Darüber hinaus brauchst du spezielles Hartlot. Hartlote haben oft einen recht hohen Kupfer- oder Silberanteil und sind als Paste, Draht oder in Stangenform erhältlich. Üblicherweise ist das zum Löten nötige Flussmittel bereits im Lot enthalten.


Was ist Weichlöten?

Löten an einer Platine

Die Festigkeit von Weichlötverbindungen ist naturgemäß weniger stabil. Dafür kannst du allerdings auch empfindlichere Werkstoffe miteinander verbinden, denn beim Weichlöten werden nur Temperaturen bis maximal 450 °C erreicht. In der Elektronik und Kunst sowie bedingt bei Haushaltsinstallationen kannst du dieses Lötverfahren einsetzen – so kannst du beispielsweise ein Kupferrohr weichlöten, falls Betriebstemperaturen von 110 °C nicht überschritten werden.

Elektrogeräte lassen sich ebenfalls sehr gut weichlöten, da Weichlötverbindungen Elektrizität sehr gut leiten – kommt also beispielsweise mal ein Signal am Lautsprecher oder der E-Gitarre nicht durch, kannst du den Kontakt durch eine Weichlötverbindung oft recht problemlos wiederherstellen.

Metalle mit besonders niedrigem Schmelzpunkt – das sind vor allem Zinn, Zink und Blei – kannst du ausschließlich weichlöten. Sie würden beim Hartlöten durch die hohen Temperaturen schmelzen.

Eine Anleitung zum Weichlöten und weitere nützliche Informationen rund um das Thema Löten findest du im Ratgeber Richtig löten.


Kupferinstallationen: Hartlöten oder Weichlöten?

Kupferrohr wird gelötet

Gerade Leitungssysteme im Haus(halt) bestehen oft aus Kupfer. Kupferrohre lassen sich grundsätzlich mit beiden Lötverfahren verbinden. Allerdings kommt es auf den Einsatzzweck an: Bei Solaranlagen, Gasinstallationen und hydraulischen Leitungen ist Hartlöten zwingend vorgeschrieben, da hier im Betrieb die Temperaturgrenze von 110 °C überschritten wird, bei der eine Weichlötverbindung keine ausreichende Haltbarkeit mehr gewährleistet.

Trinkwasserleitungen aus Kupfer müssen bis zu einer bestimmten Stärke (28 x 1,5 mm) weichgelötet werden. Hierbei ist die Verwendung eines bleifreien Lots zwingend vorgeschrieben. Dachrinnen und Fallrohre aus Kupfer kannst du ohne weiteres mit beiden Lötverfahren verbinden.


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