Kunstrasen verlegen: Schaffe dir eine grüne Oase

Wenn du von einem dichten, sattgrünen Rasen träumst, aber nicht regelmäßig wässern, düngen, mähen und den Rasen vertikutieren möchtest, dann ist Kunstrasen eine interessante Alternative für dich. Moderne Varianten unterscheiden sich optisch kaum noch von echten Rasenflächen. Dabei macht der immergrüne Bodenbelag nicht nur im Garten, sondern auch auf dem Balkon oder der Terrasse eine gute Figur. Mit ein wenig handwerklichem Geschick und der richtigen Ausstattung kannst du Kunstrasen auch leicht selbst verlegen. Wie das geht, erfährst du in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.


Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: je nach Fläche und Untergrund 1–2 Tage

Werkzeug & Material:Kunstrasen, Pflastersand, Spaten, Rüttelplatte, Richtlatte, Geovlies, Cutter, Nahtband, Kunstrasen-Anker, harter Besen, eventuell Quarzsand


Die verschiedenen Arten von Kunstrasen

Handschuhe halten Teilstück von Kunstrasen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen verfülltem und unverfülltem Kunstrasen. Bei ersterem wird nach dem Verlegen feiner Sand zwischen die Halme gefegt, was sie aufstellt und gleichzeitig stabilisiert. Dadurch wirkt der Rasen fülliger und die Bahnen bleiben an ihrem Platz. Verfüllter Kunstrasen wird meist im Garten verlegt. Unverfüllte Varianten eignen sich vor allem für Terrasse und Balkon.

Auch Optik und Haptik können sehr verschieden sein. Ausschlaggebend sind hier die Stiche pro m². Besonders authentisch wirken Kunstrasen mit mehr als 16.000 Stichen pro m². Viele Hersteller geben kleine Muster ihrer Produkte aus, damit man sich im Vorfeld ein Bild von der Qualität des Kunstrasens machen kann.

Weitere Auswahlkriterien sind:

  1. UV-Beständigkeit
  2. Schadstofffreiheit
  3. Strapazierfähigkeit
  4. Wasserdurchlässigkeit

Kunstrasen gibt es zudem auf unterschiedlich breiten Rollen. Wenn du bereits im Vorfeld die Größe beachtest, ersparst du dir aufwendige Nahtverbindungen.


Notwendige Vorarbeit: den passenden Kunstrasen-Untergrund schaffen

Kunstrasen im Garten

Kunstrasen lässt sich auf beinahe jedem Untergrund verlegen. Einzige Voraussetzung: Er muss tragfähig und eben sein, damit eine gleichmäßige Oberfläche entsteht und sich später keine Pfützen bilden. Eine sorgfältige Vorbereitung ist deshalb das A und O.

Kunstrasen im Garten verlegen

Soll Kunstrasen auf altem Rasen verlegt werden, muss dieser zuerst entferntwerden. Dafür stichst du die Fläche in regelmäßigen Abständen von ca. 30 cm × 30 cm etwa 5–10 cm tief ein. Anschließend kannst du die Grasnarbe mit einer Schaufel Abschnitt für Abschnitt abheben. Möchtest du eine sehr große Fläche mit Kunstrasen auslegen, empfiehlt sich der Einsatz eines Grassodenschneiders. Auch, wenn du den Kunstrasen auf Mutterboden verlegen möchtest, muss zuvor die oberste Schicht abgetragen werden.

Nun fährst du mit einer Rüttelplatte, die du dir im Baumarkt ausleihen kannst, über die Fläche. Das schafft die notwendige Stabilität für deinen Kunstrasen. Fülle dann Sand auf und verteile ihn gleichmäßig mit einem Rechen. Das Sandbett sollte etwa 5–10 cm stark sein. Wässere die Sandschicht und verdichte die Fläche erneut mit der Rüttelplatte. Unebenheiten kannst du mithilfe einer Richtlatte ausgleichen.

Ein Tipp: Besonders sauber wirkt die Rasenfläche, wenn du vorher eine Rasenkante setzt.

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Kunstrasen auf dem Balkon

Kunstrasen auf Balkon und Terrasse verlegen

Besonders einfach ist die Verlegung von Kunstrasen auf dem Balkon oder der Terrasse, da der Untergrund in der Regel bereits eben und fest ist. Aufwendige Vorarbeiten sind hier nicht nötig. Du musst lediglich dafür sorgen, dass die Fläche sauber und trocken ist. Risse und Löcher solltest du vor der Verlegung ausgleichen.

Für kleinere Flächen bis etwa 20 m² gibt es spezielle Matten mit Noppen auf der Unterseite, die lose ausgelegt werden. Die Noppen bewirken, dass der Belag gut durchlüftet wird. Es empfiehlt sich dennoch, den Rasenteppich von Zeit zu Zeit hochzuheben, damit sich kein Schimmel bilden kann. Auf größeren Flächen ab 20 m² sollte der Kunstrasen verklebt werden.


Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wie verlegt man Kunstrasen?

Kunstrasen wird ausgerollt mit Handschuhen

Einen Kunstrasen richtig zu verlegen, ist gar nicht so schwer. Im Prinzip ähnelt die Vorgehensweise dem Verlegen eines Teppichs.

1. Kunstrasen ausrollen

Auf dem vorbereiteten Sandboden wird ein Geovlies ausgelegt. Es stabilisiert den Kunstrasen und verhindert, dass Unkraut durchdringt. An den Rändern sollte es ca. 10 cm überstehen. Solltest du mehrere Bahnen benötigen, lasse diese ebenfalls etwa 10 cm überlappen. Befestige das Geovlies in den Ecken mit Kunstrasen-Ankern. Bei der Verlegung auf der Terrasse oder auf dem Balkon benötigst du kein Geovlies.

Nun kannst du dir den Kunstrasen vornehmen. Richte die Bahnen so aus, dass die einzelnen Grashalme gegen die Hauptblickrichtung zeigen. So schaust du später in den Rasen hinein, was ihn fülliger wirken lässt. Rolle den Kunstrasen aus und ziehe die Falten glatt. Achtung: Die Lage der Bahnen lässt sich später nur noch schwer korrigieren. Hole am besten eine zweite Person zur Hilfe. Mit einem scharfen Cutter bringst du den Kunstrasen auf die gewünschte Länge. Lass dabei einen kleinen Überstand von ca. 10 cm stehen.


2. Nahtverbindungen und Außenkanten fixieren

Kunstrasen wird zusgeschnitten

Zwischen den einzelnen Bahnen dürfen keine Zwischenräume entstehen. Klappe die beiden Ränder um und schneide beidseitig einen 3 cm breiten Streifen ab. So erhältst du eine saubere Kante. Verletze dabei aber nicht die darunterliegenden Halme oder das Geovlies! Klebe mittig unter die Nahtstelle ein Nahtband auf den Untergrund auf. Drücke dann die Ränder so fest wie möglich auf den Klebestreifen.

Auf Erdboden ausgelegt wird der Kunstrasen an den Außenkanten alle 50 cm mit speziellen Kunstrasen-Ankern fixiert, auf dem Balkon oder der Terrasse mit Klebeband. Wenn der Kunstrasen perfekt verlegt wurde, kannst du die Überstände an den Rändern sauber abschneiden.


3. Fertigstellen

Besen über Kunstrasen

Verteile nun den Quarzsand gleichmäßig auf dem Kunstrasen (etwa 4–5 kg pro m²). Bei größeren Flächen geht das am besten mit einem Streuwagen. Jetzt musst du den Kunstrasen nur noch mit einem harten Besen ausbürsten, sodass sich die Halme perfekt ausrichten – und schon kannst du deine grüne Oase genießen.


Fazit: Kunstrasen als pflegeleichte Alternative zum Naturrasen

Kunstrasen wird ausgerollt

Durch das Verlegen von Kunstrasen lassen sich auch auf problematischen Untergründen grüne Wohlfühlinseln schaffen. Vor allem in feuchten und schattigen Lagen ist er eine gute Alternative zum Anlegen eines Naturrasens. Aber auch auf der Terrasse und dem Balkon schafft er eine natürliche Atmosphäre. Er bietet sich besonders bei Mietwohnungen an, denn die Bahnen lassen sich leicht und rückstandslos wieder entfernen.

Ein Kunstrasen ist zwar sehr pflegeleicht, aber ab und zu benötigt auch er ein wenig Aufmerksamkeit: Damit du lange Freude an der grünen Fläche hast, solltest du Laub und Unkraut regelmäßig entfernen. Zur Reinigung reicht ein Straßenbesen, auf dem Balkon oder der Terrasse leistet auch ein herkömmlicher Staubsauger gute Dienste. Hartnäckige Verschmutzungen und Flecken kannst du mit warmem Wasser, Allzweckreiniger und einer Teppichbürste entfernen. Es empfiehlt sich zudem, den Rasen zwischendurch kräftig aufzubürsten.

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