Unkräuter im Garten

Es gibt im Prinzip keine Unkräuter. Vielmehr kann man von Konkurrenten oder einfach Naturkräutern sprechen. Diese können allerdings zu einer ernsthaften Bedrohung für unsere Zier- und Nutzpflanzen werden. Denn die meisten Naturkräuter überwuchern die Zier- und Nutzpflanzen und verdrängen sie mitunter komplett. Eine regelmäßige Kontrolle und Nacharbeiten garantieren aber dennoch einen gepflegten Nutz- und Ziergarten.

Vorbeugung & Behandlung

So manches „Unkraut“ hat in der Heilkunst eine wichtige Bedeutung hat. Im Biogarten stärkt Brennnesselsud die Nutzpflanzen und vertreibt Blattläuse. Viele Naturkräuter sind als Wirtspflanzen für Nutzinsekten unerlässlich. Am besten informierst du dich, um Naturkräuter gezielt zu beseitigen. Einfaches Entfernen gelingt immer im frühen Entwicklungsstadium, wenn die jungen Pflanzen besonders empfindlich sind. Wenn sich die Unkräuter vor der Blüte befinden, wird kein weiterer Samen verteilt.

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Zur Vorbeugung von Unkräutern gehört auch, dass die Pflanzennahrung auf die Zier- oder Nutzpflanze ausgerichtet ist. Vor allem ein Zu-viel-des-Guten nutzt nur den unliebsamen Gästen etwas. Durch eine Gründüngung entfällt die Gefahr der Überdüngung.


Alternativen zu chemischen Unkrautbekämpfungsmitteln

Oftmals greift man zur Bekämpfung von Unkraut schnell zur „chemischen Keule“. Diese Herbizide oder Unkrautbekämpfungsmittel haben allerdings, insbesondere bei falscher Anwendung, oft das Potenzial, negativ auf die Umwelt oder auch die Gesundheit zu wirken. Die folgende Zusammenfassung beschreibt, welche Alternativen man gegen ungeliebte Pflanzen im Garten einsetzen kann, ohne die Umwelt oder die Gesundheit zu gefährden. 

Was sind Herbizide?

Unkraut

Herbizide oder Unkrautbekämpfungsmittel sind chemische Mittel mit unterschiedlicher Wirkungsweise, die eingesetzt werden, um unliebsame Pflanzen abzutöten („Herba“=Kraut/caedere=„töten“). Man unterscheidet hier noch Breitbandherbizide, die gegen viele Pflanzenarten wirken, und selektive Herbizide, die bestimmte Pflanzen abtöten. 

In Deutschland sind zur Bekämpfung von Unkräutern einzelne chemische Produkte (z.B. mit dem Wirkstoff Glyphosat) auch für den Haus- und Kleingartenbereich zugelassen. Allerdings dürfen diese Breitbandherbizide nur auf Freilandflächen angewendet werden, die landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden (nicht in der Nähe von Gewässern), also nicht auf versiegelten Flächen (gepflasterte Wege, Terrassen etc.). Grund dafür ist die Abschwemmungsgefahr der Herbizide in Gullys oder Vorfluter und die damit verbundene Gewässerbelastung durch Chemikalien. Ein Einsatz auf versiegelten Flächen ist nur mit behördlicher Ausnahmegenehmigung erlaubt und eine Zuwiderhandlung kann mit bis zu 50.000 € Strafe belegt werden. 

Ähnliches gilt aus Gewässerschutzgründen auch für diverse Hausmittel wie die Verwendung von Essigessenz, Salz oder Ähnlichem. 


Alternativen zum Einsatz von Herbiziden

Der Umwelt zuliebe sollte man auf die „chemische Keule“ verzichten, zumal es eine Reihe von wirksamen und praktikablen Alternativen gibt. Allerdings gibt es bei allen Verfahren Vor- und Nachteile. Eine Patent- und einmalige Lösung gibt es nicht. Die Unkrautregulierung gehört einfach zur Gartenarbeit dazu. Damit der Arbeitsaufwand nicht zu groß wird, sollte das Unkraut immer so früh wie möglich beseitigt werden. 

1. Unkraut auf befestigten Flächen

Unkraut Abflammgerät

Hier bieten sich mechanische und thermische Verfahren an: 

Das Einfachste ist sicherlich der bekannte Fugenkratzer, mit dem man gezielt das Unkraut zwischen den Fugen herausholen kann. Es gibt ihn auch mit langem Stiel, so dass man sich nicht zu bücken braucht. 

Mit der Draht-Fugenbürste kann man die Unkräuter zwischen den Fugen zerstören und herausbürsten; allerdings ist sie nicht für kratzempfindliche Platten geeignet. Ebenfalls gibt es diese Bürste mit langem Stiel, oder man steckt die Bürste auf einen langen Besenstiel. 

Auf kleine Flächen kann heißes Wasser gegossen werden, das die Unkräuter weitgehend absterben lässt. Mit einem festen Besen lassen sich die Reste danach herausbürsten. 

Gut geeignet sind ebenso Hochdruckreiniger. Allerdings kann durch den Einsatz loses Fugenmaterial herausgeschwemmt werden. 

Eine preiswerte Alternative zur chemischen Keule sind auch Abflammgeräte,die mit kleinen Gaskartuschen arbeiten. Dabei braucht das Unkraut nicht völlig verbrannt, sondern nur kurzzeitig erhitzt zu werden. Dadurch gerinnt das Eiweiß in den Pflanzenzellen, wodurch die Pflanzen absterben. Die Wirkung ist bei Gras und Wurzelunkräutern allerdings weniger gut. Man kann mittels „Fingerprobe“ kontrollieren, wie schnell oder langsam man die Flamme über die Unkräuter halten muss: Wenn sich nach leichtem Druck auf ein behandeltes Blatt mit Daumen und Zeigefinger eine dunkelgrüne Druckstelle zeigt, ist die Einstellung in Ordnung. 

2. Unkraut auf gärtnerisch genutzten Flächen

Mulch

Auf offenen Bodenflächen kann klassisch die Hacke oder Schuffel zur Unkrautbekämpfung (bei gleichzeitiger Bodenverbesserung) eingesetzt werden. Wichtig ist es, die Unkräuter vor der Samenbildung wegzuhacken und zu entfernen. Wurzelteile oder Rhizome von Wurzelunkräutern wie Quecke, Distel, Giersch, Schachtelhalm etc. müssen konsequent mit der Grabegabel ausgestochen und entfernt werden. Wo es möglich ist, sollte der Boden bedeckt (= gemulcht) werden. Eine Mulchschicht unterdrückt nicht nur das Unkrautwachstum, sondern wirkt auch temperaturausgleichend und die Bodenfeuchtigkeit wird besser erhalten (eingeschränkte Verdunstung=Wasserersparnis). Zudem bleibt durch das Mulchen auch die gute Bodenstruktur erhalten. 

Mulch im Gemüsegarten: hauchdünn mit angetrocknetem Rasenschnitt mulchen (frischer und/oder zu dick aufgetragener Rasenschnitt lockt Schnecken an); ab und zu nachlegen. Auch mit zerkleinerten Kräutern kann gemulcht werden. Holzige Stoffe wie Rinde sind zum Mulchen zwischen Gemüse (wegen der Stickstoffbindung) weniger gut geeignet. Für wärmeliebende Gemüsearten wie Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini und Kürbisse eignet sich schwarze Mulchfolie. Diese wird vor der Pflanzung ausgelegt, Pflanzlöcher werden hineingeschnitten und die Jungpflanzen gesetzt. Neben der Unkrautunterdrückung bringen diese Kulturen auf Mulchfolie durch die Bodenerwärmung bessere Erträge durch bessere Nitratfreisetzung: Die Mulchfolie bewirkt eine verringerte Verdunstung, so dass der Boden die Feuchtigkeit besser halten kann. 

Mulch bei Obstkulturen: Schwarze Mulchfolie ist auch bei Obstkulturen geeignet. So müssen die Pflanzen weniger mit dem Unkraut um Nährstoffe und Wasser konkurrieren. Allerdings muss man bedenken, dass Dauerkulturen unter Mulch durch Mäuse gefährdet sind. Wühlmäuse suchen Schutz unter solch einer Abdeckung und fressen bevorzugt Wurzeln junger Bäume; deshalb sollte man den Mulch ab September wegnehmen. Beerenobstsorten, besonders Erdbeeren, können gut mit Stroh (möglichst Biostroh) gemulcht werden. 

Mulch im Ziergarten: Vor einer Neupflanzung sollte man stark verunkrautete Flächen brachliegen lassen, aber laufend intensive Bodenbearbeitung betreiben, um Unkräuter zu entfernen, Unkrautsamen zum Keimen anzuregen und dann zu hacken. Anschließend kann nach einer Grunddüngung Anti-Unkrautvlies verlegt und dorthinein gepflanzt werden. Zur besseren Optik wird die Folie anschließend mit Rindenmulch oder Steinen bedeckt. Schon bepflanzte Flächen können mit Rinde, Holz oder Stroh bedeckt werden. Damit werden die Beete zwar nicht gänzlich unkrautfrei gehalten, aber der Pflegebedarf verringert sich etwa um die Hälfte. Besonders für Steingärten eignet sich auch mineralisches Mulchmaterial wie Lava in einer Schichtstärke von 3 – 5 cm. Ebenfalls möglich ist, „Lebendmulch“ einzusetzen, also die Unterpflanzung durch Stauden oder Halbsträucher, die den Boden komplett bedecken und damit keinen oder kaum Unkrautwuchs zulassen. Beachten muss man natürlich die Wachstumsbedingungen der Pflanzen. Für komplett schattige Bereiche eignet sich z. B. Waldmeister oder der unter dem Namen Dickmännchen oder Schattengrün (Pachysandra terminalis) bekannte, aus Japan stammende, Halbstrauch. Er braucht ein paar Jahre, bis er gut eingewurzelt ist und die ersten Ausläufer bildet; deshalb sollte man etwa 15 Pflanzen je m2 einsetzen. Es gibt eine ganze Reihe solcher Bodendecker, die sich als „Lebendmulch“ eignen, auch blühende Arten. Um die verschiedenen Möglichkeiten für Ihren Garten kennenzulernen, empfehlen wir eine Beratung. 

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