Rasen vertikutieren

Das Vertikutieren ist ein wichtiger Bestandteil der Rasenpflege, denn dabei wird altes Schnittgut und Moos entfernt und der Rasen belüftet  – eine entscheidende Voraussetzung für gesundes Wachstum und eine saftig grüne Rasenfläche. Beim Vertikutieren sind allerdings ein paar Dinge zu beachten. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du deinen Rasen vertikutieren kannst und worauf du dabei achten solltest. Weitere Tipps rund um das Thema Rasen findest du in unserem Selbermachen-Bereich sowie auch in unserem Selbermacher-Magazin, dass du dir bei deinem nächsten Besuch im toom Baumarkt kostenlos mitnehmen kannst. 


Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittel

Dauer: Je nach Fläche – Für das Vertikutieren in zwei Arbeitsgängen inkl. Entfernung des Vertikutierguts benötigt man durchschnittlich eine Stunde für 100 qm

Werkzeug & Material: Vertikutiergerät, Rasenmäher, Dünger, Kultivator, Streuwagen, Rasennachsaat, Dünger, ggf. Kalk


Was ist ein Vertikutierer und wie belüftet er den Rasen?

Mann mit Vertikutierer auf dem Rasen

Das Vertikutieren des Rasens ist eine Art der Bodenbearbeitung und sorgt für ein intensives Rasen lüften. Das Prinzip: Mit vielen kleinen Messern wird der Boden senkrecht eingeritzt. Dadurch lassen sich Rasenfilz (nicht verrottete Pflanzenreste), Moos und Unkraut leichter entfernen und der Untergrund wird belüftet. Das Einritzen übernehmen Handvertikutierer oder Vertikutiermaschine für dich. Der anschließende Aufwand hängt vom jeweiligen Modell ab. Einige Rasen-Vertikutierer befördern die unerwünschten Pflanzenteile nach dem Herausziehen in einen Auffangkorb, bei anderen musst du selbst zur Harke greifen und die Reste beseitigen.    

Als Teil der regelmäßigen Rasenpflege hat Vertikutieren folgende Vorteile:

  • Moos, Unkraut und Co. werden durch die Zerstörung des Wurzelwerks langfristig aus dem Rasen entfernt.
  • Die Rasenpflanzen haben wieder mehr Platz zur Verfügung, profitieren von mehr Licht und der Boden wird besser belüftet.
  • Das Wachstum des Rasens ist verbessert, denn das Gras kann leichter Nährstoffe aufnehmen. Davon profitieren auch neu ausgebrachte Rasensamen.
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Wann den Rasen vertikutieren?

Parkwiese im Herbst

Grundsätzlich kannst du von Frühjahr bis Herbst den Rasen vertikutieren. Da die Rasenpflanzen sich nach dem Vertikutieren für ein bis zwei Wochen erholen müssen, empfiehlt es sich, den Boden im Frühjahr oder Spätsommer zu belüften. Ideal sind die Zeiträume zwischen Anfang April und Ende Mai beziehungsweise zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Tagestemperaturen von 15 bis 20 Grad sind perfekt. Höhere Temperaturen strapazieren den Rasen ebenso wie die meist stärkere Nutzung während der Sommermonate. Zu lange solltest du nicht warten, um den Rasen richtig zu vertikutieren: Kommt im Herbst der erste Frost, steht das Gras dem Kälteeinbruch unter Umständen geschwächt gegenüber, wenn der Boden kurz vorher vertikutiert wurde.  

Tipp: Möchtest du deinen Garten vertikutieren, kannst du dich im Frühjahr an der Blütezeit der Narzissen orientieren. Der Rasen beginnt zur gleichen Zeit wieder zu wachsen. Dünge beim Einsetzen der Blüte zuerst den Rasen und bearbeite ihn anschließend mit deinem Vertikutiergerät. Durch die gute Nährstoffversorgung erholt sich der Rasen schneller.

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Rasen vertikutieren: Anleitung

Vor dem Vertikutieren ist es nötig, den Rasen von Gehölz und Laub zu befreien. Die eigentlichen Vorbereitungen beginnen aber schon etwas früher:


Schritt 1: Rasen düngen und mähen

Hand säht Rasen nach

Zu Beginn des Gartenjahres solltest du den Rasen düngen. Für die Versorgung mit Nährstoffen im Frühjahr sind März oder April ideal. Möchtest du deinen Rasen im Herbst vertikutieren, solltest du ihn ebenfalls vorher düngen. Kürze den Rasen anschließend bis auf etwa vier Zentimeter. In unserem Ratgeber zum Rasen mähen erfährst du, worauf es dabei ankommt. Etwa zwei Wochen nach dem ersten Mähen erfolgt ein weiterer Schnitt. Kürze den Rasen vor dem Vertikutieren auf etwa zwei Zentimeter. Das ist normalerweise die tiefste Einstellung deines Rasenmähers.


Schritt 2: Vertikutierer einstellen

Hand stellt Vertikutierer ein

Du hast beim Rasen vertikutieren die Wahl zwischen zwei Geräten: Ein Handvertikutierer hat keine rotierenden Klingen und erinnert an einen Rechen auf Rädern – er kann bei kleinen Stellen und Gärten ausreichen. Der Motorvertikutierer spart bei größeren Flächen Zeit und Kraft.

Bevor es losgehen kann, solltest du den Vertikutierer einstellen. Die optimale Schnitttiefe hängt vom Zustand des Rasens ab. Bei einer dicken Moosschicht müssen die Messer etwas tiefer in den Boden eindringen. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du dich langsam herantastest: Stelle den Vertikutierer zunächst auf eine Arbeitshöhe von zwei Millimeter ein. Dann vertikutierst du eine Bahn und kehrst das Schnittgut ab. Wurde nur wenig Rasenfilz erfasst, erhöhst du die Schnitttiefe auf drei bis vier Millimeter. Die maximale Tiefe von fünf Millimetern ist nur zum Belüften von stark vermoosten Rasenflächen zu empfehlen.


Schritt 3: Rasen richtig vertikutieren

Mann vertikutiert den Rasen

Wichtig vorab: Bearbeite nur trockenen Rasen mit deinem Vertikutiergerät. Hast du den Vertikutierer richtig eingestellt, kann es losgehen. Fahre Bahn für Bahn zügig über den Rasen, um die Grasnarbe nicht zu stark zu beschädigen. Bei einer regelmäßigen Bearbeitung reicht es in der Regel aus, den Rasen in eine Richtung zu vertikutieren. Ist die Rasenfläche etwas stärker vermoost? Dann fahre zunächst Längs- und anschließend Querbahnen, sodass ein Schachbrettmuster entsteht. Drücke den Führungsholm nach unten, wenn du die Vertikutierrichtung änderst. So befinden sich die Messer in der Luft und beschädigen die Rasenpflanzen nicht zu stark.

Eventuell sind die Rasenkanten nach dem Vertikutieren nicht optimal von Moos und Unkraut befreit. Auch das Moos aus angrenzenden Pflastersteinen oder Beetumrandungen solltest du entfernen, damit es nicht weiter wuchert. Das gelingt dir am besten mit einem Kultivator, der die Ränder gut auflockert.


Schritt 4: Rasen behandeln nach dem Vertikutieren

Rasenrand durchharken

Harke nach jedem Vertikutiergang den Rasenfilz zusammen – wenn das nicht schon dein Vertikutierer erledigt hat. Keine Panik, es ist ganz normal, dass der Rasen nach dem Vertikutieren etwas mitgenommen aussieht – dein Boden kann nun wieder atmen.

Säe anschließend an kahlen Stellen mit frischen Samen neue Rasenpflanzen. Bei kleinen Stellen kannst du die Nachsaat mit der Hand ausstreuen. Sonst wird das gleichmäßige Ausbringen mit einer Streuhilfe zum Kinderspiel. Arbeite das Saatgut mit einem Rechen in die Grasnarbe und bedecke es mit Erde. Bei schweren Böden empfiehlt es sich anschließend, eine etwa zwei Zentimeter dicke Schicht mit Bausand aufzutragen. Der Sand gleicht Unebenheiten aus, lockert den Boden auf und verbessert den Lufthaushalt des Bodens. Achte außerdem auf eine ausreichende Bewässerung.


Wie oft den Rasen vertikutieren?

Kalender und Bleistift

Grundsätzlich ist es zu empfehlen, regelmäßig den Rasen zu vertikutieren. Wie oft vertikutieren notwendig ist, hängt vom Zustand deines Rasens ab. Ist er stark vermoost oder wurde länger nicht bearbeitet, empfiehlt es sich, zweimal pro Jahr zu vertikutieren: im Frühling und im Herbst. Einmal im Jahr solltest du deinen Rasen aber in jedem Fall vertikutieren, um für sein gesundes Wachstum zu sorgen.

Gepflegte Grünflächen sind dir wichtig? Wir begleiten dich durch das Rasenjahr und zeigen dir, welche Arbeiten wann anstehen.



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