Rasen vertikutieren

Das Vertikutieren ist ein wichtiger Bestandteil der Rasenpflege. Denn durch die Bearbeitung des Rasens mit einem Vertikutierer werden altes Schnittgut und Moos entfernt – eine entscheidende Voraussetzung für eine saftig grüne Rasenfläche. Beim Vertikutieren sind allerdings ein paar Dinge zu beachten. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du deinen Rasen vertikutieren kannst und worauf du dabei achten solltest.


Schwierigkeitsgrad: Einfach

Dauer: Zwei bis sechs Stunden, je nach Flächengröße

Werkzeug: Vertikutierer, Rasenmäher, Dünger


Warum den Rasen vertikutieren?

Hand hält frisch vertikutierten Rasen

Das Vertikutieren des Rasens ist eine Art der Bodenbearbeitung. Das Prinzip: Mit vielen kleinen Messern wird der Boden senkrecht eingeritzt. Dadurch lassen sich Rasenfilz (nicht verrottete Pflanzenreste), Moos und Unkraut leichter entfernen. Das Einritzen übernimmt der Vertikutierer für dich. Der anschließende Aufwand hängt vom jeweiligen Modell ab. Einige Vertikutierer befördern die nicht erwünschten Pflanzenteile nach dem Herausziehen in einen Auffangkorb, bei anderen musst du selbst zur Harke greifen und die Reste beseitigen.    

Den Rasen zu vertikutieren hat folgende Vorteile:

  • Moos, Unkraut und Co. werden durch die Zerstörung des Wurzelwerks langfristig aus dem Rasen entfernt.
  • Das Gras hat wieder mehr Platz zur Verfügung und profitiert von mehr Licht und einer besseren Belüftung des Bodens.

Das Gras kann leichter Nährstoffe aufnehmen und besser wachsen. Davon profitieren auch neu ausgebrachte Rasensamen.


Wann den Rasen vertikutieren?

Parkwiese im Herbst

Grundsätzlich kannst du von Frühjahr bis Herbst den Rasen vertikutieren. Da der Rasen sich nach dem Vertikutieren für ein bis zwei Wochen erholen muss, empfiehlt es sich, den Boden im Frühjahr oder Spätsommer zu bearbeiten. Ideal sind die Zeiträume zwischen Anfang April und Ende Mai beziehungsweise zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Tagestemperaturen von 15 bis 20 Grad sind perfekt. Höhere Temperaturen strapazieren den Rasen ebenso wie die meist stärkere Nutzung während der Sommermonate. Zu lange solltest du nicht warten, um den Rasen zu vertikutieren: Kommt im Herbst der erste Frost, steht das Gras dem Kälteeinbruch unter Umständen geschwächt gegenüber, wenn der Boden kurz vorher bearbeitet wurde.  

Tipp: Möchtest du deinen Rasen vertikutieren, kannst du dich im Frühjahr an der Blütezeit der Narzissen orientieren. Der Rasen beginnt zur gleichen Zeit wieder zu wachsen. Dünge beim Einsetzen der Blüte zuerst den Rasen und vertikutiere ihn anschließend. Durch die gute Nährstoffversorgung erholt sich der Rasen schneller.


Rasen richtig vertikutieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Vor dem Vertikutieren ist es nötig, den Rasen von Gehölz und Laub zu befreien. Die eigentlichen Vorbereitungen beginnen aber schon etwas früher:

Schritt 1: Rasen düngen und mähen

Zu Beginn des Gartenjahres solltest du den Rasen düngen. Für die Versorgung mit Nährstoffen im Frühjahr sind März oder April ideal. Möchtest du deinen Rasen im Herbst vertikutieren, solltest du ihn ebenfalls vorher düngen. Kürze den Rasen anschließend bis auf etwa vier Zentimeter. In unserem Ratgeber zum Rasen mähen erfährst du, worauf es dabei ankommt. Etwa zwei Wochen nach dem ersten Mähen erfolgt ein weiterer Schnitt. Kürze den Rasen vor dem Vertikutieren auf etwa zwei Zentimeter.

Schritt 2: Vertikutierer einstellen

Hand stellt Vertikutierer ein

Bevor es losgehen kann, muss der Vertikutierer eingestellt werden. Die optimale Schnitttiefe hängt vom Zustand des Rasens ab. Bei einer dicken Moosschicht müssen die Messer etwas tiefer in den Boden eindringen. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du dich langsam herantastest: Stelle den Vertikutierer zunächst auf eine Arbeitshöhe von zwei Millimeter ein, vertikutiere eine Bahn und kehre das Schnittgut ab. Wurde nur wenig Rasenfilz erfasst, erhöhst du die Schnitttiefe auf drei bis vier Millimeter. Die maximale Tiefe von fünf Millimetern ist nur bei stark vermoosten Rasenflächen zu empfehlen.

Schritt 3: Rasen vertikutieren

Vertikutierer neben vertikutiertem Rasenfilz

Wichtig vorab: Vertikutiere nur trockenen Rasen. Hast du den Vertikutierer richtig eingestellt, kann es losgehen. Fahre Bahn für Bahn zügig über den Rasen, um die Grasnarbe nicht zu stark zu beschädigen. Bei einer regelmäßigen Bearbeitung reicht es in der Regel aus, den Rasen in eine Richtung zu vertikutieren. Ist die Rasenfläche etwas stärker vermoost? Dann fahre zunächst Längs- und anschließend Querbahnen, sodass ein Schachbrettmuster entsteht. Drücke den Führungsholm nach unten, wenn du die Vertikutierrichtung änderst. So befinden sich die Messer in der Luft und beschädigen die Grasnarbe nicht zu stark.

Schritt 4: Rasenfläche nachbehandeln

Hand säht Rasen nach

Harke nach dem Vertikutieren den Rasenfilz zusammen – wenn das nicht schon dein Vertikutierer erledigt hat. Säe anschließend an kahlen Stellen mit frischen Rasensamen nach. Keine Panik, es ist ganz normal, dass der Rasen nach dem Vertikutieren etwas mitgenommen aussieht. Mit einer Streuhilfe wird das gleichmäßige Ausbringen zum Kinderspiel. Bei schweren Böden empfiehlt es sich anschließend, eine etwa zwei Zentimeter dicke Schicht mit Bausand aufzutragen. Der Sand gleicht Unebenheiten aus, lockert den Boden auf und verbessert den Lufthaushalt des Bodens. Achte außerdem auf eine ausreichende Bewässerung.


Wie oft Rasen vertikutieren?

Kalender und Bleistift

Grundsätzlich ist es zu empfehlen, regelmäßig den Rasen zu vertikutieren. Wie oft es notwendig ist, hängt vom Zustand des Rasens ab. Ist er stark vermoost oder wurde länger nicht bearbeitet, empfiehlt es sich, zweimal pro Jahr zu vertikutieren: im Frühling und im Herbst. Einmal im Jahr solltest du deinen Rasen aber in jedem Fall vertikutieren.

Gepflegte Grünflächen sind dir wichtig? Wir begleiten dich durch das Rasenjahr und zeigen dir, welche Arbeiten wann anstehen.


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