Richtig grillen mit Kohle oder Gas

Spätestens wenn die Tage wieder länger als die Nächte sind, gibt es am Wochenende nichts Schöneres, als den Grill anzuschmeißen und in einem Liegestuhl sitzend perfekt gegartes Fleisch, Fisch oder Gemüse zu genießen. Ob dabei Kohle oder Gas das einzig wahre Grillvergnügen bereitet, ist eine Glaubensfrage. Für Balkonbewohner sind Elektrogrills eine rauchfreie Alternative. Wir verraten dir, was grundsätzlich beim Grillen wichtig ist und geben Tipps zum richtigen Grillen mit Holzkohle und Gas.


Richtig grillen: Allgemeine Tipps

Richtig grillen

Ob im Familien- oder Freundeskreis: Beim richtigen Grillen von Würstchen, Steak, Rinderfilet, Halloumi, Fisch und Gemüse ist gute Vorbereitung die halbe Miete: Lege Fleisch am besten am Vortag, mindestens aber ein bis zwei Stunden vorm eigentlichen Grillen, in Marinade ein, sorge für ausreichend Beilagen und Getränke und vergiss die Saucen nicht. Wenn es dann um das konkrete Grillen geht, beherzige folgende Tipps:

  • Finde den passenden Standort. Der Grill sollte auf einer ebenen, am besten schattigen Fläche stehen – heiß genug wird’s am Gas- oder Holzkohlegrill noch früh genug. Achte auf kurze und freie Wege zwischen Grill und Esstisch.
  • Entscheide dich für einen Grill. Holzkohle- oder Gasgrill im Garten oder auf der Terrasse, auf Balkonen in Miethäusern ist meist nur ein Elektrogrill erlaubt.
  • Säubere den Grillrost. Reste vom letzten Barbecue sind nicht nur unappetitlich, sondern können auch dazu führen, dass das Fleisch anbrennt bzw. am Rost festklebt und beim Wenden zerfleddert.
  • Gib dem Grill ausreichend Zeit,richtig heiß zu werden. Bei einem Gasgrill spielt das eine kleinere Rolle, da dieser quasi auf Knopfdruck heiß wird. Auch Elektrogrills müssen nur mit Strom versorgt und dann eingeschaltet werden – nach wenigen Minuten kann es losgehen. Eine Wissenschaft für sich ist das Anheizen der Holzkohle. Darauf gehen wir im Detail im Absatz „Richtig grillen mit Holzkohle“ ausführlich ein.
  • Sorge für Sicherheit. Verwende beim Grillen mit Holzkohle keinen Brandbeschleuniger und halte leicht entzündliche Stoffe vom Grill fern. Kinder sollten einen Sicherheitsabstand einhalten. Falls doch etwas in Brand gerät, lösche die Flammen auf keinen Fall mit Wasser, da sich das Fett aus dem Grillgut entzünden kann. Kommt es mit Wasser in Berührung, ereignet sich eine explosionsartige Verpuffung. Besser ist es, die Flammen mit Sand zu ersticken. Beim Kugel- oder Gasgrill hilft der Deckel bzw. eine Abdeckklappe; sie entziehen dem Feuer den Sauerstoff.
  • Verwende die richtige Grillmethode. Vor allem beim Grillen mit dem Holzkohlegrill hat sich die indirekte Grillmethode etabliert, bei der Fleisch und Fisch auf dem Rost etwas versetzt zur Glut liegen und so herabtropfendes Fett nicht direkt in der Glut verbrennt. Einen besonderen Boost erlebst du beim Grillen im bzw. mit dem Kugelgrill oder jedem anderen Grill mit einem Deckel. Die Garzeit wird durch den Deckel verkürzt und die Hitze verteilt sich im Inneren besser und gleichmäßiger. So werden vor allem große Fleischstücke richtig saftig – ein Tipp, um beispielsweise ein mächtiges T-Bone-Steak richtig zu grillen.
  • Reinige den Grill sofort nach dem Grillen. Auch wenn das nicht die beliebteste Aufgabe ist, verhindert das Säubern, dass Fleischreste und Fett festkleben und eintrocknen. Wenn du im Garten grillst, kannst du den Rost einfach auf die Wiese legen und bis zum nächsten Tag warten – nächtlicher Tau lost Verschmutzungen an und die abschließende Reinigung des Grillrosts wird noch einfacher.

     

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Richtig grillen mit Holzkohle

Richtig grillen mit Holzkohle

Was für die einen genau das Störende ist, ist für andere sicht- und riechbares Zeichen großer Grillkunst: Der Rauch glühender Holzkohle, der dem Grillgut eine unverwechselbare Note verleiht. Einmal entfacht, überzeugt der Holzkohlegrill mit konstanter hoher Hitze. Und damit sind wir auch schon beim wichtigsten Aspekts, wenn es um das richtige Grillen mit Holzkohle geht: dem Anzünden.

  1. Wähle eine Kohleart. Die klassische stückige Holzkohle lässt sich leicht entzünden, verglüht aber auch schneller – so ist sie eher für kurze Grillsessions mit wenigen Personen geeignet. Die eierförmigen Kohlebriketts sorgen lange für Hitze, brauchen aber etwas, bis sie entflammt sind. Für große Grillpartys sind Brikettes die bessere Wahl.
  2. Schichte etwa die Hälfte der Kohle zu einer Pyramide auf.
  3. Platziere ggf. eine Anzündhilfe in oder auf der Pyramide. Das kann Flüssiganzünder oder auch ein Holz-Wachs-Würfel sein. Beachte bei der Dosierung unbedingt die Hinweise des Herstellers.
  4. Zünde die Anzündhilfe mit einem langen Streichholz oder einem Stabfeuerzeug an und sorge, gerade zu Beginn, für zusätzliche Sauerstoffzufuhr – das verstärkt die Glutbildung. Eine Pappe als Fächer, ein Fön oder Blasebalg sind praktische Hilfsmittel.
  5. Nach etwa 20 Minuten kannst du die Pyramide etwas im Grill verteilen und die zweite Hälfte der Holzkohle dazugeben.
  6. Wenn die Holzkohle nahezu komplett mit einer feinen weißen Ascheschicht überzogen ist, kann es mit dem Grillen auf dem Holzkohlegrill losgehen.

Zusätzlicher Tipp: Um das Anzünden zu vereinfachen, gibt es sogenannte Anzündkamine – ein metallener Behälter, in dem die Kohle besonders gut belüftet wird und so schneller durchglüht. Benzin oder Spiritus solltest du als Anzündhilfe nicht verwenden.


Richtig grillen mit dem Gasgrill

Richtig grillen Gasgrill

Anhänger von Gasgrills schwören vor allem auf die Möglichkeit, die Temperatur individuell dem Grillgut anpassen zu können. Was du zum richtigen Grillen mit einem Gasgrill außerdem wissen solltest:

  1. Nutze den Effekt der Selbstreinigung (Pyrolyse): Heize deinen Gasgrill zu Beginn einmal auf ungefähr 260 Grad Celsius. Bei dieser Hitze werden Grillreste und andere Verschmutzungen entfernt und der Grill reinigt sich quasi selbstständig.
  2. Verwende einen Gasgrill, der zu deinen Grillgewohnheiten passt: Es gibt Gasgrills mit mehreren Brennen und einer sehr großen Grillfläche, Geräte mit einem heißen (Lava-)Stein, Ruheflächen, Seitenkochern und Smoker-Funktion. Der Fantasie und dem Genuss sind hier quasi keine Grenzen gesetzt.
  3. Passe die Temperatur dem Grillgut an. Ein Steak oder Rinderfilet richtig zu grillen, bedeutet eine möglichst hohe Temperatur von 230 bis 280 Grad Celsius – heiß, aber kurz angegrillt, ist das Innere dann meist noch wunderbar rosa und zart. Die Verträglichkeit mit der großen Hitze ist auch ein Grund, warum vor allem ein Steak sich auch richtig gut grillen lässt auf Holzkohle, während anderes Grillgut hier schneller verbrennt. Fisch, beispielsweise Forelle, richtig zu grillen erfordert niedrigere Temperaturen: etwa 160 bis 180 Grad Celsius. Verwende am besten eine Fischzange bzw. einen Grillkorb, damit das Fleisch beim Wenden nicht zerfällt. Bei 140 bis maximal 200 Grad Celsius kannst du Geflügel und anderes helles Fleisch richtig auf dem Gasgrill grillen.
  4. Habe immer eine Ersatz-Gasflasche im Haus. Nichts ist ärgerlicher, als mitten beim Grillvergnügen festzustellen, dass die Gasflasche leer ist. Wie hoch der Verbrauch ist, hängt von der Leistung deines Gasgrills ab. Grillprofis rechnen mit etwa 75 Gramm Gas pro Stunde für jedes Kilowatt, das der Grill leistet. Hast du also einen Gasgrill mit zwölf Kilowatt Leistung, verbrauchst du in der Stunde 900 Gramm Gas. Mit einer typischen Fünf-Kilogramm-Flasche könntest du also durchgehend 5,5 Stunden richtig grillen.

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