Gehrungsschnitt durchführen – so geht’s

Gehrungsschnitte sind in vielerlei Hinsicht sehr praktisch. Gerade beim Kappen von Decken- oder Sockelleisten ist es aus verschiedenen Gründen sinnvoll, auf Gehrung zu sägen. Doch was genau ist ein Gehrungsschnitt und wie wird er gemacht? Wie du Gehrungen sägen kannst, was du dafür benötigst und welche Tricks dir die Arbeit erleichtern, erfährst du in diesem Ratgeber von toom Baumarkt!


Was ist eine Gehrung?

Holzkonstruktion mit Gehrungsschnitten

Eine Gehrung ist die Eckverbindung von zwei Werkstücken, die in einem Winkel aufeinanderstoßen. Das können Fußleisten sein oder die Leisten eines Bilderrahmens, die in einem Winkel von 90 Grad in der Ecke aufeinandertreffen. Schneidest du beide Leisten in einem Winkel von je 45 Grad so zu, dass sie passgenau aneinander liegen, erhältst du eine Gehrung.

Eine Gehrung schneiden oder auf Gehrung schneiden bezeichnet das Zuschneiden der Werkstücke, um den gewünschten Gehrungswinkel zu erhalten. Wichtig beim Gehrungsschnitt ist, dass die Werkstücke zusammen den benötigten Winkel ergeben – du schneidest also pro Leiste nur den halben Winkel zu.

In den meisten Fällen wirst du eine 45-Grad-Gehrung sägen – es sei denn, du hast es nicht mit rechten Winkeln zu tun. Das ist beispielsweise häufig in Altbauten der Fall, in denen die Raumecken schon mal etwas krumm sind. Möchtest du hier beispielsweise Sockelleisten auf Gehrung schneiden, musst du von der Standard-45-Grad-Gehrung abweichen.

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Gehrungen sägen: die Vorteile

Gehrungssäge schneidet Holz

Da du bei einem sauberen Gehrungsschnitt für die Leisten keine Verbindungsstücke benötigst, wird ihr Aussehen nicht durch zusätzliche (Plastik-)Teile gestört. Zudem ist die Verbindungsfläche der Leisten durch die Gehrung größer, was die Stabilität erhöht.

Die Vorteile von Gehrungen liegen also vor allem in einer schöneren Optik und der verbesserten Stabilität.


Auf Gehrung schneiden: Was benötige ich dafür?

Fuchsschwanzsäge, Gehrungsschiene und Arbeitshandschuhe

Im Grunde ist die Werkzeugliste für dein Vorhaben recht übersichtlich – für einen klassischen Gehrungsschnitt brauchst du nicht viel:

  • Gehrungslade: Gestell aus Holz oder Metall mit Schlitzen in verschiedenen Winkeln, durch die man das Sägeblatt führt und so beispielsweise Sockel- oder Deckenleisten auf Gehrung schneiden kann. Eine Gehrungslade ist vor allem bei Handsägen für den Gehrungsschnitt nötig.
  • Gehrungsschmiege: Werkzeug, mit dem du Winkel auf ein Werkstück überträgst. Zum Ausmessen des Gehrungswinkels ist eine Schmiege unerlässlich.
  • Säge: für den Gehrungsschnitt der Sockelleiste oder eines anderen Werkstücks – welche Säge dafür am besten geeignet ist, erfährst du im Abschnitt Gehrungen sägen mit verschiedenen Sägen.
  • Bleistift
  • Zollstock
  • Schraubzwingen

Auf Gehrung sägen: So geht’s

Nahaufnahme einer Handsäge

Wie sägt man auf Gehrung? Diese Kurzanleitung verrät es dir:

  1. Winkel ausmessen: Das Wichtigste zuerst – der richtige Winkel. Oft wirst du Fußleisten und Co. auf 45-Grad-Gehrung sägen – aber es kann nicht schaden, den genauen Winkel noch einmal auszumessen.
  2. Winkel auf Werkstück übertragen: Mit einer Gehrungsschmiege überträgst du den Gehrungswinkel auf die Leiste. Markiere die Stelle entsprechend.
  3. Gehrungswinkel an der Säge einstellen: Je nach Sägeart geschieht das auf unterschiedliche Weise. Bei der Handsäge wählst du an der Gehrungslade den zum Winkel passenden Schlitz.
  4. Werkstück fixieren: Klemme das Werkstück mit den Schraubzwingen fest, damit es beim Sägen nicht verrutscht.
  5. Gehrung schneiden: Überprüfe noch einmal alle Einstellungen, bevor du loslegst. Arbeite langsam und genau.

Gehrungen sägen mit verschiedenen Sägen

Nahaufnahme einer Handkreissäge in Aktion

Welche Sägeart ist am besten für den Gehrungsschnitt geeignet? Da du in der Regel Werkstücke aus Holz auf Gehrung schneiden wirst, kannst du jeden gängigen Sägetyp ohne Probleme verwenden – du benötigst kein Spezialgerät für diese Arbeit. Hier erfährst du die Vor-und Nachteile von Hand-, Stich- und Kreissäge für den Gehrungsschnitt.


Gehrungsschnitt mit der Handsäge

Mann sägt Fußleiste mit Handsäge in Gehrungschiene

Mit Hilfe einer Gehrungslade und einer Feinsäge solltest du jede Sockelleiste auf Gehrung sägen können. Ein Fuchsschwanz ist zwar ebenfalls geeignet, sägt aber nicht so präzise. Zudem erzeugt er einen recht breiten Schnitt. Falls du eine Fein- oder Bügelsäge besitzt, solltest du lieber sie verwenden und den Fuchsschwanz für gröbere Arbeiten aufsparen.


Gehrungsschnitt mit der Stichsäge

Holzbrett wird mit Stichsäge gesägt

Die Stichsäge ist nicht unbedingt perfekt für Gehrungsschnitte geeignet. Sie gehört aber zur Werkzeug-Grundausstattung vieler Heimwerker und ist durchaus universell einsetzbar. Für kurze Gehrungsschnitte kannst du sie bedenkenlos einsetzen. Mit einem sogenannten winkelbaren Sägeschuh stellst du den Gehrungswinkel vor dem Sägen ein – damit der Gehrungsschnitt mit der Stichsäge auch gerade wird, brauchst du allerdings eine sehr ruhige Hand beim Sägen.


Mit der Handkreissäge auf Gehrung schneiden

Handkreissäge sägt Holzlatte

Längere Gehrungsschnitte kannst du wunderbar mit einer Kreissäge durchführen. Auch hier ist eine ruhige Hand gefragt; allerdings kannst du mit der Kreissäge deutlich präziser auf Gehrung sägen als mit einer Stichsäge. Eine Führungsschiene hilft dir bei der Arbeit.


Kapp- und Gehrungssäge

Nahaufnahme Kappsäge

Diese spezielle Form der Kreissäge ist das perfekte Werkzeug, wenn du große und/oder besonders viele Gehrungsschnitte durchführen möchtest. Sie ist auf das Zuschneiden von Winkeln und Gehrungen ausgelegt und kann auch eher ungewöhnliche Winkel problemlos zusägen. Der Schnitt erfolgt schnell und genau – solange du den Winkel auf der Säge exakt eingestellt hast. Die Kapp- und Gehrungssäge ist sehr praktisch, aber eben auch speziell. Willst du nur mal eben ein paar Sockelleisten auf Gehrung sägen, reicht eine einfache Handkreissäge vollkommen aus.


Auf Gehrung schneiden: Darauf musst du achten

Rostige Säge in Gehrungschiene

Der wichtigste Trick beim Gehrungsschnitt: Miss den Winkel exakt aus – notfalls auch mehrfach, um sicherzugehen. Nichts wird dich mehr ärgern, als wenn du nach dem Sägen feststellt, dass die frisch zugeschnittenen Leisten nicht passgenau sind. Denke beim Übertragen des Winkels außerdem daran, die richtige Seite der Leiste zu nehmen.

Zudem ist langsames und ruhiges Arbeiten enorm wichtig, damit der Schnitt so präzise wie möglich wird. Bist du dir der Sache nicht ganz sicher, dann übe im Zweifel erst einmal an einem Brett, bis du den Dreh raus hast. Denke zudem an den richtigen Arbeitsschutz – hier sind vor allem ein Gehörschutz sowie eine Schutzbrille wichtig.

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