Dachboden ausbauen

In vielen Häusern gibt es Raum, der nicht optimal genutzt wird. Der Dachboden dient beispielsweise oft nur als Abstellkammer. Dabei verbirgt sich unter dem Dach viel Potenzial, den Wohnraum zu erweitern. Natürlich kannst du eine Firma mit dem Dachausbau beauftragen. Mit etwas handwerklichem Geschick ist das aber gar nicht notwendig. Wir sagen dir, was zu beachten ist, wenn du den Dachboden selber ausbauen möchtest, und welche Aufgaben du besser einem Profi überlässt.


Check vorm Dachausbau

Dachboden ausbauen

Möchtest du das Dachgeschoss ausbauen, gilt es zuerst einmal die Voraussetzungen zu prüfen:

- Hält der Dachstuhl die zusätzliche Last aus?

- Ist die Dacheindeckung unversehrt und wasserdicht?

- Gibt es Anschlussmöglichkeiten für Wasser, Elektrik und Heizung?

Eine professionelle Prüfung im Vorfeld ist dringend zu empfehlen – vor allem bei älteren Bestandsbauten. Fachleute prüfen nicht nur die Statik, sie untersuchen das Dachgeschoss auch auf mögliche Bauschäden. Ein Befall des Dachstuhls mit Schädlingen kann ebenfalls zum Problem werden. Hat sich der Holzwurm ausgebreitet, ist der Dachstuhl möglicherweise zu marode für einen Ausbau. Ist die Dacheindeckung nicht intakt, saugt sich die Dämmung voll und erfüllt nicht mehr ihren Zweck. Darüber hinaus kann es zu erheblichen Feuchtigkeitsschäden und zu Schimmelbildung kommen. Du möchtest so viele Arbeiten wie möglich selbst in die Hand nehmen, um beim Dachausbau Kosten zu sparen?

    Kabel

    Das ist verständlich. Für folgende Arbeiten solltest du aber besser Experten beauftragen:

    - Statik

    - Elektrik

    - Heizungsinstallation

    - Sanitärinstallation

    - Fenstereinbau

    Sparpotenzial gibt es aber bei der Innendämmung und den Ausbauarbeiten. Trockenbau, Boden- und Wandgestaltung gelingen mit etwas handwerklichem Geschick ebenfalls in Eigenregie.

    Bevor du damit beginnst, den Dachausbau zu planen, empfiehlt es sich außerdem, genau zu messen. Um das Dachgeschoss optimal nutzen zu können, sollte mindestens die Hälfte der Fläche über eine Raumhöhe von 2,3 Metern verfügen. In diesem Zusammenhang spielt auch die Dachneigung eine Rolle. Beträgt sie weniger als 20 Grad, eignet sich der Dachboden nicht zum Ausbauen. Für eine gelegentliche Nutzung als Gästezimmer oder Hobbyraum wird eine Neigung zwischen 20 und 35 Grad empfohlen. Soll unter dem Dach permanenter Wohnraum entstehen, sollte das Dach eine Neigung von mindestens 50 Grad haben. Das bedeutet: Die spätere Nutzung sollte schon vor dem Dachausbau berücksichtigt werden.


    Dachausbau: Tipps zu Vorschriften und Förderung

    Dachboden ausbauen

    Möchtest du den Dachboden ausbauen, ist oft eine Genehmigung notwendig. Das gilt insbesondere dann, wenn die Fläche unter dem Dach noch nicht als Wohnraum angemeldet ist. Da es bundesweit keine einheitlichen Vorschriften gibt, sind die Landesbauverordnungen und die kommunalen Bebauungspläne entscheidend. Dort werden unter anderem Vorschriften zu Brandschutz und Treppenbreite festgelegt. Um von vornherein alle Stolpersteine aus dem Weg zu räumen, empfiehlt es sich, vor dem Dachausbau eine Bauvoranfrage bei der zuständigen Behörde zu stellen. Denn wenn du den Ausbau ohne die erforderliche Baugenehmigung durchführst, musst du mit Bußgeldern und unter Umständen auch mit Rückbauverpflichtungen rechnen.

    Wichtig: Möchtest du bei einem denkmalgeschützten Haus den Dachboden ausbauen, sind noch mehr Vorgaben einzuhalten. Hier hilft die Denkmalschutzbehörde weiter.

    Planst du den Dachboden auszubauen, hast du dir sicher schon Gedanken über die Kosten gemacht. Im Vergleich zu einem Neubau ist ein Ausbau des Daches günstig. Trotzdem sind die Kosten für die Fachleute und das für den Dachausbau benötigte Material nicht zu unterschätzen. Die gute Nachricht: Es gibt Fördermaßnahmen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert im Programm 430 energieeffiziente Sanierungen oder einzelne energetische Maßnahmen. Wichtig ist jedoch, dass du die Förderung schon vor dem eigentlichen Baubeginn beantragst. Eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich.


    Dachausbau und Fenster

    Dachboden Fenster anbringen

    Dein Dachboden wirkt aufgrund fehlender oder kleiner Fenster dunkel und wenig wohnlich? Mit großen Dachfenstern und Gauben bringst du mehr Licht unter das Dach und kannst gleichzeitig die Wohnfläche vergrößern. Gauben sind vor allem dann von Vorteil, wenn der Dachboden einen niedrigen Kniestock hat, die Dachschräge also schon kurz über dem Boden ansetzt. Sie vergrößern die Standfläche. Setzt du beim Dachausbau auf Gauben, führt jedoch kein Weg an der vorherigen Genehmigung vorbei. Eine gute Alternative für den Dachboden: Plane beim Ausbauen Fenster mit Aufkeilrahmen ein. Durch die speziellen Rahmen wird das Fenster etwa zehn Prozent steiler als das Dach selbst, wodurch du ebenfalls etwas mehr Raum gewinnst.


    Dachboden dämmen

    Dachboden dämmen

    Nach dem Einbau der Fenster kannst du den Dachboden fertig ausbauen. Dazu gehört auch die Dämmung. Die sogenannte Zwischensparrendämmung wird zwischen den Dachsparren angebracht. Die verschiedenen Dämmstoffe gehören jeweils einer sogenannten Wärmeleitgruppe an. Dabei gilt: Je niedriger die Zahl, desto effektiver die Dämmung. Wichtig ist, dass die Dämmung der Energiesparverordnung (EnEV) entspricht. Als Maßstab gilt der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) des gedämmten Daches. Er darf höchstens 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/(m²K)) betragen. Ist durch die zu geringe Tiefe der Sparren eine solche Dämmung nicht möglich, kann zusätzlich eine sogenannte Unterspardämmung montiert werden.

    In unserem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du ein Dach von innen dämmen kannst.


    Boden vorbreiten

    Estrich verlegen

    Um eine wohnliche Atmosphäre zu schaffen, ist auch der Fußboden wichtig. Bevor du Laminat oder andere Böden verlegen kannst, muss aber zunächst der richtige Untergrund geschaffen werden. Estrich gleicht Unebenheiten im Boden aus und lässt sich auch in Eigenleistung verlegen. Man unterscheidet verschiedene Arten von Estrich. Möchtest du den Dachboden ausbauen, ist Trockenestrich zu empfehlen. Wie du den Estrich verlegen kannst, haben wir dir in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengefasst.


    Raumaufteilung beim Dachausbau

    Dachboden mit Rigips verkleiden

    Sind alle anderen Bauarbeiten abgeschlossen, folgt die Aufteilung des Dachbodens. Jedenfalls dann, wenn du das Dachgeschoss nicht als durchgehenden Raum nutzen möchtest. Ganz einfach geht das mit Rigipsplatten, die auf einer Unterkonstruktion befestigt werden. Wie du Rigips zuschneiden und anschließend die Platten aus Gipskarton verlegen und verschrauben kannst, erfährst du in unseren umfangreichen Ratgebern.


    Rigipsplatten verlegen & Wärmedämmung von innen

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