In vielen Häusern gibt es Raum, der nicht optimal genutzt wird. Der Dachboden dient beispielsweise oft nur als Abstellkammer. Dabei verbirgt sich unter dem Dach viel Potenzial, den Wohnraum zu erweitern. Natürlich kannst du eine Firma mit dem Dachausbau beauftragen. Mit etwas handwerklichem Geschick ist das aber gar nicht notwendig. Wir sagen dir, was zu beachten ist, wenn du den Dachboden ausbauen möchtest, und welche Aufgaben du besser einem Profi überlässt.


Dachausbau planen

Möchtest du das Dachgeschoss ausbauen, gilt es zuerst einmal die Voraussetzungen zu prüfen:

- Hält der Dachstuhl die zusätzliche Last aus?

- Ist die Dacheindeckung unversehrt und wasserdicht?

- Gibt es Anschlussmöglichkeiten für Wasser, Elektrik und Heizung?

Überlege dir auch genau, wofür du den ausgebauten Dachboden benötigst. Am besten fertigst du eine Skizze an um deinen Dachausbau zu planen, notierst die erdachte Nutzung und überprüfst, ob sich so der Dachboden ausbauen lässt. Je nach gewünschter Nutzung musst du unterschiedliche Punkte bedenken:

Stauraum: Kommen nur Winterklamotten, alte Steuererklärungen und das Schlauchboot auf den Dachboden, brauchst du weder Fenster noch Heizung. Nur trocken sollte der Dachboden sein und eine gute Wärmedämmung haben. Zudem musst du keinen oder nur einen kleinen Drempel einbauen.

Wohnraum: Für ein Gästezimmer oder ein Büro brauchst du auf jeden Fall eine Mindestdachhöhe und ein oder mehrere ausreichend große Fenster. Auch Strom und eine Heizung sind dann wichtig.

Badezimmer: Zusätzlich zu den Anforderungen, die ein Wohnraum an den Dachausbau stellt, muss du hier noch an Zu- und Abwasserleitungen denken. Gibt es dafür die notwendigen Installationen?

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Professioneller Check vor dem Dachboden ausbauen

Ein Mann betrachtet einen Bauplan in einem halb ausgebauten Dachboden.

Eine professionelle Prüfung im Vorfeld ist dringend zu empfehlen – vor allem bei älteren Bestandsbauten. Fachleute prüfen nicht nur die Statik, sie untersuchen das Dachgeschoss auch auf mögliche Bauschäden. Ein Befall des Dachstuhls mit Schädlingen kann ebenfalls zum Problem werden. Hat sich der Holzwurm ausgebreitet, ist der Dachstuhl möglicherweise zu marode für einen Ausbau.

Ist die Dacheindeckung nicht intakt, saugt sich die Dämmung voll und erfüllt nicht mehr ihren Zweck. Darüber hinaus kann es zu erheblichen Feuchtigkeitsschäden und zu Schimmelbildung kommen. Du möchtest so viele Arbeiten wie möglich selbst in die Hand nehmen, um beim Dachoden ausbauen Kosten zu sparen?

Das ist verständlich. Für folgende Arbeiten solltest du aber besser Experten beauftragen:

- Statik

- Elektrik

- Heizungsinstallation

- Sanitärinstallation

- Fenstereinbau

Sparpotenzial gibt es aber bei der Innendämmung und den Ausbauarbeiten. Trockenbau, Boden- und Wandgestaltung gelingen mit etwas handwerklichem Geschick ebenfalls in Eigenregie.


Ist deine Dachkonstruktion ausbaufähig?

Zeichnung eines geplanten Dachausbaus.

Dach ist nicht gleich Dach, denn es gibt verschiedene Baukonstruktionen. Einige sind besser zum Dachboden ausbauen geeignet, andere überhaupt nicht. Bevor du damit beginnst, den Dachbodenausbau zu planen, empfiehlt es sich daher, genau zu messen. Um das Dachgeschoss optimal nutzen zu können, sollte mindestens die Hälfte der Fläche über eine Raumhöhe von 2,3 Metern verfügen, noch besser sind 2,50 Meter. Ist es in der Mitte nur 1,80 Meter hoch, kann man zwar das Dach ausbauen, aber in der Regel nicht als dauerhaften Aufenthaltsraum nutzen, sondern beispielsweise eher als Gästezimmer.

Der Drempel, also die Fortsetzung der Gebäudeaußenwand oberhalb des Dachbodens, spielt beim Dachbodenausbau und bei der möglichen Nutzung eine wichtige Rolle. Er dient als Auflage für das Steildach und sorgt auch für eine bessere Statik. Außerdem hebt der Drempel das Dach als Ganzes an und vergrößert dadurch den Abstand zwischen Dachboden und Dach. Falls dein Dach keinen Drempel hat, ist das kein Grund, es nicht auszubauen.

Denn in diesem Zusammenhang spielt auch die Dachneigung eine Rolle. Sie bezeichnet den Winkel, den die Auflage der Balken des Dachstuhls mit dem Boden bzw. dem Drempel bildet. Dachkonstruktionen ohne Drempel und mit einer Dachneigung von weniger als 35 Grad sind nicht für einen Ausbau zu einem dauerhaften Wohnraum geeignet.

Für eine gelegentliche Nutzung als Gästezimmer oder Hobbyraum wird eine Neigung zwischen 20 und 35 Grad empfohlen. Soll unter dem Dach permanenter Wohnraum entstehen, sollte das Dach eine Neigung von mindestens 45 Grad haben. In Deutschland sind die sogenannten Steildächer mit einer Dachneigung von 45 Grad weit verbreitet. Sie sind für den Ausbau perfekt nutzbar. 


Dachgeschoss ausbauen: Genehmigung und Vorschriften

Möchtest du den Dachboden ausbauen, ist oft eine Genehmigung notwendig. Das gilt insbesondere dann, wenn die Fläche unter dem Dach noch nicht als Wohnraum angemeldet ist. Um eine Genehmigung zu bekommen, wendest du dich an die örtlichen Behörden.

Da es bundesweit keine einheitlichen Vorschriften gibt, sind die Landesbauverordnungen und die kommunalen Bebauungspläne entscheidend. Je nach Bundesland kann eine Baugenehmigung, ein Freistellungsverfahren oder ein Anzeigeverfahren notwendig sein. Dort werden unter anderem Vorschriften zu Brandschutz, Wärmedämmung und Treppenbreite festgelegt. Ausnahmen von dieser Genehmigungspflicht sind ebenfalls sehr unterschiedlich in den Bundesländern geregelt.

Um von vornherein alle Stolpersteine aus dem Weg zu räumen, empfiehlt es sich, vor dem Dachausbau eine Bauvoranfrage bei der zuständigen Behörde zu stellen. Denn wenn du den Ausbau ohne die erforderliche Baugenehmigung durchführst, musst du mit Bußgeldern und unter Umständen auch mit Rückbauverpflichtungen rechnen.

Wichtig: Möchtest du bei einem denkmalgeschützten Haus den Dachboden ausbauen, sind noch mehr Vorgaben einzuhalten. Hier hilft die Denkmalschutzbehörde weiter.


Förderung für den Dachausbau

Planst du den Dachboden auszubauen, hast du dir sicher schon Gedanken über die Kosten gemacht. Im Vergleich zu einem Neubau ist ein Ausbau des Daches günstig. Trotzdem sind die Kosten für die Fachleute und das für den Dachausbau benötigte Material nicht zu unterschätzen.

Die gute Nachricht: Es gibt verschiedene Förderprogramme für deinen Dachausbau. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert im Programm 430 energieeffiziente Sanierungen oder einzelne energetische Maßnahmen. Wichtig ist jedoch, dass du die Förderung schon vor dem eigentlichen Baubeginn beantragst. Eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich.

Diese Förderungen für den Dachausbau gibt es aktuell:

KfW-Förderungen

  • Förderprogramme 151/152: zinsgünstige Darlehen, die über die Hausbank bei der KfW beantragt werden. Zur Unterstützung von Einzelmaßnahmen oder Maßnahmepaketen zur Verbesserung der Energieeffizienz mit Baukrediten bis zu 50.000 Euro.
  • Förderprogramm 430: Bereitstellung eines Zuschusses, der direkt bei der KfW beantragt werden kann. Zuschüsse bis zu 30.000 Euro für die Sanierung von Wohnraum unterm Dach.
  • Wichtig: Förderfähig sind bei beiden Programmen immer nur Baumaßnahmen, die der energetischen Optimierung dienen, und nicht der Dachausbau an sich. Beide Förderungen verlangen zur Unterstützung einen zertifizierten Energieberater als Baubegleiter.

BAFA-Förderungen

  • Kredite und Zuschüsse, für die Sanierung von Heizsystemen und ihren Komponenten. Wird häufig im Zusammenhang mit Dachausbauten in Angriff genommen.
  • Anträge direkt beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) einreichen.

Regionale Förderungen

  • Diverse Förderprogramme von Ländern und Kommunen, die zusätzlich zum KfW-Zuschuss in Anspruch genommen werden können
  • Umfang, Zweck und Modalitäten unterscheiden sich extrem, daher am besten einen Energieberater hinzuziehen oder selbst recherchieren.

Unternehmensförderungen

  • Neben institutionellen Förderprogrammen gibt es auch solche von Unternehmen der Dach- bzw. Baubranche, die Fördermöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen anbieten.
  • Zweck und Umfang sind sehr unterschiedlich, entweder Experten fragen oder selbst recherchieren.

Dachausbau mit Fenster

Dein Dachboden wirkt aufgrund fehlender oder kleiner Fenster dunkel und wenig wohnlich? Mit großen Dachfenstern und Gauben bringst du mehr Licht unter das Dach und kannst gleichzeitig die Wohnfläche vergrößern. 

Gauben sind vor allem dann von Vorteil, wenn der Dachboden einen niedrigen Kniestock hat, die Dachschräge also schon kurz über dem Boden ansetzt. Sie vergrößern die Standfläche. Setzt du beim Dachbodenausbau auf Gauben, führt jedoch kein Weg an der vorherigen Genehmigung vorbei.

Eine gute Alternative für den Dachboden: Plane beim Ausbauen Fenster mit Aufkeilrahmen ein. Durch die speziellen Rahmen wird das Fenster etwa zehn Prozent steiler als das Dach selbst, wodurch du ebenfalls etwas mehr Raum gewinnst.


Dachboden dämmen

Nach dem Einbau der Fenster kannst du den Dachboden fertig ausbauen. Dazu gehört auch die Dämmung. Die sogenannte Zwischensparrendämmung wird zwischen den Dachsparren angebracht. Die verschiedenen Dämmstoffe gehören jeweils einer sogenannten Wärmeleitgruppe an.

Dabei gilt: Je niedriger die Zahl, desto effektiver die Dämmung. Wichtig ist, dass die Dämmung der Energiesparverordnung (EnEV) entspricht. Als Maßstab gilt der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) des gedämmten Daches. Er darf höchstens 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/(m²K)) betragen. Ist durch die zu geringe Tiefe der Sparren eine solche Dämmung nicht möglich, kann zusätzlich eine sogenannte Unterspardämmung montiert werden.

In unserem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du ein Dach von innen dämmen kannst.


Boden vorbereiten

Um eine wohnliche Atmosphäre zu schaffen, ist auch der Fußboden wichtig. Bevor du Laminat oder andere Böden verlegen kannst, muss aber zunächst der richtige Untergrund geschaffen werden.

Estrich gleicht Unebenheiten im Boden aus und lässt sich auch in Eigenleistung verlegen. Man unterscheidet verschiedene Arten von Estrich. Möchtest du den Dachboden ausbauen, ist Trockenestrich zu empfehlen. Wie du den Estrich verlegen kannst, haben wir dir in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengefasst.


Raumaufteilung beim Dachausbau

Sind alle anderen Bauarbeiten abgeschlossen, folgt die Dachausbau-Raumaufteilung. Jedenfalls dann, wenn du das Dachgeschoss nicht als durchgehenden Raum nutzen möchtest. Ganz einfach geht das mit Rigipsplatten, die auf einer Unterkonstruktion befestigt werden. Wie du Rigips zuschneiden und anschließend die Platten aus Gipskarton verlegen und verschrauben kannst, erfährst du in unseren umfangreichen Ratgebern.


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