In vielen Häusern dient der Dachboden lediglich als Abstellraum und wird kaum genutzt. Doch durch einen Dachausbau lässt sich der vorhandene Wohnraum erweitern. Natürlich ist es möglich, das Ausbauen des Dachbodens einer Fachfirma zu überlassen. Oftmals ist dies jedoch gar nicht notwendig. In diesem Ratgeber von toom Baumarkt erfährst du, ob eine Genehmigung für den Dachbodenausbau notwendig ist, und wie du vorgehen solltest, wenn du deinen Dachboden selbst ausbauen möchtest.


Planung und Vorbereitung

Zeichnung eines geplanten Dachausbaus.

Auch, wenn du dich dafür entschieden hast, deinen Dachausbau selbst zu machen, ist eine professionelle Prüfung im Vorfeld – insbesondere bei älteren Bauten – dringend zu empfehlen. Fachleute untersuchen vor dem Dachausbau nicht nur die Statik, sondern auch das Dachgeschoss auf mögliche Bauschäden. Wird ein Befall des Dachstuhls mit Schädlingen wie dem Holzwurm festgestellt, ist von einem Dachausbau abzuraten. Die weiteren Schritte, wie zum Beispiel der Trockenbau, die Bodengestaltung und das Streichen der Wände gelingen hingegen mit etwas handwerklichem Geschick auch in Eigenregie.

Ein weiterer Aspekt, mit dem du dich vor dem Dachausbau auseinandersetzen solltest, ist die Baukonstruktion. Einige Konstruktionen eignen sich besser als andere. Bevor du beginnst, empfiehlt es sich, den Dachboden exakt auszumessen. Damit das Dachgeschoss als Wohnraum genutzt werden kann, sollte mindestens die Hälfte der Fläche eine Raumhöhe von mindestens 2,3 Meter aufweisen.

Auch der Drempel, also die Fortsetzung der Gebäudeaußenwand oberhalb des Dachbodens, spielt beim Dachbodenausbau eine wichtige Rolle. Er dient als Auflage für das Steildach und sorgt zudem für eine verbesserte Statik. Außerdem hebt der Drempel das Dach als Ganzes an und vergrößert so den Abstand zwischen Dachboden und Dach.

Falls dein Dach keinen Drempel hat, ist dies allerdings kein Grund, das Projekt nicht anzugehen, da auch die Dachneigung wichtig ist. Gemeint ist der Winkel, den die Auflage der Balken des Dachstuhls mit dem Boden beziehungsweise dem Drempel bildet. Dachkonstruktionen ohne Drempel und mit einer Dachneigung von weniger als 35 Grad sind für einen Dachausbau zum Wohnraum ungeeignet. Möchtest du den Dachboden hingegen ausbauen, um ihn nur gelegentlich als Gästezimmer oder Hobbyraum zu nutzen, ist eine Neigung zwischen 20 und 35 Grad ausreichend. In Deutschland sind sogenannte Steildächer mit einer Dachneigung von 45 Grad weit verbreitet, sodass dem Dachausbau hier nichts im Wege steht.

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Dachausbau planen

Folgende Voraussetzungen gilt es zu prüfen: Hält der Dachstuhl die zusätzliche Last aus? Ist die Dacheindeckung unversehrt und wasserdicht? Gibt es Anschlussmöglichkeiten für Wasser, Elektrik und Heizung?

Braucht man für den Dachbodenausbau eine Baugenehmigung?

Ein Mann betrachtet einen Bauplan in einem halb ausgebauten Dachboden.

Möchtest du dein Dach ausbauen, ist oft eine Genehmigung notwendig. Das gilt insbesondere, wenn die Fläche unter dem Dach bislang noch nicht als Wohnraum angemeldet ist. Wende dich am besten an die örtliche Behörde, um Details und notwendige Genehmigungen anzufordern. Möchtest du in einem denkmalgeschützten Haus den Dachboden ausbauen, musst du noch weitere Vorgaben einhalten, über die du dich bei der Denkmalschutzbehörde informieren kannst.

Da es bundesweit keine einheitlichen Vorschriften gibt, sind für den Dachbodenausbau die Landesbauverordnungen und die kommunalen Bebauungspläne entscheidend. Je nach Bundesland kann eine Baugenehmigung, ein Freistellungs- oder ein Anzeigeverfahren notwendig sein, um deinen Dachboden auszubauen. Hier werden unter anderem Vorschriften zu Brandschutz, Wärmedämmung und Treppenbreite festgelegt. Es bestehen jedoch in einigen Bundesländern Ausnahmen von der Genehmigungspflicht. In jedem Fall solltest du vor dem Dachbodenausbau eine Bauvoranfrage bei der zuständigen Behörde stellen. Wenn du den Ausbau ohne die erforderliche Baugenehmigung durchführst, musst du mit Bußgeldern und im schlimmsten Fall sogar mit Rückbauverpflichtungen rechnen.


Fenster einbauen

Dachboden Fenster anbringen

Dein Dachboden wirkt aufgrund fehlender oder kleiner Fenster dunkel und wenig wohnlich? Mit großen Dachfenstern und Gauben, die du einbaust, bringst du Licht unter das Dach und kannst gleichzeitig die Wohnfläche vergrößern. Gauben sind vor allem dann vorteilhaft, wenn der Dachboden einen niedrigen Kniestock hat, die Dachschräge also bereits kurz über dem Boden ansetzt. Entscheidest du dich für Gauben, musst du vorab zwingend eine Genehmigung einholen. Eine gute Alternative sind Fenster mit Aufkeilrahmen, durch die das Fenster um etwa zehn Prozent steiler sitzt als das Dach selbst. So gewinnst du zusätzlichen Raum.


Dachboden dämmen

Dach wird von innen gedämmt

Ein wichtiger Schritt ist die Dämmung des Dachs von innen. Hierbei wird eine sogenannte Zwischensparrendämmung zwischen den Dachsparren angebracht. Die verschiedenen Dämmstoffe gehören jeweils einer sogenannten Wärmeleitgruppe an. Wichtig ist, dass die Dämmung der Energiesparverordnung (EnEV) entspricht. Als Maßstab gilt der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) des gedämmten Dachs. Er darf höchstens 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m²K) betragen. Es gilt: je niedriger die Zahl, desto effektiver die Dämmung. Ist durch die zu geringe Tiefe der Sparren keine ausreichende Dämmung möglich, kann im Zuge des Dachausbaus zusätzlich eine sogenannte Unterspardämmung montiert werden.


Dachboden ausbauen: der Fußboden

Estrich verlegen

Der Fußboden ist die Basis, damit eine wohnliche Atmosphäre auf dem Dachboden entsteht. Dennoch ist es ratsam, den Fußbodenaufbau auf dem Dachboden zum Schluss vorzunehmen, da der Boden ansonsten bei weiteren Arbeiten beschädigt werden könnte. Bevor du zum Beispiel Laminat oder andere Böden auf dem Dachboden verlegen kannst, muss zunächst der richtige Untergrund hergestellt werden. Estrich ist als Bodenbelag für den Dachboden gut geeignet, da er Unebenheiten ausgleicht. Wenn du Estrich verlegen möchtest, solltest du dich vorab darüber informieren, welche Art sich am besten eignet. Trockenestrich ist in der Regel eine gute Wahl.


Einen niedrigen Dachboden ausbauen

Ist die Deckenhöhe niedriger als 1,5 Meter, kann dies sogar von Vorteil sein, da in diesem Fall häufig keine Baugenehmigung erforderlich ist. Das liegt daran, dass Räume mit einer derart geringen Höhe offiziell meist nicht als Wohnraum gelten. Dennoch kann sich der Ausbau eines niedrigen oder kleinen Dachbodens lohnen, um ihn beispielsweise als Spielzimmer, Gästezimmer oder Staufläche zu nutzen.


Dachbodentreppe integrieren

Dachbodentreppe

Ein wichtiger Punkt, der beim Dachausbau nicht vergessen werden sollte, ist der Einbau einer Dachbodentreppe. Weit verbreitet sind solche, die sich ausklappen, wenn die Luke zum Dachboden geöffnet wird. Du kannst dich zum Beispiel für eine Klapp-, Scheren- oder Teleskoptreppe entscheiden. Bei der Wahl der Treppe beim Dachbodenausbau wird einmal mehr der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) relevant. Die Energiesparverordnung schreibt hier einen Maximalwert für die gesamte Dachgeschossdecke vor. Unzureichend gedämmte Treppen sorgen häufig für einen hohen Energieverlust. Auch weitere Vorschriften, etwa zum Einbau eines Treppengeländers oder zur maximalen Nutzlast der Treppe, müssen beim Ausbauen des Dachbodens eingehalten werden.


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