Dachdämmung von innen in sieben Schritten

Sei es, um den Energieverbrauch im Haus zu senken oder um im Dachgeschoss neuen Wohnraum zu schaffen – wer nachträglich den Dachboden dämmen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Die Zwischensparrendämmung ist eine Variante, die du auch leicht selbst umsetzen kannst. Erfahre hier, welche Schritte für die Dachdämmung von innen nötig sind.


Schwierigkeitsgrad: Einfach

Dauer: Mehrere Stunden je nach Fläche des Daches

Werkzeug: Zollstock, Messer oder Cutter, Schutzkleidung mit Atemschutz, Akkuschrauber, Hand- oder Elektrotacker, Säge


Zwischensparrendämmung: Anleitung zum Selbermachen

Dach wird von innen gedämmt

Für eine nachträgliche Dachisolierung von innen muss eine Zwischensparren- oder eine Untersparrendämmung vorgenommen werden. Letztere solltest du vor allem dann wählen, wenn eine bestehende Zwischensparrendämmung nicht mehr ausreicht oder aus baulichen Gründen nicht möglich ist. Da sie den Wärmeschutz erheblich verbessert, kann die Untersparrendämmung auch als sinnvolle Ergänzung zur Zwischensparrendämmung in Erwägung gezogen werden.

Dein Dach von innen zu dämmen bzw. zu isolieren, sorgt nicht nur für ein gutes Wohnklima, sondern spart Energie und somit auch Kosten. Hast du es mit einem Dachgeschoss zu tun, das du nachträglich selbst dämmen möchtest, dann ist die Zwischensparrendämmung eine Variante, die du leicht selbst umsetzen kannst. Mit dieser Anleitung erfährst du, was dafür Schritt für Schritt zu tun ist.


Schritt 1: Das richtige Dämmmaterial für die Innendämmung finden

Dämmmaterial

Anders als bei der Unter- und Aufsparrendämmung wird bei der Zwischensparrendämmung – wie der Name bereits verrät – lediglich der Raum zwischen den Dachsparren mit einer Dämmung ausgestattet. Sparren sind die tragenden Balken, die horizontal vom Dachfirst zur Traufe verlaufen und die die Ziegel sowie die Dachabdichtung stützen.

Für diese Variante der Dachdämmung von innen steht unterschiedliches Material zur Auswahl. Am besten eignet sich einfach zu bearbeitende Mineralwolle, die sich gut an die Sparren anpasst – beispielsweise Steinwolle oder Klemmfilz. Der anpassungsfähige Dämmstoff schließt fugendicht an den Balken ab und verhindert so, dass bei der Dachdämmung unerwünschte Wärmebrücken entstehen. Das bedeutet, dass keine Lücken oder Bereiche entstehen, aus denen Wärme unkontrolliert nach außen entweichen kann. Damit du lange Freude an der Dämmung hast, solltest du nur genormte und bauaufsichtlich zugelassene Produkte verwenden.

Informationen zu den speziellen Eigenschaften der jeweiligen Dämmstoffe entnimmst du den Kurztypzeichen auf der Produktverpackung. So verrät dir das Kürzel WLS (Wärmeleitstufen), wie gut der Stoff dämmt. Je niedriger die WLS, desto besser der Wärmeschutz.

Außerdem ist für die Dachdämmung die Dicke des Dämmstoffes zu beachten. Mit einer Dämmstoffdicke von 14 bis 18 Zentimetern wirst du den Vorgaben der Energieeinsparverordnung in der Regel gerecht. Beachte auch, dass die Dämmstoffdicke der Tiefe der Sparren entsprechen muss. Sind die Sparren für die Materialdicke nicht tief genug, können sie mit speziellen Hölzern aufgedoppelt werden.


Schritt 2: Das passende Werkzeug für die Dachdämmung auswählen

Dämmmaterial

Das Dämmmaterial reicht allein nicht aus – auch das geeignete Werkzeug darf nicht fehlen. Neben Zollstock, Cutter, Akkuschrauber und Hand- oder Elektrotacker benötigst du vor allem eine entsprechende Schutzkleidung mit Atemschutz. Denn bei der Dachdämmung mit Mineralwolle werden Fasern freigesetzt, die Haut- und Atemprobleme auslösen können. Daher solltest du den direkten Körperkontakt mit diesem Stoff vermeiden.


Schritt 3: Dachsparren für die Zwischensparrendämmung vorbereiten

Dämmmaterial

Bevor es mit der eigentlichen Dachisolierung von innen losgeht, musst du die Verkleidung oder – falls vorhanden ­– das alte Dämmmaterial zwischen den Sparren entfernen und die Dachsparren säubern. Hierbei kannst du auch gleich prüfen, ob die Tiefe der Sparren zur gewählten Materialdicke passt.

Ist das nicht der Fall, solltest du die Sparren aufdoppeln – insbesondere bei einer Dachdämmung im Altbau finden sich oft Sparren, die nur 10 bis 14 Zentimeter dick sind. Hierfür eignen sich Dachlatten aus Holz, die einfach auf die vorhandenen Sparren geschraubt oder genagelt werden.

Sobald der Dachboden von Schmutz befreit ist und du die Dachsparren vorbereitet hast, kannst du mit der eigentlichen Dachdämmung von innen anfangen.


Schritt 4: Dämmmaterial fürs Dach zuschneiden und anbringen

Dämmmaterial

Im nächsten Schritt wird das Dämmmaterial passend zu den Abmessungen der Dachsparren zugeschnitten. Steinwolle lässt sich beispielsweise unkompliziert von der Rolle mit einem gezackten Messer oder Cutter zurechtschneiden.

Achte darauf, dass der Zuschnitt immer etwas breiter ist als der Sparrenzwischenraum – etwa ein bis zwei Zentimeter. Auf diese Weise führt die Klemmwirkung des flexiblen Dämmstoffs dazu, dass das Material fest sitzt und keine Wärmebrücken in den Zwischenräumen auftreten. Ritzen und Lücken zwischen den einzelnen Dämmstücken sind tabu. Das gilt auch bei unregelmäßigen oder schiefen Dachsparren. Um Asymmetrien auszugleichen, kannst du die Isolierung in zwei Lagen mit versetzten Fugen einsetzen.

Achtung: Wird deine Dachkonstruktion durch eine Unterspannbahn belüftet – das heißt, die Folie liegt unter den Ziegeln – solltest du bei der nachträglichen Zwischensparrendämmung darauf achten, zwischen Dämmstoff und Unterspannbahn genügend Abstand zu lassen, damit die Luft zirkulieren kann. Wird die Dachdämmung bei einem Altbau durchgeführt, hat der Dachstuhl meist keine Unterspannbahn. Dann muss ein Spalt für die Hinterlüftung gelassen werden. Dieser Luftspalt zwischen Dämmung und Dachhaut sollte etwa drei bis fünf Zentimeter groß sein. Er stellt sicher, dass überschüssige Feuchtigkeit entweichen kann.


Schritt 5: Dampfbremsfolie zuschneiden für eine luftdichte Dachdämmung

Dämmmaterial

Hast du das Dämmmaterial passgenau zwischen die Sparren gesteckt, bringst du als nächstes die Dampfbremsfolie auf den Sparren an. Die spezielle Folie verhindert, dass Luftfeuchtigkeit von innen in das Dämmmaterial des Daches eindringen kann. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Dampfbremsfolie luftdicht verlegt wird. Daher ist bei diesem Schritt besondere Sorgfalt gefragt. Schneide die Folienbahnen zurecht und lasse jeweils zehn Zentimeter Überstand über den Sparren. Auch an den Wand- und Bodenanschlüssen kannst du ungefähr zehn Zentimeter mehr einplanen.


Schritt 6: Dampfbremsfolie verkleben

verklebte Dachbremsfolie

Häufig wird die Dampfbremsfolie bei der Zwischensparrendämmung mit einem Hand- oder Elektrotacker angebracht. Diese Methode ist zwar sehr einfach, doch die Folie kann dadurch schnell beschädigt werden. Sicherer ist es, wenn du bei diesem Schritt der Dachdämmung mit einem Spezialklebeband arbeitest.

Außerdem solltest du darauf achten, die Folie nicht unter Spannung zu befestigen, da sie sich dann lösen oder sogar reißen kann. Die Wand- und Bodenanschlüsse der Dampfbremsfolie, die auf dem Putz oder Beton liegen, verklebst du mit einem Dichtkleber.


Schritt 7: Dach von innen verkleiden

Der nächste und gleichzeitig letzte Schritt bei der Dachdämmung von innen ist die Verkleidung. Dafür verwendest du am besten zugeschnittene Rigipsplatten oder Grobspanplatten. Anschließend schraubst du die zurechtgesägte Verkleidung am Dach fest. Hierbei ist wichtig, dass du die Plattennur auf den Sparren anschraubst und nicht etwa auf der Dämmung selbst. Sonst besteht auch hier die Gefahr, dass die Dampfbremsfolie beschädigt wird.


Produkte für die Dachdämmung

Eine Zwischensparrendämmung ist eine günstige und unkomplizierte Möglichkeit das Dach selbst zu isolieren. Mit diesen Materialien und Werkzeugen gelingt es Selbermachern einfach und schnell.