Rigipsplatten verlegen und verschrauben

Rigipsplatten, auch Gipskartonplatten genannt, kannst du vielseitig und unkompliziert für den Innenausbau verwenden. Zum Beispiel, um nichttragende Innen- und Trennwände einzuziehen, Wände zu verkleiden oder einen Untergrund für den Fußboden zu bereiten. Weil die Platten aus einem von Karton umschlossenen Gipskern bestehen, sind sie gleichermaßen stabil und leicht. Deswegen eignet sich Rigips auch ideal dafür, Decken abzuhängen oder Zwischenräume für die Dachdämmung einzuziehen.

Rigipsplatten verlegen – eine Aufgabe, die auch Hobby-Handwerker meistern können. Erfahre hier, wie du in nur wenigen Schritten Gipskartonplatten verlegen kannst und sie anschließend wahlweise verschraubst und verputzt oder verklebst.


Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten

Dauer: Je nach Fläche ein bis zwei Tage

Werkzeug: Gipskartonplatten, Wasserwaage, Schrauben, Akkuschrauber, Zollstock.


Schritt 1: Gipskartonplatten wählen und das Verlegen vorbereiten

Rigips verlegen und verschrauben

Bevor du startest, solltest du dir überlegen, wie du beim Verlegen der Rigipsplatten vorgehen möchtest. Du kannst Gipskartonplatten auch allein verlegen. Mit der Hilfe einer zweiten Person geht es jedoch einfacher und schneller. Gerade bei Überkopfarbeiten, zum Beispiel, wenn du Rigipsplatten verlegst, um eine Decke einzuziehen, sind zwei zusätzliche Hände eine große Erleichterung.

Tipp: Arbeitest du allein, empfehlen wir zur Unterstützung einen Plattenheber, auch Plattenlift genannt. Dieser sichert die Rigipsplatten, die du noch nicht verschrauben konntest. Arbeitest du mit einer Unterkonstruktion, kannst du dir deinen Plattenheber aus übrig gebliebenen Holzleisten selbst bauen.


Schritt 2: Rigipsplatten verlegen mit oder ohne Unterkonstruktion

Willst du einen neuen Deckenboden einziehen oder mit einer Trennwand aus einem Zimmer zwei machen, brauchst du in der Regel eine Unterkonstruktion aus Holzleisten oder Metallprofilen, auf der die Platten befestigt werden. Ob du Holz oder Metall wählst, hängt von deiner Vorliebe für ein Material ab. Holz punktet mit seiner Umweltfreundlichkeit, Unterkonstruktionen aus Metall lassen sich allerdings gerade bei einem größeren Vorhaben leichter und schneller verarbeiten, weil das Ständerwerk bereits über Aussparungen für Installationen verfügt.


Schritt 3: Die richtigen Gipskartonplatten wählen

Rigipsplatten verlegen

Gipskartonplatten gibt es in verschiedenen Formaten, Stärken und Materialien. Damit eignen sie sich für unterschiedliche Zwecke. Wäge ab, wie viel deine neue Rigipswand aushalten muss, zum Beispiel Hängeschränke oder ein Waschbecken, und wähle dementsprechend die Abmessungen. Für den Trockenbau ist eine Dicke von 9,5 Millimetern üblich. Die üblichen Längen betragen 2,6 Meter, 3 oder 3,6 Meter und die Breite rangiert zwischen 60 und 120 Zentimetern. Es gibt aber auch dickere Ausbauplatten (12,5 bis 18 Millimeter) sowie Massivbauplatten mit 20 bis 25 Millimetern Dicke.

Der klassische Rigips, der zum Verlegen im Trockenbau zum Einsatz kommt, ist heller Rigips. Darüber hinaus gibt es imprägnierte Gipskartonplatten, die sich besonders zum Verlegen in Nassräumen eignen, sowie spezielle Platten wie Feuerschutz-, Schallschutz- oder Thermoplatten. Sogenannte Einmann-Platten sind schmaler als andere Modelle und lassen sich daher besonders unkompliziert verlegen. Sie eignen sich vor allem für kleinere Projekte. Die Zweimann-Platte hat ein wesentlich größeres Format, sie wird hauptsächlich für die Verkleidung von großen und hohen Flächen verwendet.


Schritt 4: Rigipsplatten richtig verlegen – so geht’s

Rigips verlegen und verschrauben

Wenn du ganze Platten verwendest und sie von der Größe her genau zu deinem Vorhaben passen, kannst du sofort damit beginnen, die Rigipsplatten an die Unterkonstruktion zu schrauben. Oft müssen Rigipsplatten aber vor dem Verlegen etwa für Dachschrägen oder andere räumliche Besonderheiten noch zugeschnitten werden. Wie du Rigipsplatten sachgemäß zuschneiden und sägen kannst, zeigen wir in unserem separaten Ratgebertext mit Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Sind die Rigipsplatten zugeschnitten, geht’s ans Verlegen. Die erste Gipskartonplatte setzt du am unteren Rand der Wand an. Drück die Platte leicht an und kontrolliere mit der Wasserwaage, ob sie gerade sitzt. Achte für die nötige Trittschalldämmung darauf, die Platte nicht bündig auf den Boden oder die Decke zu setzen. Als Abstandshalter kannst du kleine Holzkeile unter die Gipskartonplatte schieben. Beim Befestigen der Rigipsplatten gilt es auf ein paar Dinge zu achten.


Schritt 5: Rigipsplatten richtig verschrauben

Gipskartonplatten werden meist verschraubt. Möchtest du die Rigipsplatten auf einer Unterkonstruktion aus Holz verlegen, kommen Schrauben mit Grobgewinde zum Einsatz. Befestigst du die Platten auf einer Metallkonstruktion, eignen sich Schrauben mit Feingewinde.

Benutze einen Akkuschrauber, um die Rigipsplatten an die Konstruktion zu schrauben. Lass dabei mindestens zwei Zentimeter Platz zum Rand, damit die Kante der Platte nicht bricht. Die nächsten Schrauben bringst du in einem Abstand von circa 20 Zentimetern an. Um Kreuzfugen zu vermeiden, die später zu Rissen führen können, ist es wichtig, die Gipskartonplatten versetzt zu montieren. Das heißt: Nebeneinander liegende Stirnkanten sollten mit einem Versatz von mindestens 40 Zentimetern befestigt werden. Miss nach dem Zuschnitt der ersten Platte die zweite Platte neu aus und pass sie entsprechend an. Achte in der Nähe von Türen darauf, dass die Plattenkante nicht auf dem Türrahmen abschließt. Auch das kann Risse geben. Arbeite beim Verschrauben der Rigipsplatten so sorgfältig wie möglich: Ist die erste Platte schief angebracht, setzt sich dies bei den weiteren fort.

Tipp: Sind einige Gipskartonplatten verlegt, gehe einen Schritt zurück und betrachte das Verlegemuster. So erkennst du mögliche Kreuzfugen schnell und kannst rechtzeitig reagieren.


Schritt 6: Nach dem Verlegen: Rigipsplatten verputzen

Damit die Oberfläche schön gerade wird, verputzt du im letzten Arbeitsschritt die Fugen und Schraubenlöcher zwischen den Platten mit Spachtelmasse. Für ein perfektes Ergebnis kannst du die Fläche anschließend abschleifen. Löcher für Steckdosen schneidest du im Nachgang mit einer Stichsäge in die Platte.

Mit diesen abschließenden Arbeiten ist die Rigipsplatte fachmännisch verlegt und du kannst die Wand streichen oder tapezieren, ganz wie es dir gefällt.


Alternativ: Rigipsplatten kleben statt schrauben

Anstatt die Rigipsplatten zu verputzen, kannst du die Gipskartonplatten alternativ auch verkleben. Als Kleber dient Gipsmasse, die du immer nach den Empfehlungen des Herstellers anrühren solltest. Anschließend Teile der Masse mit einer Kelle in einem Abstand von circa 30 Zentimetern am Rand (fünf Zentimeter Platz lassen) der Plattenrückseite auftragen. Für eine erfolgreiche Umsetzung muss die Wand trocken und frei von altem, bröckelndem Putz sein. Betroffene und unebene Stellen solltest du am besten vor dem Verkleben mit einem Schwingschleifer glätten.

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