Decken und Wände streichen : Tipps und Ideen für gutes Gelingen

Farbe schafft Atmosphäre. Ein neuer Anstrich kann in der Wohnung Wunder wirken. Und bei vergilbten Wänden, dunklen Flecken und sich ablösender Tapete hilft ohnehin nur ein neuer Farbauftrag. Wer es richtig angeht, verhindert, dass es beim Streichen zu Farbspritzern, fleckigen Flächen und unschönen Streifen kommt.

Wände und Decken makellos zu streichen, ist gar nicht so schwer. Mit unseren Tipps erreichst du saubere Ergebnisse. Ein paar vorbereitende Handgriffe vor dem Streichen sind unerlässlich. Sie sorgen für ein gutes Ergebnis und ersparen dir viel Nacharbeit.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Ein bis zwei Stunden je nach Wandfläche

Werkzeug: Farbe, Grundierung, Pinsel, Farbrolle, Malerkrepp, Abstreifgitter, Abdeckfolie, Rührstab


Wände richtig streichen: Ideen zur Vorbereitung

Bevor du zu malern beginnst, solltest du die Wände für das Streichen richtig vorbereiten. Dazu gehört auch, alles in Sicherheit zu bringen, was keine Farbe abbekommen soll. Räume dafür die leichten Möbelstücke aus dem Zimmer und decke den Rest, am besten den gesamten Boden, mit Abdeckfolie ab.

Mit Kreppband klebst du im Anschluss die Fußleisten, Fenster- und Türrahmen ab. So kannst du die Wand unbesorgt streichen und mit einem sauberen Rand der Fenster und Türrahmen abschließen. Möchtest du dir das Abkleben von Steckdosen und Schalterabdeckungen ersparen, schraubst du diese vor dem Malern ab. Achte darauf, vorher den Strom auszustellen.


Untergrund prüfen und ausbessern

Eine Wand lässt sich nur gleichmäßig streichen, wenn der Untergrund hinreichend eben ist. Nimm vorher alle Wände und die Decke unter die Lupe, um den Untergrund richtig zu bewerten. Je nach Untergrund wie Beton, Tapete, Rigips oder auch eine Holzdecke, die du streichen willst, empfehlen sich unterschiedliche Vorgehensweisen, die wir dir im Ratgeber zum Umgang mit unterschiedlichen Untergründen gesondert vorstellen.

Grundsätzlich empfiehlt sich bei Wänden und Decken, die du streichen willst, auf Folgendes zu achten.

  • Unebene Wände und Decken: Eher selten ist es notwendig, Wände mithilfe von Spachtelmasse zu glätten. Aber auch kleinere Unebenheiten fallen ins Auge. Schließe daher alle Dübellöcher und andere Unebenheiten vor dem Streichen mit etwas Spachtelmasse.
  • Tapeten: Klebe lose Tapetenränder mit etwas Kleister an. Löst sich viel von der Tapete ab, solltest du sie restlos entfernen. Die Wände zu streichen geht ohne Tapete viel leichter. Das gilt auch für zu raue Strukturtapete und Fototapete, die der Farbe keine ausreichende Haftung bietet.
  • Staub und Rückstände: Ein neuer Farbauftrag hält alte Farbe nicht vom Abblättern ab. Alte Farbe sowie generell Leim- und Kalkfarbe solltest du darum vorher abtragen. Das gelingt mit Wasser, Bürste und Spachtel. Hausstaub und Spinnenweben beseitigst du rasch mit einem Besen oder Staubwedel.
  • Feuchte Wände und Schimmel: Malere auf keinen Fall über gesundheitsgefährdende Schimmelflecken sowie auf feuchtem Untergrund. Sind nur kleinere Stellen von Schimmel befallen, kann ein Schimmelspray helfen. Bei größerem Befall solltest du dir aber fachmännische Unterstützung suchen. Feuchte Wände deuten auf undichtes Mauerwerk oder unzureichende Belüftung bzw. schlechte Beheizung hin.
  • Fleckenblocker: Bevor du Decke und Wände streichst, überdecke Ruß-, Rost-, Nikotin-, Fett- und Wasserflecken mit speziellen Fleckenblockern.

Mit Grundierfarbe Wände und Decke streichen

Du willst deine Wand möglichst gleichmäßig streichen? Welche Technik du auch benutzt: Eine Grundierungverbessert die Farbhaftung und verhindert fleckige Flächen. Insbesondere bei stark saugfähiger Tapete oder einer verputzten Wand ist sie ein Muss. Doch auch bei einem guten Untergrund passiert es immer wieder, dass einige Flächen mehr Farbe als andere aufnehmen.

Mithilfe einer Grundierfarbe kannst du auch einen dunkleren Hintergrund zuverlässig übertünchen. Farbige Wände streichst du am besten mit unverdünnter Grundierung.


Wand richtig streichen: Techniken und Tipps für ein perfektes Ergebnis

Du bist so weit und möchtest losstreichen? Es muss nicht immer schlichtes Weiß sein. Farbe gibt einem Zimmer Charakter und kann auch die Raumwahrnehmung beeinflussen. Achte bei der Auswahl deiner Wandfarbe auf Qualität und eine für das Zimmer geeignete Farbart.

Du möchtest deine Wände makellos streichen, ganz ohne Streifen? Mit folgenden Tipps gelingt dir ein überzeugendes Ergebnis:

  • Grundierung trocknen lassen: Um unerwünschte Abfärbungen zu verhindern und einen gut haftenden Untergrund zu schaffen, muss die Grundierfarbe zunächst trocknen.
  • Streichwerkzeug vorbereiten: Ein angefeuchteter Roller nimmt beim ersten Eintunken mehr Farbe auf. Damit der Pinsel nicht während des Streichens einzelne Haare verliert, solltest du ihn vorher kurz über eine raue Fläche (z. B. Schleifpapier) streichen.
  • Decke zuerst streichen: Das verhindert, dass nachträglich Farbe auf die Wände spritzt.
  • Ecken und Kanten ausstreichen: Widme dich als nächstes den Ecken und Kanten sowie Fenster- und Türlaibungen. Am besten arbeitest du dabei Wand für Wand. Denn direkt nach dem Streichen der Kanten solltest du die jeweilige Wand ganz streichen, damit die kleinen Stellen nicht bereits getrocknet sind, bevor du den Rest streichst (dann könnten sich Ansätze abzeichnen). Wie du saubere Kanten streichst, erfährst du in unserem gesonderten Ratgeber.
  • Farbe gleichmäßig aufnehmen: Decke und Wände streichen, ohne dabei Streifen zu hinterlassen? Das geht, wenn du Roller und Pinsel vollständig mit Farbe benetzt. Bei Rollern besteht die Gefahr, zu viel Farbe aufzunehmen. Rolle die Walze daher jedes Mal über ein Abstreifgitter.
  • Farbe gut mit Rührstab umrühren: Das beugt bei weißer Farbe Schlieren vor und verhindert, dass sich bei bunten Farben Pigmente am Boden absetzen.
  • Streichrichtung: Eine Wand streichst du am besten von oben nach unten. Das verhindert unschöne Spritzer. Fang in der Nähe einer Lichtquelle an, um Unebenheiten besser zu erkennen.
  • Wand in einem Zug streichen: Wandfarbe trocknet oft schon nach wenigen Minuten an. Wenn du trockene Flächen überstreichst, entstehen unschöne Übergänge und Farbkanten.

Eine Wand perfekt streichen? Es gibt verschiedene Techniken, die zu einem sauberen Ergebnis führen. Bewährt hat sich das Nass-in-Nass-Verfahren. Wenn du eine Wandseite in einem Zug streichst, solange sie noch nicht getrocknet ist, gehst du dabei abschnittsweise und über Kreuz vor. Dabei bearbeitest du mit dem Farbroller zunächst einmal zwei bis drei Bahnen. Trage die Farbe im ersten Durchgang von oben nach unten längs zum Lichteinfall auf. Der zweite Farbauftrag erfolgt dann quer zur Lichtquelle und unter weniger Druck. So erzielst du eine makellos gestrichene Wand.


Mission Wand streichen beendet: Tipps zum Abschluss

  • Kreppband sofort abziehen: Manchmal gelangt Farbe unter das Kreppband. Wenn du schnell reagierst, kannst du eine versehentlich überstrichene Leiste noch rasch säubern oder eine Farbkante ausbessern.
  • Farbe trocknen lassen: Die Wand sieht fleckig aus? Kein Grund zur Panik. Häufig liegt das an noch feuchten Stellen. Das endgültige Ergebnis siehst du erst nach dem Trocknen. Auch wenn die Farbe nicht gut gedeckt hat und du Wand oder Decke ein zweites Mal streichen musst, solltest du erst einmal warten. Beachte hierfür die vom Hersteller empfohlene Zeit.
  • Farbreste aufheben: Viele Farben halten sich bei sachgemäßer Aufbewahrung sehr lange. Das erleichtert es, Flecken später mit dem passenden Farbton zu übertünchen.

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