Ob Sanierung oder Neubau – möchtest du einen festen und ebenen Fußboden verlegen, kommst du um Estrich nicht herum. Er gleicht Unebenheiten und Höhenunterschiede aus und dient als Untergrund für Bodenbeläge. Es gibt verschiedene Arten von Estrich. Was du bei der Auswahl über deren Eigenschaften wissen solltest und wie du Estrich verlegen kannst, erfährst du hier.

 Weitere Tipps rund um das Thema Bodenbeläge findest du in unserem Selbermachen-Bereich sowie auch in unserem Selbermacher-Magazin, dass du dir bei deinem nächsten Besuch im toom Baumarkt kostenlos mitnehmen kannst. 


Welche Möglichkeiten gibt es, Estrich zu verlegen?

Estrich gibt es in flüssiger und fester Form. Man unterscheidet zwischen

  • Zementestrich,
  • Fließestrich
  • und Trockenestrich.

Zementestrich wird als feuchter Estrichmörtel gleichmäßig verteilt und abgezogen. Da das Verdichten und Verteilen der Masse körperlich sehr anstrengend ist, greift man heutzutage oft auf Fließestrich zurück. Im Gegensatz zum Zementestrich muss er nicht mechanisch verdichtet und nivelliert werden. Aufgrund der zugefügten Fließmittel verteilt sich der Estrich nahezu von alleine vollkommen waagerecht. In der Praxis wird Fließestrich vor allem von Profis verwendet.

Als Trocken- oder Fertigteilestrich bezeichnet man vorgefertigte Plattenelemente, die im Verband verlegt und miteinander verklebt werden. Da sich Trockenestrich einfach verlegen lässt und du vergleichsweise wenig Werkzeug benötigst, eignet er sich besonders gut, wenn du zum ersten Mal Estrich selber verlegen möchtest.

Tipp: Wie Estrich verlegt wird, hängt von der zukünftigen Nutzung und Belastung des Bodens ab sowie davon, ob es sich um einen Innen- oder Außenbereich handelt. Sogenannter Verbundestrich ist fest mit dem Untergrund verbunden und kommt vor allem in Kellerräumen oder Garagen zum Einsatz. Er hält hohen Belastungen stand und ist günstig. Da es keine schall- oder wärmedämmende Schicht gibt, eignet er sich nur bedingt für den Wohnbereich. Für diese Bereiche verwendest du am besten schwimmenden Estrich. Er berührt Unterboden und Seitenwände nicht und wird auf einer Dämmschicht verlegt.

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Welcher Estrich ist der richtige für mein Vorhaben?

Bodenplatten im Raum

Möchtest du im Badezimmer Estrich verlegen oder eine Fußbodenheizung einbetten? Schon bei der Wahl des Estrichs solltest du die Nutzung der Räumlichkeiten beachten.

  • Trockenestrich: Er eignet sich optimal für die Sanierung von Altbauten und kann auch auf Holzbalkendecken aufgebracht werden. Es gibt ihn in Form von Gipsfaser-, Gipskarton-, Holzspan- oder Holzweichfaserplatten sowie Betonfertigelementen. Vorteilhaft ist, dass Trockenestrich einfach zu verlegen ist und nicht trocknen muss. Grundsätzlich bietet er aber einen geringeren Schallschutz, eignet sich nicht für größere Belastungen und ist feuchtigkeitsempfindlich.
  • Zementestrich: Er ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit und lässt sich im Innen- und Außenbereich verwenden. Aufgrund der langen Trocknungsdauer musst du aber 20 bis 30 Tage warten, bevor du Fliesen, Laminat oder andere Bodenbeläge auf Zementestrich verlegen kannst. Eine gute Alternative dazu ist Schnellestrich. Er ist schon nach wenigen Stunden begehbar. Schon nach einem Tag kannst du darauf Böden verlegen.

Estrich verlegen bei Fußbodenheizung

Offene Fußbodenheizung in einem großen Raum.

Möchtest du Estrich verlegen und planst eine Fußbodenheizung? Dann informiere dich vorher genau über die Anforderungen des Herstellers an den sogenannten Heizestrich. Wie dick der Estrich verlegt wird, hängt von der jeweiligen Bauart ab. Die Heizelemente müssen aber mindestens 45 Zentimeter überdeckt werden.

Eine Estrichart, die sich besonders gut als Heizestrich eignet, ist Anhydrit-Estrich. Das Gemisch aus Gips, Wasser und einem Zuschlagstoff speichert und leitet Wärme gut, ist nicht brennbar und baut nur wenig Materialspannung auf. Da Gips leicht Feuchtigkeit aufnimmt, eignet er sich aber nur bedingt für Feuchträume.

Anders ist das etwa bei Gussasphalt. Das Gemisch aus Bitumen, Sand, Splitt und Füllstoffen bietet sehr gute Wärme- und Schallschutzeigenschaften und eignet sich auch für Feuchträume. Da der Estrich beim Verlegen eine Temperatur von 220 bis 250 Grad Celsius aufweist, eignet er sich aber nicht für den Heimwerkerbereich.


Achtung bei neuem Estrich!

Ist dein Untergrund ein neuer Estrich, ist eine CM-Restfeuchtemessung vorgeschrieben und wichtig. Neuer Estrich kann eine hohe Restfeuchte aufweisen, die zu Folgeschäden an den Bodenbelägen führen kann.

Ein CM-Restfeuchtemessgerät kannst du ausleihen oder die Messung von einer Fachfirma durchführen lassen.
Zulässiger Wassergehalt:

  • Zementestrich mit keramischen Fliesen, Natur- oder Betonstein: 2,0 %
  • Zementestrich mit textilen und elastischen Belägen, Parkett, Laminat: 1,8 %
    (mit Fußbodenheizung), 2,0 % (ohne Fußbodenheizung)
  • Calciumsulfatestrich: 0,3 %
  • Calciumsulfatfließestrich: 0,5 %

Trockenestrich verlegen: Anleitung in 6 Schritten

Unsere Anleitung zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Trockenestrich richtig verlegen kannst und worauf du dabei achten solltest.


Schritt 1: Untergrund für Estrich vorbereiten

Reinige zunächst den Untergrund. Er sollte vor dem Verlegen sauber und trocken sein. Im Anschluss verlegst du die Dampfsperre, eine wasserdampfundurchlässige Folie. Sie verhindert die Schimmelbildung. Das ist aber nur dann möglich, wenn sie nicht beschädigt wird. Befestige sie deshalb mit speziellem Klebeband und nicht mit Nägeln oder Ähnlichem. Für verbesserten Schallschutz bringe zusätzlich Randdämmstreifen an.

 


Schritt 2: Verlege den Rieselschutz

Damit du Estrich gerade verlegen kannst, müssen alle Unebenheiten des Untergrunds ausgeglichen sein. Möglich ist das mit einer Ausgleichsschüttung. Damit diese nicht durch Risse und Spalten rieselt, empfehlen wir dir, einen Rieselschutz zu verlegen. Dabei handelt es sich um spezielles Papier, Folie oder Vlies. Den Rieselschutz legst du einfach auf den Boden und ziehst ihn an den Wänden so hoch, wie die Schüttung es erfordert.


Schritt 3: Verteile die Ausgleichsschüttung

Hand verteilt Ausgleichschüttung

Teile die gesamte Bodenfläche mit Dachlatten in rund 20 Zentimeter breite Abschnitte ein. Fülle die einzelnen Abschnitte nach und nach mit Schüttmasse auf. Grundsätzlich sollte die höchste Stelle des Untergrunds mindestens einen Zentimeter hoch bedeckt sein. Um eine komplett plane Oberfläche zu erhalten, glättest du die Ausgleichsschüttung mit einer Abziehlatte. Das Ergebnis kontrollierst du mithilfe einer Wasserwaage. Bist du zufrieden mit dem Ergebnis, entfernst du die Dachlatten und füllst die entstandenen Lücken auf. Glätte die Oberfläche erneut und kontrolliere sie abschließend.

Die fertig abgezogenen und ausgerichteten Abschnitte dürfen nicht mehr betreten werden. Lege dir mit Estrichplatten ein paar Laufinseln, damit du beim Verlegen des Estrichs über die Fläche gehen kannst.


Schritt 4: Estrichelemente zuschneiden

In der Regel musst du die Estrichplatten vor dem Verlegen zuschneiden, jedenfalls die später an der Wand platzierten Elemente. An diesen Platten wird der Stufenfalz der Wandseite abgesägt. Am besten geht das mit einer Tauchsäge. Stelle sie auf die Dicke der Estrichplatten ein, um direkt auf den Platten zu arbeiten. So beschädigt du darunter liegende Platten nicht. Sicherheit geht vor. Verwende beim Zusägen der Platten immer GehörschutzSchutzbrille und Staubschutzmaske.


Schritt 5: Estrichplatten verlegen

Beim Estrichplatten verlegen arbeitest du am besten mit einem Helfer, so gehen die einzelnen Arbeitsschritte leichter von der Hand:

  • Beginne mit dem Verlegen von Estrich in einer Ecke gegenüber der Tür. Lege die erste Estrichplatte am Randdämmstreifen an, ohne diesen einzudrücken.
  • Trage auf dem Stufenfalz der ersten Platte Estrichkleber auf und setze die nächste Estrichplatte an dem Stufenfalz der vorherigen an.
  • Verschraube die beiden Platten nah an der Falz im Abstand von etwa 20 Zentimetern mit Schnellbauschrauben und einem Akkuschrauber. Warte dabei nicht zu lange, sonst dehnt sich der Estrichkleber aus und drückt unter Umständen die Platten nach oben.
  • Verlege die nächsten Platten genau wie die ersten. Beginnst du mit einer neuen Reihe Platten, solltest du auf einen Versatz der Fugen achten. Er sollte mindestens 20 Zentimeter betragen. Ganz automatisch geht das, wenn du nach dem Zusägen der letzten Platte einer Reihe den Rest als erstes Plattenstück der nächsten Reihe verwendest.

Schritt 6: Boden auf Estrich verlegen

Ein Mann rollt einen Bodenbelag aus.

Nach dem Estrich verlegen solltest du den Kleber für eine Dauer von 24 Stunden trocknen lassen, bevor du den Boden deiner Wahl verlegst. Reste des Klebstoffs entfernst du einfach mit einem Spachtel von der Plattenoberfläche.


Vorteile einer Trittschalldämmung

Stühlerücken, spielende Kinder, die laufende Waschmaschine – viele alltägliche Aktivitäten erzeugen Trittschall. Folien- und Trittschalldämmungen sorgen für Abhilfe. Wir haben dir die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Was ist eine Trittschalldämmung?

Ob laute Geh- oder Rutschgeräusche im Zimmer dich selbst oder den Nachbarn in der darunterliegenden Wohnung stören – mit einer Trittschalldämmung reduzierst du beide Schallpegel. Ein hochwertiger Trittschall halbiert ihn sogar.

Welche Vorteile bietet sie?

• reduziert Gehschall im Raum selbst

• mindert Trittschall im Raum unter dem Zimmer

• gleicht Unebenheiten des Bodens aus

• dient als zusätzliche Wärmedämmung

Wann ist sie besonders empfehlenswert?

• bei harten Bodenbelägen wie Laminat oder Parkett

• bei schwimmend verlegten Bodenbelägen, da die Luft zwischen Untergrund und Bodenbelag wie ein Resonanzraum wirkt und den Trittschall verstärkt


Welche Trittschalldämmung für welchen Boden?

Wie laut Geräusche im Raum sind und wie stark Lärm in angrenzende Räume dringt, hängt von der Beschaffenheit des Bodens ab:
Eine Frau in High Heels läuft über Holzboden.

Laminat gilt als harter Boden und überträgt daher Geh- und Trittschall sehr intensiv. Eine ausreichende Trittschalldämmung von mindestens 5 mm ist daher unerlässlich, da es sonst zu Lärmbelästigung kommen kann.

Vinyl- und CV-Böden sind eher weiche Böden und übertragen Trittschall weniger stark. Für sie gibt es spezielle Unterlagen, die perfekt an die Anforderungen angepasst sind. Ausnahme bildet Klick-Vinyl. Hier gibt es mittlerweile auch härtere Bodenbeläge. Achte beim Bodenkauf immer auf die Herstellerangaben bezüglich der Trittschalldämmung oder lasse dich bei toom beraten.

Sonderfall Fußbodenheizung: In einem Raum mit Fußbodenheizung musst du eine wärmedurchlässige Trittschalldämmung verwenden, sonst kann die Wärme nicht in den Raum gelangen. Das würde zu einer schlechten Energieeffizienz bei zeitgleich hohen Heizkosten führen. Achte daher beim Kauf, ob die Trittschalldämmung für Fußbodenheizung geeignet ist.


Dampfsperre: Infos und Tipps

Ein Mann verlegt Holzdielen über eine Dampfsperre.

Um zu verhindern, dass Feuchtigkeit vom Untergrund in den Bodenbelag eindringt, benötigst du in manchen Fällen eine Dampfsperre.


Was ist eine Dampfsperre?

Wenn der vorhandene Untergrund eine hohe Feuchtigkeit aufweist oder du mit einer großen Feuchtigkeitsentwicklung rechnen musst, ist das Verlegen einer Dampfsperre wichtig. Sie verhindert, dass Feuchtigkeit von unten in deinen Bodenbelag eindringt oder sich dort niederschlagen kann. Ohne Dampfsperre könnte der Bodenbelag kaputt gehen oder sich gesundheitsschädlicher Schimmel bilden.

Eine Dampfsperre oder Dampfbremse ist eine dünne Folie aus Polyethylen oder Aluminium, die zwischen dem Untergrund und der Trittschalldämmung verlegt wird. Eine einfachere Lösung bieten Kombiprodukte: Hier werden Trittschalldämpfung und Dampfsperre in einem Produkt angeboten.


Wann benötigst du eine Dampfsperre?

• in Keller- und Garagenräumen oder in Räumen, die direkt über dem Erdreich liegen

• in Räumen, unter denen ein Badezimmer oder ein Waschraum liegt

• bei mineralischen Untergründen mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt, z. B. Estrich, Asphalt oder Beton. Hier ist eine Dampfbremse ein absolutes Muss, denn bei diesen Böden musst du besonders mit aufsteigender Feuchtigkeit rechnen.

• insbesondere bei Bodenbelägen, die nicht feuchtigkeitsresistent sind, also Laminat, Parkett und Dielen sowie Klick-Vinyl- und Designböden.


Wie verlegst du eine Dampfsperre?

Der Untergrund sollte sauber und trocken sein. Die Folie muss den Untergrund komplett abdecken und unbeschädigt sein, also ohne Löcher oder Schnitte. Sie sollte an jeder Wand 3 cm hochstehen.

In den Ecken schneidest du dann die Folie ein, legst sie übereinander und verklebst die Stelle mit Aluminiumband. Bei mehreren Bahnen klebst du die Folien mit einem breiten Aluminiumband zusammen.


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