Estrich verlegen: Solide Grundlage für deinen Fußboden

Ob Sanierung oder Neubau – möchtest du einen festen und ebenen Fußboden verlegen, kommst du um Estrich nicht herum. Er gleicht Unebenheiten und Höhenunterschiede aus und dient als Untergrund für Bodenbeläge. Es gibt verschiedene Arten von Estrich. Was du bei der Auswahl über deren Eigenschaften wissen solltest und wie du Estrich selber richtig verlegen kannst, erfährst du hier.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Zwei bis drei Stunden je nach Bodenfläche

Werkzeug: Klebeband, Dachlatten, Abziehlatte, Wasserwaage, Tauchsäge, Estrichkleber, Schnellbauschrauben, Akkuschrauber, Spachtel


Welche Möglichkeiten gibt es, Estrich zu verlegen?

Estrich gibt es in flüssiger und fester Form. Man unterscheidet zwischen

  • Zementestrich,
  • Fließestrich
  • und Trockenestrich

Zementestrich wird als feuchter Estrichmörtel gleichmäßig verteilt und abgezogen. Da das Verdichten und Verteilen der Masse körperlich sehr anstrengend ist, greift man heutzutage oft auf Fließestrich zurück. Im Gegensatz zum Zementestrich muss er nicht mechanisch verdichtet und nivelliert werden. Aufgrund der zugefügten Fließmittel verteilt sich der Estrich nahezu von alleine vollkommen waagerecht. In der Praxis wird Fließestrich vor allem von Profis verwendet. Als Trocken- oder Fertigteilestrich bezeichnet man vorgefertigte Plattenelemente, die im Verband verlegt und miteinander verklebt werden. Da sich Trockenestrich einfach verlegen lässt und du vergleichsweise wenig Werkzeug benötigst, eignet er sich besonders gut für erste Versuche.

Tipp: Wie Estrich verlegt wird, hängt von der zukünftigen Nutzung und Belastung des Bodens ab sowie davon, ob es sich um einen Innen- oder Außenbereich handelt. Sogenannter Verbundestrich ist fest mit dem Untergrund verbunden und kommt vor allem in Kellerräumen oder Garagen zum Einsatz. Er hält hohen Belastungen stand und ist günstig. Da es keine schall- oder wärmedämmende Schicht gibt, eignet er sich nur bedingt für den Wohnbereich. Für diese Bereiche verwendest du am besten schwimmenden Estrich. Er berührt Unterboden und Seitenwände nicht und wird auf einer Dämmschicht verlegt.


Welcher Estrich ist der richtige für mein Vorhaben?

Bodenplatten im Raum

Möchtest du den Estrich im Badezimmer verlegen oder eine Fußbodenheizung einbetten? Schon bei der Wahl des Estrichs solltest du die Nutzung der Räumlichkeiten beachten.

  • Trockenestrich: Er eignet sich optimal für die Sanierung von Altbauten und kann auch auf Holzbalkendecken aufgebracht werden. Es gibt ihn in Form von Gipsfaser-, Gipskarton-, Holzspan- oder Holzweichfaserplatten sowie Betonfertigelementen. Vorteilhaft ist, dass Trockenestrich einfach zu verlegen ist und nicht trocknen muss. Grundsätzlich bietet er aber einen geringeren Schallschutz, eignet sich nicht für größere Belastungen und ist feuchtigkeitsempfindlich.
  • Zementestrich: Er ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit und lässt sich im Innen- und Außenbereich verwenden. Aufgrund der langen Trocknungsdauer musst du aber 20 bis 30 Tage warten, bevor du Fliesen, Laminat oder andere Bodenbeläge auf Zementestrich verlegen kannst. Eine gute Alternative dazu ist Schnellestrich. Er ist schon nach wenigen Stunden begehbar. Schon nach einem Tag kannst du darauf Böden verlegen.

´Tipp: Möchtest du Estrich verlegen und planst eine Fußbodenheizung? Dann informiere dich vorher genau über die Anforderungen des Herstellers an den sogenannten Heizestrich. Wie dick der Estrich verlegt wird, hängt von der jeweiligen Bauart ab. Die Heizelemente müssen aber mindestens 45 Zentimeter überdeckt werden.

Eine Estrichart, die sich besonders gut als Heizestrich eignet, ist Anhydrit-Estrich. Das Gemisch aus Gips, Wasser und einem Zuschlagstoff speichert und leitet Wärme gut, ist nicht brennbar und baut nur wenig Materialspannung auf. Da Gips leicht Feuchtigkeit aufnimmt, eignet er sich aber nur bedingt für Feuchträume. Anders ist das etwa bei Gussasphalt. Das Gemisch aus Bitumen, Sand, Splitt und Füllstoffen bietet sehr gute Wärme- und Schallschutzeigenschaften und eignet sich auch für Feuchträume. Da der Estrich beim Verlegen eine Temperatur von 220 bis 250 Grad Celsius aufweist, eignet er sich aber nicht für den Heimwerkerbereich.


Estrich verlegen: Anleitung für Trockenestrich in 6 Schritten

Hast du dich dazu entschieden, selbst Trockenestrich zu verlegen, zeigt dir unsere Anleitung Schritt für Schritt wie es geht:

Schritt 1: Bereite den Untergrund vor

Reinige zunächst den Untergrund. Er sollte vor dem Verlegen sauber und trocken sein. Im Anschluss verlegst du die Dampfsperre, eine wasserdampfundurchlässige Folie. Sie verhindert die Schimmelbildung. Das ist aber nur dann möglich, wenn sie nicht beschädigt wird. Befestige sie deshalb mit speziellem Klebeband und nicht mit Nägeln oder Ähnlichem. Für verbesserten Schallschutz bringe zusätzlich Randdämmstreifen an.


Schritt 2: Verlege den Rieselschutz

Damit du Estrich gerade verlegen kannst, müssen alle Unebenheiten des Untergrunds ausgeglichen sein. Möglich ist das mit einer Ausgleichsschüttung. Damit diese nicht durch Risse und Spalten rieselt, empfehlen wir dir, einen Rieselschutz zu verlegen. Dabei handelt es sich um spezielles Papier, Folie oder Vlies. Den Rieselschutz legst du einfach auf den Boden und ziehst ihn an den Wänden so hoch, wie die Schüttung es erfordert.


Schritt 3: Verteile die Ausgleichsschüttung

Hand verteilt Ausgleichschüttung

Teile die gesamte Bodenfläche mit Dachlatten in rund 20 Zentimeter breite Abschnitte ein. Fülle die einzelnen Abschnitte nach und nach mit Schüttmasse auf. Grundsätzlich sollte die höchste Stelle des Untergrunds mindestens einen Zentimeter hoch bedeckt sein. Um eine komplett plane Oberfläche zu erhalten, glättest du die Ausgleichsschüttung mit einer Abziehlatte. Das Ergebnis kontrollierst du mithilfe einer Wasserwaage. Bist du zufrieden mit dem Ergebnis, entfernst du die Dachlatten und füllst die entstandenen Lücken auf. Glätte die Oberfläche erneut und kontrolliere sie abschließend.

Die fertig abgezogenen und ausgerichteten Abschnitte dürfen nicht mehr betreten werden. Lege dir mit Estrichplatten ein paar Laufinseln, damit du beim Verlegen des Estrichs über die Fläche gehen kannst.


Schritt 4: Estrichelemente zuschneiden

In der Regel musst du die Estrichplatten vor dem Verlegen zuschneiden, jedenfalls die später an der Wand platzierten Elemente. An diesen Platten wird der Stufenfalz der Wandseite abgesägt. Am besten geht das mit einer Tauchsäge. Stelle sie auf die Dicke der Estrichplatten ein, um direkt auf den Platten zu arbeiten. So beschädigt du darunter liegende Platten nicht. Sicherheit geht vor. Verwende beim Zusägen der Platten immer Gehörschutz, Schutzbrille und Staubschutzmaske.


Schritt 5: Estrichplatten verlegen

Beim Verlegen der Estrich Platten arbeitest du am besten mit einem Helfer, so gehen die einzelnen Arbeitsschritte leichter von der Hand:

  • Beginne mit dem Verlegen von Estrich in einer Ecke gegenüber der Tür. Lege die erste Estrichplatte am Randdämmstreifen an, ohne diesen einzudrücken.
  • Trage auf dem Stufenfalz der ersten Platte Estrichkleber auf und setze die nächste Estrichplatte an dem Stufenfalz der vorherigen an.
  • Verschraube die beiden Platten nah an der Falz im Abstand von etwa 20 Zentimetern mit Schnellbauschrauben und einem Akkuschrauber. Warte dabei nicht zu lange, sonst dehnt sich der Estrichkleber aus und drückt unter Umständen die Platten nach oben.
  • Verlege die nächsten Platten genau wie die ersten. Beginnst du mit einer neuen Reihe Platten, solltest du auf einen Versatz der Fugen achten. Er sollte mindestens 20 Zentimeter betragen. Ganz automatisch geht das, wenn du nach dem Zusägen der letzten Platte einer Reihe den Rest als erstes Plattenstück der nächsten Reihe verwendest.

Schritt 6: Boden auf Estrich verlegen

Hand verteilt Kleber auf Boden

Nach dem Estrichverlegen solltest du den Kleber für eine Dauer von 24 Stunden trocknen lassen, bevor du den Boden deiner Wahl verlegst. Reste des Klebstoffs entfernst du einfach mit einem Spachtel von der Plattenoberfläche.

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