Wand einziehen: Schritt für Schritt eine Trennwand errichten

Du möchtest ohne viel Aufwand die Raumaufteilung in deinem Heim ändern? Dann könntest du einfach eine Trockenbauwand einziehen. Anstelle des klassischen Mauerbaus setzt du hier einfach auf eine Trennwand aus Rigips. Kosten und Arbeitsaufwand sind relativ überschaubar, die Materialien bequem bei toom Baumarkt besorgt. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du eine solche Rigips-Wand einziehen kannst.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Etwa 1 Tag, je nach Länge der Wand

Werkzeug: Bleistift, Wasserwaage, Leiter, Bohrer, Akkuschrauber, Schlagschnur, Richtlatte, Blechschere, Drehstiftdübel, passende Schnellbauschrauben, Dichtungsband, Cutter, Kantenhobel, Schleifpapier, Spachtel, Spachtelmasse, Spachtelfinish, Glättekelle, Dämmmaterial, Lochsäge, Tiefengrund, Pinsel

Trennwände im Trockenbau mit dieser Anleitung leicht einziehen

Trennwand Trockenbau Gipsplatten Rigips

Im Grunde funktioniert das Einziehen einer Trockenbau-Trennwand ganz einfach: Du baust zunächst ein Ständerwerk aus Metallprofilen auf und befestigst daran später die passenden Bauplatten – in der Regel Gipskarton. Für Feuchträume sollten die Platten zusätzlich imprägniert sein – oder man setzt hier direkt auf die stabileren und wassergeschützten Gipsfaserplatten. Es gibt zwar noch einige weitere Trockenbauplatten, die sich für dieses Vorhaben eignen – am beliebtesten (und günstigsten) sind allerdings Gipsplatten.


Das Gerüst für deine Trennwand aus Rigips könntest du alternativ auch aus Holz bauen. Da Holz allerdings bei Temperaturschwankungen stark „arbeitet“ und obendrein Feuchtigkeit aufnimmt, was zu Fäulnis führen kann, setzen die meisten Heimwerker auf Metallprofile für das Ständerwerk. Wie du eine solche Zwischenwand einziehen kannst, erfährst du nun im Einzelnen.


Schritt 1: Vorbereitung der Rigips-Trennwand

Boden abmessen Messband Trennwand Trockenbau

Als erstes solltest du natürlich die genaue Lage der neuen Wand festlegen. Mit Schlagschnur und Richtlatte gelingt dir die genaue Markierung des Wandverlaufs auf dem Boden, an den Wänden und an der Decke. Berücksichtige dabei auch die Position für die Tür. Zusätzlich zum Bleistift kannst du die Markierungen auch mit Klebeband vornehmen.

Achte darauf, sehr sorgfältig vorzugehen und sehr genau zu messen – schließlich willst du keine schiefe Wand ziehen.


Schritt 2: Rahmenprofil erstellen

Zunächst sind die beiden Profile für Boden und Decke an der Reihe, die sogenannten UW-Profile. Schneide sie mit der Blechschere auf die benötigte Länge zu, klebe Dichtungsband auf ihre Rückseite und verschraube sie dann mit den Drehstiftdübeln in Boden und Decke. Setze dabei ungefähr alle 50 cm einen Dübel. Bei einer Fußbodenheizung musst du das Bodenprofil verkleben, statt es im Untergrund zu verdübeln.

Nun folgen die CW-Profile für die Wand. Auch die beklebst du auf der Rückseite mit Dichtungsband und klemmst sie anschließend zwischen die beiden UW-Profile. Dann verschraubst du sie wie auch die Boden- und Deckenprofile mit Drehstiftdübeln.


Schritt 3: Ständer einsetzen

Trennwand Trockenbau Profile Profilrahmen Ständer Gerüst

Nachdem nun die Rahmenkonstruktion steht, machst du mit dem Einsetzen der Ständer weiter, an denen du später die Gipsplatten für deine Trockenbau-Trennwand befestigst. Schiebe sie zwischen die beiden UW-Profile in Boden und Decke und achte vor allem darauf, dass sie lotrecht ausgerichtet sind. Wie weit die einzelnen Ständer auseinanderstehen müssen, hängt von der Größe der Rigipsplatten ab. Es gilt grob: eine halbe Plattenbreite.

Möchtest du eine Tür in deine Wand einbauen, benötigst du zudem ein spezielles Türsturzprofil sowie zwei UA- bzw. Aussteifungsprofile, die für die nötige Stabilität sorgen. Schneide das Türsturzprofil auf die richtige Länge zu (die Maße von Türen entsprechen in der Regel einer Norm) und setze dann die beiden UA-Profile an der gewünschten Stelle als Türrahmen ein. Das Türsturzprofil kommt nun auf die passende Höhe (es bildet den oberen Türabschluss) und wird mit zwei weiteren CW-Profilen zusätzlich stabilisiert.


Schritt 4: Ständerwerk beplanken und Trennwand dämmen

Trennwand Trockenbau Dämmen Isolierung Dämmstoff

Nun fährst du damit fort, für deine Trockenbau-Trennwand die Gipsplatten zu verlegen. Du fängst mit einer Wandseite an und setzt die Platten direkt aneinander. Jede Platte verschraubst du mit Schnellbauschrauben, ungefähr eine pro 25 cm. Achte darauf, die Schrauben nicht zu tief zu versenken. Dafür bietet sich ein Akkuschrauber mit Drehmomenteinstellung an.

Mache dann mit der nächsten Plattenreihe weiter. Es ist wichtig, sie etwas versetzt zur vorigen anzubringen, sodass Kreuzfugen vermieden werden. Das erhöht die Stabilität der Wand. Dazu ist es natürlich notwendig, einzelne Platten auf die passende Länge zu kürzen. Das erreichst du am besten, indem du sie mit dem Cutter auf der Oberfläche anritzt und dann über einer harten Kante brichst. Die Kanten glättest du mit dem Kantenhobel, damit die Fugenmasse später besser hält. Schräge die Platten außerdem leicht an, damit du sie später besser verspachteln kannst.

Hast du eine Seite der Trennwand beplankt, isolierst du den künftigen Zwischenraum mit Dämmmaterial.


Schritt 5: Elektroinstallationen und weitere Beplankung

Trennwand Trockenbau Gipsplatten Lochsäge Lichtschalter Steckdose

Mit einer Lochsäge sägst du passende Löcher für Steckdosen und Lichtschalter in die Platten. Die Trennwand aus Rigips bietet dafür genug Halt – und vor allem auch genug Platz für Leitungen. Die CW-Profile verfügen oft auch über spezielle Kabeldurchführungen. Elektroinstallationen sollten übrigens von einem Fachmann vorgenommen werden.

Sind alle Leitungen verlegt, kannst du dich um die andere Seite der Wand kümmern und auch hier die Bauplatten wie in Schritt 4 beschrieben anbringen.


Schritt 6: Fugen und Schraubenköpfe verspachteln

Trennwand Trockenbau spachteln

Rühre zunächst die Spachtelmasse an. Dann befreist du die Fugen und Bohrlöcher deiner Rigips-Trennwand mit dem Pinsel von Staub. Mit sogenannten Bewehrungsstreifen aus Papier oder Glasfaser erhöhst du außerdem die Fugenfestigkeit, was verhindert, dass sie später einmal aufreißen.

Verspachtele nun die Fugen und Schraubenköpfe, indem du die Masse mit der Glättekelle quer zur Fuge aufträgst. Hier sind meist mehrere Durchgänge dafür nötig, die Wand ordentlich verspachteln zu können. Angetrocknete Reste musst du zwischendurch von der Kelle entfernen, beispielsweise mit einem kleinen Spachtel. Zuletzt kommt ein finales Finish auf die Wand, das sie in eine ebene Fläche verwandelt.

Zum Schluss schleifst du alle Unebenheiten ab. Beachte aber die Trockenzeiten der Spachtelmasse, die je nach Herstellerangaben variieren kann. Du solltest in jedem Fall mindestens eine Stunde warten, bis du dich ans Schleifen machst.


Schritt 7: Trennwand grundieren und weiter gestalten

Wand grundieren streichen tapezieren

Deine neue Trockenbau-Trennwand möchtest du wahrscheinlich streichen oder tapezieren, um sie schick auszugestalten. Dazu musst du sie erst einmal ordentlich grundieren. Die Gipsplatten sind recht saugfähig. Danach kannst du dann die Wand streichen oder auch gleich tapezieren.

Hast du vor, die Trennwand nach dem Einziehen noch zu fliesen, sei dir ans Herz gelegt, die Wand doppelt zu beplanken, da eine solche Beplankung das erhöhte Gewicht von den Fliesen besser trägt. Dasselbe gilt auch für das Anbringen von Lasten an der Trennwand: Leichte Regale und Wandschmuck lassen sich ohne Probleme befestigen, schwerere Dinge machen aber unter Umständen eine bestimmte Unterkonstruktion erforderlich.


Wand einziehen: die Kosten

Generell bemessen sich die Kosten für die Unterkonstruktion einer Trennwand immer anhand des laufenden Meters – es kommt also stark darauf an, wie lang deine Trockenbau-Trennwand werden soll, wenn du die ungefähren Kosten fürs Wandeinziehen ermitteln willst.

  • CW- und UW-Profile kosten bei toom Baumarkt zwischen 1,50 € und 2,50 € je Meter.
  • Tür- und UA-Profile liegen bei ca. 7 € pro Meter.
  • Gipskartonplatten mit einer Standardstärke von 12,5 mm erhältst du ab 3 € je Quadratmeter
  • Für imprägnierte Platten für Feuchträume musst du mit etwa 5 € pro Quadratmeter rechnen.