Der Liguster ist eine sehr beliebte Heckenpflanze. Nicht zuletzt wegen seines schönen Laubs macht er in vielen Gärten richtig was her – ob als Grundstücksbegrenzung, als frei wachsende Solitärpflanze oder als Formschnittgehölz. Den Liguster regelmäßig zu schneiden, lässt sich kaum umgehen. Was du beim Heckenschnitt beachten musst, erfährst du in diesem Ratgeber von toom Baumarkt.


Über den Liguster

Liguster

Er ist eine der beliebtesten und bekanntesten Laubhecken schlechthin: der Liguster. Da besonders junge Pflanzen sehr schnell wachsen, eignet sich die zur Familie der Ölbaumgewächse gehörende Pflanze hervorragend für das Anlegen neuer Hecken als Gartenbepflanzung. Verbreitet ist der Liguster in Europa, Afrika und Asien. Sein botanischer Name lautet „Ligustrum“ und seltener wird die Pflanze hierzulande auch als Rainweide bezeichnet. Mit am bekanntesten sind Arten des „gewöhnlichen“ bzw. „gemeinen Ligusters“ – aber auch einige japanische und chinesische Sorten sind hier erhältlich.

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Wuchs und Blüte

Schmetterling sitzt auf Ligusterblüte

Als Heckenpflanze eignet sich der Liguster so gut, weil er nicht nur schnittverträglich, sondern auch schnittfest ist. Formhecken und auch andere Formschnittgewächse lassen sich mit Ligusterpflanzen also problemlos erziehen. Der sehr rasch wachsende, dicht verzweigte Strauch kann jährlich bis zu 30 Zentimeter zulegen und wird so recht schnell zum Sichtschutz. Manche Sorten behalten sogar über den Winter ihr Laub, sodass die Hecke blickdicht bleibt. Insgesamt kann ein Liguster bis zu vier Meter hoch werden.

Nicht nur die länglichen, sattgrünen Blätter tragen zur Optik des Ligusters bei – zweimal im Jahr treibt er aus und wird zur wunderschön blühenden Hecke. Die kleinen, weißen Blüten im Frühjahr und Spätsommer duften herrlich und bieten vielen Insekten eine gute Nahrungsquelle. Befruchtete Blüten bilden anschließend schwarze Beeren, die von vielen Vögeln gerne verspeist werden. Für den Menschen sind diese Früchte zwar giftig, finden jedoch als bläulicher Farbstoff Verwendung. Einen Liguster erst nach der Blütezeit zurückzuschneiden, bietet der Umwelt daher einen großen Nutzen.


Gründe für regelmäßigen Heckenschnitt

Ligusterhecke wird geschnitten

Warum man Gewächse wie Hainbuchenhecken, Eiben und Ligusterhecken regelmäßig schneiden sollte, hat mehrere Gründe. Neben kommunalen Vorschriften für Höchstmaße von Hecken sind auch Optik und gesunder Wuchs nicht zu verachten:

  • Je nach Region dürfen Hecken eine bestimmte Höhe nicht überschreiten und müssen daher regelmäßig geschnitten werden.
  • An Straßen, Geh- und Radwegen dürfen die Triebe nicht zu weit herausragen, da sie sonst den Verkehr beeinträchtigen können.
  • Eine dauerhaft schöne Form trägt zum Gesamtbild der Gartengestaltung bei.
  • Pflegeschnitte fördern einen kompakten und dichten Wuchs.
  • Gepflegte Heckenpflanzen danken es dir mit gesundem Wachstum und Neuaustrieb.

Liguster schneiden – wann und wie oft?

Ligusterblüte

Wann und wie oft du deine Ligusterhecke schneiden solltest, hängt unter anderem vom Alter der Pflanzen ab. Bei älteren Hecken genügt es meist, sie nur einmal im Jahr zurückzuschneiden. Junge Hecken hingegen wachsen so schnell, dass mindestens zwei bis drei Schnitte pro Jahr bei der Gartenpflege anfallen. Die besten Zeitpunkte für das Schneiden von Ligusterhecken sind nach den Blühphasen: Einmal im Juni um den Johannistag herum (24.06.) und einmal Ende August. Danach solltest du auf weitere Rückschnitte verzichten, damit sich die Triebe auf die Winterruhe vorbereiten können. Ist ein Schnitt im Herbst unbedingt notwendig, dann verlege diesen auf die zweite Oktoberhälfte – denn dann sind die Triebe bereits ausreichend verholzt.

Wichtig: Gehölzschnitte sind laut Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vom 01.03. bis zum 30.09. verboten und es drohen hohe Bußgelder bis in den fünfstelligen Bereich. Grund hierfür ist, dass in dieser Zeit Vögel brüten – was sie gerne in Hecken und anderen Sträuchern tun. Die Schonzeit muss daher unbedingt beachtet werden. Allerdings geht es hier um radikale Rückschnitte oder Rückschnitte bis in die verholzten Triebe – oberflächliche Form- und Pflegeschnitte dürfen ganzjährig durchgeführt werden, doch sollten die Gehölze vor dem Schneiden auf tierische Bewohner überprüft werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte seinen Liguster im Februar schneiden.

In der nachfolgenden Jahresübersicht findest du die besten Zeitpunkte für das Schneiden von Ligusterhecken nochmal aufgelistet:

Wann

Was

Februar (vor der Schonzeit)

Was

Diese Zeit eignet sich bestens, um deine Ligusterhecke radikal zurückzuschneiden und für Verjüngungsschnitte älterer Liguster. Gesetzlich ist es in dieser Zeit erlaubt, auch bis ins alte Holz zu schneiden oder Pflanzen komplett „auf den Stock“ zu setzen.

April bis August

Was

Hast du einen Liguster als Formschnittgehölz, eignen sich die Sommermonate ideal für einen Feinschnitt.

Juni (um den 24.06. herum)

Was

Nach der ersten Blüte im Juni bietet sich das Schneiden von Liguster an.

Ende August

Was

Nach der zweiten Blüte kann ebenfalls nochmal ein Formschnitt stattfinden.

Mitte/Ende Oktober

Was

Ist das Schneiden von Liguster im Herbst nicht zu vermeiden, beispielsweise weil man es im Sommer vergessen hat, sollte man bis Oktober damit warten.


Ligusterhecke schneiden – so geht’s!

Ligusterhecke wird geschnitten

In der zeitlichen Übersicht ist bereits ersichtlich, dass es für Ligusterhecken unterschiedliche Schnittarten gibt. Je nach Art des Rückschnitts wird etwas anders vorgegangen. Direkt nach der Pflanzung solltest du deinen Liguster bereits schneiden, um ihn schonmal grob in die gewünschte Form zu bringen. In jedem Fall benötigst du zum Heckenschneiden eine Heckenschere (manuell oder elektrisch), Handschuhe und ggf. eine Schutzbrille, damit dir keine Pflanzenteile ins Auge fliegen.

Tipp: Für großblättrige Hecken empfiehlt sich eine Handheckenschere, um die Blätter nicht zu stark zu beschädigen. Kleinblättrige Hecken können ganz bequem mit einer elektrischen Heckenschere geschnitten werden.

Anleitung

  1. Wähle passendes Wetter für den Schnitt deiner Ligusterhecke. Es sollte nicht zu sonnig sein, damit die frisch freigelegten Blätter keinen Sonnenbrand bekommen. Sie müssen sich erst noch ein paar Tage an die neuen Bedingungen gewöhnen.
  2. Überprüfe vor dem Schneiden die Hecke innen auf mögliche Tiere, die dort leben oder nisten. Auch außerhalb der Brutzeit sollte dies nicht vernachlässigt werden.
  3. Ligusterhecke radikal schneiden: Setze die ganze Hecke „auf den Stock“ und schneide alle Triebe bis kurz über dem Boden komplett ab. Besonders ältere Pflanzen werden dir diese Verjüngung danken und nochmal neu und fit austreiben. Der Liguster verträgt diesen radikalen Schnitt zwar sehr gut, doch musst du dir bewusst sein, dass das Nachwachsen eine ganze Weile dauern wird und der Sichtschutz erstmal nicht mehr gegeben ist.
  4. Liguster-Formschnitt: Damit deine Hecke auch die gewünschte Form behält, muss diese regelmäßig nachgearbeitet werden. Schneide hierzu alle herausstehenden, neuen Triebe ab, sodass die Hecke wieder dicht und akkurat wirkt. Am besten ist eine leichte Trapezform – also oben etwas schmaler als unten – damit alle Stellen mit Sonnenlicht versorgt werden und die Hecke nicht von unten verkahlt.

Liguster als Formschnittgehölz oder Solitärpflanze

Liguster in Kugelform

Neben der Heckenpflanze kannst du Liguster auch als Formen oder Figuren erziehen oder komplett frei wachsen lassen – im Garten oder in einem großen Kübel. Als Formschnittgehölz musst du den Liguster für die schöne Form regelmäßig nachschneiden. Einzelne, herausragende Triebe können hier jedoch auch einfach zwischendurch mit der Gartenschere entfernt werden. Ein Feinschnitt wird am besten in den Sommermonaten vorgenommen. Frei wachsende Liguster als Solitärpflanze musst du grundsätzlich gar nicht schneiden – lediglich, wenn abgestorbene Triebe entfernt werden müssen oder du die Größe einschränken möchtest.


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