Flieder: Richtige Pflege für volle Blütenpracht

Blütentrauben in leuchtendem Violett: Gartenfreunde erwarten in jedem Frühjahr sehnlichst die intensiv duftende Farbpracht des Flieders. Ob als Hecke am Straßenrand oder Solitärpflanze mitten im Garten: Flieder macht überall eine gute Figur und stellt wenige Ansprüche. Du möchtest in deinem Garten ebenfalls Flieder pflanzen? Wir zeigen dir, wie das gelingt.


Allseits beliebt: Der duftende Flieder

Im 16. Jahrhundert fand der Flieder aus der Türkei über den Wiener Hof seinen Weg nach Mitteleuropa. Heutzutage ist der aus der Familie der Ölbaumgewächse stammende Strauch von Mittel- über Südosteuropa bis Ostasien weit verbreitet. Der Flieder wächst unbeschnitten zu einem großen Busch von bis zu sechs Meter (m) Höhe heran. Mit regelmäßigem Schnitt kannst du ihn jedoch auch in die Form eines Bäumchens bringen.

Ab Ende April bilden sich die Blütenrispen. Sie leuchten in den Farben Violett oder hellem Lila. Neuere Züchtungen bilden auch weiße, rosafarbene oder gelbe Blüten auf. Unabhängig von der Farbe erkennt man den Flieder an seinem typischen Geruch: süßlich und sehr intensiv.


Beliebte Flieder-Arten

Der Gemeine Flieder wird auch Bauernflieder genannt; er bereichert jede Art von Garten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Züchtungen. Nachfolgend einige der beliebtesten Sorten:

  • Gemeiner Flieder (Syringa vulgaris): Wuchshöhe bis zu 6 m und ausladend in der Breite; typisch sind blauviolette Blüten.
  • Zwergflieder (Syringa meyeri ‚Palibin‘): Wuchshöhe etwa 1 m, kompakter Wuchs mit kleinen Rispen und purpur- bis weiß-rosafarbenen Blüten.
  • Chinesischer Flieder (Syringa x chinensis): Wuchshöhe 3 bis 5 m; purpurviolette Blüten in großen, lockeren Rispen; eignet sich sehr gut als Solitärstrauch.
  • Preston-Hybriden (Syringa x prestoniae): Wuchshöhe etwa 2,5 m; in Kanada gezüchtet (auch Kanadischer Flieder genannt) und sehr frosthart, zudem exotischer Duft.
  • Ungarischer Flieder (Syringa josiflexa josikaea): Wuchshöhe von etwa 2,5 m und ungewöhnlich lange Einzelblüte in einer lockeren Rispe.

Der ebenfalls sehr beliebte Sommerflieder teilt mit dem Gemeinen Flieder zwar den Namen, jedoch gehören beide nicht der gleichen Pflanzenfamilie an.


Flieder pflanzen: So fühlt sich der Strauch wohl

Der Herbst ist die beste Pflanzzeit für den Flieder: Plane den Kauf und das Setzen der neuen Pflanze also am besten entsprechend ein.


Standort

Im Großen und Ganzen ist Flieder genügsam, es gibt nur einige Punkte, die du auf jeden Fall bei der Standortwahl beachten solltest:

  • Flieder hat es gerne sonnig.
  • Der Boden sollte eher trocken sein – auf keinen Fall dauerhaft feucht.
  • Der Strauch sollte nicht zu dicht an Gebäuden stehen, da sich die Wurzeln kräftig ausbreiten können.

Abgesehen davon gibt es keine Beschränkungen. Flieder kann sowohl allein mitten im Garten als auch dicht an dicht als Flieder-Hecke stehen. Der Gemeine Flieder ist windfest und eignet sich daher gut, um den Lieblingssitzplatz gegen eine frische Brise abzuschirmen. Manche Sorten reagieren jedoch empfindlich auf Wind.


Flieder pflanzen Schritt für Schritt

  • Gieße den Flieder vor dem Einpflanzen kräftig, der Wurzelballen sollte gut durchfeuchtet sein.
  • Lockere den Boden und hebe ein Loch aus, das mindestens doppelt so groß ist wie der Wurzelballen.
  • Falls der Boden zu Staunässe neigt, solltest du etwa zehn Zentimeter (cm) hoch Kies oder Blähton als Drainageschicht einfüllen.
  • Gib etwas Pflanzerde in das Loch und setze den Flieder hinein.
  • Fülle mit einer Mischung aus Pflanzerde und der ausgehobenen Erde auf und drücke die Erde gut an.
  • Versorge den frisch gepflanzten Flieder mit Dünger oder Kompost.
  • Gieß den Flieder mit etwa 10 bis 15 Liter (l) Wasser an.

Gießen

Im ersten Jahr solltest du den Flieder nach Bedarf gießen, wenn nur wenig Niederschlag fällt. Sobald er richtig angewachsen ist, braucht Flieder nur während sehr trockener Perioden zusätzliches Wasser – spätestens dann, wenn die Blätter schlapp herunterhängen. Grundsätzlich kommt Flieder mit Trockenheit besser klar als mit dauerhaft nassen Füßen.


Pflegeleichter Flieder

Flieder stellt bei der Pflege auch sonst kaum Ansprüche. Einmal im Frühjahr eine dünne Schicht Kompost auf der Baumscheibe zu verteilen genügt in der Regel als Düngung. Sollte der Boden sehr sandig sein, können Hornspäne oder Langzeitdünger sinnvoll sein.

Krankheiten treten auch beim Flieder auf, jedoch selten. Mehltau oder Blattläuse richten in der Regel keinen großen Schaden an. Die Flieder-Miniermotte kann lästiger sein, lässt sich durch das Absammeln der Larven jedoch meist gut eindämmen. Braune Blätter im Mai deuten auf einen Befall mit der Fliedermotte hin.


Alle paar Jahre genügt: Flieder schneiden

Flieder ist auch beim Beschnitt anspruchslos, zumindest solange du ihn nicht in eine bestimmte Form bringen möchtest. Solltest du lieber ein Hochstämmchen kultivieren wollen, ist ein regelmäßiger Schnitt notwendig. Die vielen Seitentriebe des Flieders solltest du dann regelmäßig entfernen und ausschließlich einen Haupttrieb stehen lassen, damit sich aus dem Stämmchen kein Busch entwickelt. Der Schnitt sollte stets im Herbst stattfinden. Generell ist es sinnvoll, die Pflanze etwa alle drei Jahre etwas zu verjüngen und quer wachsende oder schwache Triebe am Flieder zu entfernen. Schneide dafür bei Bedarf auch Hauptäste um etwa 40 bis 60 Zentimeter zurück.

Ein zweiter Zeitpunkt, an dem du den Flieder beschneiden kannst – aber nicht musst – ist nach der Blüte. Die verblühten Rispen schneidest du oberhalb der nächsten gut ausgebildeten Seitenknospen ab. Zum einen sieht der Flieder dadurch ordentlich aus und zum anderen förderst du damit den Austrieb neuer Knospen im nächsten Jahr.

Wichtig zu wissen ist, dass der Flieder die Blütenknospen bereits im Vorjahr bildet. Daher solltest du Flieder nicht zu kräftig zurückschneiden. Nach dem Verjüngen eines alten Flieder-Strauchs und dem damit verbundenen stärkeren Rückschnitt im Herbst fällt die Blüte im nächsten Jahr immer etwas geringer aus.


Flieder problemlos selbst vermehren

Wenn du Flieder vermehren möchtest, hast du mehrere Optionen:

  • Samen: Lass die verblühten Rispen hängen und sammle im Herbst die Samen aus den trockenen Samenkapseln. Damit die Samen im Frühjahr keimen, benötigen sie eine etwa dreimonatige Kälteperiode – im Garten oder im Kühlschrank.
  • Ausläufer: Vor allem der Gemeine Flieder bildet starke Ausläufer, die du meistens eher bremsen und zurückschneiden musst. Du kannst sie jedoch auch abstechen und an anderer Stelle im Garten einpflanzen. Beachte jedoch: Bei einem Edelflieder sind die Ableger in der Regel vom Gemeinen Flieder, der als Veredelungsunterlage dient.
  • Stecklinge: Auch das Vermehren über Stecklinge ist bei den meisten Flieder-Arten möglich. Schneide dafür im Herbst Zweige ab, lasse sie in einem Wasserglas ein paar Wochen Wurzeln entwickeln und pflanze sie anschließend ein. Die frischen Stecklinge sind noch nicht frosthart.

Wächst Flieder auch im Kübel?

Auch wer keinen (großen) Garten hat, kann sich am duftenden Flieder erfreuen. Kleine Sorten wie der Zwergflieder haben eine maximale Wuchshöhe von etwa einem bis eineinhalb Metern und gedeihen auch in großen Kübeln. Selbstverständlich musst du den Strauch dann häufiger gießen, die Erde sollte zwischendurch jedoch abtrocknen. Zudem muss der eigentlich frostharte Flieder, wenn er im Kübel wächst, im Winter einen Frostschutz erhalten, beispielsweise mit Vlies, damit der Wurzelballen nicht durchfriert.

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