Beerensträucher sind winterhart, pflegeleicht und stellen in den meisten Fällen keine besonderen Ansprüche an den Boden. Mit ihren leckeren Früchten liefern sie gesunde Naschereien und leckere Zutaten für Kuchen und Desserts. Was du beachten musst, wenn du Beerensträucher anpflanzen willst, und wie sie am besten gedeihen, erfährst du hier.


Welche Beerensträucher sind für den Garten geeignet?

Rote Beeren

Wo und wie du Beerensträucher anpflanzen kannst, hängt zunächst einmal davon ab, welche es sein sollen. Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Preiselbeeren – all diese Beerenarten sind für den heimischen Garten geeignet. Du musst jeweils nur wissen, wie viel Platz du pro Strauch einplanen solltest, und welche Beerensträucher du gut nebeneinander pflanzen kannst.

Hier die wichtigsten speziellen Hinweise:

  • Himbeer- und Brombeersträucher wachsen schnell und brauchen Rankhilfen, damit die Triebe Halt finden und die Zweige später die Früchte tragen können. Plane deshalb ausreichend Platz für ein Spalier oder ein selbstgebautes Drahtgerüst ein.
  • Heidelbeeren und Preiselbeeren bevorzugen saure Böden und benötigen deshalb bestimmte Düngerzugaben.
  • Von Schwarzen Johannisbeeren und Heidelbeeren solltest du immer mindestens zwei Sträucher (verschiedener Sorten) nebeneinander pflanzen. Die gegenseitige Bestäubung der Pflanzen sorgt dafür, dass sie viele Früchte tragen.

Tipp: Hast du nicht viel Platz, willst aber trotzdem groß wachsende Beerensträucher pflanzen, kannst du mit einer Wurzelsperre (Rhizomsperre) verhindern, dass die einzelnen Wurzelstöcke zu stark wuchern. Indem sich die Wurzeln jeder Pflanze nur so weit ausbreiten können, wie es die Abgrenzung zulässt, wird das Wachstum des Beerenstrauchs verlangsamt. Den gleichen Effekt erzielst du übrigens, wenn du die Beerensträucher in Kübeln pflanzt.

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Wann pflanzt man Beerensträucher am besten?

Herbstblätter

Du kannst Beerensträucher im Topf oder wurzelnackt kaufen. Als Containerware im Topf sind sie deutlich teurer, haben dafür aber bereits einen ausgebildeten Wurzelballen, was die Versorgung der Pflanze in den ersten Monaten besser sicherstellt. Welche Option du wählst, gibt vor, wann du deine Beerensträucher pflanzen solltest.

Der beste Pflanzzeitpunkt für wurzelnackte Beerensträucher ist der Herbst. In den Wintermonaten haben sie genügend Zeit zum Anwurzeln und überraschen dich – wenn alles gutgeht – schon im Folgejahr mit Blüten und Früchten. Im Topf vorgezogene Sträucher kannst du hingegen das ganze Jahr über ins Freie setzen, solange der Boden frostfrei ist.


Gedeihen Beerensträucher an jedem Standort?

Erdboden

Beerensträucher kommen grundsätzlich auch mit weniger idealen Bedingungen zurecht. An einem schattigen Platz wachsen sie lediglich langsamer und die Früchte fallen kleiner sowie saurer aus. Wenn du dir also große, süße Früchte wünschst, wähle für deine Beerensträucher einen Standort, an dem es möglichst warm und sonnig ist. Ausnahmen bestimmen die Regel: Für Stachelbeeren ist ein halbschattiger Standort besser geeignet, weil die Beerenfrüchte in der heißen Sommersonne verbrennen können.

Der optimale Boden für Beeren ist locker und durchlässig, humus- und nährstoffreich und hat einen pH-Wert zwischen 5,5 und 6 (mit Ausnahme von Heidelbeeren, die einen Boden mit saurem pH-Wert von 4 bis 5 bevorzugen). Sind diese Bedingungen in deinem Garten nicht gegeben, kannst du die Beerensträucher entweder in Kübeln pflanzen oder versuchen, die Bodenqualität zu verbessern. Dazu bieten sich folgende Maßnahmen an:

  • Da Beerensträucher keine Staunässe vertragen, solltest du einen lehmhaltigen, verhärteten Boden zunächst gut auflockern und anschließend mit Kompost und Sand vermischen, wodurch die Erde durchlässiger wird.
  • Einen sandigen Boden reicherst du durch Kompost mit wichtigen Nährstoffen an. Die Beigabe von Steinmehl verdichtet den Untergrund etwas und verhindert so, dass Nährstoffe zu schnell ausgewaschen werden.
  • Ist der Boden zu sauer, kannst du den pH-Wert mit der Zugabe von Kalk erhöhen. Brauchst du beispielsweise für Heidelbeersträucher einen sauren Boden, kannst du Spezialerde und Spezialdünger verwenden, was sich u. a. auch für die Pflege von Rhododendren empfiehlt.

Hinweis: Alle Beerensträucher sind winterhart. In einem Kübel gepflanzt, sind die Wurzeln allerdings nicht ausreichend vor Frost geschützt. Beerensträucher als Topfpflanzen solltest du deshalb während der frostigen Monate in ein helles, nicht zu feuchtes Winterquartier verbringen.


Beerensträucher pflanzen: Schritt für Schritt

Beerensträucher anpflanzen

Hast du einen geeigneten Platz für deine Beeren gefunden, geht es ans Pflanzen. Dabei kannst du dich an die folgenden Schritte halten:

  1. Pflanze einen wurzelnackten Beerenstrauch am besten direkt nach dem Kauf ein. Falls das nicht möglich ist, bewahre den Strauch an einem trockenen, geschützten Platz auf und stelle ihn mehrere Stunden vor dem Einpflanzen in Wasser.
  2. Falls du den Strauch noch nicht pflanzfertig (zurückgeschnitten) gekauft hast, ist ein Pflanzschnitt nötig. Dafür musst du alle Triebe zurückschneiden, damit sich der Strauch auf das Ausbilden von Wurzeln konzentriert. Kürze die Triebe um etwa ein Drittel ein und schneide direkt über einer Knospe liegende im 45-Grad-Winkel ab.
  3. Hebe ein Pflanzloch aus, das größer als der Wurzelballen ist. Pflanzt du mehrere Sträucher, solltest du einen Abstand von 1–1,5 m einhalten.
  4. Stelle den Strauch in das Pflanzloch, und zwar nicht tiefer, als er sich zuvor im Topf befunden hat. Bei wurzelnackter Ware darf die Veredlungsstelle nicht unterhalb der Erdkante liegen, sonst besteht die Gefahr, dass sich die Wurzeln zu tief im Boden befinden und aufgrund von Sauerstoffmangel absterben.
  5. Fülle das Pflanzloch wieder auf, wobei du der zuvor ausgehobenen Erde etwas Humus beimischen kannst. Im Frühjahr kannst du die Beerensträucher dann düngen, um sie beim Wachstum zu unterstützen.
  6. Bringe eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Mist um den Strauch aus. Das wirkt Unkraut entgegen, fördert das Wurzelwachstum und hält Feuchtigkeit länger im Boden.

Hinweis: Kaufst du Beerensträucher mit einem bereits ausgebildeten Wurzelballen, kannst du auf den Pflanzschnitt verzichten und direkt nach dem Pflanzen zum ersten Mal düngen.


Für reiche Ernte: Beerensträucher gut pflegen

Pflanzen Gießen

Die meisten Beerensträucher sind recht pflegeleicht. Zu den wenigen Pflegemaßnahmen gehört zuallererst regelmäßiges Gießen. Beerensträucher sind Flachwurzler, sie erreichen also solche tiefer liegende Wasservorräte nicht. Gleichzeitig vertragen die Wurzeln keine Staunässe. Versorge die Sträucher also lieber häufiger mit mäßig viel Wasser, damit die Erde feucht bleibt, anstatt sie nur selten, aber dafür mit großen Wassermengen zu gießen.

Im Frühjahr musst du deine Beerensträucher düngen, um sie in ihrer Wachstumsphase mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Nach der Blütezeit solltest du keinen Dünger mehr ausbringen, da dieser sich negativ auf den Geschmack der Beeren auswirken kann. Nach der Ernte reicherst du den Boden im Herbst mit frischem Humus an.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Pflege ist der regelmäßige Rückschnitt. Einmal im Jahr, am besten im Herbst bzw. nach der Ernte der Beeren, schneidest du (ausschließlich!) alte und verholzte Triebe bis zum Boden zurück, um den einzelnen Strauch in Form zu halten und das Wachstum junger Triebe zu fördern.