Lavendel schneiden: Die Verjüngungskur für Blütenfülle und üppigen Wuchs

Das wohlduftende mediterrane Gewächs mit dem violetten Blütenflor ist zwar anspruchslos, braucht jedoch hin und wieder eine Verjüngungskur. Damit der Halbstrauch seine üppige und formschöne Gestalt behält, solltest du Lavendel zurückschneiden. Er belohnt dich mit voller Blütenpracht und blüht mit etwas Glück mehrmals pro Jahr. Versäumt man den Rückschnitt, vergreist er und verkommt zu einem unansehnlich verholzten und kahlen Gebüsch. Für einen gelungenen Formschnitt solltest du auf gutes Timing achten und die Gartenschere richtig ansetzen. Das Schnittgut kannst du übrigens als dekoratives Duftbukett, Mottenmittel, Gewürz oder Heilmittel weiterverwerten.


Lavendel richtig zurückschneiden: Schritt für Schritt

Lavendel und Schere

Gelegenheitsgärtner können beruhigt sein: Lavendel ist weitaus unkomplizierter als eine Rosenhecke oder ein Apfelbaum. Damit die Duftpflanze im nächsten Jahr wieder austreibt, sollten jedoch Zeitpunkt und Länge des Schnittguts unbedingt stimmen. Viele, die Lavendel schneiden möchten, fragen sich daher: Wann ist es soweit und wie viel ist richtig? In unserer Anleitung erfährst du alles Wichtige.

  1. Das richtige Schneidewerkzeug wählen: Leg dir eine scharfe Gartenschere zurecht. Bei stark verholzten Lavendelsträuchern und dicken Stängeln ist eine Heckenschere oder kleine Handsäge praktischer. Die Schnittstellen an der Pflanze verheilen besser, wenn du das Werkzeug vorher säuberst.
  2. Lavendel aufs Schneidenvorbereiten: Bei sehr buschigen Pflanzen und großer Wuchshöhe empfiehlt es sich, die Ästchen vorher mit einer Packschnur zu bündeln. Schnüre aber nicht zu fest, damit die Stängel nicht umknicken. Leg dir auch einen Eimer oder ein anderes Behältnis zurecht, um das Schnittgut sogleich zu sammeln.
  3. Schere ansetzen: Leg die Schere leicht schräg an. Auf diese Weise geht das Schneiden einfacher von der Hand und die Pflanzenadern werden nicht gequetscht. Setze die Schere immer oberhalb eines Blattknotens an. Dies ist der Bereich, an dem sich die Blätter von der Sprossachse abzweigen. Im Frühjahr kannst du zwei Drittel entfernen. Im Sommer kürzt du den Lavendel direkt nach der Blüte um ein Drittel. Schneide jedoch nicht ins alte Holz, sondern lass einen Teil der jüngeren Triebe übrig. Nur bei alten, stark verholzten Pflanzen kann sich der Radikalschnitt lohnen.
  4. Schnittstellen versorgen: Dies ist nur bei einem Radikalschnitt notwendig, bei dem auch holzige Pflanzenteile beschnitten wurden. Hierbei trägst du auf die Schnittstellen Holzteer auf.

Lavendel schneiden: Warum das im Frühjahr und Sommer wichtig ist

Lavendel schneiden

Nur wenn du regelmäßig deinen Lavendel schneidest, bleibt er in Form. Einige der insgesamt 30 Lavendel-Sorten erreichen eine beachtliche Wuchshöhe von 90 Zentimetern. Ein gleichmäßig kugelförmiger Strauch sieht nicht nur schöner aus, sondern wächst auch besser. Stutzt du ihn nicht, lichtet sich der einst buschige Halbstrauch allmählich und die spärlichen Ästchen fallen auseinander. Denn jeder Trieb wird mit der Zeit krautig und verholzt schließlich. Holzige Stängel treiben nicht mehr aus, sodass der Busch keine weiteren Verzweigungen mehr ausbildet. Damit kommen die hübschen lila Blüten nur noch spärlich und bleiben irgendwann aus. In diesem Stadium ist es schwierig, die Pflanze zu neuem Wachstum anzuregen.

Wenn du Lavendel schneidest, bevor es Herbst wird, belohnt er dies manchmal mit einer zweiten Blüte. Im folgenden Jahr kannst du dich in jedem Fall über doppelt so viele violette Rispen freuen. Die Verjüngungskur hat noch einen Vorteil: Sobald du den Lavendel schneidest, hast du Blüten zum Trocknen, die in der Wohnung einen betörenden Duft verströmen.

Lavendel schneiden: Wann und wie viel entfernen?

Beim Rückschnitt gilt es ein paar Dinge zu beachten. Doch mit gutem Augenmaß verschneidest du den Lavendel nicht. Wann du ihn am besten schneidest, hängt auch von der Sorte ab.

Lavendel verjüngen: Wann am besten schneiden?

Lavendel schneiden

Für einen dichten und üppig blühenden Lavendel solltest du ihn zweimal pro Jahr schneiden. Ein rigoroser Rückschnitt steht im Frühjahr an. Dabei stutzt du einen Großteil der vorjährigen Triebe und entfernst die über die frostigen Wintertage abgestorbenen Pflanzenteile. Achte am besten auf die Wetterprognose, um den optimalen Zeitpunkt nicht zu verpassen. Schneide Lavendel erst zurück, wenn kein Dauerfrost mehr zu erwarten ist. Je nach Region ist dies ungefähr Ende Februar der Fall. Viel länger solltest du nicht warten. Denn für den Frühlingsschnitt darf der Lavendel noch nicht neu ausgetrieben haben. Entfernst du blutjunge Triebe, bildet der Strauch keine Blütenstände aus.

Im Sommer ist der beste Zeitpunkt kurz bevor alle kleinen Blüten der ährenförmigen Rispe verblüht sind. Da auch die vertrockneten Blüten einen hübschen lila Flor bilden, ist dies auf den ersten Blick manchmal schwer erkennbar. Als Faustregel gilt: Zwei Wochen nachdem sich die ersten kleinen Blüten entfaltet haben, ist der Zeitpunkt gekommen, den Lavendel zu schneiden. Wann und wie viel genau hängt von der jeweiligen Sorte ab. Die ins Blau tendierenden Blüten des Echten Lavendels blühen von Juni bis August. Dagegen zeigt der sehr hoch wachsende Schopflavendel seinen dunkelvioletten Flor bereits im März.

Greifst du im Sommer rechtzeitig ein zweites Mal zur Schere, stehen die Chancen gut, dass der Lavendel erneut oder zumindest länger blüht. Denn anstatt nach der Blütezeit Samen auszubilden, kann er seine Kräfte sammeln und für die Blüten aufwenden. Achte bei spätblühenden Sorten unbedingt darauf, dass du den Lavendel schneidest, bevor es Herbst wird. So bleibt der Pflanze genügend Zeit, sich zu regenerieren und vor dem ersten Frost als Winterschutz Triebe auszubilden.

Die Schere richtig ansetzen

Generell gilt: Stutze den Lavendel weder zu zaghaft noch zu radikal. Wie viel ideal ist, hängt von der Jahreszeit und dem Zustand der Pflanze ab. Im Frühling kannst du etwa zwei Drittel wegschneiden. Das mag sich drastisch anhören und zunächst kahl aussehen, doch der gestutzte Strauch erwacht schon bald zu neuem Leben. Wenn du den Lavendel schneidest, solltest du im Frühjahr alle verwelkten Blüten und über die Winterzeit verdorrten Zweige komplett entfernen. Bei Trieben des Vorjahres solltest du vorsichtiger sein. Entferne diese nicht vollständig, sondern lass einen kurzen Ansatz stehen. Das bedeutet, dass du nicht ganz tief bis ins verholzte und blattlose Geäst zurückschneidest.

Lediglich bei nahezu hoffnungslosen Fällen empfiehlt sich ein solcher Radikalschnitt. Bei stark verholzten, kahlen Sträuchern ist dies die letzte Chance, sie zu reanimieren. Eine Garantie gibt es dafür jedoch nicht.

Nach der Sommerblüte ist es wichtig, vom Lavendel weniger abzuschneiden. Ideal ist ein Drittel. Auch hierbei solltest du frische Triebe nicht vollständig entfernen.

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