Lavendel, das duftende mediterrane Gewächs mit dem violetten Blütenflor, ist zwar anspruchslos, er braucht jedoch hin und wieder eine Verjüngungskur. Damit er üppig und dicht bleibt, solltest du Lavendel regelmäßig zurückschneiden. Dann belohnt er dich mit voller Blütenpracht – mit etwas Glück sogar mehrmals pro Jahr. Alle Informationen zum Rückschnitt von Lavendel hat toom Baumarkt hier für dich zusammengefasst.

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Warum muss Lavendel geschnitten werden?

Lavendel schneiden

Du solltest Lavendel regelmäßig zurückschneiden, um Wachstum und Blütenbildung anzuregen. Außerdem bleibt er dadurch in Form. Einige der insgesamt 30 Lavendelsorten erreichen eine beachtliche Wuchshöhe, bis 90 Zentimeter gehen sie in die Höhe. Ein gleichmäßig ausgebildeter, kugelförmiger Strauch sieht schön aus und wächst auch optimal. Stutzt du ihn nicht, lichtet sich der Halbstrauch allmählich und die spärlichen Ästchen fallen auseinander. Jeder der Triebe wird mit der Zeit krautig und verholzt schließlich. Holzige Stängel treiben nicht mehr aus, sodass der Busch dann keine weiteren Verzweigungen mehr ausbilden wird. Dadurch zeigen sich immer weniger der hübschen lila Blüten und irgendwann bleiben sie ganz aus. Ist der Lavendel bereits verholzt, ist es schwierig, die Pflanze noch einmal zu neuem Wachstum anzuregen.

Wenn du Lavendel schneidest, bevor es Herbst wird, belohnt er dies manchmal mit einer zweiten Blüte. Im folgenden Jahr kannst du dich in jedem Fall über doppelt so viele violette Rispen freuen. Die Verjüngungskur hat noch einen weiteren Vorteil: Nach dem Lavendelschneiden hast du Blüten zum Trocknen, die in der Wohnung einen betörenden Duft verströmen.


Schritt 1: Werkzeug und Lavendel zum Schneiden vorbereiten

Lavendel und Schere

Dein wichtigstes Werkzeug ist eine scharfe Gartenschere. Damit kannst du die meisten Sträucher problemlos bearbeiten. Musst du allerdings kräftige Triebe kürzen oder einen bereits verholzten Lavendel schneiden, ist eine Heckenschere oder kleine Handsäge mitunter praktischer. Die Schnittstellen an der Pflanze verheilen besser, wenn du das Werkzeug vorher säuberst.

Bei sehr buschigen Pflanzen und großer Wuchshöhe empfiehlt es sich, die Ästchen vorher mit einer Packschnur zu bündeln. Schnüre sie aber nicht zu fest zusammen, damit die Stängel nicht umknicken. Lege dir auch einen Eimer oder ein anderes Behältnis zurecht, in dem du das Schnittgut sogleich sammeln kannst.


Schritt 2: Triebe und Lavendelblüten schneiden

Lavendel wird mit roter Schere geschnitten

Setze die Gartenschere leicht schräg an, in einem Winkel von etwa 45 Grad. Auf diese Weise geht das Schneiden einfacher von der Hand und die Pflanzenadern werden nicht gequetscht. Setze die Schere immer oberhalb eines Blattknotens an. Dies ist der Bereich, an dem sich die Blätter von der Sprossachse abzweigen.

Im Frühjahr kannst du zwei Drittel entfernen. Im Sommer kürzt du den Lavendel direkt nach der Blüte um ein Drittel. Schneide jedoch nicht ins alte Holz, sondern lasse einen Teil der jüngeren Triebe übrig. Nur bei alten, stark verholzten Pflanzen kann sich der Radikalschnitt lohnen.


Schritt 3: Schnittstellen versorgen

Eine Versiegelung der Schnittstellen ist nur bei einem Radikalschnitt notwendig, bei dem auch holzige Pflanzenteile beschnitten wurden. Die Versiegelung soll verhindern, dass Pilze und Bakterien in das Gehölz eindringen. Sie beschleunigt zudem die Heilung der Bäume oder Sträucher. Bei der Versiegelung trägst du auf die Schnittstellen Holzteer oder Baumwachs auf.


Lavendel richtig schneiden: Wann und wie viel?

Gelegenheitsgärtner können beruhigt sein: Lavendel zu schneiden, ist weitaus unkomplizierter als einen Apfelbaum oder eine Rosenhecke zu schneiden. Damit die Duftpflanze im nächsten Jahr wieder austreibt, sollten jedoch Zeitpunkt und Länge des Schnittguts unbedingt stimmen. Wenn du zum ersten Mal Lavendel schneiden willst, sind die Fragen nach dem „Wann?“ und dem „Wie viel?“ also ganz entscheidend.


Wann solltest du deinen Lavendel schneiden?

Lavendel schneiden

Für einen dichten Wuchs und üppige Blüten solltest du deinen Lavendel zweimal pro Jahr schneiden. Ein rigoroser Rückschnitt steht im Frühjahr an. Dabei stutzt du einen Großteil der vorjährigen Triebe und entfernst die über die frostigen Wintertage abgestorbenen Pflanzenteile. Schneide Lavendel erst dann zurück, wenn kein Dauerfrost mehr zu erwarten ist. In manchen Regionen ist dies ungefähr Ende Februar, in anderen erst Ende März oder sogar Mitte April der Fall. Zu lange solltest du nicht warten, denn vor dem Frühlingsschnitt darf der Lavendel noch nicht neu ausgetrieben haben: Entfernst du blutjunge Triebe, bildet der Strauch keine Blütenstände aus.

Im Sommer ist der beste Zeitpunkt zum Schneiden des Lavendels der Moment, kurz bevor alle kleinen Blüten der ährenförmigen Rispe verblüht sind. Da auch die vertrockneten Blüten einen hübschen lila Flor bilden, ist dies auf den ersten Blick manchmal schwer erkennbar. Als Faustregel gilt: Zwei Wochen, nachdem sich die ersten kleinen Blüten entfaltet haben, ist der Zeitpunkt gekommen, den Lavendel zu schneiden. Wann genau das eintritt, hängt von der jeweiligen Sorte ab. Die ins Blau tendierenden Blüten des „Echten Lavendels“ blühen von Juni bis August. Dagegen kannst du den sehr hoch wachsenden Schopflavendel schon früher schneiden, denn er zeigt seinen dunkelvioletten Flor bereits im März.

Greifst du im Sommer rechtzeitig ein zweites Mal zur Schere, stehen die Chancen gut, dass der Lavendel erneut oder zumindest länger blüht. Denn anstatt nach der Blütezeit Samen auszubilden, kann er seine Kräfte sammeln und für die Blüten aufwenden. Achte bei spätblühenden Sorten unbedingt darauf, dass du den Lavendel schneidest, bevor es Herbst wird. So bleibt der Pflanze genügend Zeit, sich zu regenerieren und vor dem ersten Frost als Winterschutz Triebe auszubilden.


Wie stark musst du Lavendel zurückschneiden?

Generell gilt: Stutze den Lavendel weder zu zaghaft noch zu radikal. Wie viel ideal ist, hängt von der Jahreszeit und dem Zustand der Pflanze ab. Im Frühling kannst du etwa zwei Drittel wegschneiden. Das mag sich drastisch anhören und kann zu einem zunächst kahlen Aussehen des Strauches führen, doch der gestutzte Strauch erwacht schon bald zu neuem Leben. Wenn du den Lavendel schneidest, solltest du im Frühjahr alle verwelkten Blüten und über die Winterzeit verdorrten Zweige komplett entfernen. Bei Trieben des Vorjahres solltest du vorsichtiger sein: Entferne sie nicht vollständig, sondern lasse einen kurzen Ansatz stehen. Du solltest die Pflanze also nicht ganz tief bis ins verholzte und blattlose Geäst zurückschneiden.

Lediglich bei nahezu hoffnungslosen Fällen empfiehlt sich ein solcher Radikalschnitt. Bei stark verholzten, kahlen Sträuchern ist der mitunter die letzte Chance zur Reanimierung. Eine Garantie, dass es klappt, gibt es jedoch nicht.

Nach der Sommerblüte ist es wichtig, vom Lavendel weniger abzuschneiden. Ideal ist ein Drittel. Auch hierbei solltest du frische Triebe nicht vollständig entfernen.


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