Ein Handwerker streicht die Decke.
Ratgeber
Inhalt:
Schwierigkeitsgrad: Mittel
Dauer: ein bis zwei Stunden, je nach Raumgröße
Werkzeuge: Heizkörperpinsel, Farbrolle, Abstreifgitter, Malerkreppband, Abdeckfolie, Wandfarbe

Das Streichen der Wände ist für viele Heimwerker kein Problem. Die Decke zu streichen, erfordert dagegen etwas mehr Know-how und Geschicklichkeit. Sie sollte stets zuerst gestrichen werden, da bei umgekehrter Reihenfolge die fertigen Wände Farbspritzer abbekommen könnten. Welche Tipps du beim Streichen der Decke sonst noch beachten solltest, erfährst du in der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung.


Schritt 1: Decke abkleben vor dem Streichen

Bevor du deine Decke mit dieser Anleitung streichen kannst, muss der Raum entsprechend vorbereitet werden – schließlich möchtest du keine Farbkleckse auf deinen Lieblingsmöbeln oder dem schicken Laminatboden. Daher gilt vorab:

  • Räume kleinere Möbel aus dem Zimmer.
  • Bedecke nicht oder schwer bewegbare Möbelstücke mit einer Abdeckfolie.
  • Gleiches gilt für den Fußboden. Noch besser eignet sich mehrfach verwendbares Abdeckvlies. Ist beides nicht zur Hand, kannst du alternativ zu Zeitungspapier oder Pappe greifen.
  • Klebe Fußleisten, Tür- und Fensterrahmen sowie die Übergänge von den Wänden zur Decke mit Malerkrepp ab. So verhinderst du, dass die betroffenen Stellen mit Farbe bespritzt werden.
  • Auch Deckenlampen solltest du vor dem Streichen abkleben oder entfernen – letzteres nicht ohne vorher die Sicherungen herauszudrehen. Dabei dürfen sich die Drähte, die nach dem Abmontieren aus der Decke ragen, nicht berühren.
  • Schließe Fenster und Türen, um Zugluft zu verhindern. Auch sollte die Heizung während der gesamten Streicharbeiten ausgeschaltet sein. So kann die Farbe beim Streichen langsam und gleichmäßig trocken, was die Streifenbildung verhindert.
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Schritt 2: Untergrund prüfen und vorbereiten

Als Nächstes gilt es, den Untergrund der Decke genau zu prüfenRisse, bröckelnder Putz, Schimmel, hartnäckige Nikotinflecken und Staub benötigen jeweils eine besondere Behandlung. Schimmel etwa darf nicht einfach übermalt werden, sondern muss mit Schimmelspray oder der Hilfe einer Fachperson vorher entfernt werden. Nikotin- und Rußflecken solltest du so gut es geht abputzen und danach mit einer Isolierfarbe überstreichen.

Ob nach der Reinigung des Untergrundes zudem eine Grundierung – also ein Voranstrich – notwendig ist, hängt von der Beschaffenheit der Decke ab. Willst du zum Beispiel eine Betondecke streichen, sollte diese vorher mit einer Deckengrundierung versiegelt werden. Gleiches gilt in der Regel für Holz, Mauerwerk, Putz und Rigipsplatten. Eine Tapete in gutem Zustand benötigt jedoch nicht zwangsläufig einen Voranstrich.


Schritt 3: Rand der Decke streichen

Setze dir eine Kopfbedeckung auf und ziehe alte Kleidung an, auf die auch mal ein Farbklecks tropfen darf. Willst du deine Decke in klassischem Weiß streichen, stehen dir zahlreiche weiße Wand- und Deckenfarben zur Wahl. Natürlich kannst du auch eine andere Farbe nehmen!

Beim Streichen der Decke fängst du am besten mit Rändern an den Übergängen zu den Wänden an. Als Werkzeug benötigst du einen Heizkörperpinsel oder eine kleine Farbrolle. Beide feuchtest du vor dem ersten Anstrich mit klarem Wasser leicht an, um die Decke gleichmäßig streichen zu können. Stelle dich auf eine Leiter und trage die Farbe zunächst mit einem kleinen Abstand zum Rand auf. Im Zuge des zweiten Farbauftrags kann der Pinsel dann geschmeidig über den ersten Anstrich streichen. So lassen sich die Wand-Decken-Übergänge genauer bearbeiten.


Schritt 4: Zimmerdecke streichen mit diesen Tipps

Nun geht es zum Hauptteil der Streicharbeit über. Anstelle der Leiter kannst du nun auch eine Teleskopverlängerung verwenden. Diese steckst du auf ein größere Farbrolle. So kannst du aus einem Guss arbeiten und entgehst der Gefahr eines Leiterunfalls. Streiche die Decke ausgehend von der Seite des Raums, in die das Tageslicht einfällt. Dann arbeitest du dich langsam zur gegenüberliegenden Seite des Raumes vor. Das hat den Vorteil, dass mögliche Farbansätze nach dem Trocken weniger sichtbar sind.

 

In welche Richtung streicht man eine Decke?

Für einen gleichmäßigen Anstrich empfiehlt es sich, die Decke gedanklich in gleichgroße Quadrate einzuteilen. Diese streichst du zunächst in Längsrichtung und dann in Querrichtung. Unschöne Streifen an der Decke lassen sich vermeiden, wenn du die Rolle vollständig mit Farbe benetzt und beim Streichen stets einen gleichmäßigen Druck ausübst. Doch aufgepasst! Wenn die Rolle zu viel Farbe aufsaugt, wird der Anstrich ebenfalls unsauber. Streife die Rolle daher immer an einem Abstreifgitter ab. Mit diesem Trick kannst du deine Decke streichen, ohne Farbe nach unten tropfen zu lassen.


Schritt 5: Streichwerkzeuge reinigen

Mehrere Farbrollen liegen in einem Eimer mit Wasser zum reinigen.

Zu guter Letzt stehen noch die Reinigungsarbeiten an. Farbroller und Pinsel müssen gründlich mit Wasser ausgewaschen werden. Säubere auch den Farbeimer am Deckelrand und verschließe ihn luftdicht. Übriggebliebene Farbe kannst du ohne Probleme für spätere Streicharbeiten aufbewahren. Dennoch gibt es ein Haltbarkeitsdatum, das du der jeweiligen Produktverpackung entnehmen kannst. Abgelaufene Farben entsorgst du bei einer Sondermüll-Sammelstelle. Ausgehärtete und getrocknete Farbreste hingegen gehören in den Restmüll.

Tipp: Pack die Farbrolle und den Pinsel in eine luftdichte Plastiktüte, wenn du eine Arbeitspause einlegst, damit sie währenddessen nicht austrocknen.


Weiß, bunt oder schwarz – wie kann man eine Decke streichen?

Diverse Rollen Tapete liegen auf dem Boden.

Schlichte weiße Decken sind in der Regel die erste Wahl. Weiße Farbe lässt Räume heller und größer wirken. Daher werden auch Holzdecken gerne weiß lackiert. Aber welchen Effekt hat es, die Decke farbig oder schwarz zu streichen? Eine kunterbunte Decke versprüht Lebensfreude, während Schwarz nicht immer nur düster, sondern auch elegant daherkommen kann.

Willst du deine Decke dunkel streichen, gilt es jedoch einiges zu beachten. Insbesondere schwarzer Farbe solltest du im Farbeimer sorgfältig mit einem Rührstab umrühren. So verhinderst du, dass sich die schwarzen Farbpigmente unten absetzen, was beim Streichen unschöne Flecken an der Decke geben kann. Darüber hinaus ist beim Streichen der Ecken und Kanten Vorsicht geboten – erst recht, wenn die angrenzenden Wände nicht dunkel, sondern hell sind. Wie du am besten vorgehst, wenn du deine Wände bunt streichen möchtest, erfährst du in einem weiteren toom-Ratgeber.


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