PVC-Boden verlegen in neun Schritten

PVC ist einer der praktischsten Bodenbeläge überhaupt. Es ist wunderbar pflegeleicht, robust, funktioniert als Trittschalldämmung und lässt sich darüber hinaus auch noch schnell verlegen. In kleinen Räumen musst du den PVC-Belag nicht einmal zusätzlich fixieren – ein riesiger Vorteil in Mietwohnungen. Wie du am besten vorgehst, wenn du PVC verlegen willst, erklären wir dir Schritt für Schritt in der folgenden Anleitung, die du hier auch als PDF zum Ausdrucken findest.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Ein bis zwei Tage (abhängig von Raumgröße und Methode)

Werkzeug: Zollstock, Spachtel, Teppichmesser mit Hakenklinge, Schneidekante, Walze

Zubehör: Spachtelmasse, doppelseitiges Klebeband oder Spezialkleber, Fußleisten, Bodenschienen


PVC-Boden verlegen: Ohne Kleben oder besser fixieren?

Zunächst musst du dir überlegen, wie du den Bodenbelag fixieren willst, denn davon hängt ab, welches Zubehör du eventuell noch besorgen musst. Genau wie beim Verlegen von Teppichen gibt es verschiedene Möglichkeiten, PVC zu verlegen:

  • Einen PVC-Boden zu verlegen, ist ohne Kleben möglich; du legst ihn dann einfach schwebend bzw. schwimmend im Raum aus. Diese Methode eignet sich aber nur für sehr kleine Räume, die nicht regelmäßig benutzt werden, zum Beispiel Abstellkammern oder Lagerräume. In der Küche oder Wohnräumen solltest du davon besser absehen. Der sehr flexible PVC-Belag schlägt nämlich leicht Wellen oder rollt sich an Ecken und Kanten auf, wenn er nicht ausreichend am Boden fixiert wird. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern kann im ungünstigsten Fall zu Haushaltsunfällen führen.
  • In kleineren Wohnräumen bis maximal 20 Quadratmeter fixierst du den Bodenbelag am besten mit doppelseitigem Klebeband. So kann er nicht verrutschen und lässt sich trotzdem leicht und ohne Beschädigung entfernen, wenn du umziehst oder renovieren willst.
  • In allen größeren Räumen ist das vollflächige Verkleben mit Dispersionskleber die beste Lösung, damit der PVC-Boden nach dem Verlegen nicht verrutscht oder Wellen schlägt. Dabei musst du allerdings bedenken, dass es recht schwierig ist, den Bodenbelag wieder zu entfernen. Der PVC-Boden muss dafür zerschnitten und die Klebereste müssen mühevoll mit Spezialmaschinen vom Boden entfernt werden

Überlege dir gut, welche Variante in deinem Fall am besten geeignet ist. Willst du in einer Mietwohnung mit sehr großen Räumen PVC-Boden verlegen, lohnt sich die Anfrage beim Vermieter, ob es möglich ist, den Bodenbelag bei einem Umzug in der Wohnung zu lassen.


Schritt 1: Berechne Grundfläche und Materialbedarf, um PVC passend zu verlegen

Nichts ist ärgerlicher, als beim Verlegen festzustellen, dass der Bodenbelag einige Zentimeter zu kurz ist. Um das zu vermeiden, misst du den Raum zunächst mit allen zusätzlichen Ecken wie Heizkörpernischen oder Türschwellen aus und ermittelst so die Grundfläche, auf der du den PVC-Fußbodenbelag verlegen willst. Anschließend addierst du auf jeder Seite zehn Zentimeter, damit du eventuelle Unebenheiten der Wände ausgleichen kannst, und ermittelst so deinen tatsächlichen Materialbedarf. Vergiss nicht, dieses Aufmaß auch zu addieren, wenn du mehrere Bahnen PVC verlegen musst. So kannst du die Bahnen einfach übereinanderlegen und gleichzeitig durchschneiden, damit sie perfekt aneinanderpassen.


Schritt 2: Bereite den Untergrund vor, damit der Bodenbelag glatt und sicher liegt

Bevor du beginnst den PVC-Boden zu verlegen, muss der Untergrund sauber, eben und trocken sein. Wie bereits erwähnt ist PVC-Belag sehr dünn und flexibel. Kleine Unebenheiten im Boden sowie Steinchen oder Schmutz zeichnen sich schon nach kurzer Zeit deutlich ab. Aus diesem Grund ist es übrigens nicht sinnvoll, PVC auf PVC zu verlegen, denn der alte Belag stellt keinen stabilen Untergrund dar.

Ein trockener, glatter Estrich-Boden ist die beste Basis, um PVC-Boden zu verlegen. Du kannst den Untergrund aber auch mit nivellierender Spachtelmasse glätten und ausgleichen, wenn nur kleine Risse oder Unebenheiten vorhanden sind.


Schritt 3: Lege den PVC-Boden aus und warte 24 Stunden

Ist der Untergrund gut vorbereitet, breitest du den PVC-Belag faltenfrei im Raum aus. Sind deine Wände absolut gerade, kannst du den Bodenbelag direkt an der Wand anlegen. Andernfalls glättest du den PVC-Boden von der Raummitte her, sodass an den Wänden genug Überstand bleibt, damit du die Kanten genau zuschneiden kannst.

Jetzt ist Warten angesagt. PVC-Boden braucht vor dem Verlegen etwa 24 Stunden, um sich im Raum zu akklimatisieren. Verklebst du ihn zu schnell, dehnt er sich danach eventuell noch aus und schlägt störende Wellen.


Schritt 4: So schneidest du PVC beim Verlegen auf Raumecken und -kanten zu

Pvc schneiden

Hat sich der Bodenbelag an das Raumklima angepasst, kannst du mit dem Zuschneiden beginnen. Nimm eine Schneidekante oder ein Teppichlineal zu Hilfe, damit die Kanten gerade werden und du auch bei größerem Kraftaufwand nicht abrutschst. In größeren Räumen ist es eventuell sinnvoll, die verschiedenen Bahnen dafür zunächst in der Raummitte zu fixieren, damit sie beim Zuschneiden nicht verrutschen. Falls du so vorgehen willst, springe direkt zu den Schritten 7 und 8, wo du erfährst, wie du den PVC-Boden richtig verklebst.

  • Kanten zuschneiden: Drücke das PVC fest in die Raumkante und schneide mit einem scharfen Messer so viel ab, dass etwa ein bis zwei Millimeter Platz zur Wand bleiben. Dieser Abstand ist wichtig, damit der Belag später bei wechselnder Luftfeuchtigkeit oder Temperaturschwankungen arbeiten kann.
  • Ecken zuschneiden: Auch in den Ecken drückst du das PVC gut an den Boden und schneidest anschließend von jeder Wandseite diagonal in Richtung der Ecke. Schneide nicht gleich direkt bis zum Boden, sondern nähere dich langsam von beiden Seiten an. So vermeidest du, dass der erste Schnitt zu tief wird.

Schritt 5: So gehst du bei mehreren Bahnen vor

Falls in einem Raum mehrere Bahnen PVC-Belag nötig sind, legst du die Bahnen in gleicher Laufrichtung in den Raum und schiebst eine davon etwa fünf bis zehn Zentimeter über die andere. So kannst du beide Bahnen gleichzeitig durchschneiden und gehst sicher, dass die Kanten perfekt zusammenpassen.


Schritt 6: Schneide Aussparungen für Heizungsrohre

Auch wenn Heizungsrohre zunächst als schwierige Hindernisse erscheinen, ist das kein Grund, in diesem Bereich keinen PVC-Boden zu verlegen. Du kannst ganz einfach Aussparungen in den Belag schneiden, indem du das PVC bis an das Rohr legst, das überstehende Material zurückklappst und nun einen geraden Schnitt von einer Seite des Rohrs bis zum Rand des PVC-Belags machst. Ein Teil lässt sich nun bereits bis an die Wand legen. Bei dem verbliebenen Rest machst du einen geraden Schnitt quer zum Rohr und fährst dann unter ständigem Druck mit dem Messer um das Rohr herum, bis auch dieser Teil glatt auf dem Boden liegt.

Verwende für diese Arbeit am besten ein Messer mit Hakenklinge. Diese schneidet das Material von unten und verhindert, dass du versehentlich in die Oberfläche der darunterliegenden Schicht schneidest.


Schritt 7: Fixiere den PVC-Boden mit Klebeband

Pvc Klebefolie

Nachdem der Zuschnitt erledigt ist, kannst du den PVC-Fußboden endgültig verlegen und fixieren. Du schlägst eine Hälfte um und klebst mit doppelseitigem Klebeband gerade Bahnen für die Befestigung der Ränder und zwei sich kreuzende Bahnen über die ganze Fläche. Anschließend ziehst du die Schutzfolie der zweiten Klebeseite ab und verlegst den PVC-Boden unter ständigem Glattstreichen und Andrücken von der Raummitte zu den Wänden. Diese Richtung ist wichtig, damit keine Wellen oder Spannungsbereiche entstehen. Ist eine Seite erfolgreich fixiert, wiederholst du die Prozedur mit der anderen Hälfte.

Bei zwei aneinanderstoßenden Bahnen bringst du das Klebeband so auf dem Boden an, dass jede der Bahnen etwa zur Hälfte darauf liegt.


Schritt 8: So funktioniert bei PVC das Verlegen mit Spezialkleber

Pvc Kleber

Willst du den PVC-Boden nach dem Verlegen vollflächig verkleben, beginnst du ebenfalls auf einer Seite, die du zunächst umschlägst. Verteile den Fußbodenkleber mit einem Zahnspachtel auf der freien Fläche und lege den PVC-Belag danach langsam von der Mitte aus in das Klebebett. Währenddessen benutzt du am besten eine geeignete Walze, um Luftblase zu vermeiden und den Belag glatt zu streichen.

Verwende unbedingt lösungsmittelfreien Kleber, um keine Gesundheitsrisiken einzugehen, und halte dich genau an die Gebrauchsanweisung des Herstellers. Nach dem Verkleben solltest du den Raum mindestens 24 Stunden gut lüften, damit die Dämpfe verfliegen.

Mehrere Bahnen kannst du mit sogenanntem Kaltschweißmittel unsichtbar miteinander verbinden. Dabei handelt es sich um ein Lösemittel, das das PVC punktuell löst, sodass beide Flächen miteinander verschmelzen.


Schritt 9: Bringe die Leisten und Übergänge an

Pvc Fussleiste

Den Sicherheitsabstand zur Wand versteckst du am besten hinter passenden Sockelleisten. Es gibt sie in so vielen verschiedenen Material- und Farbvarianten, dass es leicht ist, die passende Sockelleiste für deinen PVC-Boden zu finden.

Die Übergänge zu anderen Bodenbelägen kaschierst du am besten mit flachen Schraubleisten, die sich ganz einfach im Boden verschrauben lassen.

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