Mann schneidet Holz auf Baustelle
Ratgeber
Inhalt:
Schwierigkeitsgrad: mittel
Dauer: je nach Größe des Raums 3–6 Stunden (ohne Trocknungszeit)
Material: OSB-Platten mit Nut und Feder, Dampfbremse, Dampfsperren-Klebeband, Distanzkeile, Fugenleim, Hammer, Zollstock, Bleistift, Schlagholz, Zugeisen, Handkreissäge und/oder Stichsäge

OSB-Platten gehören zu den beliebtesten Baustoffen im Heimwerkerbereich. Nicht ohne Grund, denn sie sind stabil, kostengünstig und vielseitig einsetzbar. Zudem lassen sie sich leicht verarbeiten. In diesem Ratgeber von toom Baumarkt erfährst du, wie du das richtige Material für dein Projekt findest und wie du die OSB-Platten Schritt für Schritt selbst als Bodenbelag oder an deiner Wand verlegen kannst.

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OSB-Platten auf dem Boden verlegen

Osb Platten verlegt auf Boden

Auf Estrich, alten Betonböden oder Holzdielen werden OSB-Platten in der Regel schwimmend verlegt. Das bedeutet, dass sie nur miteinander verbunden werden und nicht mit dem Untergrund. Zum Rand bleibt eine Dehnungsfuge offen. So kann sich der Fußboden ungehindert ausdehnen und zusammenziehen. Um der Nut-und-Feder-Verbindung mehr Halt zu geben, kannst du sie zusätzlich verleimen. Sieh dir vor dem Verlegen der OSB-Platten auf dem Boden den Untergrund genau an: Gerade bei älteren Dielen oder Beton kann es sein, dass du erst Unebenheiten im Boden ausgleichen musst.

Unter die OSB-Platten kommt eine Dampfbremse. Dabei handelt es sich um eine stabile PE-Folie, die verhindert, dass Feuchtigkeit von unten in die Platten eindringt. Die Folie sollte mindestens 0,2 mm stark sein, in Räumen, die anfällig für Schimmel sind, sogar 1,2 mm. Dienen die OSB-Platten als alleiniger Bodenbelag, benötigst du zudem eine Trittschalldämmung.

Bei einer Holzbalkendecke – einer Geschossdecke mit tragenden Elementen aus Holz – werden die OSB-Platten meist direkt auf die Balken geschraubt. Der Abstand zwischen den einzelnen Balken sollte 60 cm nicht überschreiten, damit der Boden später nicht federt. Um störenden Knarzgeräuschen vorzubeugen, kannst du zunächst Dämmstreifen aus Filz, Kork, Hanf oder Ähnlichem auf den Balken fixieren. Verlege die OSB-Platten anschließend so, dass die Hauptachsen quer zu den Balken verlaufen. Die schmalseitigen Fugen sollten auf der Unterkonstruktion aufliegen. Ist der Balkenabstand recht groß, kannst du die OSB-Platten auch zweilagig verlegen. Die zweite Lage wird dabei parallel zu den Balken geschraubt.

Verwendest du zum Verschrauben der OSB-Platten herkömmliche Senkkopfschrauben, solltest die Löcher vorbohren und absenken. So gehst du sicher, dass die Schraubenköpfe bündig mit der Platte abschließen. Es gibt auch spezielle OSB-Schrauben mit selbstschneidendem Gewinde.

Ist ein komplett neuer Aufbau der Holzbalkendecke notwendig, dann können die OSB-Platten auch schwimmend verlegt werden. Dazu sind zunächst der alte Fußboden sowie die Schüttung zu entfernen. Zwischen die Balken kommt eine neue Trockenschüttung, die Unebenheiten ausgleicht. Auf diese Schüttung werden dann die Plattenelemente als Trockenestrich gelegt. Die richtige Vorgehensweise zeigt dir toom Baumarkt in der DIY-Anleitung Estrich verlegen.

Egal, ob du die OSB-Platten schwimmend verlegst oder auf einer Holzbalkendecke verschraubst: Versetze die Fugen immer um etwa 40 cm. So verleihst du der Konstruktion mehr Stabilität.


Schritt für Schritt: OSB-Platten schwimmend verlegen

Du hast einen neuen Estrich eingebaut und möchtest nun mit OSB-Platten einen stabilen Untergrund für den Bodenbelag schaffen? Diese Anleitung zeigt dir, wie du OSB-Platten schwimmend verlegen kannst.

Schritt 1: Materialbedarf ermitteln und Untergrund vorbereiten

gestapelte Osb Platten

Zunächst musst du ermitteln, wie viele OSB-Platten du benötigst. Miss dazu den Raum gründlich aus. Nach dem Kauf solltest du die Platten mindestens 48 Stunden am Bauort lagern, damit sie sich akklimatisieren – also in Temperatur und Feuchtigkeit anpassen – können. So verhinderst du, dass sich die OSB-Platten nach dem Verlegen verziehen. Säubere den Untergrund anschließend.

Schritt 2: Dampfsperre verlegen

Wenn der Boden trocken ist, kannst du die Dampfbremse auslegen. An den Wänden sollte die Folie mindestens 2 cm überstehen, in den Ecken 3–4 cm. Die Überstände verschwinden später hinter den Sockelleisten. Überlappe die einzelnen Folienbahnen an den Kanten etwa 25 cm und fixiere sie mit Dampfsperren-Klebeband.

Schritt 3: OSB-Platten schneiden und erste Reihe auslegen

Osb Platte wird gesägt

Am besten beginnst du mit dem Verlegen der OSB-Platten an der längsten Wand des Raums. Säge von den Platten, die die erste Reihe bilden, die Feder ab. Dafür kannst du eine Handkreissäge oder eine Stichsäge verwenden. Lege die Platten anschließend mit der abgeschnittenen Seite zur Wand aus. Lass dabei eine Dehnungsfuge von etwa 15 cm stehen. Distanzkeile sorgen dafür, dass der Abstand an allen Wänden gleich ist. Die letzte Platte einer Reihe muss meist zugeschnitten werden.

Schritt 4: Folgereihen verlegen

Um Kreuzfugen zu vermeiden, kannst du das Reststück – sofern es groß genug ist – gleich an den Anfang der Folgereihe setzen. So entsteht automatisch ein Versatz. Bestreiche die Federn dünn mit Fugenleim. Dann schiebst du die Platten ineinander und schlägst sie mithilfe von Schlagholz und Hammer fest zusammen. Leim, der aus den Fugen tritt, wischst du mit einem feuchten Tuch ab, bevor er aushärtet.

Die letzte Platte einer Reihe sowie die komplette letzte Reihe bringst du mit einem Zugeisen in Position. Lass den Leim mindestens 24 Stunden trocknen, bevor du den Raum wieder betrittst.


Was sind OSB-Platten?

Kran hebt Osb Platten zwei Handwerker halten

OSB-Platten, auch unter der Bezeichnung Grobspanplatten bekannt, bestehen aus langen, groben Holzspänen, die miteinander verleimt und anschließend verpresst werden. Die Späne der Außenschichten sind längs ausgerichtet, die Späne der Innenseite quer. Daher kommt auch ihr Name: OSB ist die Abkürzung für „oriented strand board“, übersetzt: „Platte aus ausgerichteten Spänen“. Die unterschiedliche Ausrichtung der Späne macht die Platten äußerst robust und biegefest.

OSB-Platten sind wahre Allrounder im Roh- und Innenausbau. Sie eignen sich unter anderem als Schalung für Beton, als Dachbeplankung oder zur Aussteifung und Verkleidung von Wänden und Decken. Auch eine ganze Wand lässt sich mit OSB-Platten bauen, beispielsweise eine Trennwand. Beim Dachausbau werden OSB-Platten gern als Fußbodenunterkonstruktion oder als raumseitiger Abschluss für die Innendämmung des Daches genutzt. Bei ausreichender Versiegelung lassen sich OSB-Platten sogar als sichtbarer Bodenbelag einsetzen.


OSB-Platten an der Wand verlegen

Osb Platte lehnt an Wand Werkzeug auf dem Boden

Mit OSB-Platten lassen sich auch Wände beplanken. Dazu musst du zunächst eine Unterkonstruktion aus Holzlatten anbringen. Montiere die Holzlatten in einem Abstand von 50 cm senkrecht an der Wand. Im Anschluss befestigst du die OSB-Platten horizontal auf den Latten. Damit sich keine Feuchtigkeit ansammeln kann, sollte die Nut stets nach unten zeigen.

Soll die Wand gedämmt werden, füllst du die Zwischenräume zwischen den Latten mit Dämmstoff. Anschließend tackerst du eine Dampfsperre mit einer Überlappung von 10 cm auf die Holzlatten. Damit die Luft zirkulieren kann, benötigst du zusätzlich eine Konterlattung, auf der die OSB-Platten befestigt werden.


Welche OSB-Platte ist die richtige?

Abhängig von ihren mechanischen Eigenschaften und der relativen Feuchtbeständigkeit werden OSB-Platten nach DIN EN 300 in vier Klassen eingeteilt:

  • OSB/1: Platten für den Innenausbau zur Verwendung im Trockenbereich sowie zum Möbelbau
  • OSB/2: Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Trockenbereich
  • OSB/3: Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtbereich
  • OSB/4: hochbelastbare Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtbereich

OSB-Platten gibt es in unterschiedlichen Größen und Stärken. In der Regel sind sie 2 m lang und zwischen 60 und 95 cm breit. Die Auswahl richtet sich nach dem Einsatzzweck:

Plattenstärke

Einsatzgebiet

10 mm

Einsatzgebiet

• Kisten, Möbel, Abdeckungen und Zwischenablagen

12 mm

Einsatzgebiet

• als Verlegeplatten für den Unterbau von Fußböden
• Beplankung von Innen- und Trockenbauwänden

15 mm

Einsatzgebiet

• Innenbeplankung von Wänden und Dächern mit Brandschutzanforderungen nach DIN 4102-4

18 mm

Einsatzgebiet

• tragende Beplankung (z. B. im Deckenbereich)
• Schalungsarbeiten im Rohbau

22 mm

Einsatzgebiet

• tragende und aussteifende Beplankung von Decken und Dach
• als Unterbau für hochwertige Fußböden

25 mm

Einsatzgebiet

• Decken- und Dachbeplankung bei größeren Abständen und höheren Lasten

30 mm

Einsatzgebiet

• Beplankungen mit Brandwiderstand nach DIN EN 1995-1-2

40 mm

Einsatzgebiet

• hoch belastbare Konstruktionen


OSB-Platten mit Nut und Feder erleichtern vor allem bei großflächigen Anwendungen wie dem Verkleiden von Dachschrägen, dem Beplanken von Wänden oder bei Fußbodenunterkonstruktionen die Arbeit. Und falls du dich fragst, welche Seite der OSB-Platte nach oben gehört: Wenn du dir Nut und Feder genau anschaust, siehst du, dass die Nutwangen nicht gleich lang sind. Die Seite mit der längeren Nutwange muss nach oben. So verbleibt nach der Verlegung kein sichtbarer Spalt.

Tipp: Verwende im Innenbereich nur formaldehydfreie OSB-Platten, selbst wenn die Räume nur als Abstellfläche dienen.


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