Laminat richtig verlegen

Laminat ist einer der beliebtesten Bodenbeläge: Rein optisch ähnelt es Echtholzparkett, ist im Vergleich dazu aber deutlich günstiger und vor allem pflegeleichter. Mit etwas Übung ist es relativ einfach, Laminatboden selbst zu verlegen. Wir zeigen dir Schritt für Schritt wie es geht und was dabei zu beachten ist.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Ein bis zwei Stunden je nach Größe des Raumes

Werkzeug: Zollstock, Bleistift, Zugeisen, Stichsäge mit Holzsägeblatt, Hammer, Schlagholz

Zubehör: Abstandskeile, Dampfsperre oder -bremse (PE-Folie, Stärke mind. 0,2 mm), Trittschalldämmung, Klebeband, Fußleisten, Übergangsschienen


Laminatboden verlegen: Die richtige Vorbereitung

Wohnung mit Laminatboden

Du hast den perfekten Laminatboden gefunden und möchtest am liebsten gleich loslegen? Ganz so schnell geht es leider nicht. Denn bevor du das Laminat verlegen kannst, solltest du es für mindestens 48 Stunden geöffnet in dem entsprechenden Raum lagern. So kann sich das Laminat dem Raumklima anpassen. Denn auch wenn es sich bei Laminat nicht um Vollholz handelt, ist es ein Holzwerkstoff und besitzt ähnliche Eigenschaften wie das Naturmaterial. Es reagiert auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit eines Raumes. Lagerst du das Laminat nicht vor, können sich nach dem Verlegen Fugen oder Schüsselungen bilden. Aus demselben Grund ist es wichtig, einen gewissen Abstand zur Wand zu lassen (Dehnfuge), wenn du Laminatboden verlegst.

Um eine optimale Raumwirkung zu erzeugen, solltest du vor dem Verlegen des Laminats überlegen, in welche Richtung du es verlegen möchtest – längs oder quer. Sehr lange und schmale Räume wirken breiter, wenn du die Laminatdielen quer verlegst. Aus rein ästhetischen Gründen empfiehlt es sich, den Laminatboden in Richtung des größten Lichteinfalls zu verlegen. Auf diese Weise verhinderst du, dass die Fugen durch eine deutliche Schattenbildung überbetont werden. Außerdem solltest du das Laminat so verlegen, dass das Muster der einzelnen Dielen gut zueinander passt.


Schritt 1: Untergrund vorbereiten

Boden wird mit Estrich vorbereitet

Bevor du beginnst, Laminat zu verlegen, musst du den Untergrund vorbereiten. Er sollte eben, fest und trocken sein. Gleiche größere Unebenheiten mit Estrich aus. Beachte dabei die Trocknungszeit und die Restfeuchte. Überschreitet sie bei Zement-Estrich zwei Prozent und bei Anhydrit-Estrich oder Anhydrit-Fließestrich drei Prozent, solltest du das Laminat nicht verlegen. Auf Nummer sicher gehst du, wenn du die Restfeuchte vorab mit einem Messgerät prüfst. Ist der Untergrund vorbereitet, folgt der Unterbodenaufbau aus Trittschalldämmung und gegebenenfalls Dampfsperre.


Exkurs: Laminat auf Teppich verlegen – ist das möglich?

alten Teppichboden entfernen

Vorhandene Teppich- oder Linoleumböden einfach liegen zu lassen, ist nicht zu empfehlen, auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält. Laminat auf einem Teppich zu verlegen kann schlimmstenfalls zur ungehinderten Ausbreitung von Bakterien und Keimen führen. Aus diesem Grund solltest du Teppich oder andere Bodenbeläge vorher unbedingt vollständig entfernen.


Schritt 2: Dampfsperre verlegen

Dampfsperre unter Laminat

Eine Dampfsperre ist nicht zwingend notwendig, aber durchaus zu empfehlen. Sie verhindert, dass Restfeuchte oder aufsteigende Nässe in das Laminat eindringt und es beschädigt. Auf jeden Fall solltest du eine Dampfsperre unter dem Laminatboden verlegen, wenn sich im Boden eine Warmwasser-Fußbodenheizung befindet. Verwende dazu eine PE-Folie, die mindestens 0,2 Millimeter stark ist. Auch wenn der Untergrund oberhalb von Kriech- und Kellergewölben liegt, ist eine Dampfsperre zu empfehlen. In diesem Fall sollte sie aber etwas dicker sein, im Idealfall mindestens 1,2 Millimeter. Lege die Dampfsperre in mehreren Bahnen auf dem Boden aus. Lasse die einzelnen Bahnen etwa zehn Zentimeter überlappen und ziehe sie wannenartig rund fünf Zentimeter an den Wänden hoch. Verklebe anschließend die Bahnen mit Klebeband.


Schritt 3: Trittschalldämmung auslegen

Trittschalldämmung unter dem Laminat

Laminat ist ein harter Bodenbelag. Genau wie Parkett gibt es jedes Geräusch an den Boden weiter. Das kann stören – gegebenenfalls auch deine Nachbarn. Um dieses Problem zu umgehen, empfiehlt es sich, eine Trittschalldämmung unter dem Laminat verlegen. Eine gute Dämmung vermindert Laufgeräusche, gleicht leichte Unebenheiten des Bodens aus und verhindert das Kratzen der Laminatdielen auf dem Estrich.

Achte auf das Material der Dämmung, denn nicht jede Trittschalldämmung eignet sich für Fußbodenheizungen. Auch der Schallschutz variiert. Wichtig ist: Da die Dämmung in der Regel lose verlegt wird, solltest du diese quer zur späteren Verlegerichtung des Laminatbodens auslegen. So verrutschen die Bahnen deines Laminatbodens nicht so leicht. Gleichzeitig verhinderst du, dass unter Umständen entlang einer langen Laminatbahn ein Hohlraum beim Verlegen entsteht.


Schritt 4: Die erste Reihe Laminatboden

Laminat mit Abstandskeilen verlegen

Besonders einfach und schnell lässt sich Klick-Laminat verlegen. Bei der ersten Reihe sind aber ein paar Dinge zu beachten: Säge zuerst die Federn an den Laminatdielen mit einer Stichsäge gleichmäßig ab. Lege dann die Dielen mit der zuvor bearbeiteten Seite zur Wand und klicke sie seitlich ineinander.

Damit das Material später arbeiten und sich an das Raumklima anpassen kann, muss es sich ausdehnen können. Unter zu großer Spannung darfst du das Laminat deshalb nicht verlegen. Der Abstand zur Wand – die sogenannte Dehnfuge – sollte etwa 10 bis 15 Millimeter breit sein. Damit das Laminat beim Verlegen nicht verrutscht, setzt du Abstandskeile zwischen Wand und Laminatdielen.

Doch bevor du beginnst, das Laminat zu verlegen, überlege zunächst, wo du anfangen willst. Am günstigsten ist die Wand gegenüber der Eingangstür. Dann kannst du dich rückwärts zur Tür bewegen und musst das neu verlegte Laminat nicht öfter als nötig betreten. Ist das aufgrund der Verlegerichtung oder Raumaufteilung nicht möglich, arbeitest du dich von rechts nach links. Wichtig ist nur, dass du jeweils eine Reihe vollständig verlegst, bevor du mit der nächsten beginnst.


Schritt 5: Die letzte Diele einer Reihe verlegen

Laminat letzte Diele verlegen

Die letzte Diele einer Reihe musst du in der Regel zuschneiden. Verwende dazu wieder die Stichsäge. Setze ein neues Sägeblatt ein und wähle die höchste Hubzahl, um das Ausreißen der Fasern zu verhindern. Es muss nicht unbedingt ein spezielles Sägeblatt für Laminat sein, ein Holzsägeblatt eignet sich ebenfalls. Auf den Pendelhub solltest du verzichten – durch die zusätzliche Vor- und Zurückbewegung des Sägeblatts schneidest du zwar schneller, aber die Schnittkante reißt leichter ein. Die letzte Diele der Reihe wird immer so gekürzt, dass auch hier kopfseitig etwa zehn Millimeter Abstand zur Wand verbleiben. Mit dem Reststück kannst du in der nächsten Reihe beginnen. Es sollte allerdings nicht kürzer als 30 Zentimeter sein.


Schritt 6: Verlegen des gesamten Laminats

Laminat mit Klicksystem verlegen

Liegt die erste Reihe der Dielen, lassen sich die folgenden relativ einfach einsetzen. Wie du das Laminat verlegen musst, hängt von der Verbindungsvariante ab. Bei Klicksystemen rasten die einzelnen Dielen durch Klemmwirkung ein. Schlagklotz und Hammer sind bei der Verarbeitung hilfreich. Da sich die Verbindung nur schwer wieder lösen lässt, eignen sie sich für den einmaligen Gebrauch. Möchtest du unter Umständen das Laminat noch einmal verlegen und in einem anderen Raum wiederverwenden, sind Locksysteme besser. Die Dielen werden schräg von oben eingesetzt und rasten durch leichten Druck ein. Die Verbindung lässt sich bei Bedarf wieder lösen. Wichtig: Behalte die Stöße der Laminatdielen im Auge. Sie sollten um mindestens 40 Zentimeter zueinander versetzt sein.


Schritt 7: Die letzte Reihe Laminat verlegen

Laminat letzte Diele verlegen

Die letzte Reihe der Dielen muss sehr wahrscheinlich ebenfalls zugeschnitten werden. Miss die Breite aus und berücksichtige dabei auch den benötigten Abstand zur Wand. Haben die Dielen die entsprechende Breite, wechselst du die Verlegerichtung. Drehe dich um und verlege die Dielen vom Körper weg. Trotz Dehnfugen kann es aufgrund der Nähe zur Wand etwas schwierig sein, die Dielen fest miteinander zu verbinden. Möchtest du die letzte Reihe Laminat verlegen, hat sich als Werkzeug ein Zugeisen als hilfreich erwiesen.


Schritt 8: Fußleisten und Übergangsschienen anbringen

Fußleiste montieren

Liegt das Laminat, geht es an das Verlegen der Sockelleisten. Verteile zunächst die Befestigungshalter im Abstand von etwa 50 Zentimetern entlang der Wand. Bohre nach dem Anzeichnen die Dübellöcher und setze die Dübel ein. Hast du die Halterungen verschraubt, kannst du die Fußleisten einfach ansetzen und einklicken. Anschließend kümmerst du dich um die Türübergänge. Auch dort sind Dehnfugen wichtig, damit das Material bei Temperaturschwankungen arbeiten kann. Decke die Dehnfuge nach dem Verlegen des Laminats mit einer Übergangsschiene ab. Auch in den Türzargen muss der Abstand etwa zehn Millimeter zur Wand/Zarge betragen.

Da du keinen Leim benötigst, um den Laminatboden zu verlegen, ist er sofort belastbar. Kehre einfach die Materialreste auf dem Laminatboden ab und entferne mögliche Reste von Dichtmitteln mit einem Kunststoffspachtel oder einem kratzfreien Pad. Reinige das Laminat anschließend nebelfeucht mit warmem Wasser und Laminatreiniger und trockne die Fläche mit einem weichen Tuch gut nach.


Was spricht dafür, Laminat zu verlegen?

Vielfalt an Laminatböden

Laminat ist in einer großen Vielfalt an Farben und Mustern erhältlich. Ob helle oder dunkle Oberfläche, ob dezente Maserung oder prägnante Prägung – Laminat gibt es für beinahe jeden Geschmack und jede Wohnvorstellung. Übrigens: Die Qualität der Oberflächenoptik reicht heutzutage immer näher an die eines Parkettbodens heran.

Der Bodenbelag gilt als sehr robust und pflegeleicht. Eine spezielle UV-Lackbeschichtung schützt in der Regel wirksam vor Farbveränderungen durch Sonneneinstrahlung – und auch stärkere Beanspruchungen – etwa durch schwere Möbel, spielende Kinder oder Stühlerücken und -rollen – machen ihm meist wenig aus.

Allerdings kann Laminat nicht abgeschliffen und erneuert werden wie beispielsweise Parkett. Mitunter weist Laminat nach einigen Jahren der Belastung Schäden auf, die nicht repariert werden können. In diesem Fall solltest du über einen kompletten Austausch des Laminats nachdenken. Aufgrund der unkomplizierten Verlegesysteme ist das aber problemlos und schnell möglich. Vorsicht ist auch in Räumen mit hoher Feuchtigkeit geboten, wie etwa im Bad oder in der Küche. Hier ist Laminat nicht die richtige Wahl, da es durch die Feuchtigkeitsaufnahme quellen kann. Stattdessen empfiehlt es sich, Fliesen zu verlegen. Für Küchen verwendet man auch oft Vinylboden zum Ausrollen oder zum Klicken.


Wissenswertes über Laminat: die Schichten

Gestapeltes Laminat mit Werkzeug

Laminat ist ein mehrlagiger Werkstoff, der sich als ebenso robuster wie pflegeleichter Bodenbelag bewährt hat und in Deutschland unter anderem aufgrund dieser Vorteile sehr beliebt ist. Meist besteht Laminat aus vier Schichten mit unterschiedlichen Eigenschaften, die durch Verpressen und Verkleben zu einem hochwertigen Bodenbelag verarbeitet werden:

  • Unterseite (meist aus Phenolharz): weist Feuchtigkeit ab und gleicht Spannungen aus.
  • Trägerplatte (meist Pressspan oder Faserplatte): bestimmt die Qualität und Festigkeit des Bodenbelags.
  • Dekorschicht (meist aus Papier): zeigt das Motiv des Laminats inklusive Farbe oder Tönung.
  • Overlay (meist Melaninharz): ist die „Rüstung“ des Laminats und schützt vor Abnutzung, Kratzern und Schäden.

Wasserresistentes Laminat

wasserresistentes Laminat

Schon gewusst? Es gibt mittlerweile auch wasserresistentes Laminat, das du verlegen kannst. Durch das neue Verlegesystem Megaloc Aqua Protect hat Wasser bei diesem Laminatboden keine Chance. Das Geheimnis liegt in der besonderen Oberfläche: Dank spezieller Kantenhydrophobierung kann der Bodenbelag bis zu 24 Stunden stehendem Wasser schadlos widerstehen. Durch die spezielle neue Aqua-Protect-Ausformung des Megaloc-Schnell-Verlegesystems lassen auch die Anschlussfugen kein Wasser in den Untergrund sickern. Die Laminatböden sind für alle Wohnräume, jedoch insbesondere für Küche, Bad und andere stark beanspruchte Bereiche empfehlenswert.

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