Ratgeber
Inhalt:
Schwierigkeitsgrad: mittel
Dauer: je nach Fläche, Verarbeitung etwa ein Tag, Aushärtung bis zu 7 Tage
Material: Steine und Bindemittel (im Set erhältlich), Grundierung, zwei Mischeimer (für Grundierung und Steinteppich), Grundierungsbürste, Rührwerkzeug, Distanzrakel, Kelle, Arbeitshandschuhe, Kreide, Reinigungsmittel (Lappen, Spülmittel, Spiritus), Baustrahler/Leuchte, ggf. Porenverschluss und Malerrolle, ggf. Schablonen und Schienen

Der natürliche Look eines Steinbodens fasziniert und ist daher sehr beliebt beim Bauen und Renovieren von Häusern oder auch beim Bau einer Terrasse. Da Naturstein- und Steinfliesen jedoch nicht immer die optimale Wahl sind, gibt es den sogenannten Steinteppich, der als sehr robuster Bodenbelag gilt. Der Name ist allerdings etwas irreführend, da es sich nicht um einen Teppich im eigentlichen Sinne, sondern um einen festen Gussboden aus Steinchen handelt. Dieser Bodenbelag wird nicht wie ein Textilteppich, sondern eher wie ein Estrich verlegt. In diesem Ratgeber von toom Baumarkt erfährst du, wie man einen Steinteppich selbst machen und verlegen kann – mit praktischer Schritt-für-Schritt-Anleitung.


Steinteppich richtig verlegen – so geht’s

Mit den nachfolgenden Anleitungsschritten ist es ganz leicht, einen Steinteppich selbst zu verlegen. Wichtig ist dabei, dass sowohl die Steine als auch das Bindemittel bei konstanter Temperatur und nicht unter 15 Grad gelagert und verarbeitet werden. Den Materialbedarf berechnest du aus der zu verlegenden Fläche und der notwendigen Aufbauhöhe der Steinmasse – diese variiert je nach Körnung, Material und Untergrund und ist entweder den Produktinformationen zu entnehmen oder du lässt dich in deinem toom Baumarkt zum Steinboden verlegen beraten.

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Schritt 1: Untergrund und Material vorbereiten

Ein Steinteppich kann auf verschiedenen Untergründen verlegt werden, sofern diese fest und intakt sind. So kannst du den Bodenbelag zum Beispiel auch direkt auf Fliesen, Laminat, Parkett oder OSB-Platten aufbringen, ohne den alten Boden zuvor entfernen zu müssen. Mit einem Steinteppich gleichst du sogar leichte Unebenheiten aus. Für eine optimale Haftung muss der Boden vor dem Grundieren gründlich gereinigt werden, damit er sauber und trocken ist. Lege dann auch direkt das benötigte Material und Werkzeug für das Verlegen des Steinbodens bereit.

Schritt 2: Grundierung auftragen

Der Untergrund für einen Steinboden muss nicht nur sauber, sondern auch rau sein, damit die Steinchen mit dem Bindemittel gut darauf haften können. Ist der Untergrund also zu glatt, muss unbedingt eine Grundierung aufgetragen werden. Diese sollte passend zu Untergrund und Verlegemasse ausgewählt werden und besteht in der Regel aus Zementschlamm oder Putzgrund mit Quarzsand.

Mische die Grundierung entsprechend den Herstellerangaben an und trage sie mit einer großen Bürste gleichmäßig auf der Bodenfläche auf. Lass den Grund anschließend den Herstellerangaben folgend trocknen, bevor du mit dem Legen des Steinteppichs weitermachst.

Tipp: Möchtest du Muster verlegen, kannst du die gewählten Schienen oder Schablonen nach dem Aushärten der Grundierung positionieren und mit ein paar Tropfen Heißkleber am Boden befestigen.

Schritt 3: Masse anrühren

Im nächsten Schritt wird die Masse für den Steinteppich angerührt. Gehe hier immer Stück für Stück vor, da der Steinbelag sofort verlegt werden muss. Rühre also immer nur so viel an, wie du für etwa einen Quadratmeter Boden benötigst. Je nach Art des Bindemittels musst du dieses noch anmischen, bevor es zu den Steinen gegeben werden kann.

Ist das Bindemittel bereit zur Verwendung, gibst du die erste Menge Steine in einen Eimer und verteilst darauf das Bindemittel. Verrühre das Ganze mit einem Rührwerkzeug oder einer Bohrmaschine mit Rühraufsatz für etwa zwei Minuten, um eine gleichmäßige Masse zu erhalten. Das Verhältnis von Steinen zu Bindemittel ist je nach Körnung und Art der Steine unterschiedlich – halte dich deshalb auch hier an die Herstellerangaben.

Schritt 4: Steinteppich verlegen

Besonders beim ersten Quadratmeter ist es ratsam, diesen mit Kreide auf dem Boden zu markieren – beispielsweise in einem Rechteck von 2 x 0,5 m. So kannst du die benötigte Menge für die folgenden Bereiche besser abschätzen. Kippe dann den Eimer auf dem Boden aus und verteile die Steinchen-Bindemittel-Masse mit einer Distanzrakel auf dem kompletten Bereich, bis an die Kanten. Die Rakel wird vorher je nach aufzutragender Stärke eingestellt und hilft dabei, den Steinteppich gleichmäßig zu verlegen.

Ist die Masse überall verteilt, wird sie noch mit einer Kelle verdichtet und geglättet. Führe die Kelle dazu gleichmäßig und fast flach aufliegend über den Steinboden. Gib dabei leichten Druck auf die Kelle, damit der Teppich gut verdichtet wird: Es sollten weder Steinchen hervorstehen noch Löcher entstehen. Stelle einen Baustrahler oder eine andere Leuchte auf und kontrolliere nach jedem Quadratmeter im Gegenlicht, ob der verlegte Steinteppich eben ist. Dieser Schritt ist essenziell, da ein Nachbessern später nicht mehr möglich ist.

Tipp: Damit keine Steinchen an der Kelle kleben bleiben, solltest du diese immer wieder mit einem Tuch abwischen und mit etwas Spülmittel oder Spiritus leicht benetzen.

Schritt 5: Aushärten lassen und nacharbeiten

Aushärten muss der frisch verlegte Steinteppich entsprechend den Herstellerangaben. Grundsätzlich ist er ab zwölf bis 24 Stunden begehbar, jedoch erst nach fünf bis sieben Tagen vollständig ausgehärtet und auch erst dann richtig belastbar. In diesen Tagen solltest du daher noch keine schweren Möbel aufstellen und den Boden nicht nass reinigen.

Für normale Wohnräume ist der Steinteppich nun fertig und muss nicht nachbearbeitet werden. In Feuchträumen solltest du allerdings nach dem Verlegen noch einen Porenverschluss auftragen, damit der sonst offenporige Belag wasserdicht wird. Ebenso ist für stark strapazierte Böden und Steinteppiche im Freien eine Verfestigung empfehlenswert – diese kannst du sofort nach dem Verlegen oder auch nachträglich mit einer Farbrolle auftragen.


Ein Material, vielfältige Möglichkeiten

Die Masse, die als Steinteppich verlegt wird, besteht aus den ausgesuchten Steinchen und einem Bindemittel, das die Steine zusammen und auf dem Untergrund hält. Die Variationen sind sehr vielfältig und durch spezielle Schablonen und Schienen können sogar Muster im Steinboden verlegt werden. Alternativ zum Ausbringen der Steinmasse ist Steinteppich auch als Klick-Variante in fertigen Fliesen erhältlich, die es für draußen sogar mit eingebauter Drainage gibt.

Steine

Als Steine kommen Marmorkies, Fluss- und Quarzkiesel zum Einsatz, aber auch diverse Edelsteine kann man zum Verlegen von Steinteppich verwenden. Da diese sehr kostspielig sind, können sie auch als Highlights unter andere Kiesel gemischt und müssen nicht pur verlegt werden. Durch das Verwenden von unterschiedlichen Körnungen und Farben sind der Fantasie beim Gestalten des neuen Bodens kaum Grenzen gesetzt. Die Körnungen für Steinteppiche liegen in der Regel etwa zwischen zwei und zehn Millimetern.

Bindemittel

Das Bindemittel, das die Steine verbindet und fixiert, ist transparent und beeinträchtigt daher die Optik der gewählten Steine nicht. Es besteht entweder aus Epoxidharz oder Polyurethan, wobei letzteres deutlich teurer ist und aufgrund seiner Eigenschaften eher für den Außenbereich verwendet wird. In Innenräumen kommen meist Zwei-Komponenten-Kleber auf Harzbasis zum Einsatz.


Wo kann man Steinteppich verlegen?

Steinteppiche sind sowohl für die Indoor- als auch für Outdoor-Verwendung geeignet und sogar in Feuchträumen kannst du diesen Steinboden verlegen. Lediglich für Nassbereiche wie der Dusche ist das Material nicht geeignet. Steinteppich klingt zwar nach Bodenbelag, doch kann durchaus auch an der Wand oder an Treppenstufen verlegt werden – hier ist die Zusammensetzung der Masse jedoch eine andere. Daher sollten die Produkte speziell für die gewünschten Bereiche konzipiert sein.

Möchtest du einen Steinteppich im Außenbereich selbst verlegen, muss dieser mit einem leichten Gefälle von ein bis zwei Prozent aufgebracht werden, damit Regenwasser, das durch die Steinschicht sickert, ablaufen kann. Außerdem sollte der Untergrund abgedichtet sein, bevor der Steinteppich darauf verlegt wird. Als Bindemittel eignet sich für Balkon und Terrasse besser PU, da es im Gegensatz zu Epoxidharz UV-stabil und lichtecht ist. Mit speziellen UV-Stabilisatoren kann Harz zwar nachbearbeitet werden, doch bietet das keinen dauerhaften Schutz vor Sonneneinstrahlung.


Vor- und Nachteile von verlegtem Steinboden

Neben den optischen Vorzügen bietet ein Steinteppich zahlreiche funktionale Vorteile gegenüber anderen Bodenbelägen – und nur wenige Nachteile.

Vorteile eines Steinteppichs:

  • vielseitige Designmöglichkeiten durch Körnung, Farbe und Verlegung in Mustern
  • robust, pflegeleicht und langlebig
  • durch offenporige Struktur für Allergiker geeignet und leicht zu reinigen
  • auch für Fußbodenheizung geeignet
  • rutschfest, angenehmes Barfußgefühl, wärmer als Fliesen und geräuschdämmend
  • verlegbar auf vielen Untergründen und alten Bodenbelägen wie auch an Wänden
  • mit entsprechendem Bindemittel auch für draußen geeignet
  • durch offene Oberfläche entstehen keine Pfützen, somit auch frostfest

Nachteile eines Steinteppichs:

  • je nach Steinart kostspielig
  • Steinteppich ist dauerhaft und kann nur schwer entfernt werden

Haltbarkeit, Pflege und Entfernung eines Steinteppichs

Steinteppich als Bodenbelag ist sehr langlebig und kann fast nur durch starke mechanische Einflüsse zerstört werden. Das macht ihn für viele Jahre haltbar, gestaltet aber auch das Entfernen schwer. Überleg dir also vor dem Verlegen von Steinteppich gut, ob du den Bodenbelag dauerhaft behalten möchtest, da du ihn nur unter großem Aufwand mit Hammer und Meißel oder einem Rollstripper wieder entfernen kannst. Das Entfernen mit Lösungsmitteln ist nicht zu empfehlen, da es ungesund ist und dem Boden wenig anhaben kann.

Damit dein Steinteppich lange schön bleibt, solltest du diesen regelmäßig reinigen. Dazu genügt regelmäßiges Absaugen, damit Staub, Haare und Schmutz aus den Poren gelangen. Flecken kannst du mit einer Bürste und Allzweckreiniger entfernen, hartnäckigere Verschmutzungen auch mit Spiritus oder hochprozentigem Alkohol. Für eine komplette Bodenreinigung verwendest du einfach Wasser mit einem geeigneten, sanften Reinigungsmittel und dazu einen Bodenwischer oder Nasssauger. Auch das Putzen mit einem Dampfreiniger ist möglich. Von einem Hochdruckreiniger solltest du jedoch absehen, da dieser die Oberfläche gegebenenfalls beschädigen könnte und herausgebrochene Steinchen wieder aufgefüllt werden müssten.


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