Tipps, wie sich Teppichkleber gründlich entfernen lässt

Ist ein alter Teppich vom Boden entfernt, bleiben oft Reste von Teppichkleber auf dem Untergrund zurück. Unabhängig davon, wie du den Boden weiter behandeln willst, musst du den alten Teppichkleber zunächst entfernen. Im toom Ratgeber erfährst du, wie du dabei am besten vorgehst und welche Tricks dir die Arbeit erleichtern.


Vor der Arbeit: den Boden untersuchen

Handwerker entfernt Ecke vom Teppichboden

Falls du den Teppichboden selbst verlegt hast, kannst du dich vermutlich noch an den verwendeten Kleber erinnern und direkt nach geeigneten Methoden zur Entfernung suchen. Ist das nicht der Fall, musst du zunächst herausfinden, mit welchem Kleber der Teppich einst befestigt wurde und um welchen Bodenbelag es sind handelt. Beide Informationen haben entscheidenden Einfluss darauf, wie du den Teppichbodenkleber am besten entfernen kannst. Befinden sich empfindliche Holzdielen unter dem Teppich, musst du deutlich behutsamer vorgehen, als wenn es sich um Beton oder Estrich handelt. Besonders relevant ist das dann, wenn du planst, den Holzboden zu renovieren und nicht wieder zu verdecken.

Versuche, den Teppichboden in einer Ecke des Raums ein kleines Stück abzuziehen und den Untergrund freizulegen. Ein absoluter Glücksfall ist es, wenn der Teppich lediglich mit doppelseitigem Klebeband befestigt wurde. Diese Klebereste lassen sich deutlich leichter entfernen als Teppichkleber, und sie sind nicht über die gesamte Bodenfläche verteilt.

Ist der Teppich nicht lediglich mit Klebeband fixiert, lohnt sich der Test des Klebstoffes auf Wasserlöslichkeit. Dazu weichst du die Teppichecke mit Sprühwasser gut ein und legst für ein bis zwei Stunden einen feuchten Lappen darauf. Lässt sich der Teppich danach leicht abziehen, ist der Kleber wasserlöslich. In diesem Fall weichst du die gesamte Teppichfläche gut ein und kannst den Belag samt Kleberesten ohne großen Aufwand ablösen.

Vorsicht: Falls sich unter dem Teppich Holzdielen befinden, solltest du beim Einweichen nicht zu viel Wasser nutzen, damit die Feuchtigkeit nicht in das Holz eindringt.


Die Methoden zum Entfernen hartnäckiger Teppichklebereste

Handschuhe und Kratzer liegen vor entferntem Teppichboden

Teppichböden sind vielfach mit stark haftendem Klebern auf Kunstharzbasis befestigt, diese hinterlassen hartnäckige Rückstände auf dem Untergrund. Um solchen Teppichkleber zu lösen, stehen dir prinzipiell folgende Wege offen:

• Werkzeuge

• Hausmittel

• Chemikalien

Welche davon in deinem Fall am besten geeignet ist, hängt sowohl vom Untergrund als auch von der Fläche des Raums und nicht zuletzt natürlich auch von deinen finanziellen und zeitlichen Ressourcen ab.


Möglichkeit 1: Mit dem Stripper Teppichboden und Teppichkleber gleichzeitig entfernen

Kleberreste von Fußboden werden mit einem Stripper entfernt

Falls du schon beim Testen merkst, dass du es mit einem äußerst hartnäckigen Kleber zu tun hast, solltest du über den Einsatz eines sogenannten Strippers nachdenken. Diese Geräte sind extra für das Entfernen von Teppichböden konstruiert und über den toom Mietgeräteservice ausleihbar. Damit trennst du den Teppich ganz einfach mit einem Großteil der Klebereste vom Untergrund.

Beim Einsatz des Geräts können allerdings Kratzer auf dem Boden entstehen, deshalb ist es eher geeignet, wenn du den Untergrund ohnehin renovieren oder mit einem neuen Bodenbelag versehen willst. Damit die Oberfläche nicht zu stark beschädigt wird, solltest du zudem darauf achten, dass das der Stripper auch für deinen Boden geeignet ist: Stripper sind in unterschiedlichen Ausführungen für Beton-, Estrich- oder Holzböden erhältlich.


Möglichkeit 2: Diese Hausmittel können Teppichkleber lösen

Eimer vor mehreren Rollen Teppichboden

Mit etwas Geduld können auch Hausmittel die gewünschte Wirkung zeigen. Sie zu nutzen, ist nicht nur eine kostengünstige, sondern auch eine schonende Methode. Hausmittel empfehlen sich deshalb besonders dann, wenn du den Untergrund danach nicht mit einem neuen Belag versehen willst. Folgende Hausmittel kommen dafür infrage:

Heißluft

Nutze einen Föhn, um die Kleberreste zu erhitzen. Sobald der Kleber zähflüssig wird, kannst du ihn mit einem geeigneten Spachtel vom Boden abschaben. Das funktioniert allerdings nur bei versiegelten Untergründen, in die der flüssige Kleber nicht eingedrungen ist. Bei offenporigen Materialien wie Naturstein oder Holz solltest du lieber darauf verzichten.

Hand füllt Spülmittel in Eimer

Seifenlauge

Gib reichlich Spülmittel in warmes Wasser und verteile dieses großzügig auf den Kleberresten. Je nach Stärke der Kleberschicht lässt du die Flüssigkeit etwa 30 Minuten einwirken und versuchst dann, den Kleber vorsichtig mit einem abgerundeten Spachtel zu entfernen. Auf diese Weise kannst du Teppichkleber effektiv von Linoleum oder Fliesen entfernen. Für Holzdielen oder Laminat ist dieses Vorgehen kaum geeignet, da keine Feuchtigkeit in die Fugen eindringen sollte. Falls du es dennoch versuchen willst, solltest du immer nur kleine Flächen bearbeiten und die Einweichzeit sehr kurz halten.

Farbloses Öl

Öl oder Fett können die Lösungsmittel einiger Kleber lösen. Auf Fliesen, PVC und Laminat kannst du die Wirkung erst einmal prüfen. Bei Naturbaustoffen aus Stein oder Holz solltest du grundsätzlich auf diesen Behandlungsweg verzichten, da selbst farblose Öle dauerhafte Fettflecken hinterlassen.

Terpentin oder Spiritus

Bei der Verwendung von Spiritus oder Terpentin ist größte Vorsicht geboten, da beide Substanzen nicht nur den Teppichkleber, sondern auch viele Bodenbeläge angreifen und dort Flecken oder Schadstellen hinterlassen können. Teste vor dem großflächigen Einsatz deshalb unbedingt an einer kleinen, unauffälligen Stelle, wie das Material darauf reagiert.


Möglichkeit 3: Alten Teppichkleber mit Werkzeug entfernen

Bodenschleifer entfernt Kleberreste

Besteht der Untergrund aus einem schleiffähigen Baustoff wie Estrich, Beton oder Holz und soll nach dem Abschleifen weiterhin als Bodenbelag dienen, kannst du leistungsstarke Handwerkzeuge wie Boden- oder Bandschleifer zu Hilfe nehmen und die Klebereste damit einfach abschleifen. Es ist allerdings möglich, dass sich der Kleber durch die Hitze, die beim Schleifen entsteht, verflüssigt. Dadurch kommt es nicht nur zu einem schnellen Verschleiß der Schleifmittel, sondern schlimmstenfalls auch zu bleibenden Schäden am Untergrund. Prüfe deshalb zunächst an einer kleinen Stelle, wie Kleber und Boden auf das Schleifen reagieren.

Hinweis: Wenn du Teppichkleber von Parkett entfernen willst, kannst du eventuell eine Parkettschleifmaschine einsetzen, um das Entfernen des Klebers und das Anschleifen der Holzdielen für die Pflege in einem Schritt zu erledigen. Auch das ist allerdings vom Kleber abhängig und sollte zur Sicherheit vorher mit Fachleuten besprochen werden.

Eine weitere Möglichkeit, wie du Teppichkleber von Estrich oder Beton entfernen kannst, ist der Einsatz einer Fräse. Sowohl Boden- als auch Fassadenfräsen sind für diesen Zweck geeignet. Achte aber immer darauf, dass der Aufsatz für den jeweiligen Untergrund geeignet ist. Am besten verwendest du einen sogenannten Sternfräsersatz, mit dem du den Teppichkleber millimetergenau entfernen kannst, ohne dass der Untergrund in Mitleidenschaft gezogen wird.

Tipp: Willst du Teppichkleber von Estrich entfernen, sind Elektrowerkzeuge generell die effektivste Lösung. Estrich ist extrem widerstandsfähig und kann gut ausgebessert werden, falls danach kleine Schäden (z. B. Unebenheiten) zurückbleiben.


Möglichkeit 4: Teppichkleberreste mit Chemikalien entfernen

Eine Ecke vom Teppichboden wurde entfernt

Wenn keine der anderen Methoden funktioniert hat, bleibt zuletzt der Griff zu chemischen Hilfsmitteln. Im Fachhandel findest du zu diesem Zweck Teppichlöser, den du wie oben bei den Hausmitteln beschrieben auf die Klebereste aufträgst. Allerdings ist die Einwirkzeit wesentlich kürzer und die Wirksamkeit deutlich stärker. Wenn du nur wenig Zeit hast und den Teppichkleber schnellstmöglich entfernen willst, lohnt sich die Investition. Achte auch darauf, den Teppichlöser passend zum Untergrund zu wählen und lasse dich im Zweifelsfall beraten.