Bienenweide anlegen

So wird dein Garten zum Insektenparadies

Durch eine naturnahe Gestaltung unserer Gärten können wir zum Überleben der Insekten beitragen und wertvolle Lebensräume für diese wichtigen Nützlinge schaffen. Wenn du einen insektenfreundlichen Garten anlegen möchtest, gibt es einige Dinge, die du beachten solltest, damit es bald noch mehr summt, zirpt und zwitschert. Wir geben dir hilfreiche Tipps und erklären dir, wie du eine Bienenweide im Handumdrehen selbst anlegst und deinen Garten in ein wahres Insektenparadies verwandelst. 


Schwierigkeitsgrad: Einfach

Dauer: Unterschiedlich je nach Größe der Fläche

Werkzeug: Samenmischung, Harke, Schaufel, Walze, Gießkanne.



Saatgut für die Bienenweide

In erster Linie kommt es beim Anlegen einer Bienenweide auf das richtige Saatgut an! Das Aussäen einer Blumenwiese ist bei der Fülle an speziellen Samenmischungen ein Kinderspiel. Mittlerweile gibt es auch spezielle Mischungen für einen Bienengarten. Möchtest du dein eigenes kleines Insektenparadies schaffen, ist neben dem Saatgut der richtige Zeitpunkt für die Aussaat entscheidend. Um deinen Garten im Sommer in eine blühende Landschaft zu verwandeln, solltest du von März bis Mai aussäen und einen sonnigen Standort wählen. Beachte bitte bei der Standortwahl, dass Blumen trittempfindlich sind. Wähle also den Platz sorgfältig aus, denn die meisten Blumen und Pflanzen erholen sich nur schwer, wenn sie einmal niedergetreten wurden. 


Boden vorbereiten

Boden umgraben

Bevor du mit der Aussat beginnst, stelle sicher, dass du den Boden aussreichend vorbereitet hast. An der Stelle wo deine Bienenweide wachsen soll, musst du zunächst den Rasen entfernen und den Boden umgraben. Damit der Boden die Samen gut aufnehmen kann, sollte er aufgelockert sein. Falls du bereits ein Gartenbeet hast, kannst du alternativ auch dieses verwenden. Entferne zuvor Unkräuter und hake es ordentlich auf. Auf Kompost oder andere Dünger kannst und solltest du verzichten, denn der Boden muss trocken und nährstoffarm sein. Zusätzlich kannst du den Boden noch mit einer Walze verdichten. Wenn du keine Walze zur Hand hast, lasse den Boden alternativ einige Tage ruhen. 


Blumenwiese aussäen

Samen aussähen

Wenn der Boden vorbereitet ist, kannst du dein Saatgut im nächsten Schritt aussäen. Unser Tipp: Vermische die Samen mit etwas Sand, damit sie sich noch besser und gleichmäßiger verteilen lassen. Ein weiterer Vorteil: Durch den Sand siehst du auf einen Blick, wo du schon Samen ausgesät hast und kannst abschätzen, ob die Dichte auf die Fläche abgestimmt ist. Auf einen Quadratmeter kommen circa fünf bis zehn Gramm Saatgut.


Samen einarbeiten

Damit deine Bienenweide wächst und gedeiht, arbeite die Samen im letzten Schritt gut in den Boden ein. Hierfür das Saatgut leicht in den Boden eindrücken und den gesamten Boden noch einmal mit einer Harke auflockern. Achtung: Arbeite die Samen nicht zu tief in den Boden ein und gieße sie gut an. Die meisten Blumen sind Lichtkeimer und benötigen das wertvolle Sonnenlicht und die Feuchtigkeit zum sprießen. Achte auch in den folgenden Wochen darauf, den Boden feucht zu halten, denn Keimlinge sind noch sehr empfindlich gegenüber Trockenheit. Wenn du diese Tipps befolgst, steht deinem persönlichen Insektenparadies nichts mehr im Wege.

Gartengeräte auf Erde

Blumenwiese richtig pflegen

Wenn du dich an die Schritte gehalten hast, dauert es nicht mehr lange, bis deine Bienenweide blüht. Nach circa 10 Wochen solltest du die Blumenwiese das erste Mal mähen. Dieser Schritt mag dir drastisch vorkommen - hast du dich doch lange darauf gefreut, dass endlich die ersten Blumen sprießen. Das Mähen ist allerdings ein wichtiger Schritt in der richtigen Pflege deiner Bienenweide, denn dadurch entfernst du lästiges Unkraut. Keine Angst - die Blumen wachsen schnell wieder nach und kommen danach sogar noch dichter zurück als in der ersten Wachstumsphase. Je nach dem wie dicht das Unkraut in deiner Bienenweide wächst, solltest du diesen Schritt noch ein- bis zweimal wiederholen. Im Folgejahr musst du deine Bienenweide dann nur noch einmal im Herbst - am besten im September - mähen. Im Sommer nach der Aussat erreicht deine Bienenweide ihren ersten Höhepunkt und du wirst sehen, dass sich bereits viele Insekten in deinem neu geschaffenen Paradies angesiedelt haben. Das Blütenmeer hält bis zum ersten Frost an und wird zu einer wichtigen Nahrungsquelle für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten. 


Tipps für einen insektenfreundlichen Garten

Nisthilfe

Bei Bienen denken viele an die klassische Honigbiene. Tatsächlich gibt es alleine in Deutschland rund 500 verschiedene Wildbienenarten. Was beeindruckend klingt trügt, denn viele Wildbienenarten sind aufgrund von schwindenden Nahrungsquellen und dem Einsatz von Pestiziden vom Aussterben bedroht. Mit einem bienenfreundlichen Garten, kannst du deinen Beitrag leisten, den Bienen und auch anderen Insekten ein neues Zuhause zu geben und ihr Fortbestehen zu unterstützen. Bienen brauchen Nahrung - das ist ein Fakt! Von Frühjahr bis Herbst bietest du Insekten mit einer Bienenweide einen reich gedeckten Nahrungstisch. Alternativ kannst du in deinem Garten durch das Anpflanzen bestimmter Sträucher mehrere kleine Bienenweiden anpflanzen. Besonders geeignet sind Weißdorn, Himbeere, Brombeere oder Heckenrose. Auch dein Kräuterbeet kannst du mit Kapuzinerkresse, Salbei, Oregano, Ackerbohne und Gurke um wichtige Pflanzen für Insekten ergänzen.

Welche Pflanzen sind bienenfreundlich?

Eine Grundvoraussetzung ist, dass die Blüten von Pflanzen, Kräutern und Blumen reich an Nektar und Pollen sind. Dazu gehören unter anderem Astern, Löwenmäulchen, Dahlie, Ringelblume, Sonnenblume, Lavendel, Minze, Glockenblume und Löwenzahn, um nur einige zu nennen. Am besten geeignet sind Blumen in ihrer Wildform. Pflanzen mit üppigen Blüten sind sogar eher hinderlich, weil die Bienen aufgrund der Blütenpracht nicht an den wertvollen Nektar gelangen. Sie sind "überzüchtet" und bieten nicht mehr viel Nahrung. Mit einer wilden Bienenweide oder Blumenwiese bietest du den Insekten eine Vielzahl an einfachen Blumensorten mit ungefüllten Blüten.

Bienen brauchen Futter! Damit Bienen und auch andere Insekten das ganze Jahr über in deinem Garten Nahrung finden, achte bei der Auswahl der Pflanzen darauf, dass sie nicht gefüllte Blüten haben. Denn nur diese Art von Blüten bietet den Bienen genügend Nektar.

Verzichte auf Pflanzenschutzmittel

Weniger ist mehr: Verzichte auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln. Bessere Alternativen bieten natürliche Nützlinge oder Kräuter wie z. B. Bohnenkraut, Salbei oder Oregano, die durch ihre Duftstoffe Schädlinge fernhalten. Statt Düngemittel zu nutzen, richte besser in deinem Garten einen Kompost ein. Dieser bietet nicht nur einen Dünger für deinen Garten, sondern stellt auch einen wichtigen Lebensraum für unzählige Tier- und Insektenarten dar. 

Wasserstellen anlegen

Ein kleiner Teich wirkt Wunder in deinem Garten und wird zur wichtigen Vogel- und Insektentränke in Hitzeperioden. Errichte bitte auch Flachwasserstellen und Ausstieghilfen, damit Tiere, wie zum Beispiel Igel, nicht in deinem Teich ertrinken. 

Lasse der Natur ihren Raum

Asphalt und Steinböden sind zwar etwas pflegeleichter als Beete oder Rasen, für Tiere und Insekten sind sie aber unbrauchbar. Sei also beim Anlegen deines Gartens möglichst sparsam beim Versiegeln und hinterfrage immer den Wert für die Natur. Der Natur schadet ein wenig Chaos nicht - im Gegenteil. Totholz- und Laubhaufen bieten wertvolle Verstecke und Nistgelegenheiten für viele Gartenbewohner. 


Verschiedene Nisthilfen

Biene im Insektenhotel

Bienen brauchen nicht nur Nahrung, sondern auch einen Platz, an dem sie wohnen und sich vermehren können. Möchtest du Wildbienen in deinem Garten ein dauerhaftes Zuhause bieten, solltest du sogenannte Nisthilfen aufhängen. Anders als Honigbienen, wohnen Wildbienen nicht in einem Bienenstock, sondern bauen ihre Nester in Röhren, Stängeln und Mauerritzen, die durch Nisthilfen oder Insektenhotels simuliert werden. Insektenhotels aus Naturmaterialien wie Holz, Schilf, Baumrinde oder Tonscherben helfen den oberirdisch lebenden Insekten. Für die unterirdisch nistenden Arten einfach an einem sonnigen Plätzchen einen kleinen Sand- oder Kieshaufen aufschütten. Du wirst überrascht sein, wie schnell die neuen Bewohner einziehen. 

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