Buchsbaum: Die häufigsten Krankheiten

Der beliebte immergrüne Strauch zierte schon im antiken Rom Gartenbeete und umschloss diese oft in Form niedriger Hecken. Auch bei uns ist Buchsbaum heute noch in vielen Gärten heimisch. Buchs wächst langsam und kann in unseren Breiten bis zu acht Meter (m) hoch werden. In seiner ursprünglichen Heimat, subtropischen Gefilden, wächst er sogar bis zu 20 m hoch. Eine sorgfältige Pflege macht den Buchsbaum wie alle Pflanzen widerstandsfähiger gegen Krankheitsbefall und Schädlinge – dazu zählt unter anderem ein regelmäßiger Gehölzschnitt. Doch nicht alle Widrigkeiten lassen sich allein mit guter Pflege vermeiden.

Dein Buchsbaum wird braun oder gelb? Hier erfährst du, gegen welche Krankheiten du dich wappnen solltest, wenn du einen Buchsbaum pflanzt, solltest du auch damit rechnen, dass die Pflanze eventuell krank wird. Wir nennen die typischen Symptome, nach denen du Ausschau halten solltest, um Buchsbaum-Krankheiten rechtzeitig zu erkennen und deinen Buchsbaum zu retten. Außerdem solltest du erwägen, ein Insektenhotel zu bauen, um Nützlinge anzulocken, die so manche Schädlinge auf natürliche Weise dezimieren. Eine derartige Prävention zählt zu den umweltfreundlichsten und effizientesten Methoden.


Buchsbaumzünsler

Buchsbaumzünsler

Cydalima perspectalis, der sogenannte Buchsbaumzünsler, zählt genau genommen nicht zu den Buchsbaum-Krankheiten. Es sind die Nahrungsvorlieben seiner Larven, die die Pflanze schädigen, krank machen und je nach Befall entweder einzelne Triebe oder sogar ganze Bestände zerstören. Die gefräßigen Raupen des ostasiatischen Kleinschmetterlings zählen zu den unangenehmsten Plagen, die den Buchsbaum befallen können: Sie ernähren sich bevorzugt von den Blättern und der Rinde der Pflanze und hinterlassen kahl gefressene Blattrippen und Blattstiele mit vertrockneten, hellgelben Blattresten. Bei starkem Schädlingsbefall ist die Pflanze zudem großflächig mit dem typischen Gespinst der Raupen bedeckt. Eine einzige Raupe vertilgt circa 45 Blätter.

Seit dem Jahr 2012 ist der Buchsbaumzünsler vorrangig in süddeutschen Regionen anzutreffen und breitet sich von dort weiter aus. Der Befall fällt leider oft erst auf, wenn bereits erste Schäden an den Pflanzen sichtbar sind. Wir widmen uns dem Schädling deshalb detailliert in einem eigenen Ratgeber, in dem wir dir verraten, wie du einen Befall frühzeitig erkennst, ihm gezielt vorbeugst und den Buchsbaumzünsler bekämpfen kannst, wenn er sich in deinem Garten niedergelassen hast.


Buchsbaumgallmücke

Wie der Buchsbaumzünsler plagt auch Monarthropalpus buxi bereits im Larvenstadium den heimischen Buchs. Das Perfide daran: Die Schädlinge bleiben lange unentdeckt, denn sie befinden sich im Inneren der Blätter. Im Spätsommer beziehungsweise Frühherbst zeigen sich gelbe Flecken mit schwarzer Mitte an der Blattoberseite, die oft mit einem Pilzbefall verwechselt werden. An der Unterseite bilden sich regelrechte Blasen. Die jungen Gallmücken schlüpfen frühestens im Mai. Mit einem rechtzeitigen Rückschnitt der Pflanze kannst du also Abhilfe schaffen. Sind bereits zu viele Blätter betroffen, wirft der Buchsbaum Blätter ab; als Folge können ganze Triebe vertrocknen.


Triebspitzgallmücke

Aceria unguiculata saugt bevorzugt an den Blättern nahe der Triebspitzen und verursacht dort Schäden. Wenn sich die Blätter deformieren, indem sie sich kräuseln und blasenförmig auftreiben, macht die Triebspitzgallmücke ihrem Namen alle Ehre. Die Knospen der Triebe können dadurch Gallen bilden. Dabei handelt es sich um kugelförmige Geschwülste, die man auch Galläpfel, Ceciden oder einfach Pflanzengallen nennt. Die Triebspitzen können bei starkem Befall absterben.


Buchsbaumspinnmilbe

Bei Eurytetranychus buxi handelt es sich ebenfalls um einen Einwanderer – diesmal aus trocken-warmen Zonen Nordamerikas. Aufgrund dieser klimatischen Vorliebe stellt die Buchsbaumspinnmilbe bei uns praktisch nur in sehr heißen Sommern ein Problem dar. Die Milbe überwintert im Ei an der Blattunterseite und richtet nach dem Schlüpfen durch Saugen Schäden an der Ober- und Unterseite der Blätter an. Du erkennst ihr Wirken an streifigen, gelblich-weißen Aufhellungen beziehungsweise Sprenkeln am Blattwerk, auf denen sich später Blasen bilden. Wenn du zudem ein feines Gespinst oder Spinnfäden an den Zweigen ausmachst, musst du von einem starken Befall ausgehen. Abgeworfene Blätter sind ein weiteres Indiz.


Buchsbaumblattfloh

Psylla Buxi

Auch Psylla buxi, der sogenannte Buchsbaumblattfloh, ist ein Plagegeist, der dem Buchsbaum gerne einen Besuch abstattet, um an den Blättern zu saugen und sich am Pflanzensaft zu laben. Er tritt vor allem auf, wenn die Pflanzen im Frühjahr austreiben. Wölben sich Blätter löffelförmig auf? Verkrüppeln die Spitzen der Triebe kohlartig? Dann ist wahrscheinlich der Buchsbaumblattfloh zu Gast. Fühlen sich die Blätter zudem klebrig an, ist das ein weiteres Indiz. Ursache sind die wachsartigen Ausscheidungen des Schädlings. Findet sich überdies ein schwarzer Belag auf den Blättern, handelt es sich dabei für gewöhnlich um Rußtaupilze. Sie wachsen besonders gern auf den Ausscheidungen des Flohs.


„Rost“ am Buchsbaum

Färben sich Buchsblätter orange, kann dies auf eine Unterversorgung mit Stickstoff hindeuten. Dieses Phänomen trifft häufig in der kalten Jahreszeit auf. Der eigentliche Buchsbaumrost (Puccinia buxi) ist allerdings pilzbedingt, er ist an braunen Rostpusteln erkennbar, die auf beiden Blattseiten auftreten können. Der für Rostpilze typische Blattfall tritt beim Buchs meist kaum oder gar nicht auf.


Buchsbaumkrebs

Bilden sich auf den Blättern rosafarbene Pusteln? Verdrehen sich die Blätter und legen sie sich an die Zweige an, ehe sie braun werden und abfallen? Trocknen ganze Zweige ein? Dann leidet dein Buchs wahrscheinlich an Volutella buxi – dem sogenannten Buchsbaumkrebs, den man auch als Volutella-Zweigsterben bezeichnet. Bereits durch Schädlinge und/oder Krankheiten geschwächte Pflanzen sind dafür besonders anfällig.


Triebsterben

Das sogenannte Buchsbaum-Triebsterben (Cylindrocladium buxicola) geht meist auf Pilzkrankheiten zurück. Zunächst zeigen sich dunkelbraune beziehungsweise graubraune bis orangebraune Flecken auf den Blättern, die schnell größer werden. An der Blattunterseite entsteht ein Belag aus weißen Sporen. An den Trieben bilden sich im Verlauf der Krankheit dunkle Streifen in Längsrichtung. Die betroffenen Blätter fallen ab. Nördlichere Regionen sind scheinbar stärker betroffen als südliche, weil der Pilz bei höheren Temperaturen (ab 30°C) schlecht verträgt. Der Erreger breitet sich vor allem in feuchtwarmen Sommern epidemieartig aus (die optimale Temperatur für das Pilzwachstum beträgt 20-25°C).

Zur Infektion kommt es, wenn die Blätter mindestens fünf Stunden lang ununterbrochen feucht sind, dann können die Pilzsporen die dicke Wachsschicht der immergrünen Blätter durchdringen und die Pflanze infizieren. Die ersten dunkelbraunen Blattflecken werden dann schnell größer und die ganze Pflanze wird braun. Da der Pilz im Boden Dauersporen bildet, die mehrere Jahre infektiös bleiben, sollten erkrankte Pflanzen und auch abgefallene Blätter sowie die oberste Bodenschicht entfernt werden. Zudem ist es wegen der erneuten Infektionsgefahr ratsam, andere Pflanzenarten (wie z.B. Taxus und Zwergilex) nachzupflanzen. Weitere Informationen zur Vorbeugung gegen das Buchsbaum-Triebsterben kannst du unserem Buchsbaum Ratgeber entnehmen.


Buchsbaumwelke

Buchsbaumwelke

Phytophthora-Welke und Fusarium-buxicola-Welke werden häufig mit dem Triebsterben verwechselt, da sich das Schadbild teilweise ähnelt. Allerdings zählen die Welken zu den pilzbedingten Buchsbaum-Krankheiten. Vor allem geschwächte Pflanzen bieten eine willkommene Angriffsfläche. Ein großes Problem: Pilzbedingte Erkrankungen werden häufig (zu) spät bemerkt und lassen sich dann entsprechend schwer bekämpfen. Umso wichtiger ist Vorbeugung.

Die Phytophthora-Welke beruht auf einer Wurzelfäulnis, die oft Folge einer Staunässe ist. Das Blattwerk färbt sich hellgrün und rollt sich ein. Erkrankte Pflanzen wachsen nur noch sehr schlecht, wenn überhaupt. Ist der Befall bereits weit fortgeschritten, stehen die Chancen für ein Überleben der Pflanze schlecht. Vorbeugen kannst du mit einem durchlässigen Boden mit hohem Humusanteil, der Nässe aufnimmt und versickern lässt. Auch eine Drainage hilft, Staunässe zu vermeiden.

Die Fusarium-buxicola-Welke führt hingegen zum Absterben von Blättern und ganzen Trieben. Dies muss jedoch nicht die ganze Pflanze betreffen. Häufig erfasst diese Art der Buchsbaumwelke lediglich Teilbereiche, die du zügig entfernen solltest. Gieße deine Buchsbaumpflanzen am besten immer von unten und vermeide insbesondere bei Wärme eine Beregnung von oben. Schneide Buchs grundsätzlich nie bei Regen.


Buchsbaum vertrocknet?

Nicht immer leidet Buchs mit bräunlich verfärbten Blättern automatisch an einer der genannten Buchsbaum-Krankheiten und nicht immer stecken Buchsbaum-Pilze oder Schädlinge hinter den Symptomen. Oft sind tatsächlich simple Pflegefehler dafür verantwortlich, dass die Pflanzen leiden. Viele davon lassen sich zum Glück umgehend abstellen.

Wassermangel zählt zum Beispiel dazu. Vor allem nach kalten, trockenen Wintern fehlt den Pflanzen häufig Flüssigkeit. Bodenfrost verhindert die Aufnahme von Flüssigkeit und Nährstoffen aus dem Boden, die fehlender Niederschlag zusätzlich auslaugt. Scheint die Sonne, verschärft sich der Wassermangel noch. Die Schäden zeigen sich dann oft erst im Frühjahr, wenn die Pflanze neu austreibt. Steht die Pflanze im Sommer exponiert, solltest du in trockenen Phasen entsprechend großzügiger gießen.

Auch eine Überdüngung oder eine Minderversorgung mit Nährstoffen kann die Pflanzen schwächen. Eine adäquate Pflege ist und bleibt daher die beste Prävention.

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