Hochbeete haben viele Vorteile: Während du ein konventionelles Beet in gebückter oder hockender Körperhaltung bewirtschaftest, ist die Pflege eines Hochbeets wesentlich schonender für Rücken und Knie. Zudem haben es Schnecken deutlich schwerer, an den begehrten Salat zu kommen. Hier erfährst du, wie du ein Hochbeet mit unserem Jahresplan ganzjährig bepflanzen kannst und wie du es am besten pflegst.


Vorzüge eines ganzjährig bepflanzten Hochbeets

Hochbeetteile werden verschraubt

Ein Hochbeet selbst zu bauen, ist verhältnismäßig einfach und ein wunderbares Do-it-yourself-Projekt auch für weniger erfahrene Heimwerkende. Dadurch, dass du die Schichten in einem Hochbeet selbst zusammensetzt, kannst du die Qualität der Erde maßgeblich beeinflussen. Wer hierbei auch noch auf hochwertigen Kompost setzt, fördert aktiv den Pflanzenwuchs – was vor allem mit der natürlichen Verrottungswärme zusammenhängt. Ausgelaugten Böden, die bei konventionellen Beeten häufig ein Problem darstellen, beugst du so direkt vor.

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Dein erstes Hochbeet: Auf die Füllung kommt es an

Hochbeet befüllen

Ist es erst einmal aufgebaut, geht es daran, das Hochbeet zu befüllen. Doch womit? Die untere Schicht bilden zerkleinerte Äste und Zweige oder Reisig. Anschließend folgen Laub und umgedrehte Rasensoden. Als nächstes solltest du Rohkompost in das Beet füllen. Obendrauf schichtest du nun reifen Kompost sowie feine Hochbeeterde mit Pflanzsubstrat auf. So gefüllt ist dein Hochbeet bereit zur Bepflanzung im ersten Jahr!

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Hochbeet das erste Jahr bepflanzen

Hochbeet planen bepflanzen

Bist du mit der Schichtung fertig, kannst du fast schon mit der Aussaat beziehungsweise der Pflanzung beginnen. Doch bevor es so weit ist, empfiehlt es sich, Informationen über die individuellen Eigenschaften der verschiedenen Gemüsepflanzen zusammenzutragen. Manche Pflanzen benötigen mehr, andere weniger Abstand zueinander. Zudem spielt die Anordnung der Pflanzen im Beet eine wichtige Rolle, denn längst nicht alle Pflanzen vertragen sich miteinander.

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn

Unterschiedliche Nährstoffpräferenzen und Reifezeiten sowie die jeweiligen Düfte und Wurzelausscheidungen sind dafür verantwortlich, dass Pflanzen, die du unmittelbar neben „schlechten Nachbarn“ platzierst, mit der Zeit verkümmern. Tomaten und Gurken solltest du beispielsweise nicht nebeneinander pflanzen, da die unterschiedlichen Eigenschaften der beiden Pflanzen einem zufriedenstellenden Wachstum abträglich sind. „Gute Nachbarn“, zum Beispiel Buschbohnen und Sellerie, gehen hingegen eine Art Symbiose ein und schützen sich gegenseitig vor Schädlingen.

Rispe mit Tomaten im Freien

Erster Jahresplan fürs Bepflanzen eines Hochbeets

Bei der Bepflanzung deines Hochbeets im ersten Jahr ist besondere Achtsamkeit geboten. Denn die frische Erde ist nicht für alle Gewächse ideal. Schwachzehrer, die eher wenige Nährstoffe benötigen, werden im ersten Jahr meist überversorgt. Du solltest sie frühestens im zweiten oder dritten Anbaujahr verwenden. Zu ihnen zählen Kräuter wie Basilikum und Thymian, Erbsen, Lavendel und Ringelblumen. Auch die sogenannten Mittelzehrer wie Salat, Knoblauch, Zwiebeln, Kohlrabi, Fenchel und Bohnen solltest du lieber erst im zweiten Jahr aussäen.

Für das erste Jahr eignen sich Starkzehrer am besten, die das Nährstoffangebot der frischen Erde voll ausnutzen können. Willst du ein Gemüsebeet anlegen, bieten sich zum Beispiel folgende Gewächse an:

  • Kartoffeln
  • Tomaten
  • Gurken
  • Sellerie
  • Brokkoli
  • Kohlsorten wie Blumenkohl, Rot- oder Weißkohl
  • Spinat
  • Mangold
  • Zuckerrüben
  • Rote Beete

Zu den starkzehrenden Blumensorten zählen Sonnenblumen, Dahlien, Petunien, Chrysanthemen und Tulpen. Große Gewächse, die viel Platz benötigen, eignen sich übrigens eher nicht als Füllung für ein Hochbeet. Auf Kürbisse, Rhabarber, Zucchini, Beerensträucher und Obstbäume solltest du also besser verzichten.


Hochbeet ganzjährig nutzen: der richtige Saatzeitpunkt

Eine sorgfältige Vorbereitung und die richtige Pflege sind von großer Bedeutung ‒ vor allem, wenn du dein Hochbeet ganzjährig bepflanzen möchtest. Doch mindestens genauso wichtig ist der Zeitpunkt der Aussaat. Bereits im März kannst du dein Hochbeet bepflanzen – am besten eignen sich hierfür frostunempfindliche Gemüsesorten wie Blumenkohl, Mangold, Möhren und Kohlrabi. Auch die ersten Erdbeerpflanzen dürfen schon in die Erde. Aufgrund der niedrigen Temperaturen solltest du die zarten Pflänzchen nachts aber noch mit einem Vlies, einem alten Bettlaken oder etwas Ähnlichem abdecken.

Im Laufe des Frühlings, von März bis Mitte Mai, kannst du damit beginnen, Pflücksalat im Beet anzupflanzen. Auch diesen solltest du nachts abdecken, damit er keinen frostbedingten Schaden nimmt. Gurken und Erbsen solltest du in dieser Zeit möglichst nicht im Freien anziehen, da diese Sorten den nächtlichen Außentemperaturen des Vorfrühlings in der Regel nicht gewachsen sind.

Im Laufe des Mais sorgen die Eisheiligen in Mitteleuropa fast jedes Jahr für einen kurzfristigen Temperatursturz. Auch wenn die Kältewelle nicht immer an genau den gleichen Tagen auftritt, so gibt es kaum Jahre, in denen sie vollständig ausbleibt. Daher solltest du frostempfindliches Gemüse erst ins Beet setzen, wenn die durch Polarluft hervorgerufene Kältephase vorübergezogen ist. Das gilt auch, wenn das Thermometer zu Beginn des Mais bereits einige Male über die 20-Grad-Marke geklettert ist. Nach den Eisheiligen kannst du auch frostempfindliche Pflanzen bedenkenlos im Freien platzieren.


Hochbeet richtig bewässern und düngen: Das solltest du beachten

Hochbeet bewässern

Damit deine Pflanzen eine zufriedenstellende Ernte abwerfen, ist es wichtig, das Hochbeet gut zu pflegen. Hierbei gibt es einige Dinge zu beachten. Im Sommer solltest du dein Hochbeet regelmäßig düngen. Vor allem bei Tomaten- und Paprikapflanzen empfiehlt es sich, mindestens alle zwei Wochen einen Hochbeetdünger zu verwenden. Für diesen Zweck gibt es spezielle, hochwertige Gemüsedünger. Wenn du die Möglichkeit hast, kannst du dein Hochbeet auch mit Pferdemist düngen. Dieser eignet sich allerdings vor allem für robuste Gewächse. Darüber hinaus solltest du etwaige Seitentriebe von den Pflanzen entfernen.

Außerdem ist eine regelmäßige Bewässerung des Hochbeets wichtig. Bei ausgeprägter Trockenheit und Hitze musst du deine Pflanzen jeden Tag mit Wasser versorgen – und zwar idealerweise in den frühen Morgenstunden. Wenn du dein Hochbeet abends gießt, kann es vorkommen, dass das Wasser aufgrund der nächtlichen Kühle nicht mehr richtig trocknet. Dadurch haben Schädlinge leichtes Spiel. Während der Mittagszeit solltest du die Pflanzen ebenfalls nicht gießen, vor allem nicht bei starkem Sonnenschein und Hitze. Die hohen Temperaturen verhindern nämlich, dass die Gewächse das Wasser aufnehmen – es verdampft stattdessen. Starke Sonneneinstrahlung kann sogar dazu führen, dass die Pflanzen verbrennen, da die Wassertropfen wie kleine Lupen wirken.


Das Hochbeet ganzjährig nutzen: So gelingt die Bewirtschaftung im Winter

Hochbeet winterfest

Die meisten Obst- und Gemüsesorten bevorzugen naturgemäß Wärme und Sonnenschein. Daher wird die Saat in der Regel im Frühjahr ausgebracht, sodass du im Sommer und frühen Herbst ernten kannst. Im Winter nutzen viele das Hochbeet gar nicht mehr. Doch es ist auch möglich, ein Hochbeet das ganze Jahr über zu bepflanzen. Es gibt nämlich einige frostunempfindliche Sorten, die du bedenkenlos zur Herbst- und Winterzeit im Beet kultivieren kannst. So versorgt dich dein Garten auch in den kälteren Monaten mit Vitaminen.

Im Spätsommer, wenn du Tomaten, Gurken, Paprika und Co. abgeerntet hast, kannst du den Fokus im Hochbeet auf winterharte Pflanzen legen. Zu den geeigneten Sorten gehören robuste Wintersalate wie Endivien, Feldsalat, Mangold und Spinat, aber auch Lauch und diverse Kohlarten wie Grünkohl, Rosenkohl oder Weißkohl. Zudem kannst du Kräuter ins Beet setzen, die ihre Blätter im Winter behalten, etwa Thymian, Salbei und Rosmarin. Ernte diese in der kalten Jahreszeit aber nicht zu eifrig – aufgrund der niedrigen Temperaturen wachsen die Pflanzen kaum oder gar nicht nach.


Hochbeet überwintern

Hochbeet abdecken Plane Folie Vlies Frost

Auch wenn es mit der richtigen Pflege prinzipiell möglich ist, ein Hochbeet nach Jahresplan zu bepflanzen, gönnt sich mancher Gartenfreund im Winter eine Pause. All jenen, die keine Winterpflanzen im Hochbeet ziehen möchten, bieten sich bei Wintereinbruch zwei Alternativen:

  1. Pflanzen im Hochbeet überwintern: Die bequemste Lösung ist, das Beet über die kalte Jahreszeit ruhen zu lassen. Dabei empfiehlt es sich, das Hochbeet mit einer Teichfolie, einem Thermo-Gartenvlies, einem Folientunnel oder einer Doppelstegplattenkonstruktion abzudecken. So verhinderst du, dass Frost in den Wurzelraum der Pflanzen eindringt und die Nährstoffe durch das raue Winterwetter ausgewaschen werden. Alternativ kannst du das Beet mit Stroh oder Laub bedecken.
     
  2. Eine Gründüngung vornehmen: Mit diesem natürlichen Dünger kannst du dein Hochbeet optimal auf das bevorstehende Frühjahr vorbereiten. Pflanze hierzu im Dezember am besten Leguminosen an, die Stickstoff im Erdreich binden. Im Februar kommen schließlich robuste Gründüngungspflanzen wie Esparsette oder Klee zum Einsatz. Bevor du mit der Aussaat für den kommenden Frühling und Sommer beginnst, brichst du die Gründüngungspflanzen um und arbeitest sie in die Erde ein.

Fazit: Das Hochbeet ganzjährig zu bepflanzen lohnt sich!

Hochbeet im Winter bepflanzen

Grünkohl, Spinat, Endivien, Feldsalat und Co. sind lecker und gesund. Warum also im Winter mit dem Bewirtschaften des Hochbeets pausieren? Mit dem richtigen Jahresplan kannst du dein Hochbeet so bepflanzen, dass es dir zu jeder Jahreszeit Ertrag liefert. Möchtest du die Gartenarbeit im Winter lieber ruhen lassen, solltest du dein Hochbeet abdecken, damit es im Frühjahr wieder mit einem reichhaltigen Wurzelraum aufwartet.


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