Ratgeber

Giftige Pflanzen im Garten

Nahaufnahme von Maiglöckchen
Lesezeit 8 Minuten
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Wir wissen alle von ihrer Existenz, und dennoch ist die Aufklärung oftmals noch viel zu gering: giftige Gartenpflanzen. Besonders mit Kindern oder Tieren im Haus können giftige Pflanzen im Garten richtig gefährlich werden und sogar Nutzpflanzen können (teilweise) toxisch sein. Welche giftigen Pflanzen du auf jeden Fall kennen solltest und was zu tun ist, wenn es zu Vergiftungen kommt, erfährst du in diesem Ratgeber von toom Baumarkt. Außerdem gehen wir darauf ein, warum manche Pflanzen überhaupt giftig sind und ob das Entfernen der Gewächse sinnvoll ist.


Wie gefährlich sind giftige Gartenpflanzen?

Bunte Alpenveilchen in Töpfen

Je nach Stärke des enthaltenen Giftes können toxische Gartenpflanzen nur leichte Vergiftungen verursachen, schwerere Auswirkungen mit Langzeitschäden haben oder im schlimmsten Fall sogar zum Tode führen. Die alleinige Berührung giftiger Pflanzen ist in der Regel nicht tödlich, kann aber dennoch zu schweren Hautverletzungen führen. Beim Verzehr sieht das anders aus. Giftige Gartenbepflanzung muss daher mit Vorsicht genossen werden – vor allem, da diese Gewächse oftmals durch ein wunderschönes Äußeres unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen und Mensch und Tier damit anlocken.

Achtung bei Kindern, Haus- und Nutztieren

Gerade mit Kindern und Tieren solltest du gefährliche Pflanzen eher meiden, da diese sich der Gefahren oft nicht bewusst sind und unüberlegt handeln. In der freien Natur lassen sich giftige Pflanzen nicht immer umgehen. Im Garten, auf Balkon und Terrasse hat man jedoch Einfluss darauf, ob giftige Pflanzen dort wachsen.

Kinder sind besonders anfällig für Vergiftungen durch Pflanzen, da diese vieles anfassen und probieren möchten. Da wirken gerade auffallend schöne Blüten und Beeren sehr anziehend und landen schnell im Mund. Doch je nach Pflanze und Stärke des Giftes können schon wenige Gramm ausreichen, um schwere Schäden anzurichten.

Unsere Haus- und Nutztiere sind im Garten oft unbeaufsichtigt, sodass giftige Pflanzen außer Reichweite stehen und durch einen Zaun abgetrennt werden sollten. Bei Pflanzenfressern wie Schildkröten oder Hasen solltest du darauf achten, dass keine giftigen Pflanzen in der Nähe des Geheges wachsen.

Gefahren bei Kindern: Berührung mit der Haut und Verzehr giftiger Pflanzen

Gefahren bei Hunden: Ausbuddeln giftiger Pflanzen und Kontakt mit dem Maul, Anknabbern

Gefahren bei Katzen: Anknabbern giftiger Pflanzenteile

Tipp: Als Erwachsener solltest du dich unbedingt über giftige Gartenpflanzen informieren und auch deinen Kindern frühzeitig vermitteln, dass nicht alle Beeren essbar sind und sich nicht alle Pflanzen zum Spielen und Berühren eignen.


Warum sind manche Pflanzen giftig?

Nahaufnahme von Christrosenblüten

Da Pflanzen sich nicht einfach verkriechen oder weglaufen können, wenn Gefahr droht, müssen sie sich anders behelfen. Manche Pflanzen setzen daher Giftstoffe gegen Fressfeinde und Parasiten ein, um sich zu schützen. Irgendwie verständlich und dennoch eine Gefahr für Mensch und Tier. Doch wie bei vielem in der Natur gibt es auch beim Pflanzengift zwei Seiten: zum einen die Gefahr der Vergiftung und zum anderen der Wirkstoff des Giftes, der durchaus auch nützlich sein kann.

Viele Giftpflanzen werden deshalb auch als Heilpflanzen genutzt, wie zum Beispiel Efeu (wirkt schleimlösend, krampflösend, fiebersenkend und schweißtreibend) oder Eisenhut (wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend). Du solltest Giftpflanzen aber auf keinen Fall ohne Fachkenntnisse als Heilpflanze verwenden, da die falsche Dosierung verheerende Folgen haben kann.


Welche Gartenpflanzen sind giftig?

Efeutute in weißem Topf

In Mitteleuropa gibt es etwa 50 Pflanzenfamilien, deren Arten Giftstoffe enthalten. Dazu gehören heimische Pflanzen, die im Garten und der freien Natur wachsen. Die nachfolgende Liste stellt nur 20 dieser zahlreichen Arten vor und ist damit längst nicht vollständig – nur weil eine Pflanze also nicht aufgeführt ist, heißt das nicht, dass sie ungefährlich ist. Neben giftigen Gartenpflanzen gibt es außerdem auch giftige Zimmerpflanzen, bei denen ebenfalls Vorsicht geboten ist.

Giftige Gartenpflanzen

PflanzeEinstufungGiftige Teile
AlpenveilchengiftigBlätter, Knolle
Blauer Eisenhutsehr giftigalle Pflanzenteile
Christrosesehr giftigalle Pflanzenteile
Eibegiftig bis sehr giftigalle Pflanzenteile
Engelstrompetesehr giftigalle Pflanzenteile
Gefleckter Schierlingsehr giftigalle Pflanzenteile, vor allem die Samen
Gemeiner Efeuleicht giftig bis giftigalle Pflanzenteile
Goldregengiftig bis sehr giftigalle Pflanzenteile, vor allem die Samen
Herbstzeitlosesehr giftigalle Pflanzenteile, vor allem die Samen
Hundspetersiliesehr giftigalle Pflanzenteile
Maiglöckchensehr giftigBlätter, Blüten
Nachtschattengiftigalle Pflanzenteile, vor allem unreife Beeren
Oleandergiftigalle Pflanzenteile
Pfaffenhütchengiftigalle Pflanzenteile
Riesen-Bärenklausehr giftigalle Pflanzenteile
Robiniensehr giftigalle Pflanzenteile
Roter Fingerhutsehr giftigalle Pflanzenteile
Seidelbastsehr giftigBeeren
Tollkirschesehr giftigalle Pflanzenteile, vor allem die Beeren
Wurmfarnsehr giftigalle Pflanzenteile

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Die giftigste Pflanze Europas

Als giftigste Pflanze Europas gilt der blaue Eisenhut. Das Gift befindet sich in allen Pflanzenteilen und kann sogar über Haut und Schleimhäute aufgenommen werden. Berührung und Verzehr können schlimme gesundheitliche Folgen haben und schon 4 Gramm des blauen Eisenhuts können tödlich sein – das sind nur 3 Blüten. Diese giftige Gartenpflanze sollte auf keinen Fall in der Nähe von Kindern und Tieren wachsen.

Info: Mit blauem Eisenhut wurden früher sogar Giftmorde begangen.


Nahaufnahme von Maiglöckchen

Achtung – Verwechslungsgefahr!

Bei einigen giftigen Gartenpflanzen ist höchste Vorsicht geboten, da diese ungiftigen Pflanzen und Wildkräutern teils zum Verwechseln ähnlich sehen. Ob du Pilze sammeln oder Kräuter und Blumen pflücken willst: Du solltest unbedingt über Fachkenntnissen verfügen, um einer Vergiftung vorzubeugen. Manche giftigen Pflanzen können durch bestimmte Merkmale ganz leicht von ihren ungiftigen Artgenossen unterschieden werden. Wenn du dir jedoch unsicher bist, lass lieber die Finger davon.



Vergiftungen durch Pflanzen

Nahaufnahme einer Brennnessel

Je nach Intensität und Aufnahme des Pflanzengiftes können verschiedene Vergiftungserscheinungen auftreten. Führen manche Gewächse bei Berührung lediglich zu Hautreizungen, können andere sogar Verbrennungen verursachen. Beim Verzehr von giftigen Gartenpflanzen kommt es sehr häufig zu Magen-Darm-Beschwerden, aber auch Herz-Kreislauf- und Nervensystem können betroffen sein.

Im schlimmsten Fall können Vergiftungen durch toxische Gewächse sogar zum Tod führen. Wichtig zu wissen ist auch, dass manche Pflanzengifte erst Stunden nach der Vergiftung wirken und somit oft kein Zusammenhang mit den Pflanzen hergestellt wird.

Mögliche Vergiftungserscheinungen durch Pflanzen:

  • Hautreizungen
  • Verbrennungen
  • Verätzungen
  • Lähmungen
  • Sehstörungen
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Nervenschäden
  • Halluzinationen
  • Magen-/Darmbeschwerden
  • Tod

Info: Hautreizungen durch Pflanzen kennen wir am besten durch die Brennnessel – diese ist jedoch nicht an der ganzen Pflanze giftig, sondern lediglich in ihren Härchen. Streift man diese (mit Handschuhen) ab, kann die Brennnessel sogar roh verzehrt werden.

Schwarze Beeren an einem grünen Strauch.

Was tun bei Vergiftungen durch Pflanzen?

Liegt eine akute Vergiftung durch den Verzehr giftiger Gartenpflanzen vor, solltest du schnell handeln.

  1. Mund ausspülen und nicht verschluckte Pflanzenteile entfernen.
  2. Giftinformationszentrum und Notruf bzw. Tierarzt benachrichtigen.
  3. Wasser ohne Kohlensäure trinken, um das Gift zu verdünnen (auf keinen Fall Milch verabreichen, da diese die Wirkung des Giftes zusätzlich verstärken könnte).
  4. Medizinische Kohle einnehmen, um die Giftstoffe zu binden (gehört in die Hausapotheke).

Tipp: Um die Behandlung zu beschleunigen, solltest du unbedingt die Pflanzenart nennen, die zur Vergiftung geführt hat. Wenn du dir unsicher bist, nimm eine Probe davon mit in die Notaufnahme (mit Handschuhen und Plastikbeutel).


Was kann man gegen giftige Pflanzen tun?

Holzkörbchen mit weißen Holunderblüten

Hast du giftige Pflanzen in deinem Garten, kannst du diese meist selbst entfernen – achte aber darauf, dass es durchaus auch geschützte Giftpflanzen gibt, die du nicht einfach entsorgen darfst. Beim Entfernen von giftigen Gartenpflanzen solltest du auf jeden Fall entsprechende Schutzkleidung tragen – dazu gehören lange Kleidung und Handschuhe. Entdeckst du Giftpflanzen in der Natur, wie zum Beispiel den Riesen-Bärenklau, solltest du den Fundort der Stadt bzw. Gemeinde melden, damit der Bereich abgesperrt werden kann.

Tipp: Einige Giftpflanzen können durch Abkochen entgiftet und dann sogar verzehrt werden. So sind beispielsweise grüne Bohnen in rohem Zustand giftig, in gekochtem jedoch gesund. Das Gleiche gilt auch für Holunder.


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