Hochbeet ganzjährig bepflanzen: So gelingt es

Die Vorteile von Hochbeeten liegen auf der Hand: Während man ein konventionelles Beet in gebückter oder hockender Körperhaltung bewirtschaftet, ist die Pflege eines Hochbeets wesentlich schonender für Rücken und Knie. Zudem haben es Schnecken deutlich schwerer, an den begehrten Salat zu kommen. Und: Dadurch, dass du die Schichten in einem Hochbeet selbst zusammensetzt, kannst du die Qualität des Erdreichs maßgeblich beeinflussen. Wer hierbei auch noch auf hochwertigen Kompost setzt, fördert aktiv den Pflanzenwuchs – was vor allem mit der natürlichen Verrottungswärme zusammenhängt. Ausgelaugten Böden, die bei konventionellen Beeten häufig ein Problem darstellen, beugst du so direkt vor.

Ein Hochbeet selbst zu bauen, ist übrigens verhältnismäßig einfach und ein wunderbares Do-it-yourself-Projekt für all diejenigen, die sich im Hinblick auf Heimwerkertätigkeiten eher zu den Laien zählen. Ist es einmal aufgebaut, geht es daran, das Hochbeet zu befüllen. Die untere Schicht bilden zerkleinerte Äste und Zweige oder Reisig. Anschließend folgen Laub und umgedrehte Rasensoden. Als nächstes solltest du Rohkompost und obendrauf reifen Kompost sowie feine Hochbeeterde mit Pflanzsubstrat aufschichten.


Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn

Hochbeet planen bepflanzen

Bist du mit der Schichtung fertig, kannst du auch fast schon mit der Aussaat beziehungsweise der Pflanzung beginnen. Doch bevor es so weit ist, empfiehlt es sich, Informationen über die individuellen Eigenschaften der verschiedenen Gemüsepflanzen zusammenzutragen. Denn manche Pflanzen benötigen mehr, andere weniger Abstand zueinander. Zudem spielt die Anordnung der Pflanzen im Beet eine wichtige Rolle. Denn längst nicht alle Pflanzen vertragen sich miteinander. Unterschiedliche Nährstoffpräferenzen und Reifezeiten sowie die jeweiligen Düfte und Wurzelausscheidungen sind dafür verantwortlich, dass Pflanzen, die du unmittelbar neben „schlechten Nachbarn“ platzierst, mit der Zeit verkümmern. Tomaten und Gurken solltest du beispielsweise nicht nebeneinander pflanzen, da die unterschiedlichen Eigenschaften der beiden Pflanzen einem zufriedenstellenden Wachstum abträglich sind. „Gute Nachbarn“, zum Beispiel Buschbohnen und Sellerie, gehen hingegen eine Art Symbiose ein und schützen sich gegenseitig vor Schädlingen.


Vorsicht vor Nachtfrost

Hochbeet abdecken Plane Folie Vlies Frost

Eine sorgfältige Vorbereitung und die richtige Pflege sind von großer Bedeutung, vor allem, wenn du dein Hochbeet ganzjährig bepflanzen möchtest. Doch mindestens genauso wichtig ist der Zeitpunkt der Aussaat beziehungsweise der Pflanzung. Bereits im März kannst du im Hochbeet aussäen, am besten frostunempfindliche Gemüsesorten wie Blumenkohl, Mangold, Möhren und Kohlrabi. Auch die ersten Erdbeerpflanzen dürfen in die Erde. Aufgrund der niedrigen Temperaturen solltest du die zarten Pflänzchen nachts aber noch mit einem Vlies, einem alten Bettlaken oder Ähnlichem abdecken.

Im Laufe des Frühlings, von März bis Mitte Mai, kannst du damit beginnen, Pflücksalat im Beet anzupflanzen. Auch diesen solltest du nachts abdecken, damit er keinen frostbedingten Schaden nimmt. Gurke, Kürbis und Erbsen solltest du in dieser Zeit möglichst nicht im Freien anziehen, da diese Sorten den nächtlichen Außentemperaturen des Vorfrühlings in der Regel nicht gewachsen sind.

Im Laufe des Mais sorgen die Eisheiligen in Mitteleuropa fast jedes Jahr für einen kurzfristigen Temperatursturz. Was Skeptiker häufig abtun, gilt unter Landwirten und Hobbygärtnern noch immer als eisernes Gesetz, wenn es ums Pflanzen geht. Denn tatsächlich liegt dieser Regel eine statistische Regelmäßigkeit zugrunde. Auch wenn die Kältewelle nicht immer an genau den gleichen Tagen auftritt, so gibt es kaum Jahre, in denen sie vollständig ausbleibt. Daher solltest du frostempfindliches Gemüse erst ins Beet setzen, wenn die durch Polarluft hervorgerufene Kältephase vorübergezogen ist. Das gilt auch, wenn das Thermometer zu Beginn des Mais bereits einige Male über die 20-Grad-Marke geklettert ist. Nach den Eisheiligen kannst du auch frostempfindliche Pflanzen bedenkenlos im Freien platzieren.


Hochbeet bewässern und düngen: Das solltest du beachten

Hochbeet bewässern

Damit deine Pflanzen eine zufriedenstellende Ernte abwerfen, ist es wichtig, das Hochbeet richtig zu pflegen. Hierbei gibt es einige Dinge zu beachten.

Im Sommer solltest du dein Hochbeet regelmäßig düngen. Vor allem bei Tomaten- und Paprikapflanzen empfiehlt sich mindestens alle zwei Wochen eine Düngung. Für diesen Zweck gibt es einen speziellen, hochwertigen Gemüsedünger. Darüber hinaus solltest du auch etwaige Seitentriebe entfernen. Außerdem ist es wichtig, dass du das Beet regelmäßig bewässerst. Bei ausgeprägter Trockenheit und Hitze solltest du deine Pflanzen sogar jeden Tag mit Wasser versorgen, und zwar idealerweise in den frühen Morgenstunden. Wenn du deine Pflanzen abends bewässerst, kann es vorkommen, dass das Wasser aufgrund der nächtlichen Kühle nicht mehr richtig trocknet. Dadurch haben Schädlinge leichtes Spiel. Während der Mittagszeit solltest du die Pflanzen ebenfalls nicht gießen, vor allem nicht bei starkem Sonnenschein und Hitze. Die hohen Temperaturen verhindern nämlich, dass die Pflanzen das Wasser aufnehmen – es verdampft stattdessen. Starke Sonneneinstrahlung kann sogar dazu führen, dass die Pflanzen verbrennen, da die Wassertropfen wie Lupen wirken.


Das Hochbeet ganzjährig nutzen: So gelingt die Bewirtschaftung im Winter

Hochbeet im Winter bepflanzen

Die meisten Obst- und Gemüsesorten bevorzugen naturgemäß Wärme und Sonnenschein. Daher bringen die meisten Hobbygärtner die Saat im Frühjahr aus, sodass sie im Sommer und im frühen Herbst ernten können. Im Winter nutzen viele das Hochbeet gar nicht mehr. Was die meisten dabei außer Acht lassen: Man kann das Hochbeet auch ganzjährig bepflanzen. Denn es gibt durchaus frostunempfindliche Sorten, die du bedenkenlos auch während des Herbstes und Winters im Beet kultivieren kannst. So versorgt dich dein Garten auch in der kalten Jahreszeit mit Vitaminen.

Im Spätsommer, wenn du Tomaten, Gurken, Paprika und Co. abgeerntet hast, kannst du den Fokus auf winterharte Pflanzen legen. Zu den geeigneten Sorten gehören robuste Wintersalate wie Endivien, Feldsalat, Mangold und Spinat, aber auch Lauch und diverse Kohlarten wie Grünkohl, Rosenkohl oder Weißkohl. Zudem kannst du Kräuter ins Beet setzen, die ihre Blätter im Winter behalten, etwa Thymian, Salbei und Rosmarin. Diese solltest du in der kalten Jahreszeit aber nicht zu eifrig ernten, da die Pflanzen aufgrund der niedrigen Temperaturen kaum oder gar nicht nachwachsen.

Ein Pflanzkalender erleichtert dir die Pflege deines Hochbeets erheblich:

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Wichtig bei Nichtnutzung im Winter: Das Hochbeet abdecken

Hochbeet winterfest

Auch wenn es mit der richtigen Pflege prinzipiell möglich ist, ein Hochbeet ganzjährig zu bewirtschaften, gönnen viele Hobbygärtner ihrem Beet im Winter ein paar Monate Ruhe. All jenen, die auf den Anbau von Wintergemüsesorten verzichten möchten, bieten sich bei Wintereinbruch zwei Alternativen:

1. Das Hochbeet winterfest machen: Die bequemste Lösung ist, das Beet über die kalte Jahreszeit ruhen zu lassen. Dabei empfiehlt es sich, das Hochbeet mit einer Teichfolie, einem Thermo-Gartenvlies, einem Folientunnel oder mit einer Doppelstegplatten-Konstruktion abzudecken. So verhinderst du, dass Frost zu sehr in den Wurzelraum der Pflanzen eindringt und die Nährstoffe durch das raue Winterwetter ausgewaschen werden. Alternativ kannst du dein Beet mit Stroh oder Laub bedecken.

2. Eine Gründüngung vornehmen: Durch eine Gründüngung bereitest du dein Beet optimal auf das bevorstehende Frühjahr vor. Hierzu pflanzt du im Dezember am besten Leguminosen an, die Stickstoff im Erdreich binden. Im Februar kommen schließlich robuste Gründüngungspflanzen wie Esparsette oder Klee zum Einsatz. Bevor du mit der Aussaat für den kommenden Frühling und Sommer beginnst, brichst du die Gründüngungspflanzen um und arbeitest sie in die Erde ein.


Fazit: Das Hochbeet ganzjährig zu bepflanzen lohnt sich!

Hochbeet ganzjährig Kohl Spinat

Grünkohl, Spinat, Endivien, Feldsalat und Co. sind lecker und sehr gesund. Warum also im Winter mit dem Bewirtschaften des Hochbeets pausieren? Mit dem richtigen Maß an Hingabe kannst du dein Hochbeet problemlos ganzjährig bepflanzen. Wenn du die Gartenarbeit in der kalten Jahreszeit ruhen lassen möchtest, solltest du dein Hochbeet abdecken, damit es im Frühjahr wieder mit einem reichhaltigen Wurzelraum aufwartet.

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