Ziergehölze

Ähnlich wie beim Obstbaumschnitt lässt sich auch der Ziergehölschnitt in vier Phasen einteilen, je nach Alter des Gehölzes: Pflanzschnitt, Erziehungsschnitt, Erhaltungsschnitt und Verjüngungsschnitt. Der Pflanzschnitt dient dazu, das Gleichgewicht zwischen dem verringerten Wurzelvolumen der ausgegrabenen, wurzelnackten Pflanze und den oberirdischen Trieben wieder herzustellen, indem alle Triebe stark eingekürzt werden.


Ziergehölze fachgerecht schneiden

In den folgenden Jahren sorgt der Erziehungsschnitt dafür, dass das Gehölz seine angestrebte Form erhält. Hierbei sollte insbesondere darauf geachtet werden, dem Gehölz ein stabiles Astgerüst zu geben, aus dem sich die Haupttriebe optimal entwickeln können.

Hat das Gehölz schließlich seine endgültige Form enthalten, wird diese durch einen regelmäßigen Erhaltungsschnitt beibehalten, der je nach Art auch kräftiger ausfallen darf. Dabei sollte grundsätzlich älteres, vergreistes Holz entfernt und neues belassen werden, damit dir das Ziergehölz lange Freude bereitet. Insbesondere nach innen wachsende Äste und solche, die andere, optimaler wachsende Äste in ihrem Wachstum stören, sollten im Zuge eines Erhaltungsschnittes entfernt werden.

Solltest du es häufiger verpasst haben, ihren Ziergehölzen einen formerhaltenden Schnitt zu geben, so kann dies durch einen Verjüngungsschnitt in gewissem Maße nachgeholt werden. Das Gehölz muss dann stark zurückgeschnitten werden, indem altes, vergreistes Holz bodennah entfernt wird. Das neue Astgerüst sollte dann aus kräftigen, jüngeren Trieben bestehen. Durch eine solche Verjüngungskur kann sich das Gehölz erholen und revitalisieren, so dass sich wieder kräftige Triebe, sattes Grün und üppige Blüten entwickeln können.


Frühjahrsblüher richtig schneiden

Frühjahrsblüher wie Ginster, Forsythie oder Flieder legen ihre Blüten bereits im Sommer des Vorjahres an. Ein Schnitt im Erstfrühling, vor der Blüte also, hätte demnach zur Folge, dass die Blütenknospen entfernt werden. Schneide deine Frühjahrsblüher also erst, nachdem du die volle Blütenpracht der Sommervorboten genossen hast. Sobald die Blütezeit aber vorüber ist, kannst du beherzt zur Gartenschere greifen und zurückschneiden, was im nächsten Jahr noch prächtiger blühen soll.

Beim Flieder kannst du bereits während der Blüte fortlaufend verblühte Blütenrispen entfernen. Dadurch werden die darunter liegenden Neutriebe angeregt, im Sommer noch kräftigere Blütenknospen für das nächste Jahr anzulegen. Der Flieder macht sich bekanntlich auch sehr gut in der Vase. Hole dir doch einfach den Frühling mit üppigen Fliedersträußen, deren Duft dich verzaubern wird, in deine vier Wände. Keine Sorge – der Schnitt von noch nicht verblühten Blütenrispen ist vollkommen unproblematisch, solange du nicht alle Blütenrispen des Strauches zu Sträußen verarbeitest.

Forsythien und Blutjohannisbeeren vertragen nach der Blüte einen kräftigen Rückschnitt. Ältere Triebe, die bereits mehr als vier Jahre geblüht haben, werden bodennah entfernt. Durch das Auslichten verhinderst du ein Vergreisen des Gehölzes, wodurch sich die Blütenpracht des nächsten Jahres besser entwickeln kann. Abgeblühte Triebe können bis zum Ansatz kräftiger Seitentriebe stark eingekürzt werden.

Abgeblühte Triebe von Mandelbäumchen sollten jedes Jahr stark eingekürzt werden. Abgestorbene und vergreiste Triebe werden bis ins gesunde Holz entfernt. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn eine schwarze Verfärbung der Triebe deutet einen ansteckenden Pilzbefall mit Monilia an, der häufig nach der Blüte auftritt. Eine sorgfältige Desinfektion der Gartenschere ist dann unerlässlich, um eine Übertragung auf gesundes Holz zu vermeiden.

Der Schneeball muss nur etwa alle drei Jahre geschnitten werden. Die abgeblühten Triebe werden dann bis auf einen kräftigen Seitentrieb eingekürzt. Ganz anders sieht es beim Japanischen Schneeball aus. Er wächst nahezu perfekt und sollte gar nicht geschnitten werden.

Generell gilt bei frühjahrsblühenden Gehölzen, dass schnellwachsende Sträucher wie Forsythie oder Mandelbäumchen einen eher strengen Rückschnitt, mitunter auch einen Stockschnitt, vertragen, während langsamwachsende Sträucher wie Hamamelis oder Seidelbast einen eher zurückhaltenden Schnitt brauchen, um im nächsten Jahr kräftiger austreiben zu können.


Schnittzeitpunkt für Sommerblüher

Sommerblühende Sträucher wie Hibiskus und Buddleja werden idealerweise im Erstfrühling, sprich im März und April, geschnitten. Bot die über den vergangenen Sommer gewachsene Pflanzenmasse dem Gehölz Schutz vor Kälte und Frost über den Winter, so ist es im Frühling Zeit für eine Rundumerneuerung. Denn durch einen starken Rückschnitt wird die Pflanze angeregt, viele neue Triebe zu bilden, an denen im Sommer dann unzählige Blüten erscheinen. Ein Schnitt fördert nicht nur das Pflanzenwachstum und die Vitalität des Gehölzes, er gibt der Pflanze auch mehr Stabilität und Bruchsicherheit.

Bei Sommerflieder, Blauraute, Bartblume, Rispen- und Strauchhortensie kannst du beherzt die letztjährigen Triebe bis auf Stummel zurückschneiden. Kürze veraltete Triebe bis auf Zapfen stark ein. So wirst du dich im Sommer lange an den herrlichen Blüten, die deine umhegten Sträucher hervorbringen, erfreuen können.

Auch der Hibiskus bildet seine Blüten an diesjährigen, neuen Trieben. Er sollte im Frühjahr so ausgelichtet werden, dass etwa vier bis sechs gesunde Haupttriebe das Grundgerüst bilden, dessen Seitentriebe bis auf 5 bis 10 cm zurückgeschnitten werden. Triebe aus dem letzten Jahr werden stark eingekürzt. So gepflegt, kann der Hibiskus nun fortlaufend Blüten in den Blattachseln der neu wachsenden Triebe bilden und du den ganzen Sommer über mit immer neuen, hübschen Blüten verzauberst.


Heckenschnitt

Heckenpflanzen sind allgemein sehr schnittverträglich und können mehrmals im Jahr geschnitten werden. Nur während extremer Hitzeperioden im Sommer oder kurz vor dem Frost sollten Sie die Pflanzen nicht zusätzlich dadurch belasten, dass Sie gestutzt werden. Allerdings gibt es bei der Notwendigkeit eines Schnittes je nach Sorte teilweise enorme Unterschiede. Langsam wachsende Heckenpflanzen benötigen in der Regel nur einmal im Jahr einen Rückschnitt und sind damit sehr pflegeleicht. Mit schneller wachsenden Sorten erreichst du zwar schneller die von dir gewünschte Höhe der Hecke, du musst die Hecke aber öfter zurückschneiden, um sie in der gewünschten Form zu erhalten und zu verhindern, dass sie unordentlich wirkt. Du solltest dir also schon vor dem Kauf gut überlegen, ob du eine langsam oder schnell wachsende Pflanze wählst. Insbesondere die langsam wachsenden Sorten, wie beispielsweise den Buchsbaum, gibt es in vielen verschiedenen Wuchshöhen, sodass du nicht allzu viel Geduld benötigst, bis deine Hecke deinen Wünschen entspricht.