Ein selbst gepflanzter Heidelbeerstrauch im Garten trägt nicht nur eines Tages leckere Früchte, die auch als Blaubeeren bekannt sind. Er ist zudem auch eine echte Augenweide. Ist der richtige Standort gefunden und ist die passende Erde für die Heidelbeerpflanze gegeben, ist so ein Beerenstrauch außerdem pflegeleicht. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du eigene Heidelbeersträucher pflanzen kannst.

Finde die passenden Obstgehölze im toom Onlineshop.Zum Shop

Über die Heidelbeere in Natur und Gärten

Die Heidelbeere, im Englischen als „blueberry“, also „Blaubeere“ bekannt, gehört zu den Heidekrautgewächsen. Aufgrund ihrer saftigen und süßen essbaren Früchte ist sie einerseits eine Nutzpflanze und zugleich auch ein Zierstrauch, weil sie fast das ganze Jahr hindurch einen Blickfang darstellt. Im Frühjahr trägt die Heidelbeere im Garten und in der Natur weiße Blüten, im Sommer sattes Grün und bläuliche Beeren und im Herbst verfärbt sich das Laub rot.

Waldheidelbeeren im Wald

Waldheidelbeere

Man unterscheidet zwischen der Waldheidelbeere – auch: Wildheidelbeere – und der gezüchteten Kulturheidelbeere. Die heimische Waldheidelbeere trägt kleinere Früchte und wächst in Wäldern, und an Waldrändern. Auch der Strauch an sich ist mit einer Wuchshöhe von bis zu 50 cm wesentlich kleiner als die Sorte Heidelbeere, die in Kübel und Gärten gepflanzt werden.

Saftige, blaue Kulturheidelbeeren

Kulturheidelbeere

Die Kulturheidelbeere kann hingegen mehr als 1,50 m groß werden und trägt außerdem größere Früchte, deren Fruchtfleisch weiß ist. Sie stammt nicht von der mitteleuropäischen Waldheidelbeere, sondern von einer amerikanischen Art ab. In vielen deutschen Gärten findet sich die Kulturheidelbeeren.


Standort und Erde für Heidelbeeren

Möchtest du eigene Heidelbeeren pflanzen, so sind der richtige Standort und die passende Bodenbeschaffenheit die wichtigsten Kriterien für eine erfolgreiche Ernte. Der Heidelbeerstrauch bevorzugt humusreichen, sandigen, leicht sauren Boden und steht am liebsten in der Sonne oder im Halbschatten – wo er nichtsdestotrotz genügend (kalkarmes) Wasser benötigt.

Tipp: Bei vollsonnigem Standort werden die Heidelbeeren besonders süß.

Heidelbeerstrauch wird eingepflanzt

Die passende Erde für Heidelbeeren

Als gute Erde für Heidelbeeren hat sich spezielle Beerenerde oder Rhododendronerde bewährt, da die Blaubeerpflanze ähnliche Ansprüche wie der Rhododendron hat. Möchtest du Erde für die Heidelbeer-Anzucht selbst mischen, solltest du auf jeden Fall Rindenmulch, Tannennadeln und Laub untermischen, damit der Heidelbeerstrauch waldähnliche Bedingungen hat.

Heidelbeeren im Garten

Aufgrund ihrer Anmut sind Heidelbeeren im Garten beliebt. In einer Reihe gepflanzt, können Heidelbeersträucher auch als Sichtschutz fungieren. Du kannst sie aber auch mitten ins Gemüsebeet setzen. Wie die Früchte vieler anderer im Garten gepflanzter Beerensträucher auch sind Heidelbeeren ein süßer und gesunder Zwischendurch-Snack für Kinder und Erwachsene.

Heidelbeeren im Kübel pflanzen

Alternativ kannst du Heidelbeeren auch im Kübel pflanzen – oder in einem Pflanzsack, der Balkon oder Terrasse ziert. Du musst allerdings auf eine ausreichende Kübelgröße achten: In mindestens 50 l Erde sollten einzelne Heidelbeersträucher gepflanzt werden. Der Blaubeerstrauch wächst zwar langsam, aber er wächst stetig. Daher sollte er alle zwei bis vier Jahre in einen größeren Kübel umgetopft werden. Besonders bei der Verwendung eines Topfs ist darauf zu achten, dass keine Staunässe entsteht und die Heidelbeerpflanze dennoch genügend Wasser bekommt.

Tipp: Bei Verwendung eines durchlässigen Pflanzsacks kann Staunässe gar nicht erst auftreten.


Einen Heidelbeerstrauch pflanzen: Schritt für Schritt

In der nachfolgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung erfährst du, wie du einen Heidelbeerstrauch am besten pflanzen kannst. Die idealen Zeiträume für das Einpflanzen von Blaubeeren sind Frühjahr und Herbst.

Tipp: Durch das Anpflanzen verschiedener Heidelbeersorten erhöht sich die Chance auf erfolgreiche Befruchtung.

Heidelbeerstrauch wird in Loch gelegt

1. Strauch und Boden vorbereiten

In der Zeit, in der du im Garten ein Loch für deinen Heidelbeerstrauch gräbst, in das du die Zuchterde einfüllst – bzw. während du den Topf mit Erde befüllst –, kannst du den Strauch mit dem Wurzelballen in einem Eimer Wasser zwischenlagern, wo er sich schon mal gut mit Feuchtigkeit vollsaugen und auf das Einpflanzen vorbereiten kann.

2. Heidelbeerstrauch einpflanzen

Nun setzt du den Heidelbeerstrauch vorsichtig in das vorbereitete Loch und schüttest es mit der Erdmischung zu. Da es sich bei der Heidelbeere um einen sogenannten Flachwurzler handelt, sollte der Strauch nicht zu tief eingepflanzt werden – der Wurzelballen sollte gerade eben mit Erdreich bedeckt sein.

Heidelbeerstrauch wird mit Erde versorgt

3. Gießen und mulchen

Anschließend wird der Strauch großzügig gegossen – so schließen sich auch eventuelle Hohlräume im Boden. Danach deckst du die Bereiche rund um die frisch eingepflanzte Heidelbeere mit Mulch oder etwas Ähnlichem ab (z. B. Rindenmulch, Laub, Tannennadeln). Eine solche Schicht dient als natürlicher Dünger, schützt den Boden vor dem Austrocknen und hemmt Unkrautwachstum.


Heidelbeersträucher nach dem Pflanzen richtig pflegen

Heidelbeeren werden betrachtet

Wenn du von vornherein den richtigen Standort für deine Heidelbeerpflanze gewählt hast, ist sie relativ leicht zu pflegen. Im ersten Jahr empfiehlt es sich, die Blüten noch herauszubrechen. Dann gibt es zwar keine Ernte, doch das Folgejahr sollte dafür umso ertragreicher werden.

Wasser und Dünger

Die wichtigste Pflegemaßnahme für Heidelbeersträucher ist eine ausreichende Wasserzufuhr. Da sie wie die meisten Pflanzen kalkarmes Wasser bevorzugen, eignet sich Regenwasser am allerbesten zum Gießen, wobei du wie gesagt die Entstehung von Staunässe unbedingt vermeiden solltest. Zum Düngen der Pflanzen eignen sich natürliche Düngemittel wie Mulch oder auch Kaffeesatz.  

Schnitt

Du kannst deinen selbst gepflanzten Heidelbeerstrauch gelegentlich beschneiden, wenn er dir zu üppig geworden ist. In der Regel genügt es, wenn du das alle drei bis vier Jahre tust. Dabei solltest du im Frühjahr alte Zweige knapp über jungen Seitentrieben abschneiden. Abgestorbene Zweige entfernst du am besten, sobald sie dir auffallen.

Tipp: Im Juli abgeschnittene Triebe lassen sich als Stecklinge vermehren.


Ernte und Lagerung der Früchte

Viele Heidelbeeren an einem Strauch

Die süßen Heidelbeerfrüchte reifen ab Juli und bis in den September hinein. Je länger sie reifen können, desto süßer werden sie. Die süßesten Blaubeeren bekommst du, wenn du wartest, bis der Beerenansatz nicht mehr rötlich, sondern komplett blau gefärbt ist. Wie alle frischen Beeren lassen sich auch Heidelbeeren nicht allzu lange lagern – höchstens ein bis zwei Wochen, wenn der Lagerort kühl und dunkel ist. Möchtest du noch lange nach der Ernte deine Heidelbeeren genießen, kannst du diese auch problemlos einfrieren.

Tipp: Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sich Blaubeeren bis zu zwei Wochen.


Überwintern von Heidelbeerpflanzen

Heidelbeeren im Garten sind winterhart und überstehen die kalten Monate hierzulande im Normalfall ohne Schaden. In einem Topf oder Kübel gepflanzte Heidelbeeren sind etwas empfindlicher: Stelle sie in den Wintermonaten am besten an einen geschützten Ort, bedecke die Erde mit einer zusätzlichen Schicht Mulch und umwickle ihre Töpfe mit einem isolierenden Material (wie etwa Vlies).


Krankheiten und Schädlinge

Frostspannerraupe auf einem Stiel

Krankheiten und Schädlinge setzen Blaubeersträuchern recht selten zu. Heidelbeeren im Garten können vom Frostspanner – einer Schmetterlingsart – geschädigt werden, dessen Raupen die Sträucher mitunter ganz kahl fressen. Mit einem regelmäßigen Beschnitt deiner Heidelbeergewächse kannst du dem Schädlingsbefall vorbeugen.

Außerdem achtest du bei Heidelbeersträuchern im Garten am besten auf ausreichenden Abstand beim Einpflanzen – dadurch übertragen sich Schädlinge an einzelnen Pflanzen nicht gleich auf alle anderen Blaubeergewächse. Das gilt beispielsweise auch in Bezug auf die Blattfleckenkrankheit oder Grauschimmel, beide befallen Blaubeersträucher allerdings eher selten.

Übrigens machen sich auch viele Vögel allzu gern über die süßen Blaubeeren her – wer könnte es ihnen verdenken? Vogelscheuchen und andere Utensilien zur Abschreckung von Vögeln können hier hilfreich sein. Doch wer ohnehin viele Heidelbeeren in seinem Garten hat, wird die leckeren Früchte bereitwillig mit der Vogelwelt teilen.


Das könnte dich auch interessieren