Sie sind schön, lecker und ziemlich gesund: Johannisbeeren. In einem Nasch- und Obstgarten dürfen die säuerlichen Früchte nicht fehlen, denn die Sträucher bringen reichlich Ertrag und die kleinen Beeren sind ganz schnell mal im Vorbeigehen verspeist. In diesem Ratgeber von toom Baumarkt erfährst du, wie du Johannisbeersträucher richtig pflanzt und wie du sie anschließend pflegen solltest.


Über die Johannisbeere

Nahaufnahme von Johannisbeeren am Strauch.

Johannisbeeren gehören zur Familie der Stachelbeergewächse und sind somit nah mit den Stachelbeeren verwandt. Von ihrem botanischen Namen „ribes“ leitet sich ihre österreichische Bezeichnung Ribisel ab, die du vielleicht schon mal im Supermarkt auf Sirupflaschen oder Ähnlichem gesehen hast. Dank wichtiger Nährstoffe und einem hohen Gehalt an Vitamin C sind Johannisbeeren wahnsinnig gesund und noch dazu sehr insektenfreundlich – gut also für Mensch, Tier und Umwelt. Ob als Beerenobst oder Zierpflanze, im Garten oder in der Natur, als Hecke oder einzelner Strauch – mit Johannisbeeren machst du garantiert nichts falsch!

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Sortenvielfalt

Möchtest du eigene Johannisbeeren pflanzen und damit deinen Obstgarten bereichern, kannst du dir eine Sorte aussuchen oder mehrere Sträucher nebeneinander pflanzen. Die hängenden Trauben gibt es mit roten, weißen und schwarzen Beeren. Bei Pflanzung und Pflege wird aber nur in rote/weiße und schwarze unterschieden, da weiße Sorten nur eine Farbvariante der roten sind und daher dieselben Ansprüche haben.

Sorte

Geschmack

Besonderheiten

rot

Geschmack

kräftig-säuerlich

Besonderheiten

Früchte an mehrjährigen Trieben

weiß

Geschmack

mild-säuerlich

Besonderheiten

Früchte an mehrjährigen Trieben

schwarz

Geschmack

herb

Besonderheiten

Früchte an jungen, ein- bis zweijährigen Trieben


Ideale Bedingungen

Große freistehende Johannisbeersträucher auf einer Wiese.

Damit deine Johannisbeeren gesund wachsen können, solltest du auf einen passenden Standort, das richtige Substrat und die ideale Pflanzzeit achten. Unter Berücksichtigung dieser Punkte ist es nicht relevant, ob du den Johannisbeerstrauch ins Beet oder in den Kübel pflanzt, denn die Beeren gedeihen sowohl im Gartenboden als auch im Topf.

Wo kann ein Johannisbeerstrauch am besten wachsen?

Am liebsten stehen Johannisbeeren sonnig bis halbschattig und etwas windgeschützt. Hast du nur einen halbschattigen Standort zur Verfügung, empfiehlt es sich, auf weiße Sorten zurückzugreifen – diese gedeihen im Halbschatten besser als andere Sorten. Die schwarze Johannisbeere ist bei ihrem Standort nicht ganz so anspruchsvoll und hält auch mal kurzzeitige Trockenheit oder Nässe aus.

Tipp: Je mehr Sonne deine Johannisbeeren abbekommen, desto höher wird der Ertrag. Auch die Fruchtsüße erhöht sich bei sonnigeren Standorten.


Welche Erde eignet sich für Johannisbeeren?

Zwei Hände voll mit Erde auf einem sonnenbeschienenen Acker.

Pflanze Johannisbeersträucher am besten in humus- und nährstoffhaltigen Boden. Du kannst die Erde mit frischem Kompost vermengen, damit die Wurzeln ausreichend Nährstoffe zur Verfügung haben. Das Substrat für Johannisbeeren sollte gleichmäßig feucht gehalten werden – weder Trockenheit noch Staunässe sind gut für die Flachwurzler.

Tipp: Eine Mulchschicht auf dem Substrat beugt zu schneller Verdunstung vor und hält den Boden länger feucht – das ist besonders im Sommer von Vorteil.

Pflanzzeit von Johannisbeeren

Theoretisch kannst du gekaufte Containerpflanzen das ganze Jahr über einpflanzen, doch solltest du vor allem in der wärmeren Jahreszeit unbedingt auf ausreichend Feuchte in den ersten Monaten achten. Die ideale Pflanzzeit von Johannisbeeren ist im Herbst, sodass die Sträucher die feuchten Wintermonate zum Bewurzeln nutzen können. Alternativ klappt es aber auch im zeitigen Frühjahr noch ganz gut, wenn der Boden noch recht feucht und es noch nicht zu warm ist.


Johannisbeerstrauch pflanzen: Schritt für Schritt

Einen Johannisbeerstrauch wird in den Boden gesetzt.

Wenn du Johannisbeeren oder andere Beerensträucher pflanzen möchtest, ist der richtige Abstand wichtig – nur so können sich die Wurzeln gesund ausbreiten und es wird Pilzbefällen und Schädlingen vorgebeugt. Der empfohlene Pflanzabstand bei Johannisbeeren ist etwa 150 cm bei roten und weißen Sorten sowie 200 cm bei schwarzen Beeren. Ob du die Johannisbeeren im Beet einpflanzt oder in einen Kübel setzt, macht bei der Vorgehensweise kaum einen Unterschied.

Tipp: Für einen höheren Ertrag hat es sich bewährt, die drei Haupttriebe des Johannisbeerstrauchs fächerförmig an einem Drahtspalier zu befestigen – das soll für lange Rispen und gute Reife sorgen.

1. Boden vorbereiten

Wähle den Standort und das passende Substrat für deine Johannisbeeren aus. Der Boden sollte umgegraben und von Unkraut befreit werden, damit dein Beerenstrauch ungehindert wachsen kann. Grabe ein großzügiges Pflanzloch und lockere auch die Erde drum herum etwas auf. Gib anschließend frischen Kompost in das Loch, bevor du den Johannisbeerstrauch einpflanzt.

2. Beerenstrauch vorbereiten

Bevor deine Johannisbeere nun eingepflanzt wird, musst du den Strauch vorbereiten. Schneide zuerst schwache und beschädigte Triebe zurück und kürze dann die restlichen Triebe um ein Drittel ein. Weitere Informationen zum Rückschnitt findest du in unserem Ratgeber „Beerensträucher schneiden”. Nimm den Strauch anschließend aus dem Topf und wässere den Wurzelballen, bis dieser gut durchnässt ist.

3. Johannisbeerstrauch einpflanzen

Sind Boden und Strauch vorbereitet, geht es ans Einpflanzen. Setze den Johannisbeerstrauch mittig in das Pflanzloch – ein paar Zentimeter tiefer als er zuvor im Topf war. Schwarze Johannisbeeren pflanzt du sogar eine ganze Handbreit tiefer, damit sich viele neue Triebe ausbilden können. Sitzt der Johannisbeerstrauch an Ort und Stelle, kannst du das Loch mit frischer Erde auffüllen und festtreten. Gieße deinen neuen Beerenstrauch nun kräftig an und mulche die Oberfläche, um das Wasser im Boden zu halten.


Johannisbeeren im Topf pflanzen

Eine junge Johannisbeerpflanze im Topf.

Du kannst Johannisbeeren auch auf dem Balkon oder der Terrasse halten. Verwende dafür ausreichend große Pflanzkübel – denn die Pflanzen können bis zu zwei Meter groß werden. Es empfehlen sich mindestens 30 Liter Erde pro Strauch. Der Topf sollte außerdem eine Drainageschicht bekommen sowie ein Abzugsloch besitzen, damit es nicht zu Staunässe kommt. Wie bei Johannisbeeren im Beet kannst du die Erdoberfläche auch im Topf mit Mulch versorgen, um Verdunstung vorzubeugen.


Pflege von Johannisbeeren

Ein Gärtner schneidet einen Johannisbeerstrauch mit einer Astschere zurecht.

Neben ausreichender Wasserzufuhr – und gleichzeitiger Vermeidung von Staunässe – solltest du die Sträucher zur Pflege regelmäßig düngen. Es empfiehlt sich organischer Dünger, da dieser nicht nur die Wurzeln versorgt, sondern gleichzeitig den Boden verbessert. Alternativ kannst du frischen Kompost einarbeiten. Außerdem ist ein jährlicher Rückschnitt gut für jahrelange, hohe Erträge.

Johannisbeersträucher überwintern

Bei der Überwinterung von Johannisbeeren gibt es nicht viel zu beachten, da sie wie viele Beerensträucher zu den winterharten Pflanzen gehören. Der Wurzelballen sollte jedoch nicht frieren, weshalb sich eine großzügige Mulchschicht eignet. Steht deine Johannisbeere nicht windgeschützt, solltest du sie außerdem im Winter mit einem Pflanzenvlies abdecken oder einen Windschutz aufstellen.

Krankheiten und Schädlinge

Grundsätzlich sind Johannisbeersträucher sehr pflegeleicht. Doch am falschen Standort, bei Staunässe oder mit ungünstigen Nachbarn können Krankheiten und Schädlinge auftreten. Besonders von Krankheiten betroffen sind rote Johannisbeeren. Verbreitet sind die Rotpustelkrankheit, Mehltau sowie diverse Schadpilze und Blattfall. Außerdem tritt häufiger ein Befall von verschiedenen Blattläusen wie der Johannisbeerblasenlaus oder der Johannisbeertrieblaus auf. Bemerkst du einen Befall rechtzeitig, könnte das Entfernen der betroffenen Pflanzenteile ausreichen. Ansonsten müssen Krankheiten und Schädlinge entsprechend bekämpft werden. Vorbeugen kannst du Krankheiten und Schädlingen mit einer guten Pflege und der richtigen Nährstoffzufuhr.

Johannisbeeren vermehren

Um Johannisbeersträucher zu vermehren, kannst du im Winter Steckhölzer schneiden. Trenne hierfür ein paar Triebe vom Strauch ab und kürze diese jeweils auf etwa 15 bis 20 cm ein – wichtig ist, dass das Steckholz oben und unten jeweils eine Knospe hat. Nimm nun einen Pflanztopf mit Anzuchterde – diese kann zusätzlich mit etwas Sand vermengt werden. Stecke dann die abgetrennten und gekürzten Hölzer tief in die Erde, sodass nur noch ein paar Zentimeter zu sehen sind. Der Topf sollte draußen dann windgeschützt stehen und die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden – nicht zu nass, damit sie nicht friert und auch keine Staunässe entsteht. Sobald die Steckhölzer ausreichend Wurzeln gebildet haben, kannst du den Johannisbeerstrauch einpflanzen – wie oben beschrieben am besten im Herbst oder ganz früh im Jahr.

Tipp: Wenn du das Steckholz unten schräg anschneidest, ist die Fläche zum Bewurzeln etwas größer.


Ernte und Verwendung von Johannisbeeren

Drei Schalen voll mit geernteten Johannisbeeren.

Rote und weiße Johannisbeeren kannst du bereits im Juni bis in den Juli ernten, die schwarzen Sorten sind etwas später dran und reifen bis in den August. Je später du die Beeren erntest, desto süßer wird ihr Geschmack. Die Rispen kannst du mit einer Schere vom Strauch abschneiden. Um die einzelnen Beeren abschließend von den Rispen zu trennen, eignet sich eine Gabel. Gelagert werden sollten die Beeren kühl und trocken – dann halten sie sich ein paar Tage. Alternativ kannst du sie auch einfrieren und später verwenden.

Johannisbeeren kannst du einfach roh naschen – direkt vom Strauch oder nach der Ernte. Da die Beeren teilweise recht sauer sein können, werden sie aber auch sehr gerne in Marmeladen, Gelees und Desserts verarbeitet. Wie wäre es zum Beispiel mit einem fruchtigen Beerenkuchen – belegt mit leckeren Johannisbeeren, Heidelbeeren und Erdbeeren aus dem eigenen Nutzgarten?

Tipp: Beeren solltest du immer bei trockenem Wetter ernten, damit sie nicht so schnell faulen.


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