Ratgeber

Rosmarin pflanzen und pflegen: So gedeiht das mediterrane Kraut

Nahaufnahme von frischen, grünen Rosmarinzweigen.
Lesezeit 16 Minuten
Inhalt:

Würzig, immergrün und pflegeleicht: Rosmarin gehört in jeden Kräutergarten – ob im Beet oder im Topf auf dem Balkon. Wer Rosmarin pflegen will, braucht vor allem drei Dinge: einen sonnigen Standort, durchlässige Erde und eine sparsame Hand beim Gießen. Wir zeigen dir, wie du Rosmarin richtig pflanzt, düngst und sicher durch den Winter bringst.


Steckbrief: Rosmarin (Salvia rosmarinus)

Rosmarin (Salvia rosmarinus) ist ein immergrüner Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum, der mit wenig Pflege auskommt – solange Standort und Wasserversorgung stimmen. Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

Rosmarin im Steckbrief

Steckbrief zum immergrünen Halbstrauch Rosmarin.
Deutscher NameRosmarin
Botanischer Name Salvia rosmarinus (früher: Rosmarinus officinalis)
PflanzenfamilieLippenblütler (Lamiaceae)
Pflanzenartimmergrüner Halbstrauch
Wuchshöhe50 bis 150 cm, je nach Sorte
Wuchsbreite40 bis 100 cm
BlütezeitMärz bis Mai, oft Nachblüte im Spätsommer
Blütenfarbehellblau bis violett, seltener weiß oder rosa
Standortvollsonnig, warm und geschützt
Bodendurchlässig, sandig, mager, gern kalkhaltig
Pflegeintensitätgering
Winterhartbedingt winterhart, je nach Sorte bis ca. −10 °C
Giftignein, essbar (beliebtes Küchenkraut)
VerwendungKüchenkraut, Kräuterbeet, Kübel, Bienenweide

Der richtige Standort für Rosmarin

Nahaufnahme von dicht wachsendem Rosmarin im Sonnenlicht.
Je sonniger der Platz, desto intensiver duften die Nadeln von Rosmarin.

Rosmarin braucht einen vollsonnigen, warmen und windgeschützten Standort. Je mehr Licht er erhält, desto aromatischer werden seine Nadeln. Ideal ist ein Platz an einer Südwand, auf der Terrasse oder im sonnigsten Eck deines Kräutergartens. Dort speichert das Mauerwerk tagsüber Wärme und gibt sie nachts wieder ab, wodurch ein Klima entsteht, das dem in der mediterranen Heimat des Halbstrauchs ähnelt.

Im Halbschatten wächst Rosmarin zwar auch, bleibt aber kompakter und entwickelt weniger ätherische Öle. Ein dauerhaft schattiger Platz ist nichts für das Würzkraut: Hier kümmert es und wird anfällig für Krankheiten.

Welche Erde braucht Rosmarin?

Rosmarin wächst am besten in durchlässiger, sandiger und eher magerer Erde – Staunässe ist sein größter Feind. Schwere, lehmige Gartenböden lockerst du vor dem Pflanzen mit Sand oder feinem Splitt auf. Ein leicht kalkhaltiger Boden ist kein Problem, im Gegenteil: Rosmarin verträgt Kalk gut.

Das mag dein Rosmarin im Beet:

  • durchlässiger, sandiger Boden ohne Staunässe.
  • mageres Substrat – nährstoffreiche Erde fördert weiches, frostempfindliches Wachstum.
  • pH-Wert im neutralen bis leicht alkalischen Bereich.

Welche Erde für Rosmarin im Topf?

Für Rosmarin im Topf eignet sich Kräutererde, die du mit etwa einem Drittel Sand oder Splitt mischst. So bleibt das Substrat locker und überschüssiges Wasser kann abfließen. Herkömmliche Blumenerde ist pur zu nährstoffreich und speichert zu viel Feuchtigkeit.

Wichtig ist außerdem eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies am Topfboden und ein Gefäß mit Abzugsloch. Mehr dazu liest du im nächsten Kapitel, wenn es ans Einpflanzen geht.

Carolin Lütke

Südliche Kräuter wie Rosmarin brauchen einen gut durchlässigen Boden und viel Sonne.

Carolin Lütke - Verkäuferin Garten

Rosmarin richtig pflanzen – Schritt für Schritt

Schild "Gartenzeit" in Rosmarin
Bei idealen Anbaubedingungen und ausreichend Platz kann Rosmarin bis zu zwei Meter hoch werden.

Ob im Beet oder im Topf: Rosmarin zu pflanzen ist unkompliziert, wenn Zeitpunkt, Standort und Substrat stimmen. Hier zeigen wir dir, wie du dabei am besten vorgehst.

Wann pflanzt man Rosmarin?

Die beste Pflanzzeit für Rosmarin ist das Frühjahr nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai. Zu diesem Zeitpunkt drohen keine Spätfröste mehr und die junge Pflanze hat die ganze Saison Zeit, um gut einzuwurzeln. Eine Pflanzung im Spätsommer ist ebenfalls möglich, allerdings sollte der Rosmarin dann bis zum ersten Frost mindestens sechs bis acht Wochen Zeit zum Anwachsen haben.

Rosmarin ins Beet pflanzen

Eine Person pflanzt Rosmarin mit einer Handschaufel in ein Gartenbeet.
Beim Pflanzen ins Beet schließt der Wurzelballen von Rosmarin ebenerdig ab.

Im Nutzgarten oder Kräuterbeet fühlt sich Rosmarin neben anderen mediterranen Kräutern wie Thymian, Salbei oder Lavendel wohl, da sie alle sonnige und trockene Standorte bevorzugen. So pflanzt du deinen Rosmarin ein:

  • Schritt 1: Wässere den Wurzelballen. Stelle den Topf vor dem Pflanzen für einige Minuten in einen Eimer Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  • Schritt 2: Hebe das Pflanzloch aus. Es sollte etwa doppelt so groß sein wie der Wurzelballen.
  • Schritt 3: Sorge für Drainage. Bei schwerem Boden füllst du eine Schicht Kies oder Splitt ins Pflanzloch und mischst den Aushub mit Sand.
  • Schritt 4: Setze die Pflanze ein. Der Wurzelballen schließt ebenerdig mit der Bodenoberfläche ab. Setze ihn nicht tiefer.
     
  • Schritt 5: Auffüllen und andrücken. Fülle das Loch mit dem Erde-Sand-Gemisch auf und drücke es leicht an.
  • Schritt 6: Gieße einmal kräftig an. Wässere danach nur noch sparsam.

Halte zu Nachbarpflanzen einen Pflanzabstand von 40 bis 50 cm ein, damit der Halbstrauch genug Platz zum Wachsen hat und die Luft gut zirkulieren kann.

Rosmarin im Topf pflanzen

Person pflanzt Rosmarin in Topf
Beim Pflanzen von Rosmarin im Topf verhindert eine Drainageschicht aus Blähton Staunässe.

Rosmarin im Topf ist die richtige Wahl für Balkon und Terrasse. Das Gefäß kannst du im Herbst einfach ins Winterquartier räumen, sodass die Pflanze gut überwintern kann. Im Topf ist Rosmarin perfekt geeignet für eine mediterrane Terrasse.

Darauf kommt es an:

  • Topfgröße: mindestens 20 bis 30 cm Durchmesser, damit die Wurzeln Platz haben.
  • Abzugsloch: Pflicht, damit Gießwasser ablaufen kann.
  • Drainage: Eine Schicht Blähton oder Kies am Topfboden verhindert Staunässe.
  • Substrat: Kräutererde, die mit einem Drittel Sand oder Splitt gemischt ist.

Stelle den Topf anschließend an den sonnigsten Platz auf deinem Balkon oder deiner Terrasse.

Rosmarin ernten

Ernten kannst du Rosmarin das ganze Jahr über. Am aromatischsten sind die Nadeln kurz vor der Blüte, wenn der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Schneide dazu mit einer scharfen Schere ganze Triebspitzen ab, anstatt einzelne Nadeln zu zupfen. So bleibt die Pflanze in Form und treibt buschig nach.

Wichtig: Schneide dabei nicht ins alte, verholzte Holz, da Rosmarin daraus nur schwer wieder austreibt. Wie du deinen Rosmarin in Form bringst und Verkahlen verhinderst, erfährst du in unserem Ratgeber Rosmarin schneiden.


Rosmarin gießen und düngen

Rosmarinpflanze wird mit einer weißen Gießkanne gegossen.
Sparsam gießen: Rosmarin verträgt Trockenheit besser als Staunässe.

Bei der Pflege von Rosmarin gilt eine einfache Faustregel: Weniger ist mehr. Das mediterrane Kraut ist an trockene, nährstoffarme Standorte angepasst. Zu viel Wasser und übermäßige Düngung schaden ihm mehr als gelegentliche Vernachlässigung.

Wie oft muss man Rosmarin gießen?

Gieße Rosmarin erst, wenn die obere Erdschicht spürbar abgetrocknet ist – mache dazu einfach die Fingerprobe. Im Beet kommt eine eingewachsene Pflanze meist ohne zusätzliches Gießen aus und braucht nur in längeren Hitzeperioden Wasser. Rosmarin im Topf solltest du häufiger gießen, da das Substrat schneller austrocknet. Im Hochsommer kann das alle zwei bis drei Tage nötig sein.

Wichtig in jedem Fall: Staunässe vermeiden. Schütte überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer und gieße lieber seltener, dafür durchdringend. Stehen die Wurzeln dauerhaft im Nassen, droht Wurzelfäule.

Rosmarin düngen: Sparsam mit Hausmitteln

Rosmarin hat einen geringen Nährstoffbedarf. Im Beet reicht es, im Frühjahr etwas reifen Kompost flach in die Erde einzuarbeiten. Das versorgt die Pflanze für die ganze Saison. Topfpflanzen benötigen von April bis August etwa alle vier bis sechs Wochen eine schwach dosierte Gabe von Kräuter- oder Flüssigdünger.

Als Hausmittel eignet sich neben Kompost auch Hornspäne in kleiner Menge. Vorsicht dagegen bei Kaffeesatz geboten: Er säuert den Boden an – Rosmarin bevorzugt jedoch kalkhaltige, neutrale bis leicht alkalische Erde. Verzichte außerdem auf stickstoffbetonte Dünger: Sie fördern weiches, mastiges Wachstum, das frostempfindlich ist und weniger Aroma entwickelt.

Rosmarin mulchen

Beim Mulchen tickt Rosmarin anders als viele Gartenpflanzen: Statt Rindenmulch verwendest du besser mineralisches Material wie Kies, Splitt oder Sand. Rindenmulch hält die Feuchtigkeit im Boden – genau das mag Rosmarin nicht. Eine Schicht heller Kies dagegen reflektiert Wärme, hält den Wurzelbereich trocken und unterdrückt nebenbei unerwünschten Wildwuchs. Wie du hartnäckiges Unkraut entfernst, bevor du mulchst, liest du in unserem Ratgeber.


Rosmarin schneiden und pflegen

Ein regelmäßiger Schnitt hält deinen Rosmarin kompakt, buschig und vital. Ohne Schnitt verkahlt der Halbstrauch von innen, bildet immer mehr Holz und treibt aus altem Holz kaum noch aus. Der beste Zeitpunkt für den Pflegeschnitt ist das Frühjahr, kurz bevor die Pflanze neu austreibt und die letzten Fröste vorüber sind.

Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst, welche Schnittarten es gibt und wie du einen verkahlten Rosmarin rettest, zeigen wir dir ausführlich in unserem Ratgeber Rosmarin schneiden.


Rosmarin umtopfen oder umpflanzen

Eine Person pflegt einen Rosmarin im Topf.
Beim Umtopfen bekommt Rosmarin frisches Substrat und etwa 5 cm mehr Topfdurchmesser.

Rosmarin im Topf solltest du etwa alle zwei bis drei Jahre umtopfen – spätestens dann, wenn die Wurzeln aus dem Abzugsloch wachsen oder das Substrat komplett durchwurzelt ist. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr, kurz vor dem neuen Austrieb. 

So gehst du vor:

  • Schritt 1: Wähle ein größeres Gefäß. Der neue Topf sollte etwa 5 cm mehr Durchmesser haben als der alte.
  • Schritt 2: Lege eine Drainageschicht. Blähton oder Kies am Topfboden verhindert Staunässe.
  • Schritt 3: Topfe die Pflanze aus. Lockere den Wurzelballen vorsichtig und entferne altes, verbrauchtes Substrat.
  • Schritt 4: Setze den Rosmarin ein. Fülle mit frischer Kräutererde-Sand-Mischung auf und drücke sie leicht an.
  • Schritt 5: Gieße moderat an. Danach wie gewohnt sparsam wässern.

Umpflanzen im Beet solltest du dir dagegen gut überlegen. Rosmarin bildet mit den Jahren ein tiefes, weit verzweigtes Wurzelsystem und verträgt einen Standortwechsel schlecht. Junge Pflanzen lassen sich in den ersten zwei bis drei Standjahren im Frühjahr noch gut versetzen. Grabe dafür den Wurzelballen großzügig aus. Ältere Exemplare bleiben besser, wo sie sind. Wähle den Standort deshalb von Anfang an mit Bedacht aus.


Rosmarin vermehren

Eine Person pflanzt Rosmarinstecklinge in eine Anzuchtschale.
Etwa 10 cm lange Triebspitzen eignen sich am besten als Stecklinge für das Vermehren von Rosmarin.

Die einfachste Methode, um Rosmarin zu vermehren, sind Stecklinge. Sie wurzeln zuverlässig und liefern sortenechte Jungpflanzen. Der beste Zeitpunkt dafür ist der Frühsommer, wenn die Pflanze in vollem Wachstum steht. So klappt's:

  • Schritt 1: Schneide Triebspitzen ab. Wähle etwa 10 cm lange, nicht blühende und noch nicht verholzte Triebe.
  • Schritt 2: Entferne die unteren Nadeln. Das untere Drittel des Stecklings wird nadelfrei gemacht.
  • Schritt 3: Stecke die Triebe in Anzuchterde. Magere, sandige Erde fördert die Wurzelbildung.
  • Schritt 4: Halte das Substrat leicht feucht. An einem hellen, warmen Platz ohne pralle Sonne bilden sich nach vier bis sechs Wochen Wurzeln.
  • Schritt 5: Topfe die Jungpflanzen um. Sobald neuer Austrieb zeigt, dass der Steckling angewachsen ist, kommt er in einen eigenen Topf.

Auch die Aussaat ist möglich, aber deutlich langwieriger: Rosmarinsamen keimen unregelmäßig und benötigen mehrere Wochen. Zudem entwickeln sich die Jungpflanzen langsam. Wenn du es trotzdem versuchen möchtest, findest du in unserem Ratgeber zur Anzucht von Pflanzen alle Grundlagen – von der Aussaat bis zum Pikieren.


Krankheiten und Schädlinge an Rosmarin

Die gute Nachricht zuerst: Rosmarin ist robust und wird nur selten krank. Die meisten Probleme entstehen nicht durch Schädlinge, sondern durch Pflegefehler, allen voran durch zu viel Wasser. Stimmen Standort und Gießverhalten, bleibt dein Rosmarin in der Regel gesund.

Wurzelfäule durch Staunässe

Die häufigste Ursache, wenn Rosmarin eingeht, ist Wurzelfäule. Sie entsteht, wenn die Wurzeln dauerhaft im Nassen stehen. Typische Anzeichen sind braune, herabhängende Triebe trotz feuchter Erde – die Pflanze sieht aus wie vertrocknet, obwohl sie eigentlich ertrinkt. So beugst du vor:

  • Drainage im Topf und durchlässiger Boden im Beet
  • Fingerprobe vor jedem Gießen
  • Untersetzer nach dem Gießen leeren

Ist die Fäule schon fortgeschritten, hilft nur ein Versuch: Topfe die Pflanze aus, schneide faulige Wurzeln ab und setze sie in frisches, trockenes Substrat.

Echter Mehltau

Bei feuchtwarmer Witterung oder einem zu engen Stand kann sich Echter Mehltau zeigen – ein weißer, abwischbarer Belag auf den Nadeln. Entferne befallene Triebe und sorge für einen luftigen Standort, an dem die Pflanze nach Regen schnell abtrocknet. Welche Hausmittel gegen den Pilz helfen und wie du Neubefall verhinderst, liest du in unserem Ratgeber Mehltau bekämpfen.

Rosmarinkäfer, Zikaden und Spinnmilben

Drei Schädlinge können dir am Rosmarin begegnen:

  • Rosmarinkäfer: Der auffällig metallisch grün-violett gestreifte Käfer frisst an Nadeln und Trieben. Sammle Käfer und Larven einfach regelmäßig ab. Das genügt bei kleinem Befall.
  • Zikaden: Sie hinterlassen helle Sprenkel auf den Nadeln. Ein kräftiger Wasserstrahl hilft kurzfristig. Langfristig hältst du sie in Schach, indem du Nützlinge wie Marienkäfer und Schlupfwespen förderst.
  • Spinnmilben: Sie treten vor allem im warmen, trockenen Winterquartier auf – erkennbar an feinen Gespinsten. Erhöhe die Luftfeuchtigkeit, brause die Pflanze ab und stelle sie kühler.

Tipp: Da du Rosmarin in der Küche verwendest, solltest du auf chemische Mittel verzichten. Sanfte Alternativen zu chemischen Insektiziden wie Neemöl, Schmierseifenlösung oder Pflanzenjauchen wirken bei Befall zuverlässig und sind unbedenklich für dein Würzkraut.


Ist Rosmarin winterhart? So überwinterst du ihn richtig

Ein Rosmarinstrauch ist mit flockigem Schnee bedeckt.
Leichten Frost und Schnee können robuste Rosmarin-Sorten gut wegstecken.

Rosmarin ist nur bedingt winterhart. Robuste Sorten wie „Arp“ oder „Veitshöchheimer Rosmarin“ vertragen Temperaturen bis etwa −10 °C, empfindlichere Sorten schaffen oft nur −5 °C. Ob dein Rosmarin draußen bleiben kann, hängt deshalb von der Sorte, der Region und dem Standort ab. In milden Weinbaulagen funktioniert das Überwintern im Beet meist gut, in rauen Lagen ist ein Winterquartier die sicherere Wahl.

Rosmarin im Beet überwintern

Ausgepflanzter Rosmarin braucht in den meisten Regionen einen Winterschutz. So bringst du ihn sicher durch die kalte Jahreszeit:

  • Wurzelbereich abdecken: Eine Schicht aus Reisig, Laub oder Stroh schützt die Wurzeln vor starkem Frost.
  • Triebe einpacken: Bei strengem Frost hüllst du die Pflanze locker in Vlies – Folie ist tabu, darunter staut sich Feuchtigkeit.
  • Vor Wintersonne schützen: Klingt paradox, aber gerade sonnige Frosttage sind gefährlich. Die Nadeln verdunsten Wasser, das die gefrorenen Wurzeln nicht nachliefern können – die Pflanze vertrocknet. Ein Vlies oder ein schattiger Winterstandort beugt dieser sogenannten Frosttrocknis vor.
  • An frostfreien Tagen gießen: Immergrüne Pflanzen brauchen auch im Winter gelegentlich Wasser – aber nur, wenn der Boden nicht gefroren ist.

Rosmarin im Topf überwintern

Rosmarin im Topf ist deutlich frostgefährdeter, da der Wurzelballen der Kälte ausgesetzt ist. Die sicherste Lösung: Räume das Gefäß ab den ersten Frösten in ein helles, kühles Winterquartier bei 5 bis 10 °C. Ideal sind ein unbeheizter Wintergarten, ein helles Treppenhaus oder eine Garage mit Fenster. Gieße nur so viel, dass der Ballen nicht völlig austrocknet.

Wenn der Topf draußen bleibt, dann nur an einer geschützten Hauswand. Stelle ihn auf Füßchen oder eine Holzplatte, wickle das Gefäß in Jute oder Noppenfolie und schütze die Triebe mit Vlies. Welche Strategien sich für andere Kübelpflanzen eignen, erfährst du in unserem Ratgeber Pflanzen überwintern.

Tipp: Stelle den Rosmarin im Winterquartier nicht zu warm, da er in beheizten Räumen vorzeitig austreibt und anfällig für Spinnmilben wird. Gewöhne ihn ab dem Frühjahr schrittweise wieder an die Sonne, bevor du ihn zurück auf den Balkon oder die Terrasse stellst.


Pflegekalender: Rosmarin im Jahresverlauf

Mit diesem Überblick weißt du auf einen Blick, welche Pflegeaufgaben wann anstehen – vom Pflanzen im Frühjahr bis zum Winterschutz.

Rosmarin-Pflegekalender

Übersicht zu den Aufgaben rund um Rosmarin pflegen.
ZeitraumPflegeaufgaben
Februar – MärzTopfpflanzen im Winterquartier kontrollieren; bei Bedarf umtopfen, kurz vor dem Austrieb
März – AprilRückschnitt nach den letzten starken Frösten; im Beet Kompost einarbeiten; Winterschutz schrittweise entfernen
MaiBeste Pflanzzeit nach den Eisheiligen; Topfpflanzen langsam an die Sonne gewöhnen und ausräumen
Juni – JuliStecklinge schneiden und vermehren; Topfpflanzen alle 4–6 Wochen schwach düngen; bei Hitze regelmäßig Fingerprobe und gießen
AugustLetzte Düngergabe für Topfpflanzen; Haupterntezeit für aromatische Triebe
September – OktoberSpätsommer-Pflanzung bis ca. 6–8 Wochen vor dem ersten Frost abschließen; nicht mehr düngen
NovemberWinterschutz im Beet anbringen (Reisig, Vlies); Topfpflanzen ins helle, kühle Winterquartier räumen
Dezember – JanuarAn frostfreien Tagen mäßig gießen; im Winterquartier auf Spinnmilben kontrollieren

Übrigens: Ernten kannst du das ganze Jahr über – auch im Winter, solange du nur kleine Mengen Triebspitzen schneidest und nicht ins alte Holz gehst.


Häufige Fragen zu Rosmarin pflanzen und pflegen

Wie oft muss ich Rosmarin gießen?

Gieße Rosmarin erst, wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist – im Beet meist gar nicht, im Topf je nach Wetter alle paar Tage. Wichtiger als die Häufigkeit ist, Staunässe konsequent zu vermeiden: Lieber selten und durchdringend gießen als täglich ein bisschen.

Warum wird mein Rosmarin braun?

Braune Triebe sind meist ein Zeichen für Wurzelfäule durch zu viel Wasser – die Pflanze sieht vertrocknet aus, ertrinkt aber tatsächlich. Prüfe das Substrat: Ist es dauerhaft feucht, topfe den Rosmarin in trockene Erde um und schneide faulige Wurzeln ab. Nach dem Winter können braune Stellen auch von Frosttrocknis stammen.

Welche Erde braucht Rosmarin im Topf?

Mische Kräutererde mit etwa einem Drittel Sand oder Splitt und sorge für eine Drainageschicht aus Blähton am Topfboden. Pure Blumenerde ist zu nährstoffreich und speichert zu viel Feuchtigkeit – das verträgt das mediterrane Kraut nicht.

Kann Rosmarin im Topf draußen überwintern?

Nur in milden Regionen und mit gutem Schutz: Stelle den Topf an eine geschützte Hauswand auf Füßchen, wickle ihn in Jute oder Noppenfolie und decke die Triebe mit Vlies ab. Sicherer ist ein helles, kühles Winterquartier bei 5 bis 10 °C, denn im Topf friert der Wurzelballen schneller durch als im Beet.

Wann ist die beste Pflanzzeit für Rosmarin?

Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen. So hat der Rosmarin die ganze Saison Zeit, um Wurzeln zu schlagen. Du kannst alternativ auch bis in den Spätsommer pflanzen, allerdings solltest du dabei mindestens sechs bis acht Wochen vor dem ersten Frost bleiben.

Ist Rosmarin winterhart?

Rosmarin ist bedingt winterhart: Robuste Sorten wie 'Arp' oder 'Veitshöchheimer Rosmarin' überstehen bis etwa −10 °C, empfindlichere Sorten nur leichte Fröste. Im Beet braucht er in den meisten Regionen Winterschutz aus Reisig und Vlies, Topfpflanzen überwintern am besten frostfrei.


Entdecke weitere Ratgeber zum Thema

Frische Basilikumblätter
Ratgeber

Das Basilikum verleiht Gerichten der mediterranen Küche ihren typischen, unvergleichlich aromatischen Geschmack. Erfahre hier, wie du selbst Basilikum pflanzen, pflegen und ernten kannst!

WeiterlesenWeiterlesen.
Hochbeet aus Holz mit verschiedenen Kräutern
Ratgeber

Das eigene Hochbeet bereichert jeden Garten oder Balkon. Du kannst es sowohl als Nutzgarten so wie auch als Ziergarten bepflanzen. Erfahre hier, wie du ein Hochbeet selber bauen kannst.

WeiterlesenWeiterlesen.
Eine Trockenmauer aus Natursteinen
Ratgeber

Kräuterspirale selber bauen und frische Kräuter für deine Küche ernten. Alles zu Planung, Umsetzung und Anpflanzen verständlich im Ratgeber erklärt.

WeiterlesenWeiterlesen.

Das könnte dich auch interessieren

Hände halten dunkle Erde
Sortiment

Kräutererde